Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Eine Weihnachtsgeschichte

Kurzbeschreibung
CrossoverFamilie, Freundschaft / P12 / Gen
Alan Eppes Charlie Eppes Colby Granger David Sinclair Don Eppes
02.01.2018
15.02.2018
10
18.024
2
Alle Kapitel
27 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
16.01.2018 1.446
 
Die Hälfte ist geschafft! Viel Spaß!


5. Kapitel

„Wow, das nenne ich mal eine echte Kommandozentrale! Vielleicht sollte ich mich hier auch mal als Berater bewerben!“
Charlie blieb vor Staunen der Mund offen stehen, als er zusammen mit Don das Hauptgebäude des NCIS betrat.
„Darüber kannst Du nachdenken, wenn wir mit dem Fall hier durch sind und jetzt krieg Dich wieder ein, Charlie!“ mahnte Don ihn und verdrehte genervt die Augen.
Charlie zeigte sich unbeeindruckt und bestaunte weiter die heiligen Hallen des NCIS. Es herrschte eine angenehme, warme Atmosphäre, ganz anders als im Büro des FBI, wo man sich von der Hektik und Geschäftigkeit des Großraumbüros erfasst sah, kaum dass man die Abteilung betrat.
Hier war das anders und man hatte ein bisschen das Gefühl, als würde man nach Hause kommen. Irgendjemand hatte sich sogar die Mühe gemacht, Weihnachtsschmuck aufzuhängen. Es wirkte fast wie eine kleine Ausgabe eines Einkaufszentrums, nur ohne die Besucher, die schnellen Schrittes von Geschäft zu Geschäft hetzten, um ihre Weihnachtseinkäufe zu erledigen.
„Agent Eppes! Schön, dass sie da sind!“
Während Charlie noch völlig ergriffen war von dem Anblick, der sich ihm bot, war auf der Treppe, die von der Empore herab führte, die kleine alte Dame erschienen, die Don bereits als Hetty Lange kennen gelernt hatte. Sie bewegte sich graziös und mit der ihr eigenen Selbstsicherheit auf die beiden Besucher zu.
„Mrs. Lange….“ Don reichte Hetty die Hand zur Begrüßung. Die alte Dame lächelte freundlich, während sie die Begrüßung mit einem erstaunlich festen Händedruck erwiderte.
„Das ist mein Bruder, Charlie,….“ stellte Don seinen Begleiter vor. „Er ist unser mathematischer Berater…“
„Professor Eppes, ich habe schon einiges von Ihnen gehört,…“ begrüßte Hetty nun auch Charlie. Sie musterte ihn einen kurzen Augenblick lang. Irgendwie hatte sie sich den Professor ein wenig anders vorgestellt. Er war jünger als sie dachte und sie konnte nur schwer glauben, dass er und Don Brüder waren.
Don entging Hettys Irritation nicht, auch wenn sie versuchte, es hinter ihrer offenherzigen und freundlichen Art zu verbergen. Doch er sagte weiter nichts dazu. Er hatte sich inzwischen daran gewöhnt.
„Ich bin schon sehr gespannt auf die Arbeit mit Ihnen,….“ fuhr Hetty an Charlie gewandt fort. „Unsere beiden Computerspezialisten Nell und Eric im Übrigen ebenfalls…. Wenn Sie mir nach oben folgen wollen? Mr. Callen und sein Team erwarten Sie bereits….“
Don und Charlie folgten Hetty ins obere Stockwerk in den Computerraum. Charlie kam aus dem Staunen nicht mehr heraus ob der technischen Ausstattung, die sich ihm dort bot. Es war kein Vergleich zu der Ausstattung der Computerspezialisten des FBI und auch Don musste zugeben, dass das, was er hier sah, seine Vorstellungen weit übertroffen hatte.

