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Herzblut

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Ceaser Crown / Clown Die Strohhut-Bande Don Quichotte de Flamingo Monet OC (Own Character) Trafalgar Law
04.01.2018
04.01.2022
34
143.663
82
Alle Kapitel
190 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
04.01.2018 1.510
 
Willkommen zu meinem vierten und wieder etwas längerem Projekt! Es ist wieder eine Law-FF geworden, aber diese Idee ging mir einfach nicht aus dem Kopf, deshalb musste ich sie aufschreiben und drehe sie euch jetzt an. Ich hoffe, sie gefällt euch :)

Diese Geschichte wird allerdings etwas grausamer und erotischer als die anderen FFs, die ich bislang geschrieben habe, also habe ich sie sicherheitshalber auf P18 gesetzt. Des Weiteren werde ich mich stark am Manga und Anime orientieren und Zitate, die im Verlauf vorkommen können, werde ich mit einem (*) kenntlich machen. Für diejenigen unter euch, die noch nicht mit der Punk Hazard und Dressrosa Arc vertraut sind, könnte es zu massiven Spoilern kommen!

Disclaimer: One Piece und seine Charaktere gehören Eiichiro Oda und sind nicht mein Eigentum, ich leihe mir seine Figuren lediglich für schriftstellerische Unterhaltungszwecke aus. Eine Ausnahme bildet hier natürlich mein OC.

Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen!

                                       ✣                                      


»  P  R  O  L  O  G

Versuchskaninchen



Mit einem schweren Seufzer sank ich in die Knie und lehnte mich mit dem Rücken gegen die nackte, kalte Stahlwand. Das leise Zischeln von austretendem Gas lag mir schon die ganze Zeit in den Ohren und obwohl ich wusste, dass es Giftgas war, rührte ich keinen Muskel, um einen Versuch zu starten, aus dem dicht verriegelten Raum zu entkommen. Ich hatte ohnehin nichts zu befürchten, es war schließlich nicht das erste Mal, dass ich dieses Experiment über mich ergehen ließ. Jetzt in Panik zu geraten, würde lediglich die Arbeit der Wissenschaftler behindern und eventuell sogar die Ergebnisse verfälschen. Dann müssten sie wieder von vorn anfangen und ich hatte wirklich keine Lust, einen weiteren Tag hier im Halbdunkeln zu verbringen.

Also blieb ich ruhig sitzen und starrte an die gegenüberliegende Wand, wo eine kleine Videoteleschnecke hing, die eine Atemmaske und einen metallenen Schutzpanzer trug und mich mit ihren kugeligen Glubschaugen fixierte.

Ich stand rundum unter Beobachtung. Jede einzelne Bewegung wurde aufgezeichnet.

Über mir an der Decke surrten und flimmerten Leuchtstofflampen, die den Bunker in ein dämmriges, kühles Licht tauchten. Aber viel mehr als eine kleine, stählerne Toilette und die Rohre und Schächte einer Lüftungsanlage, die konstant Sauerstoff – und im Wechsel auch Giftgas – in den Raum pumpte, gab es sowieso nicht zu sehen.

Ein weiterer Seufzer überkam mich, als ich in den Schneidersitz wechselte.

Das Schlimmste an diesem Experiment war nicht einmal das Gift, sondern die Langeweile. Dieser Müßiggang, dem ich mich hier unweigerlich ergeben musste, sowie der schmerzende Rücken und die tauben Gliedmaßen danach.

Ich musste vierundzwanzig Stunden in diesem Stahlkasten ausharren – ohne Wasser und ohne Nahrung.

Vor knapp einem Monat hatte die Experimentreihe begonnen. Damals war es noch nicht so schlimm und anstrengend gewesen … Anfangs hatte ich nur eine Minute in diesem Raum totschlagen müssen, später waren es schon fünf gewesen, dann zehn, irgendwann sogar eine Stunde und nun ein ganzer, gottverdammter Tag.

Heute würde ich das letzte Mal hier sitzen und warten. Warten, bis sich die Tür wieder öffnete und mich ins Freie entließ.

Ich verstand die Ziele dieser Untersuchungen sehr gut und wusste auch, was die Wissenschaftler hiermit bezweckten. Aber ich war das alles so leid. Langsam fragte ich mich wirklich, wieso ich mich auf all das hier eingelassen hatte.

Ohne etwas zu Essen oder einen Schluck Wasser fühlte ich mich nach so vielen Stunden ungewohnt schwach und seltsam benommen. Das Gift schien langsam Einfluss auf meinen Körper zu nehmen. Es kratzte mir beim Atmen unangenehm in der Luftröhre, Schweiß brach mir übers Gesicht und Schwindel packte mich in immer kürzer werdenden Zeitintervallen, während ununterbrochen Kopfschmerzen gegen meine Schädeldecke hämmerten.

Ich wusste nicht einmal, wie lange ich schon so dasaß. Ich hatte völlig das Zeitgefühl verloren und das laute Rumoren meines Magens, der nach etwas Nahrhaftem verlangte, durchbrach regelmäßig die Stille und hallte von den gusseisernen Wänden der Zelle wider.

An Schlaf war ebenfalls nicht zu denken. Meine Augen brannten wie ein Höllenfeuer und immer öfter wurde ich von einem Hustenanfall geschüttelt. Langsam aber sicher bekam ich es mit der Angst zu tun.

Eigentlich war das unbegründet, aber bei den letzten Versuchen war es mir nicht gerade besser ergangen. Vielleicht irrten sich die Wissenschaftler ja doch? Was, wenn doch etwas schiefging? Wenn das Kalkül nicht hundertprozentig durchdacht war und ich dennoch starb? An diesem Gift? Ich war doch noch viel zu jung zum Sterben …

Doch gerade, als ich diesen Satz in meinem Kopf zu Ende gedacht hatte, verstummte das gleichmäßige Zischen über mir. Ich zählte die Sekunden, die vergingen – es waren 236, also knapp vier Minuten –, ehe ich die Veränderung in der Atemluft bemerkte.

Es trat kein Gas mehr aus und stattdessen fühlte sich die Luft, die ich in meine Lungen sog, wieder klar und sauber an, so als würde statt dem Gift wieder Sauerstoff in den Raum strömen. Es kribbelte nicht mehr in meinem Hals und mein vernebeltes Sichtfeld klärte sich. Dieses Mal pumpten sie sehr viel Sauerstoff in den Raum. Das hieß, es war vorbei. Oder? Konnte ich endlich wieder raus?

Im selben Augenblick öffnete sich die massive Stahltür mit einem markerschütternden Quietschen und ich zuckte erschrocken zusammen.

Helles Licht flutete den Raum, umspielte die Silhouetten zweier Gestalten. Sie trugen weiße Kittel und Gasmasken und baten mich – das Versuchsobjekt –, aufzustehen und mitzukommen.

Ich tat, wie mir befohlen, und rappelte mich mühsam auf. Meine Beine waren weich wie Wackelpudding und schlackerten hin und her, als ich den Männern zurück ins klinisch sterile, weiße Labor folgte.

Nach dem Experiment erfolgten die üblichen Tests. Ich übermittelte den Wissenschaftlern, wie ich mich während der letzten Stunden gefühlt hatte. Danach überprüften sie noch meinen Puls, maßen meinen Blutdruck und meine Körpertemperatur sowie Lungenfunktion, leuchteten mir mit einer Lampe in die Augen, nahmen mir mehrere Ampullen Blut ab und verlangten eine Urinprobe.

