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Wicked

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Humor / P16 / Gen
Alexander "Alec" Lightwood Clarissa "Clary" Fray Jace Wayland / Jonathan Christopher Herondale Magnus Bane Simon Lewis
03.01.2018
27.01.2018
8
17.704
9
Alle Kapitel
12 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
03.01.2018 3.127
 
Hey, my fellow fanfic readers ^-^ schön, dass ihr den Weg zu dieser Geschichte gefunden habt :3
An alle, die I’m fine von mir gelesen haben: Ich hoffe, dass diese FF mindestens genauso gut wird :D
Falls ihr Kritik, Ideen, Wünsche, etc. zu dieser Geschichte habt, einfach ein Review dalassen^^
Ansonsten, have fun
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Kapitel 1

Alec

Ich wusste nicht, was passiert war. Wusste nicht, wem ich noch glauben konnte. Ich wusste nicht einmal, ob ich verrückt wurde, oder jeder andere um mich herum. Ich wusste nur, dass ich weg von hier wollte. Ich wollte, dass alles wieder so war wie vorher. Bevor meine Welt auf den Kopf gestellt wurde.
„Und du weißt wirklich nicht wer ich bin?“, wiederholte ich leise.
Magnus erwiderte meinen Blick.
„Nein, weiß ich nicht“, antwortete er.

*Mehrere Stunden zuvor*
Einige Sonnenstrahlen, welche mir ins Gesicht fielen, weckten mich aus dem schönen und doch etwas seltsamen Traum, den ich bis eben noch gehabt hatte.
Verschlafen öffnete ich die Augen und blinzelte erst einmal gegen die enorme Helligkeit an, welche mich blendete.
Wie immer hatte ein gewisser Jemand vergessen, die Gardinen zuzuziehen…
Leise gähnend drehte ich mich nach rechts und sofort erschien ein Lächeln auf meinen Lippen.
Meine anfängliche Müdigkeit war vergessen.
Denn nur wenige Zentimeter von mir entfernt lag Magnus, die Augen geschlossen und fest in seine Bettdecke eingekuschelt.
Schmunzelnd stellte ich fest, dass etwas von Magnus´ typischem Glitzerstaub noch auf seinen Augenlidern klebte.
Mein Freund hatte sich gestern wohl nicht allzu große Mühe mit dem Abschminken gegeben, wie mir schien.
Doch zu seiner Verteidigung musste ich sagen, dass wir gestern auch besseres zu tun gehabt hatten, als wir ins Bett gingen…
Ich schob meine rechte Handfläche unter meinen Kopf, um bequemer zu liegen, und genoss den perfekten Anblick.
Magnus bewegte sich ein wenig im Schlaf, zog dann den Saum der Decke etwas höher und vergrub sein Gesicht bis zur Hälfte darin.
Aus meinem Lächeln wurde ein Grinsen.
Denn nun ähnelte mein Hexenmeister eher einem kleinen Jungen, als dem Mann, der er war.
Doch bedauerlicherweise wurde mir dieser Anblick nicht lange gewährt.
Aus einem unerfindlichen Grund schien Magnus es immer förmlich riechen zu können, wenn ich ihn anstarrte.
Ich bemerkte, wie Magnus´ Augenlider flackerten und sich dann langsam öffneten.
Sein Blick fiel fast augenblicklich auf mich und mein Freund brachte ein halbes, wenn auch verpenntes, Lächeln zustande.
„Hey, Darling“, murmelte er mit rauer Stimme.
„Selber Hey“, murmelte ich zurück.
Magnus schloss für einen kurzen Moment erneut die Augen und seufzte dann.
„Wieviel Uhr haben wir?“, nuschelte er durch den Saum der Bettdecke hindurch.
„Halb acht“, erklärte ich, noch immer grinsend.
Magnus war noch nie ein Morgenmensch gewesen…
„Was für eine unmenschliche Uhrzeit“, kam es sofort, wenn auch halbherzig, von meinem Hexenmeister. „Heute ist Samstag. Ist es zu viel verlangt, dass ich einmal ausschlafen darf?“
Ich lachte leise.