Die beiden Teams hatten die Ermittlungen in dem Fall in den letzten beiden Tagen zügig voran getrieben. Sie hatten ihren Weg gefunden, miteinander zu arbeiten, ohne in ständige Diskussionen zu verfallen. Callen und Don hatten ihre Herangehensweisen einander angepasst, wobei ihnen die Feststellung zu Gute kam, dass sie in vielen Punkten ganz ähnlich tickten. Nach und nach hatte sich somit auch die Anspannung der einzelnen Teammitglieder untereinander gelöst, woran nicht zuletzt auch Kensi und Sam einen maßgeblichen Anteil hatten. Nur mit Deeks hatte Don noch so seine Probleme, aber Callen sah es ihm nach. Er selbst hatte auch eine Weile gebraucht, um sich mit dem bisweilen etwas zerstreut wirkenden Detective anzufreunden.

Sie hatten heraus gefunden, dass David Rodriguez sich tatsächlich am Handel mit Menschen bereicherte. Die Aussage der Zeugin, Olga Stratow, hatte die hierfür nötigen Beweise geliefert, die ihre Schwester im Rahmen der letzten Ermittlung gegen ihn nicht ausreichend liefern konnte – zumindest nicht nach dem Dafürhalten des damals zuständigen Staatsanwaltes. Rodriguez war ein ranghoher Offizier bei der NAVY gewesen und bereits dort wegen angeblicher zwielichtiger Kontakte zur russischen Mafia aufgefallen, was dazu geführt hatte, dass man ihn vor das Militärgericht gestellt und auch rechtskräftig verurteilt hatte. Doch bevor er seine Strafe antreten konnte, war er untergetaucht. Der Fall war an den NCIS übertragen worden, doch Rodriguez konnte sich mit Hilfe seiner Kontakte den Vorwürfen entziehen. Callen und sein Team vermuteten damals, dass er die Justizbehörden geschmiert hatte. Näheres dazu würden sie sicherlich erfahren, wenn sie Rodriguez geschnappt hatten und momentan waren sie ihm ziemlich dicht auf den Fersen.

Sam hatte mit Hilfe der Informationen von Olga Stratow und den Ermittlungsakten des NCIS ein psychologisches Täterprofil von Rodriguez erstellt, so dass es den Teams möglich war, eine Einschätzung über dessen Strategien vorzunehmen und Voraussagen über mögliche Handlungsschritte zu treffen.
Die Auswertung des Videos der Überwachungskamera des Krankenhauses, wo Kensi und Sam mit einem bis dahin noch unbekannten Typen aneinander geraten waren, hatte ergeben, dass es sich hierbei um einen von Rodriguez Leuten handelte. Das Bildbearbeitungsprogramm hatte die Person hinter dem Steuer zwar nur teilweise darstellen können. Dennoch hatte es für eine eindeutige Identifizierung durch Olga Stratow ausgereicht.
Sie vermuteten, dass der Typ in Rodriguez´ Auftrag die Zeugin eliminieren sollte, um zu verhindern, dass sie Informationen weiter gab, die die Ermittlungsbehörden auf ihre Spur lenkten. Dies war nicht weiter verwunderlich, denn inzwischen wussten sie auch, dass Rodriguez und seine Leute mindestens 30 Frauen und Mädchen in ihrer Gewalt hatten, die aus allen möglichen Ländern in Osteuropa nach Amerika gelockt worden waren. Ihnen wurde ein besseres Leben versprochen, als das, was sie hatten. Doch tatsächlich sollten sie an illegale Geschäftemacher in der Porno- und Sexindustrie verkauft werden.
Olgas Schwester hatte davon gewusst und nachdem ihre Zeugenaussage von damals wirkungslos gewesen war, war sie eine der ersten gewesen, die Rodriguez sich schnappte. Sie sollte keine Gelegenheit mehr bekommen, ihn zu belasten. Um den Druck zu erhöhen, schnappte er sich ihre Schwester gleich mit. Gemeinsam mit den anderen Opfern wurden sie immer wieder auf´s Neue misshandelt und missbraucht, um sie gefügig zu machen. Man hatte ihnen ihre Pässe und ihr Geld abgenommen und sie in engen, dunklen Unterkünften zusammen gepfercht. Diese wurden in regelmäßigen Abständen gewechselt. Dabei wurden den Frauen und Mädchen jedes Mal die Augen verbunden, damit sie sich nicht orientieren konnten.
Olgas Schwester hatte mehrere Male versucht zu flüchten, um Olga und die anderen Mädchen zu retten, doch sie war jedes Mal erwischt und infolge dessen auf´s Schwerste misshandelt worden. Irgendwann hatte man die Mädchen in ein anderes Versteck gebracht. Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit verhalf Olga zur Flucht. Das einzige, was sie mitnehmen konnte, war der Name von Kensi, den ihr ihre Schwester noch schnell zugeflüstert hatte. Olga hatte sich schwer getan damit ihre Schwester zurück zu lassen, doch diese hatte nicht locker gelassen, zumal Olga schwanger war und sie somit für Rodriguez unbrauchbar war. Zum Schutz ihres Kindes hatte Olga die Schwangerschaft zunächst verheimlicht, doch irgendwann war dies nicht mehr möglich gewesen. Sie hatte einiges einstecken müssen dafür und musste letztendlich einsehen, dass die Flucht ihre einzige Chance sein würde, damit sie und ihr Kind überleben konnten.

