MMFF: Zalgo's Games of Fear 2 - Rise

von bloodflow
MitmachgeschichteThriller, Angst / P16
BEN DROWNED Jane the Killer / Jane Arkensaw Jeff the Killer / Jeffrey Woods OC (Own Character) Sally Williams Zalgo
03.01.2018
11.01.2019
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Hallo Leute!
Ich habe wirklich lange nichts von mir hören lassen.
Und das tut mir wirklich leid!
Ich hoffe sehr, dass die nächsten Uploads schneller sein werden, aber ich kann für nichts garantieren.
Inzwischen bin ich auch als Multimedia Artist aktiv, und diese Projekte sind, auch wenn ich es liebe, daran zu arbeiten, sehr zeitaufwändig.
Noch dazu kommen Ausbildung und Privatleben...ich schätze, die meisten von euch kennen das.
Trotzdem lasst euch versichert sein, dass ich keineswegs die Lust am Schreiben verloren habe, und auch wenn vielleicht nicht mehr so oft wie früher, werde ich doch weiter an meinen Geschichten arbeiten!
Jetzt aber viel Spaß mit dem Kapitel!

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James schluckte hörbar, als Zalgo seinen Arm hob, doch mitten in der Bewegung erstarrte der riesige Dämon und seine glühend roten Augen richteten sich auf die Tür, durch die die Gefangenen in den Saal eingetreten waren.
Diese öffnete sich mit einem dunklen Knarren, und die Köpfe der Menschen und der verhüllten Gestalt drehten sich, damit sie erkennen konnten, was vor sich ging. Ein grünes Licht flackerte in einer Laterne, die von einer zweiten Kapuzengestalt getragen wurde.
Also gab es tatsächliche mehrere von diesen Dingern. Der Neuankömmling huschte schnellen Schrittes nach vorne, und nun wurden mehrere Gestalten hinter ihm sichtbar, die er scheinbar durch den Gang geführt hatte.
Fünf waren es an der Zahl, eine junge Frau, zwei Männer und zwei überlang gewachsene Wesen, die man nicht wirklich menschlich nennen konnte, aber eines von ihnen schien männlich, und das andere weiblich zu sein.
Sie folgten ihrem Vorausgänger, der sich neben seinem Artgenossen an die Seite des schwarzen Throns stellte, und warfen den Gefangenen mehr oder wenig interessierte Blicke zu. Mit einem Schaudern stellte Edna fest, dass die braunhaarige Frau anstelle ihres linken Auges eine kleine Uhr im Gesicht trug. Das sah ja unheimlich aus.
Noch unheimlicher jedoch war das Pärchen schwarz-weißer Clowns, die beide nicht einen Funken Farbe an sich zu haben schienen. Noch dazu schimmerten ihre Augen in einem kalten Grau, und als der Mann beim Anblick des Grüppchens zu grinsen anfing, konnten sie perlweiße, spitze Zähne aus seinem Mund hervorblitzen sehen.
„Du hast doch nicht etwa vorgehabt, das Spektakel ohne deine Ehrengäste anzufangen, Zalgo-boy!“, rief der Clown mit rauer Stimme, und das Maul des Teufels verzog sich zu einer grinsenden Grimasse.
„Nicht doch, Laughing Jack“, winkte der Dämon amüsiert ab. „Doch ich muss sagen, dass ihr äußerst spät angekommen seid. Ich dachte schon, ihr hättet mein Angebot ausgeschlagen.“ Die Frau an der Seite des eben angesprochenen hob eine Augenbraue.
„Dabei haben wir doch versprochen, dass wir uns auch die nächsten Spiele ansehen werden“, jammerte sie gekünstelt. Danny fand ihre schrille Stimme unangenehm. „Nun, ich hoffe, ihr mögt mir verzeihen, doch ich lege nicht viel Wert darauf, Vertrauen in eure Versprechen zu legen“, konterte Zalgo zuckersüß.
Die Gefangenen tauschten verstohlene Blicke aus, und James trat langsam wieder an seinen Platz in ihren Mitten zurück. Er fand es nicht gerade toll, in vorderster Reihe zu stehen, während eine Gruppe unheimlicher Gestalten Smalltalk führte.
Nun wandte der übergroße Dämon seine Aufmerksamkeit von den beiden Clowns ab und musterte die anderen drei Neuankömmlinge. Nur das Gesicht des Uhren-Mädchens war zu sehen, die anderen beiden verdeckten den größten Teil der ihren.
