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Alleyways

von DonOvis
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
OC (Own Charakter) Sweet Pea
05.01.2018
14.03.2021
10
16.545
10
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05.01.2018 759
 
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Seit einer Woche regnete es - ununterbrochen. Riverdale lag in einem grauen Schatten und die bunten Farben wollten sich nicht enthüllen, während sich die Sonne hinter den dunklen Wolken versteckte. Alles wirkte so trostlos und grau ... beinahe alles.

"Eh, hey?! Hey du! Du wirst ja ganz nass", bemerkte ein blondes Mädchen das Offensichtliche, woraufhin sie einen schiefen Blick von dem unbekannten Jungen kassierte, der dort im Regen saß. Allerdings sah er sie nicht aufgrund ihrer überflüssigen Bemerkung so an, sondern wegen der fröhlichen Art und Weise, wie sie diese Worte von sich warf. Fand sie das etwa witzig? Machte sie sich über ihn lustig?
Das Herz von dem Mädchen hüpfte aufgeregt auf und ab. Wie ein Honigkuchenpferd grinste sie den Jungen an, der komplett durchnässt und mit einem blauen Auge dort am Straßenrand saß. Er sah so verdammt traurig aus, da konnte Sarah nicht einfach weitergehen, als hätte sie ihn nicht gesehen. Ihn wie all die anderen zu ignorieren, die sich nicht um den Jungen scherten, kam nicht infrage. Obwohl sie ihn nicht einmal ansatzweise kannte. Dabei war er etwa in ihrem Alter, vielleicht sogar jünger. Höchstens 11 Jahre alt. In ihrer Schule hatte sie ihn trotzdem noch nie zuvor gesehen.

Als sie ihm gegenübertrat, hielt sie ihren regenbogenfarbenen Schirm über ihn. So konnte der Regen nicht mehr auf ihn herab prasseln, sondern prallte am schützenden Regenschirm ab.
Warum wurde ihr plötzlich so warm? Nur weil er sie ansah, als wäre sie aus einer Irrenanstalt entflohen? Dabei sagte er kein einziges Wort und sah sie nur misstrauisch an. Während sich der Junge nach und nach von den Regentropfen ertränken lassen wollte, fühlte sich Sarah, als könnte sie mit ihm durch den Regen tanzen – wobei sie sich oft so fühlte und es daher nicht verwunderlich war.
Mit einem breiten Lächeln reichte sie ihm die freie Hand, damit er nicht länger dort unten am Boden saß. "Ich bin Sarah! Hast du hunger? Ich wollte gerade zu Pop's!", stellte sie sich ihm vor und zugleich lud sie ihn zu einem Essen bei Pop's ein. Dort war ohnehin niemand, der auf Sarah wartete. Zumindest nicht mehr - da ihre Freundin in letzter Minute absagte. Weshalb sie etwas planlos durch die Gegend lief.

"Na komm schon, ich lade dich ein!", drängte sie, bis der Junge endlich ihre Hand annahm, die sie ihm noch immer so voller Hoffnung ausstreckte. "Von mir aus.", murrte er rau und senkte den Blick. Obwohl die Worte nicht sonderlich nett klangen, fühlte es sich für Sarah so an, als hätten sie mit diesem Handschlag einen Pakt geschlossen. In diesem Moment wusste sie ganz genau, dass sie gute Freunde werden könnten!
Mehr oder weniger. Kaum stand er ihr gegenüber und sah in die blauen Augen auf, senkte er abermals seinen Blick. Der um einen Kopf kleinere Junge schob seine Hände in die Jackentaschen und trat mit Sarah den Weg zum Diner an. Seine Kleidung wirkte abgetragen und schmutzig - generell machte er einen eher angeschlagenen und erschöpften Eindruck. Nicht nur aufgrund von dem blauen Auge, das von Nahem noch schmerzhafter aussah. Zudem war er nicht unbedingt gesprächig - aber das würde sich noch ändern! Zumindest glaubte sie fest daran ...

Sarah war in bester Laune, obgleich es nicht auf Gegenseitigkeit beruhte. Für sie war es nicht von Bedeutung, was er getan hatte, was ihm zugestoßen war oder wer er ist. Ob von der Southside oder Northside interessierte das junge Mädchen nicht - obwohl sie ihn unterbewusst schon längst in die Schublade der Southside steckte. Im Augenblick hatte sie nur das kleine Bedürfnis, diesen Jungen lächeln zu sehen und Freundschaft zu schließen. Warum es ihr so ein Bedürfnis war, wusste sie selbst nicht so genau.
Außerdem hatte sie hunger und wurde von ihrer Freundin sitzen gelassen. Mit wem sie dort essen geht, war jetzt ebenso wenig von Bedeutung. "Soll ich dich; "Hey du", nennen, oder willst du dich mir vorstellen?", kicherte Sarah, während sie ihren Regenschirm so balancierte, dass er sie beide vor den Regentropfen schützte. Als würde es noch einen Unterschied machen, wenn man sich den unbekannten Jungen so ansah, dessen Klamotten triefend nass waren.
"Sweet Pea", seufzte er, als würde er kapitulieren. "Sweet Pea! Freut mich dich kennenzulernen!", posaunte sie glücklich, als hätte er gerade das Eis zwischen ihnen gebrochen. Vermutlich hat er das auch, wenn er sich das breite Grinsen dieser Sarah ansah, die den Anschein machte in einer komplett eigenen Welt zu leben. Eine Welt, die er selbst nicht kannte.
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