„Anscheinend schon“, meinte ich und schob die Bettdecke von mir.
Ich richtete meinen Oberkörper auf, bereit, das Bett zu verlassen, doch mein Freund hatte andere Pläne.
Mit dem Gesicht noch halb unter der Decke und mit geschlossenen Augen packte Magnus meine Schulter und zog mich zurück in eine liegende Position.
„Denk nicht mal dran, Alexander Lightwood“, murmelte Magnus verschlafen, „du bleibst genau hier bei mir liegen!“
Ich verdrehte gespielt genervt die Augen.
„Was willst du denn machen? Den ganzen Tag im Bett bleiben?“, erkundigte ich mich.
„Ja!“, kam es knapp von Magnus.
Nein, er war wirklich kein Morgenmensch.
„Okay, du machst das und ich mache Frühstück“, schlug ich vor, bereit, es erneut mit dem Aufstehen zu versuchen.
Doch Magnus ließ es nicht so weit kommen.
Er schnappte sich meinen Arm und legte seinen Kopf einfach auf meine Schulter.
„Ich sagte, denk nicht mal dran“, wiederholte er nur.
Ich entwand mich seinem Griff und legte den Arm um Magnus.
„Also willst du wirklich für immer in diesem Bett bleiben, hm?“, hakte ich nach.
„Ja, will ich“, kam es etwas undeutlich von meinem Freund, welcher sich noch immer im Halbschlaf zu befinden schien.
„Dir ist aber bewusst, dass wir dann vermutlich nach zwei Tagen tot sein werden?“, vergewisserte ich mich.
„Ach was, Alexander“, Magnus machte sich schließlich die Mühe, die Augen zu öffnen und sah mich an, „kennst du nicht das Sprichwort, 'von Luft und Liebe leben'? Das sollten wir ja wohl hinbekommen.“
„Sag das nochmal, wenn wir verdurstet sind“, kam es trocken von mir.
Ich sah, wie Magnus die Augen verdrehte.
„Du weißt, wie du einem einen guten Morgen vermiesen kannst“, warf er mir vor, „und abgesehen davon hab´ ich gehört, dass verdursten ein ganz angenehmer Tod sein soll.“
Ich konnte bei diesem Satz nur den Kopf schütteln.
„Okay, das klingt schräg. Selbst für jemanden, der noch halb am schlafen ist“, stellte ich fest. „Außerdem haben wir keinen Alkohol hier.“
Magnus richtete sich bei diesen Worten halb auf.
„Stimmt…“, murmelte mein Hexenmeister, dann seufzte er.
„Okay, lass uns aufstehen“, gab er nach, „aber nur für’s Protokoll: Das hier geschieht gegen meinen Willen!“
„Nein, tut es nicht“, entgegnete ich nur, „und ich werde uns jetzt Frühstück machen. Also wehe, ich erwische dich mit einem Martini in der Hand!“
Magnus stöhnte leise auf und bastelte sich irgendwie in eine aufrechte Position.
„Aber morgens ist doch die beste Zeit für einen Drink“, versuchte er zu argumentieren.
„Das sagst du über jede Tageszeit“, gab ich nur zurück und stand auf.
Da ich nur mit einer Boxershorts bekleidet war, schlurfte ich durch das Schlafzimmer, auf der Suche nach meinen Klamotten.
Magnus, welcher sich einen Morgenmantel übergezogen hatte, bemerkte mein Vorhaben und nahm mein Handgelenk, um mich so zum Anhalten zu zwingen.
„Also, da du mich dazu geknechtet hast, zu einer so unmenschlichen Uhrzeit aufzustehen, kannst du mir wenigstens den Gefallen tun, dich nicht anzuziehen“, lächelte er, ehe er meinen Körper musterte, „ja, ich habe gerade eine wirklich tolle Aussicht.“
„Ich hab´ dich zu gar nichts geknechtet, Magnus. Das war einvernehmlich“, erwiderte ich augenverdrehend.
„Oh, so wie das gestern Abend?“, neckte mich Magnus und ich spürte, wie ich rot wurde.
Gerade, als ich irgendetwas darauf antworten wollte, vibrierte mein Handy, welches auf dem Nachttisch lag.
Sofort lief ich hin und entsperrte das Display.
„Missionsalarm“, verkündete ich laut und begann sofort damit, meine Sachen zusammen zu suchen.
„Ich hasse es, wenn das passiert“, beklagte sich Magnus, während ich mich umzog, „es scheint, als macht es den Shadowhuntern Spaß, uns immer dann zu stören, wenn es am Schönsten ist…“
„So ist das eben“, gab ich zurück und steckte mein Handy in meine Hosentasche.
Mit der rechten Hand griff ich nach meinem Köcher und Bogen, welche ich mir umhängte.
Dann sah ich meinen Freund an.
„Jetzt guck nicht so enttäuscht“, bat ich, „ich komme ja wieder. Gleich nach der Mission, okay?“
„Ich werde mich wohl nie daran gewöhnen“, seufzte Magnus und sah mich dann misstrauisch an. „Wehe, du kommst nicht wieder. Und wag es ja nicht zu sterben, Alexander Lightwood!“
Obwohl sein letzter Satz wie eine Drohung klingen sollte, hörte ich, wie Besorgnis in seiner Stimme mitschwang.
Magnus machte sich schließlich immer Gedanken, wenn ich auf eine Mission ging.
„Keine Angst, ich bin bald wieder da“, versprach ich, „das schwöre ich bei Raziel.“
„Dann ist ja gut“, lächelte Magnus, doch die Sorge in seinem Blick blieb, „denn eine Welt ohne dich ist eine Welt, in der ich nicht leben möchte.“
Ich erwiderte Magnus Blick und küsste ihn sanft.
„Ich liebe dich“, murmelte ich.
„Ich liebe dich auch“, erwiderte mein Hexenmeister.
Dann lief ich zur Eingangstür und verschwand aus Magnus´ Loft.

Mein Weg führte mich über die Brooklyn-Bridge, bis hin zu einem kleinen, etwas verlassenen Wohnviertel.
Und hier sollte die Mission stattfinden?
Diese Gegend sah so aus, als würde man nicht einmal zum Sterben herkommen wollen…
Ich betrat eine der vielen Seitengassen, die durch das Viertel verliefen und schielte kurz auf das Display meines Handys, welches ich aus meiner Hosentasche gekramt hatte.
Laut Jace sollte es hier irgendwo sein…
Ich wählte mit einer Hand bereits Jace´ Nummer, während ich erneut in eine Seitengasse einbog.
Mein Parabatai hätte mir ruhig sagen können, dass diese Gegend ein reines Labyrinth war.
Doch bevor ich meinen Waffenbruder anklingeln konnte, drang eine Stimme an mein Ohr.
„Er verspätet sich. Mal wieder.“
Definitiv meine Schwester.
Ich folgte ihrer Stimme und erblickte nur wenige Sekunden später Jace und Izzy, welche in ihrer typischen Shadowhunter-Montur vor einer kleinen Lagerhalle standen.
Sie mussten meine Schritte gehört haben, denn als ich mich ihnen näherte, drehten sich beide beinahe synchron zu mir um.
„Da bist du ja“, knurrte Izzy genervt, „weißt du, Brüderchen, dafür, dass du der Musterknabe hier bist, verspätest du dich ziemlich oft.“
„Jaja“, murmelte ich nur, „also, wie lautet die Mission?“
Jace zog eine Augenbraue hoch.
„Nichts da, Kumpel“, meinte er, „erst erzählst du uns, was du noch bei Magnus gemacht hast. Muss ja ‘nen Grund haben, warum du zu spät bist.“
„Magnus und ich haben gar nichts gemacht“, antwortete ich kalt.
Jace grinste und sah zu kurz zu Izzy, welche nun ebenfalls ein Lächeln auf den Lippen hatte.
„Gar nichts?“, wiederholte mein Parabatai sichtlich amüsiert, „ist das auch der Grund, warum du dein T-Shirt verkehrtherum anhast?“
Ich spürte, wie mir das Blut in die Wagen schoss, und ich wandte schnell den Blick von meinen kichernden Geschwistern ab.
Ein kurzer Blick auf mein Oberteil zeigte mir, dass ich es tatsächlich auf links gedreht trug.
Bei Raziel, das war peinlich…
„Können wir uns jetzt mal bitte auf die Mission konzentrieren?“, knurrte ich und versuchte verzweifelt, mein letztes bisschen Würde vor meinen Geschwistern zu wahren.
Nicht, dass ich das geschafft hätte.
Bei meinen Worten lachten die beiden nur noch lauter.
„Leute, das reicht jetzt!“, blaffte ich und endlich hörten die zwei mit dem Unsinn auf.
„Ist ja gut, entspann dich“, meinte Izzy augenverdrehend, „es würde dich übrigens nicht umbringen, auch mal zu lachen.“
Ich ging jedoch nicht weiter auf ihren Kommentar ein, sondern sah zu Jace.
„Also?“, fragte ich.
„In der Lagerhalle vor uns befindet sich ein Dämonennest“, erklärte mein Parabatai, „und es gehen Gerüchte um, dass die Biester für Valentine arbeiten. Wir sollen rein, sie erledigen und nach irgendwelchen Informationen suchen, die uns vielleicht helfen, Valentine zu finden.“
„Also eigentlich Routine“, stellte ich fest.
„Du sagst es, Bruderherz.“
Izzy wirkte gelangweilt, dennoch machte sie ihre Peitsche für den bevorstehenden Kampf bereit.
Jace aktivierte seine Seraph Klinge und ich nahm meinen Bogen in die linke Hand, während ich mit der Rechten nach einem Pfeil griff.
„Dann schicken wir diese Viecher mal zurück in die Hölle“, meinte ich und lief dann los.
Ich wusste zwar nicht, wie viele Dämonen sich in der Lagerhalle befanden, doch es durften nicht allzu viele sein.
Sonst hätte man mehr Shadowhunter auf den Auftrag geschickt.

Wir betraten das kleine Gebäude und mein Blick wanderte suchend durch den Raum.
Die Halle war recht einsehbar und ich entdeckte zwischen einigen wenigen Kisten, die in dem Raum herumstanden, ein paar Dämonen.
Während ich mich weiter umsah bemerkte ich schließlich auch die kleine Treppe, welche in ein oberes Stockwerk führte.
„Okay. Izzy, Jace, ihr übernehmt die Dämonen hier unten“, murmelte ich meinen Geschwistern zu, „ich geh die Treppe nach oben und räume da ein bisschen auf. Verstanden?“
Beide nickten, auch wenn Jace so aussah, als ob er am Liebsten protestieren würde.
Als Parabatai waren wir in einem Kampf stärker, wenn wir zusammen kämpften, kein Wunder also, dass es ihm missfiel, dass wir uns aufteilten.
Aber darauf konnte ich gerade keine Rücksicht nehmen.
Ich ging auf die Treppe zu und schlich die Stufen möglichst leise nach oben, schließlich wollte ich den Überraschungsmoment auf meiner Seite haben.
Unter mir ertönten bereits Kampfgeräusche, was mir mitteilte, dass Jace und Izzy bereits ein paar Dämonen zurück in die Hölle schickten.
Langsam überwand ich die letzten beiden Stufen und sah mich dann aufmerksam um.
Hier oben war es nicht so geräumig wie in der unteren Halle – Kisten und anderer Kram versperrten mir den Weg.
So war es definitiv schwieriger, die Dämonen auszuschalten.
Ich legte den Pfeil, welchen ich aus meinem Köcher genommen hatte, an und zog die Sehne zurück.
Dann schlich ich zwischen den Kisten umher, bereit, bei der kleinsten Bewegung zu schießen.
Die Dämonen, welche hier oben waren, mussten durch die Kampfgeräusche von unten aufgeschreckt worden sein, denn es dauerte nicht lange, bis ich einen Ravener zwischen den Kisten umherflitzen sah.
Ohne zu zögern zielte ich auf ihn und ließ dann die Sehne los.