Einer hatte einen grün gestreiften Schal bis über die Nase gezogen, aber immerhin trug er keine Alltagsgegenstände in seinen Augenhöhlen. Der andere hatte eine verspiegelte orange Sonnenbrille auf seiner Nase sitzen und einen grauen Röhrenschal mit aufgemaltem Grinsemund um seine untere Gesichtshälfte geschlungen.
Alex fragte sich, was sich wohl unter diesen Maskierungen verbarg. Allerdings war er sich nicht sicher, ob er es wirklich wissen wollte. „Ich sehe, auch Slender scheint mein Angebot angenommen zu haben, und hat mir ganze drei seiner Untergebenen geschickt“, sprach Zalgo.
Der Junge mit der Sonnenbrille trat nach vorne. „Toby“, begrüßte ihn der Dämon. „Du bist meiner Einladung ein zweites Mal nachgekommen. Ich hoffe, dein Meister verzeiht es mir, dich noch einmal in Anspruch zu nehmen.“
„Ich folge seinen Befehlen und seine Befehle sind mein Gesetz“, sagte der junge Mann monoton. „Ich bekam den Auftrag, das Angebot des Friedens anzunehmen und vertrete meinen Meister mit Hilfe meiner Begleiter.“
„Natürlich“, nickte Zalgo und sein Blick wandte sich dem Mädchen zu. „Meine Informationen scheinen also zu stimmen. Slender hat zwei neue Anhänger gefunden. Clockwork.“ Das heile Auge des Mädchens verengte sich, als er ein Wort sagte, das scheinbar ihr Name war, ein äußerst merkwürdiger allerdings.
„So schweigsam? Du bist mir doch nicht noch immer böse für den Tod deines geliebten Sterblichen, oder?“ Zalgo wirkte entspannt, doch die Mine seiner Gegenüber war hart wie Stein. Schließlich regte sie sich, und antwortete: „Ein unerfreulicher Verlust, doch nichts, was nicht ersetzt werden könnte. Früher oder später hätte er so oder so sterben müssen. Vermutlich war es besser, ihn loszuwerden, ehe sich eine ernst zu nehmende Schwäche daraus entwickeln hätte können.“
„Gut…gut…wie ich sehe, siegt die Vernunft schlussendlich immer über den zwischenmenschlichen Gefühlen. Zumindest bei einer so klugen Person wie dir ist dies zu erwarten. Und auch Liu scheint mit seiner Dienerschaft an Slenderman einen weitaus sinnvolleren Lebenszweck als alte Familienbande gefunden zu haben.“
Der bis jetzt schweigsame Junge, der an der anderen Seite Tobys stand, zog seinen Schal vom Gesicht, um klar sprechen zu können, wobei mehrere Narben, die sich über sein Antlitz zogen, sichtbar wurden.
Seine grünen Augen blickten in die von Zalgo. „Jeder lernt, erwachsen zu werden. Mein Bruder scheint dies vor mir getan zu haben, doch auch ich habe Gefallen an der Unsterblichkeit und dem Dienst an einem Höheren Herren gefunden.“
„Nun, ich bedaure, dass nicht ich dieser Herr war, dem du die Treue geschworen hast. Doch sei’s drum, mögest du nun also als Friedensbote zwischen mir und deinem Herrn dienen.“ Der Dämon überblickte noch einmal die Neuankömmlinge.
„Also, inzwischen sollten aber alle erwarteten Anwesenden eingetroffen sein, oder?“ Eine seiner Kapuzengestalten nickte, und Calum konnte nicht umher zu bemerken, dass der Mann, der Liu genannt wurde, die beiden skeptisch musterte.
„Ausgezeichnet!“, freute sich Zalgo und klatschte mit seinen krallenbesetzten Händen. „Meine Gäste, ihr werdet mit Sicherheit bereits dieses Grüppchen Sterblicher bemerkt haben und fragt euch bestimmt, wozu sie anwesend sind.“
Dusks Mund fühlte sich trocken an. Sterbliche? Warum nannte dieses Ungetüm ihn und die anderen Gefangenen so? Wollte es etwa sagen, dass die Neuankömmlinge auch keine Menschen waren?
Hätte man Dusk vor diesem Tag gefragt, ob er an Geister und Dämonen glaubte, hätte er dies als kindischen Unsinn abgetan. Doch hinter diesen Geschichten schien weit mehr zu stecken, als er je für möglich gehalten hätte.
Die Gäste Zalgos warfen sich Blicke zu. „…Ich schätze, es sind die neuen Spieler, oder?“, fragte Liu mit hochgezogener Augenbraue. „Natürlich, natürlich“, kicherte der Dämon vergnügt. „Ich hoffe, ihr werdet es in der Rolle des Zuschauers nicht weniger amüsant finden, den Spielen zu folgen, als selbst ein Teil davon zu sein!“
Sein Kopf drehte sich wieder dem Menschengrüppchen zu, das unbewusst ein Stück näher zusammengerückt war, und seine Augen musterten ihre Gesichter, bis er an James‘ hängen blieb.