Don und sein Team hatten des Weiteren heraus gefunden, dass der Wagen, den Rodriguez Komplize gefahren hatte, ein Mietwagen gewesen war. Sie konnten die Mietwagenfirma ermitteln, mussten dann jedoch feststellen, dass der Wagen mit einem gefälschten Ausweis geliehen worden und entgegen der getroffenen Vereinbarung noch nicht wieder zurück gebracht worden war.
Deeks hatte seine Kontakte zum LAPD spielen lassen und darüber erfahren, dass es mit genau diesem Wagen einen Unfall gegeben hatte. Der Fahrer war flüchtig gewesen. Zudem war er schlau genug gewesen, keine Fingerabdrücke oder irgendwelche Hinweise auf seinen Verbleib zu hinterlassen.
Eric und Nell hatten mit Hilfe des Kilometerstandes und der Verkehrsüberwachungskameras grob die Fahrtroute ermitteln und ein Gebiet eingrenzen können, innerhalb dessen der Wagen sich seit der Vermietung bewegt hatte.
Dies hatte die Teams zu einem alten Bunker auf einem ehemaligen Militärgelände geführt, das etwas außerhalb der Stadtgrenze lag. Sie hatten alle verfügbaren Kräfte mobilisiert, doch ihr Einsatz war erfolglos geblieben. Sie hatten Rodriguez knapp verpasst. Er war bereits weg gewesen und mit ihm sämtliche Opfer, die sich noch in seiner Gewalt befanden.
Don hatte darauf bestanden, den Bunker bis in die letzte Ecke zu durchkämmen. Er war sauer gewesen, was ihn nur zusätzlich antrieb, Rodriguez endlich dingfest zu machen. Nachdem sie schon fast alles abgesucht hatten, war Kensi ein zusammen gefalteter Zettel in die Hände gefallen, der irgendwo in einer Ecke auf dem Boden gelegen hatte und bis dahin von niemandem beachtet worden war. Als sie ihn auseinander gefaltet hatte, waren darauf eine Reihe von Buchstaben und Zahlen zu erkennen, die allerdings keinen wirklichen Sinn ergaben. Die nachträgliche Untersuchung des Beweisstücks hatte ergeben, dass es sich um eine Botschaft von Olga Stratows Schwester handelte, die sie auf diesen Zettel gekritzelt und den Ermittlern offensichtlich als Hinweis hinterlassen hatte.
Doch niemand war in der Lage, die Botschaft zu entschlüsseln.
Don sah nur eine Möglichkeit: Er musste Charlie mit ins Boot holen. Und so war es dann auch gekommen.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast