so desperately blue

von phoebia
OneshotDrama, Schmerz/Trost / P12
Mare Barrow Maven Calore
01.01.2018
01.01.2018
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so desperately blue

Boy, it´s right when I say I love you, but nevertheless I would rather die as forgive you for what you´ve done.





Ich hasste ihn. Ich sollte ihn hassen. Ich musste.

Er hielt mich wie ein Tier, gefangen in seinem Palast und behandelt wie ein Hund.
Nun stand ich hier, in seinem Zimmer, in das ich geschleift wurde, weil er reden wollte.

Reden. Maven liebte es, sich selbst zu zuhören.

Alles in mir drehte sich um, als er aus dem Bad schritt. Viel zu wenig war von seinem Körper bedeckt, er wollte mich wohl testen. Ich wandte den Blick ab. Ich brauchte mich nicht mehr zu verstellen oder stark aufzuspielen. Ich war eine Gefangene, eine Trophäe. Ich hatte schon längst verloren.

„Was willst du, Maven?“

Jeder andere König mit Mavens Wahnsinn hätte mich wahrscheinlich gehängt, aber Maven besaß immer noch diese krankhafte Besessenheit über mich. Schon komisch, dass dies heutzutage das Einzige war, worauf ich mich verlassen konnte.
Durch den Fesseln und den Silent Stone nahm er mir meine Blitze, meine Macht, meine Hoffnung. Aber meine Gedanken konnte mir der viel zu junge König nicht nehmen.

„Morgen ist die Hochzeit. Ich erwarte dich.“

„Ach, wirklich? Was ist mit Evangeline? Sie war schließlich deine eigentliche Verlobte!“

Stille stand zwischen uns, wir beide wussten, wie die unausgesprochenen Worte sich anhörten. Ich war die eigentliche Verlobte. Nicht Evangeline, nicht Iris.

„Evangeline kommt darüber weg, mehr oder weniger“, für Maven schien das ein beiläufiges Thema zu sein.

„Wir wissen beide nur zu gut, dass sie das nicht wird. Sie ist für die Krone geboren und das weiß sie.“

Maven kam näher. Ich blickte ihn immer noch nicht an, zu nackt, so verletzlich präsentierte er sich hier vor mir. So ungeschützt und unbedacht. Ich wusste, dass ich ihn umbringen musste, und es schmerzte mich, dass ich es jetzt nicht konnte. Wie auch?

Er drehte mein Gesicht, so dass ich ihn nun in die eiskalten Augen sehen musste. Augen sind die Tore zur Seele, sagt man. Mavens eiskalte Seen dagegen führten hinab in ein pechschwarzes Loch.

„Weißt du, Mare“, er sprach nun leise und in seiner mir nur zu gut bekannten Stimme lag fast schon ein hauch von Reue.
„Es ist schade, dass man sich nicht aussuchen kann, was man will und was man stattdessen bekommt.

Wärst du damals an meiner Seite geblieben, du und ich, Silber und Rot vereint, dann hätte ich es mir ausgesucht. Dann hätte ich dich nicht fesseln und einsperren müssen. Dann hättest du das bekommen, was du verdienst. Stattdessen…“ Er seufzte und die Ehrlichkeit darin überzeugte mich fast.
„Hast du dich gegen mich gewendet.“ Ich zitterte.


You threw me into an arena to die, you keep me chained up in your palace, guarded night and day. You let me waste away, sick…


Mit jedem Wort kam er noch einen Zentimeter näher, bis er direkt vor mir stand.
„Bereust du es nicht?“

Doch. Manchmal. Die Monate hier und die ganzen Gespräche mit dem eiskalten Herrscher ließen mehr als nur zeit zum Nachdenken, über das, was geschehen ist. Maven und ich unterscheiden uns nicht allzu sehr. Bis auf die große Lücke zwischen unseren Ideologien. Genau das ließ mich ihn noch mehr hassen. Genau das ließ mich mich selber hassen.

Ich konnte zwar gerade Maven nicht mit meiner Gabe verletzten, aber mit Worten. Und doch tat ich es nicht. Ich wusste ganz genau, wie ich ihn treffen konnte. Ich war seine Schwäche.

Aber er war auch meine.

Dann küsste er mich, heiß und fest und ich ließ es über mich ergehen, während mir ein Schauer nach em anderen über den Rücken lief.

Ich wusste, ich liebte Cal. Aber ich hatte einmal auch Maven geliebt, liebte ihn noch immer. Stets dachte ich, die Liebe zu Cal war stärker als die zu Maven, aber das stimmte nicht.
Du kannst nicht zwei Menschen auf die gleiche Art und Weise lieben.

Cal war wie eine lodernde Flamme, die mich wieder selbst zum Leben entflammen ließ. Maven war eine wohlige Wärme, die unbewusst stützt und stärkt.

Ich hasste Maven, auch wenn ich ihn liebte. Ich hatte selbst gemerkt, wie schnell aus Liebe Hass wurde.

Ich drückte den grausamen König von mir weg. Ihm zu vergeben, die Liebe über den Hass siegen zu lassen, wäre schlimmer, aus mein gesamtes weiteres Leben hier eingeschlossen zu sein.

Ich konnte andere Menschen verraten, Freunde, Cal, Maven. Aber nicht mich.

Als ich aus seinen Gemächern rannte und die Wachen mich niederrissen, um mich zurück in meine Zelle zu bringen, wurde mir eins klar.

Hatte ich mich erst einmal selbst verraten, konnte ich auch gleich sterben. Und deshalb wird Maven Calore durch meine Hand sterben, wenn ich den letzten, tödlichen Blitz auf den König geschleuderte.


Teil 1: so wonderfully red

Teil 2: so cruelly silvery


Hey!
Es haben sich so viele einen dritten Teil gewünscht, dass hier nun einer ist!! Leider nicht über Cal, weil ich ihn einfach nicht abkann. Sorry...:D Das einzige Zitat ist dismal wieder kursiv und etwas modifiziert, weil es sonst nicht gepasst hätte. Die Rechte dafür, genauso wie für die Grundidee dieses Oneshots liegen natürlich bei Victoria Aveyard.
Da ich die Reihe auf Englisch lese, weiß ich die deutschen Übersetzungen für die Eigenbegriffe nicht, also seid mir bitte nicht böse.
Ich hoffe, es hat euch gefallen. Lasst mir gerne ein Review da, oder schreibt mir, was ihr von Maven haltet, damit wir uns austauschen können. Oben sind die ersten beiden Teile verlinkt.:)

Ganz liebe Grüße,
phoebia:)
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