„Nun, in all dem Trubel haben wir doch beinahe vergessen, den eigentlichen Sinn unseres Zusammentreffens stattfinden zu lassen“, Zalgo grinste und winkte den schwarzhaarigen mit einem Finger heran.
James biss die Zähne zusammen und stolperte wieder ein Stück nach vorne, und alle Augen der Anwesenden richteten sich auf ihn. „James, du bist also derjenige, der das erste Spiel spielen wird“, verkündete Zalgo.
„Ich würde ja fragen, ob du bereit bist, zu beginnen, doch aus Erfahrung weiß ich, dass diese Frage für gewöhnlich mit Nein beantwortet wird.“
Aus Erfahrung? Jean lief es kalt den Rücken hinunter. Es war eindeutig, dass Zalgo diese Prozedur bereits viele Male abgehalten hatte, und das gefiel dem Mädchen ganz und gar nicht. So belanglos, wie dieses pechschwarze Monster über seine Gefangenen redete, war nicht viel Gnade zu erwarten.
„Also dann…“ murmelte Zalgo, streckte seinen Arm aus, und aus seinen Fingerspitzen loderten purpurrote Flammenzungen hervor, die er durch ein Fingerkreisen vergrößerte und verformte.
Innerhalb weniger Sekunden nahm das Feuer die Form einer Tür an, und sank zu Boden, wo es bestehen blieb. Einige Sekunden lang schwiegen alle. „Jungchen, ich hab auch nicht den ganzen Tag Zeit!“, fauchte Laughing Jack schließlich genervt und funkelte James aus seinen farblosen Augen an.
„Wie…ich soll da durch?“, brachte dieser mühevoll zwischen seinen Lippen hervor, und sein Blick huschte zwischen dem Clown und der feurigen Tür hin und her.
„Alternativ kann ich dich auch dazu zwingen, das Spiel zu beginnen“, schlug Zalgo vor, und mit einem Handwinken seinerseits traten die beiden Kapuzengestalten hervor und näherten sich James.
Dieser wurde noch blasser, als er ohnehin schon war, und schüttelte heftig den Kopf. „Ich gehe schon…“ sagte er mit rauer Stimme und trat zögerlich an die unnatürlich roten Flammen heran.
Einen Moment lang hielt er still, dann streckte er zaghaft die linke Hand aus und hielt sie in das Feuer. Der erwartete Schmerz blieb jedoch aus, und nachdem James noch einmal zu seinen Mitgefangenen sah, von denen die meisten seinen Blick genauso ratlos erwiderten, trat er schließlich mit zusammengekniffenen Augen durch das Tor.
Lukes Zorn hatte sich in den vergangenen Minuten nur vergrößert. Nicht nur, dass man ihn gekidnappt hatte und total psychopatischen Spielen aussetzen wollte, dann waren auch noch diese Irren Typen aufgetaucht und wollten dem Scheiß zusehen?
Und dann muckste diese Pussy, die sich anscheinend James nannte, auch noch so dämlich herum, was diesen Teufelstypen auf dem Thron vermutlich auch angepisst machte und dann wären die Chancen für Luke vermutlich noch schlechter! Was bildete sich dieser Kerl eigentlich ein?
Kaum dass James das Flammenportal berührt hatte, war er verschwunden, und das Tor begann, zu wabern. Es wurde flacher, und breitete sich auf dem Boden aus wie eine Lavapfütze.
Schließlich schien sich aus dieser Fläche eine orangerot glühende Miniaturversion einer Landschaft zu formen, und immer deutlicher hob sich aus dieser eine golden glühende Gestalt ab:
James.

Schwarz. James war sich sicher, dass seine Augen geöffnet waren, doch er konnte nichts sehen. Unruhig wollte er den Kopf drehen, um vielleicht einen Lichtstrahl zu erfassen, da war der Moment der stockenden Finsternis schon wieder vorbei.
Die plötzliche Helligkeit blendete den schwarzhaarigen für einen Moment, ehe sich seine Augen daran gewöhnten. James blinzelte ein paar Mal. Ein leichter Wind wehte, und blies dem jungen Mann durchs Haar.
James fand sich auf einer Wiese wieder, die nicht so schien, als würde sie jemals von Menschen gemäht werden. Wildes Unkraut und kleine Blumen wuchsen zwischen ungepflegten Grasbüscheln nur so vor sich hin.
