Die Frucht des Leibes

von SolangeB
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
31.12.2017
23.12.2018
17
17279
11
Alle Kapitel
55 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Er fixierte mit seinem Blick das massive Tor. Hoch zu Ross, das Schwert griffbereit wartete Bischof Heahmund vor den Stadtmauern Yorks. Er stand in der ersten Linie mit König Aethelwulf, der den Soldaten die letzten Befehle entgegenbrüllte.

Wir danken dir, Herr, allmächtiger Gott, der du bist und warest, dass du hast angenommen deine große Kraft und herrschest; und die Heiden sind zornig geworden, und es ist gekommen dein Zorn und die Zeit der Toten, zu richten und zu geben den Lohn deinen Knechten, den Propheten, und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und Großen, und zu verderben, die die Erde verderbt haben.

Heahmund war kampfbereit und würde die Heiden ohne Gnade niederstrecken. Er würde sicher gehen, dass ihr Blut in Strömen fließe. Die Straßen Yorks werden durchtränkt sein und mit diesem Akt von den Machenschaften des Teufels gereinigt. Wie vor jedem Kampf, spürte er wie eine kraftvolle Energie seinen Körper durchströmte und seine Muskeln sich anspannten. Es war ein Hochgefühl, die Ekstase vor der Schlacht.

Als männlicher Omega war seine geistliche Laufbahn mit Präsentation seines zweiten Geschlechts vorbestimmt. Dass er jedoch in jenem jungen Alter die Stellung des Bischofs von Sherborne besetzen würde, verdankte er seinem tiefen Glauben, einer Ausstrahlung von fester Autorität und einer innere Unnachgiebigkeit, die man normalerweise mit Alphas verband. Es war die scheinbare Gegensinnigkeit dieser Attribute, die bei den Menschen eine Faszination für den Bischof hervorrief.

Der Himmel zog sich zu und es begann zu regnen. Heahmund zog die Zügel an, lenkte sein Hengst zur Seite und wandte sich an das Herr. Schwere Tropfen prasselten herab.

Seine kraftvolle Stimme erhob sich und fuhr gleich einem Donner über die Köpfe der Soldaten. Mit Inbrunst hallten die Worte aus Johannes Offenbarung vor den Toren der Stadt.

„Und der Tempel Gottes ward aufgetan im Himmel, und die Lade seines Bundes ward im Tempel gesehen; und es geschahen Blitze und Donner und Erdbeben und ein großer Hagel!“

Und das Tor öffnete sich.
Review schreiben