Through The Dark

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
07.01.2018
16.09.2018
39
51650
7
Alle
64 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
 
Hallo ihr Lieben!

Wir möchten Euch herzlich willkommen heissen, bei unserer neuen Larry Stylinson AU FF.

Klingt nicht nach viel? Stimmt!

Through The Dark unterscheidet sich grundlegend von Another World. Zum einen ist der Schauplatz diesmal London und zum anderen sind Harry und Louis hier offen homosexuell. Wir möchten Euch aber vorwarnen, zu Beginn wird es um Drogenkonsum, selbstverletzendes Verhalten und Selbsthass gehen. Und, da Larry auch hier nicht unser einziges Happy Couple sein sollen, werden sich Niam Horayne zu ihnen gesellen! =)

Wir werden jeden Sonntag updaten, aber… ^^ Der „Prolog“ ist fünfgeteilt und ihn werden wir jetzt in kürzeren Abständen posten, dann geht es ganz normal im Wochenrhythmus weiter.

Wir sind schon sehr gespannt auf Euer Feedback und hoffen, dass Euch TTD genauso ans Herz wächst wie Another World.

Bevor ich Euch jetzt mit dem ersten Kapitel auf die Reise schicke, möchte ich Euch noch unsere One-Shot-Sammlung *No Control*
und für die, die sie noch nicht kennen, auch, *Another World*
, ans Herz legen.

Aber jetzt Vorhang auf für Harry und seinen ersten POV!

Liebe Grüsse,

Jean und Holly

***

Harry :

Winter :

„Ich bin so scharf auf dich, Süßer“, flüsterte Lee auf meine Lippen und löste seinen Mund von meinem. „Und ich auf dich, aber wenn wir alle fünf Meter stehenbleiben, um uns zu küssen, dann kommen wir nie im Leben in meine Wohnung“. „Okay, du hast ja recht“, sagte er und nahm meine Hand in seine. Warum er das tat, wusste ich nicht, denn er und ich waren nicht zusammen. Wir waren einfach nur Freunde, die miteinander schliefen. Friends with benefits also. Die nach einer lustigen Nacht in einem Schwulenlokal Hand in Hand zu mir nachhause gingen. „Hoffentlich finde ich meine Wohnung überhaupt“, scherzte ich und Lee lachte. „Wenn nicht, dann gehen wir zu mir“. „Okay“. Ich wohnte erst seit einer Woche in Islington und hatte noch ein Problem mit meinem Orientierungssinn. Aber dafür war es der perfekte Wohnort für mich, denn hier waren gefühlt neunzig Prozent aller Männer schwul.

Eine viertel Stunde später war ich stolz auf mich selbst, weil ich mein Wohnhaus gefunden hatte. „Ist es das?“, fragte Lee mich und ich nickte ihm zu. „Jep“. „Cool, ich bin gespannt auf deine Wohnung“. Ich öffnete die Haustür – und dann erschrak ich zu Tode. Im Erdgeschoss, und zwar direkt vor meiner Wohnungstür, lag ein Mann! Und er war definitiv NICHT bei Bewusstsein. „Fuck!“, rief ich und beugte mich zu dem Fremden hinunter. Vorsichtig drückte ich meinen Daumen auf sein Handgelenk, um seinen Puls zu fühlen – den ich gottseidank spürte. „Wer ist das?“, fragte Lee mich. „Keine Ahnung, ich kenne ihn nicht“. „Und warum liegt er dann genau vor deiner Wohnungstür?“. „Ich weiß es nicht“. „Und was machen wir jetzt mit ihm?“. Nachdenklich atmete ich einmal tief durch und betrachtete den Fremden. Er sah dünn und zierlich aus und sein Gesicht war leichenblass. Außerdem trug er nur einen Hoodie. Es war Januar und arschkalt, also konnte ich ihn unmöglich einfach hier liegen lassen, wenn ich nicht wollte, dass er erfror. Ich sperrte die Wohnungstür auf, öffnete sie, dann beugte ich mich erneut zu dem Fremden hinunter und hob ihn hoch. Er war ein richtiges Fliegengewicht und so hatte ich kein Problem damit, ihn hineinzutragen.

Lee folgte mir und schaltete hinter mir das Licht ein. Behutsam legte ich den Fremden auf die Wohnzimmercouch, zog mir meine Winterjacke aus und deckte damit seinen Oberkörper zu. Und genau in diesem Augenblick öffnete er seine Augen.

Blau traf auf Grün.

Der Fremde blickte mich argwöhnisch an – und dann schloss er seine Augen wieder und schlief wieder ein.

Lee stellte sich hinter mich und schlang seine Arme um meinen Bauch. „Wo ist das Schlafzimmer?“, fragte er mich und ich verdrehte genervt meine Augen. Er dachte immer nur an das Eine. „Ich kann doch jetzt keinen Sex mit dir haben“. „Warum nicht? Der Typ ist doch bewusstlos, der hört uns sicher nicht“. „Lee, so notgeil kannst du doch gar nicht sein“.. „Doch, bei dir immer“, flüsterte er mir zu und drückte seinen Mund auf mein Ohr. Ich löste mich von Lee und drehte mich zu ihm um. „Ich will jetzt nicht, okay?“. „Okay, dann gehe ich jetzt nachhause“. „Du kannst doch trotzdem bei mir schlafen“. „Ohne Sex?“. „Ja, ohne Sex“. „Nein danke“, sagte er und ich verhielt mir das Lachen. Wenn er sassy sein konnte, dann konnte ich das auch. „Gut, dann wünsche ich dir ein gutes Nachhausekommen“. „Danke, man sieht sich“. „Jep“. „Bye Harry, coole Wohnung“. „Danke, bye“.

Zehn Sekunden später war Lee weg und ich war mit Mister Unbekannt alleine. Spontan beschloss ich, ihn einfach *Blue* zu nennen, weil er so wunderschöne blaue Augen hatte. Aber was machte ich jetzt mit ihm? Gar nichts, denn ich war hundemüde und wollte einfach nur schlafen. Vorsichtig zog ich Blue seine Schuhe aus und legte noch zusätzlich meine Wolldecke über ihn. Und dann schaltete ich das Licht aus und ging ins Schlafzimmer.

Ich wusste, dass ich ganz schön leichtsinnig war, denn wenn ich Pech hatte, dann würde Blue mich im Schlaf ermorden. Aber er sah so zerbrechlich aus, dass ich ihn einfach nicht gefährlich einschätzte, auch wenn ich ihn natürlich rein gar nicht kannte und noch kein einziges Wort mit ihm gewechselt hatte. Ich vertraute einem Fremden.

*

Als ich aufwachte, hörte ich Geräusche in der Küche.

Blue!

Blitzschnell stand ich auf und verließ das Schlafzimmer.

Blue stand mit seinem Rücken zu mir vor der Kaffeemaschine und so wie es aussah, fühlte er sich bei mir heimisch. „Ganz schön cool, was du aus deiner Wohnung gemacht hast“, sagte er und ich verstand nur Bahnhof. „Was?“. Abrupt drehte er sich zu mir um und starrte mich an wie ein Autobus. „Wer bist du?“, fragte er mich angriffslustig und ich hob beschwichtigend meine Hände hoch. „Ich bin Harry, keine Angst, ich werde dir nichts tun“. „Und wo ist Drake?“. „Ich kenne keinen Drake“. „Was für eine Wohnung ist das? E1?“. „Ja“. „Das ist Drakes Wohnung“. „Nein, das ist meine Wohnung und das weiß ich, weil ich hier wohne“, sagte ich und kam mir vor, als würde ich mit einem Kleinkind reden. „Seit wann?“. „Seit einer Woche“. Blue atmete einmal tief durch und entspannte sich sichtlich. „Dann ist er ausgezogen“. „Ist Drake ein Freund von dir?“. „Nein, nur ein Bekannter“. „Okay, ich weiß nicht, wer vor mir hier gewohnt hat, sorry“. „Ich wollte gestern zu ihm, aber er war nicht zuhause, also wollte ich auf ihn warten und dann bin ich eingeschlafen“. „Ja, du lagst vor der Wohnungstür“. „Und du hast mich auf die Wohnzimmercouch gelegt und zugedeckt?“. „Jep“. „Warum?“. „Warum nicht?“. „Weil ich ein Mörder oder Vergewaltiger sein könnte“. „Mörder und Vergewaltiger legen sich aber nicht vor die Wohnungstür, um ein Nickerchen zu machen, oder?“, fragte ich ihn und er lachte. Sein Lachen gefiel mir. „Nein, da hast du Recht“. „Eben“. „Danke Harry, das war nett von dir“. „Kein Problem, ich wollte nicht, dass du erfrierst“. „Okay“. „Wie heißt du überhaupt?“. „Ich bin Louis“. „Es freut mich, dich kennenzulernen, Louis“, sagte ich und gab ihm feierlich meine Hand. „Ebenfalls“. Er grinste mich breit an und ich musste mir selbst eingestehen, dass Louis mir gefiel. Obwohl er nicht gesund aussah und nach wie vor leichenblass war. Aber sein Gesicht war trotzdem wunderschön und – bei Gott – diese blauen Augen! *Blue-Lou* … Und obwohl diese ganze Situation einfach nur surreal war, weil ich einen völlig Fremden in meiner eigenen Küche kennenlernte, fühlte ich mich wohl mit ihm. „Frühstück?“, fragte ich ihn und er räusperte sich peinlich berührt. „Nein danke, ich gehe jetzt, ich will deine Gastfreundschaft nicht überstrapazieren“, sagte er und eigenartigerweise enttäuschte mich das. Ich wollte nicht, dass er ging. „Das tust du nicht, ich lade dich offiziell noch zum Frühstück ein, okay? Der Kaffee ist doch fertig, oder?“. Ich blickte zur Kaffeemaschine und Louis lächelte mich unbehaglich an. „Ja, sorry, wenn ich gewusst hätte, dass du nicht Drake bist, dann hätte ich mich nicht einfach an deinem Kaffee bedient“. „Kein Problem, aber dafür frühstückst du noch mit mir, ja?“. „Okay, das kann ich natürlich nicht ablehnen“. „Sehr gut“.