Im Anschluss wurde noch das Videomaterial der Schnecke gemeinsam mit mir in Augenschein genommen und während ein paar der Ergebnisse ausgewertet wurden, begab ich mich in den angrenzenden, leeren Konferenzraum, wo mir ein Assistent sofort ein Tablett mit Essen hereinbrachte. Zwei Scheiben Brot mit Schinken und Käse, dazu ein Apfel, ein Proteinriegel und ein Glas Wasser.

Doch es war mir im Grunde egal, was es war. Hauptsache, ich bekam etwas zwischen die Zähne.

Wie eine ausgehungerte Löwin stürzte ich mich auf das Essen, noch ehe der junge Mann das Tablett richtig auf den Tisch gestellt hatte.

Im Nebenzimmer tuschelten die Wissenschaftler, aber in dieser Sekunde hatte der Hunger Vorrang vor dem Wissensdurst.

Nachdem ich alles auf meinem Teller verputzt und mehrere Gläser Wasser hinuntergekippt hatte, musste ich noch einige Stunden warten, bis alle Proben untersucht waren. Ich wurde vom Personal der Forschungseinrichtung auf den Hof begleitet, um frische Luft zu schnappen, meinen Kopf wieder freizukriegen und mir ein bisschen die Beine zu vertreten.

Die Nacht brach unlängst herein, als ich in die Forschungsanstalt der Weltregierung zurückbeordert wurde.

„Geht es Ihnen wieder besser, Miss Vermillion?“, erkundigte sich der Chefwissenschaftler der hiesigen Abteilung, als er sich mir gegenüber niederließ und mir die Ergebnisse des Experiments vorlegte. Er war ein dicker Mann mit Dreitagebart und auf seinem Kopf hatte sich zwischen seinen graumelierten Haaren bereits eine kahle Landebahn gebildet.

Die anderen Mitglieder des Forschungsteams versammelten sich ebenfalls kommentarlos am Tisch im Konferenzraum und warfen prüfende Blicke auf den Bogen Papier, den ich nun bedächtig durchblätterte.

„Ja“, antwortete ich, ohne die Augen von den Dokumenten zu nehmen.

Der Mann faltete seine fleischigen Hände vor seinem runden Bauch. „Genau wie bei den anderen Versuchen sind keine schweren Vergiftungssymptome aufgetreten. Nur wenige Giftrückstände konnten in Ihrem Blut und in Ihrem Urin nachgewiesen werden, aber es waren mehr als bei den letzten Tests. Die Werte haben sich mit jeder Stunde, die Sie länger in diesem Raum verbringen mussten, verschlechtert. Da Sie dem Gift so lange ausgesetzt waren und zusätzlich keine Nahrung und kein Wasser erhalten haben, wurde Ihr Körper drastisch geschwächt. Na ja, aber andere Menschen wären bei dieser Menge Gift schon längst krepiert, also sehen wir es positiv!“ Er lachte kurz auf und die anderen Wissenschaftler stimmten mit ein. Doch als ich keinerlei Freude über seine Worte zeigte – denn das war absolut nicht witzig –, räusperte er sich peinlich berührt und fuhr so sachlich wie möglich fort: „Die Ergebnisse der vorherigen Experimente belegen, dass Ihr Körper trotz hoher Resistenz ab zehn Stunden ohne Nahrung oder Wasser anfällig für Fremdstoffe wie das Gift wird. Behalten Sie das besser stets im Hinterkopf, Miss Vermillion. Sie sind schließlich eine große Bereicherung für uns und es wäre doch schade, wenn Sie zu früh von uns gingen, nicht wahr?“

Ich ließ seine Worte unbeantwortet im Raum stehen und tat so, als hätte ich ihm nicht zugehört. Mein Augenmerk blieb fortwährend auf der Akte in meinen dünnen, blassen Händen geheftet.

Zehn Stunden sind also das Limit?

Ich hatte wirklich ein bisschen mehr von dieser neuerworbenen Kraft erwartet, für die ich sogar meine Seele hatte verkaufen müssen …
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