Das tödliche Geschoss flog durch die Luft und bohrte sich in den Schädel des Dämonen, welcher daraufhin zu Ascher zerfiel.
Doch ich freute mich nicht über den kleinen Sieg.
Ich musste konzentriert bleiben, schließlich liefen hier noch mehr von den Biestern herum.
Damit schnappte ich mir einen weiteren Pfeil und ging weiter.
Ein Geräusch zu meiner Rechten lenkte meine Aufmerksamkeit auf sich. Adrenalin rauschte durch meinen Körper und ich wirbelte sofort zu dem Geräusch herum.  Im letzten Moment konnte ich einen Pfeil auf den Dämon abschießen, der sich offensichtlich auf mich hatte stürzen wollen.
'Das war knapp', dachte ich grimmig und griff vorsichtshalber nach einem weiteren Pfeil.
Immer mehr Geräusche wurden um mich herum laut und mir wurde langsam klar, dass es sich um mindestens ein halbes Duzend von denen handeln musste.
„Na, das wird lustig“, sprach ich meinen Gedankengang genervt aus und erschoss den nächsten Dämon, der es seinem Vorgänger wohl hatte nachmachen wollen, in dem er sich an mich heranschlich.
Zwei weitere Ravener krochen aus ihrem Versteck und kamen auf mich zu, doch wieder war ich schneller. Ich erschoss den Kleineren der Beiden, noch bevor er sich mir weiter nähern konnte und wich aus, als der Zweite auf mich zu sprang. Der Dämon landete nicht sonderlich elegant auf einer Kiste, fauchte kurz und sprang dann erneut. Doch darauf war ich vorbereitet gewesen.
Noch bevor der Dämon mich auch nur ansatzweise erreicht hatte, hatte sich einer meiner Pfeile in seine Brust gebohrt.
Zufrieden hängte ich mir meinen Bogen wieder über die Schulter.
Es war mittlerweile lautlos hier oben, weswegen ich davon ausging, dass ich die Dämonen alle getötet haben musste.
„Das war einfach“, stellte ich fest, ehe mich irgendetwas von hinten erwischte.
Was auch immer es war, es hatte genug Kraft, um mich gegen eine Kiste zu werfen.
Ich spürte, wie mir die Luft aus den Lungen gepresst wurde und das Holz durch den harten Aufprall zersplitterte.
Die Wucht raubte mir nahezu das Bewusstsein und ich konnte den Sturz nicht abwenden, der mich genau in die Überreste der zertrümmerten Kiste hinein schleuderte.
Normalerweise hätte ich durch meine angeborenen Reflexe problemlos dem Splitterregen entkommen können, doch diesmal ließen sie mich im Stich.
Durch meine Schulter schoss ein brennender Schmerz, als sich ein Holzstück in sie hineinbohrte, doch ich kämpfte mich zurück auf meine Füße und zog meine Seraph Klinge.
Hatte ich einen Dämon übersehen?
Innerlich verfluchte ich mich für meine Unachtsamkeit.
„Ein Shadowhunter“, sprach mich eine leise Stimme an, „die besuchen uns nicht sehr oft. Nein, tun sie nicht. Aber was fällt dir ein, meine Freunde umzubringen? Das ist nicht sehr nett…“
Die Stimme redete weiter vor sich hin, während ich stirnrunzelnd nach dem Sprecher Ausschau hielt.
„Muss ich den jetzt umbringen?“, überlegte die Stimme laut.
„Nein, aber ich werde dich umbringen!“, knurrte ich und umrundete einen Stapel Boxen.
„Mit dir rede ich doch gar nicht“, tadelte mich die Stimme, „ich rede mit mir. Also unterbrich mich nicht!“
'Okay…'
Endlich schien ich den Sprecher ausfindig gemacht zu haben.
Ich sah eine Silhouette nur wenige Meter vor mir stehen und ich rannte sofort los.
Mit erhobener Seraph Klinge machte ich mich auf den Angriff bereit, stutzte jedoch, als ich eine Person erkannte.
„Halt, warte“, meinte ich irritiert, während ich zu Stehen kam, „du bist kein Dämon.“
Meine Klinge hielt ich noch immer kampfbereit hoch, doch ich zögerte, den Typen anzugreifen.