James drehte sich um seine eigene Achse, um seine neue Umgebung zu inspizieren. Er sah in einiger Entfernung ein paar Bäume stehen, die genau wie das Wiesenkraut so vor sich hin wucherten, wie es ihnen gefiel. Häuser oder eine Straße gab es hier jedoch nirgends.
Nicht einmal ein Feldweg lugte zwischen dem Gras hervor. James war, kurz gesagt, am Arsch der Welt. „Nun, James“, dröhnte plötzlich die Stimme Zalgos laut, und der junge Mann zuckte erschrocken zusammen. Er sah sich noch einmal um, doch der Dämon war nicht zu sehen.
Um dein Spiel zu beginnen, solltest du einmal hinter den Hügel sehen, der vor dir liegt“, erklang die Stimme erneut. Irgendwie, erschien es James, war es, als würde die Stimme aus dem Inneren seines Kopfes heraus klingen.
Er zwang sich, den Gedanken daran, dass hier wohl etwas Übernatürliches vonstattenging, beiseite zu schieben, und gehorchte dem Befehl des Teufels. Zalgo war schon vorhin ungemütlich geworden, als James gezögert hatte, und noch einmal wollte es dieser nicht riskieren.
Auch wenn sich James selbst als Angsthase bezeichnete, so hatte er doch einen gewissen Hang dazu, am Leben bleiben zu wollen. Seine Beine setzten sich halb automatisch in Bewegung, und der junge Mann schritt auf den flachen Hügel, der gut zwanzig Meter entfernt lag, zu.
Kurz überlegte James, ob er den Hügel besteigen sollte, doch dann entschied er sich doch lieber dazu, diesen zu umgehen. Das war vermutlich weniger anstrengend. James hatte gerade ein Viertel der Umkreisung hinter sich gebracht, als er mitten im Schritt stockte.
Vor ihm lag ein kleiner, stiller Teich. Und James fühlte sein Herz in die Hose rutschen, als er zu ahnen begann, auf was dieses Spiel hinauflaufen würde. „Ich beginne gerne mit einem simplen Spiel, um es den Teilnehmern möglich zu machen, den Ablauf zu begreifen“, meldete sich Zalgo wieder zu Wort.
James hat Angst vor Wasser. Also wird er nun in diesen Teich springen und eine Kiste finden, die am Grund des Gewässers liegt. Weigert er sich, oder gelingt es ihm nicht, die Aufgabe zu erfüllen, wird der gute James leider von uns gehen. Das ist doch nicht schwer, oder?
James schluckte und schüttelte langsam den Kopf. „Na also“, sagte Zalgo zufrieden. „Du hast 15 Minuten Zeit, ehe deine Frist abgelaufen ist.
Eine Schweißperle bahnte sich den Weg über James‘ Stirn herab. Seine Augen huschten über den unscheinbaren, und doch grauenhaften Teich. Es war ein von Schilf bewachsener und mit groben Steinen und Sand versehenes Gewässer, und wirkte nicht so, als wäre es von Menschenhand ausgehoben worden.
Ein Bild seines schreienden Bruders, dem das Wasser über dem Kopf zusammenbrach, zuckte vor James‘ innerem Auge vorbei und er fuhr reflexartig zusammen. Ja, James wusste genau, warum er Angst vor Wasser hatte.
Dabei war ihm durchaus klar, wie lächerlich die Ausmaße seiner Furcht waren. Er ging nie schwimmen, weder in Teichen, noch in Seen und auch nicht in Pools. Selbst Baden in einer Wanne war unerträglich für ihn.
James wusch sich nur unter der Dusche, und auch das nie länger als nötig. Er rief sich Cynthias Gesicht in Erinnerung, und merkte, wie er sich ein wenig entspannte. Cynthia war seit James‘ Kindheit seine beste Freundin, und wenn es nach ihm ginge, sogar mehr als das.
Bis jetzt hatte er es jedoch nie gewagt, sie darauf anzusprechen. Cynthia wusste immer, wie die Probleme, mit denen James zu ihr kam, zu lösen waren. Was wünschte er doch, sie jetzt an seiner Seite zu haben.
Was würde sie ihm wohl sagen? ‚Augen zu und durch! ‘? Haha. So einen blöden Ratschlag konnte sich auch nur James selbst geben. Cynthia hätte da schon was besseres auf Lager. Aber Cynthia war nicht hier, und James blieb wohl nichts anderes übrig, als sich selbst etwas auszudenken.
Langsam ließ sich James auf die Knie sinken, und tastete mit seinen Händen das Ufer des Teichs ab. Es schien halbwegs stabil zu sein, und wirkte nicht, als würde es unter ihm nachgeben. James streckte zögernd die Hand ins Wasser und zuckte sofort zurück, als er die eisige Kälte des Teichs spürte.
Na heilige Scheiße. Das war ja noch schlimmer. James versuchte, indem er sich ein Stück nach vorne beugte, den Grund des Teichs zu erspähen, aber das Wasser war zu trüb und finster, um diesen preiszugeben.
Mit einem Mal spürte der junge Mann, wie der Stein, auf dem seine trockene Hand ruhte, zur Seite rutschte, und gerade, als er den Mund zu einem Schrei weiten wollte, kippte er nach vorne und tauchte kopfüber in das kalte Nass ein.
Eine Sekunde lang nahm James nichts als die erdrückende Stille und die schwere Nässe des Wassers um sich wahr. Dann brachen die Erinnerungen an die Katastrophe auf ihn ein, und er begann, wie wild zu strampeln.
Er schaffte es, sich nach oben zu kämpfen, und brach mit dem Kopf durch die Wasseroberfläche. James griff blind nach vorne und zog sich an einen großen Stein heran, wo er keuchend versuchte, einzuatmen.
James wusste, dass er kurz davor war, einen Anfall zu bekommen, und er versuchte, mit aller Kraft, so ruhig wie möglich zu bleiben. Noch war er nur kurzatmig, also konnte er es, wenn er jetzt nicht in Panik geriet, verhindern.
Er sog die Luft durch die Nase ein und blies sie wieder durch den Mund aus. Das wiederholte er ein paar Mal, und langsam funktionierte seine Atmung wieder besser. Trotzdem war James noch immer sehr nervös, und die Kälte ließ ihn langsam am Körper zittern.
James hatte vor der Tragödie Schwimmen gelernt, und begann nun, seine Beine in kreisenden Bewegungen zu drehen, um sich warm zu halten. Gleichzeitig half ihm der Rhythmus, ruhiger zu werden.
Als James der Meinung war, die Asthmaattacke vermieden zu haben, fiel ihm wieder ein, dass er seine Aufgabe noch nicht erledigt hatte. Langsam wandte er sich wieder der Mitte des Teichs zu, der nun, da James sich darin befand, kleine Wellen schlug.
James schluckte. „Augen zu und durch“, murmelte er leise, und ehe er es sich anders überlegen konnte, holte er Luft und ließ sich sinken. Sofort drückte die schwere Stille wieder auf seine Ohren, und James floss das Wasser in die Nase.
Er hob seine Hand vor das Gesicht und hielt sich die Nase zu. Seine Finger konnte er nur verschwommen und schemenhaft erkennen, und viel mehr als einen Meter konnte er gar nicht sehen.
James biss die Zähne zusammen und drückte sich mit dem freien Arm und den Beinen nach unten, indem er gleichmäßig rudernde Bewegungen machte. Der Teich schien in etwa vier Meter tief zu sein, wenn sich James nicht verschätzte, als er mit der Schuhsohle auf Grund stieß.
Wieder zischten verschwommene Bilder von einem sinkenden Boot an ihm vorbei, doch James zwang sich, dem Drang, aufzutauchen, zu widerstehen. Er wedelte mit den Füßen langsam am Boden entlang, um die Kiste, die angeblich dort lag, zu finden.
Schließlich, als sich langsam ein beschwerlicher Druck auf seiner Lunge, die nach Sauerstoff verlangte, breitmachte, stieß James mit seinem rechten Fuß an etwas Hartes. Ihm wurde ein wenig schwindelig, als er seine Arme kreisen ließ, um sich mit dem Kopf nach unten zu drehen, und für einen Moment lang verlor er die Kiste.
Panik brodelte wieder in ihm hoch, doch seine fuchtelnden Hände fanden den eckigen Gegenstand wieder, aber jetzt hielt es James nicht mehr aus: Kaum hatten sich seine Finger um die Kiste geschlossen, trat er sich mit aller Kraft vom Boden ab und schob sich, so weit er konnte, nach oben, während er wieder anfing, mit den Beinen zu strampeln.
Sekunden, die sich wie Kaugummi zogen, vergingen, und James durchbrach den Wasserspiegel.
Sofort begann er, wie wild zu husten, und diesmal blieb die Asthmaattacke nicht aus. James japste wie wild nach Luft, doch seine Lungen wollten sich nicht füllen. Auch seine Glieder, durch das kalte Wasser taub und schwer, gaben langsam auf.
James fühlte, wie die Dunkelheit ihn umschlang.
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