Eine viertel Stunde später saßen Louis und ich gemütlich in meiner Küche und frühstückten. „Und was machst du so? Beruflich meine ich“, fragte er mich. „Ich bin freiberuflicher Fotograf“. „Freiberuflich? Was heißt das?“. „Das heißt, dass mich noch keine Fotoagentur fest angestellt hat, was im Grunde genommen heißt, dass ich arbeitslos bin“, stellte ich fest und er lachte. „Okay“. „Und du?“. „Ich bin hauptberuflicher Überlebenskünstler“, sagte er und ich beließ es dabei, weil ich das Gefühl hatte, dass er sich mit mir nicht über sein Privatleben unterhalten wollte. Es war ja auch nicht normal, vor einer Wohnungstür einzuschlafen, oder? Wenn ich zu einem Bekannten von mir ging und der nicht zuhause war, dann ging ich einfach heim … Aber das ging mich nichts an. „Das Frühstück schmeckt dir hoffentlich“, wechselte ich also das Gesprächsthema und Louis nickte mir zu. „Klar“. „Das freut mich“. Plötzlich legte er seinen Buttertoast hin und lehnte sich zurück. „Warum tust du das für mich?“. „Du meinst das Frühstück? Das ist doch nichts Besonderes“. „Für mich schon, und du hast mich bei dir schlafen lassen und das ist nicht selbstverständlich“. „Für mich schon“. „Du hättest mich auch einfach aufwecken und wegschicken können“. „Ja, aber das wollte ich nicht“. „Du bist ein netter Mensch, Harry, danke“, sagte er und blickte mir direkt in die Augen. Fuck, dieses Blau! Ich wusste nicht warum, aber plötzlich spürte ich, dass mein Gesicht ganz heiß wurde. Louis machte mich tatsächlich verlegen. Wie lange kannte ich ihn jetzt? Fünf Minuten? „Kein Problem, Louis“.

Für zehn Sekunden sahen wir uns gegenseitig schweigend an – und dann stand Louis auf. „Ich muss jetzt gehen“. „Okay“, sagte ich und stand ebenfalls auf. Nach wie vor wollte ich nicht, dass er ging, aber ich konnte ihn ja nicht dazu zwingen, bei mir zu bleiben. Warum auch? Ich folgte ihm ins Wohnzimmer und beobachtete ihn dabei, wie er sich seine Schuhe anzog. „Danke für alles, Harry“, sagte er und wortlos nickte ich ihm zu. Zaghaft umarmte er mich. Dann drehte er sich um und ging.

Und ich fühlte mich plötzlich schmerzhaft alleine.

Ich ging ins Schlafzimmer, um mir mein Telefon zu holen. Eine Kurznachricht von Lee.

*Sex? Ich kann in einer halben Stunde bei dir sein!*.

Das war so typisch für Lee. „Man sieht sich“, hatte er zu mir gesagt, nur um mir jetzt DAS zu schreiben. Er dachte eben immer nur an das Eine. Aber was erwartete ich auch von ihm? Ich war ja nicht mit ihm zusammen. Und offen gestanden war Sex mit ihm jetzt genau das, was ich brauchte. Also schrieb ich ihm ein einfaches *Ja* zurück.
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