„Nein, bin ich nicht“, stimmte mir der Kerl zu.
Er hatte fettiges, rotes Haar und stechend grüne Augen.
„Ich bin ein Hexenmeister.“
Natürlich wäre es für mich ein Leichtes gewesen, diesen Kerl hier und jetzt zu töten. Doch es war Teil dieser Mission, Informationen zu beschaffen.
Und diese Infos konnte mir der Hexenmeister wohl kaum geben, wenn er tot war.
„Warum arbeitest du mit diesen Dämonen zusammen?“, verlangte ich zu wissen, während ich die Spitze meiner Klinge drohend auf den Typen richtete.
„Tue ich doch gar nicht“, wehrte der Kerl ab, „oder… doch?“
Er schien verwirrt.
Bei Raziel, der hatte nicht mehr alle Tassen im Schrank…
„Arbeitest du für Valentine?“, fragte ich weiter, diesmal war meine Stimme jedoch lauter.
„Kann sein, keine Ahnung.“
Nun klang er *wirklich* verwirrt.
Ich seufzte leise.
„Weißt du wenigstens, wie du heißt?“, erkundigte ich mich genervt.
„Ist es nicht höflicher, sich selbst zuerst vorzustellen?“, fragte der Kerl zurück und kratzte sich nachdenklich am Kopf.
Um Engels Willen, der Kerl ging mir auf die Nerven…
„Gut, was soll’s. Du bist hiermit festgenommen“, teilte ich dem seltsamen Kerl schließlich mit, „der Rat kann sich dann um dich kümmern.“
„Warum nimmst du mich mit?“, wollte der Hexenmeister entsetzt wissen.
„Du hast mich angegriffen“, antwortete ich, als sei es eine Selbstverständlichkeit, „außerdem glaube ich, dass du für Valentine arbeitetest.“
Ich ging auf den Hexenmeister zu, um ihn am Arm zu packen, doch der Kerl war anscheinend nicht einverstanden damit.
„Du nimmst mich nicht mit!“, zischte er und schleuderte eine Arte blaue Wolke auf mich zu.
Geistesgegenwärtig wich ich aus und sah zu, wie diese blaue Wolke ein paar Kisten in Brand steckte.
Na super…
Sofort drehte sich der Typ um und rannte los.
Ich nahm augenblicklich die Verfolgung auf und kam mir dabei nur bedingt lächerlich vor.
Wie gut, dass Jace und Izzy noch beschäftigt waren, denn die beiden würden mich auslachen, wenn sie das sehen würden.
Schließlich rannte ich gerade einem geistesgestörten Hexer nach…
„Lass mich in Ruhe!“, jammerte der Hexer, der über irgendwelche Kisten kletterte, in der naiven Hoffnung, mich dadurch abschütteln zu können.
Jetzt war ich *richtig* genervt.
Schließlich hatte ich besseres zu tun, als irgendeinem Irren hinterherzuklettern…
Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich bei Magnus im Bett geblieben.
Dennoch versuchte ich weiterhin, den Hexer einzufangen, welcher noch immer vor mir wegrannte und mir einige Verwünschungen an den Kopf warf.
Und plötzlich ging alles ganz schnell.
Verzweifelt warf der Hexer ein kleines, dunkelgrünes Säckchen nach mir, welchem ich jedoch mit Leichtigkeit auswich.
Das Säckchen zerplatzte nur wenige Zentimeter neben mir auf dem Boden und ein feines, weißes Pulver drang aus dem Beutel, welches ich dummerweise einatmete.
„Was ist das?“, brachte ich hervor, während ich hustend versuchte, meine Atemwege von dem Zeug zu befreien.
„Ein Geschenk“, kam es nur von dem Hexenmeister, „also viel Spaß damit.“
Damit verzog sich der Kerl einfach.
Ich wollte erneut die Verfolgung aufnehmen, als mein Sichtfeld schlagartig vor meinen Augen verschwamm.
Meine Beine gaben unter mir nach und ich versank in der Schwärze meines Unterbewusstseins.
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