Severus Snape und die Schneeballschlacht

OneshotAbenteuer / P12
28.12.2017
28.12.2017
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Severus Snape ließ sich am Haustisch der Slytherins nieder, ohne darauf zu achten wer neben ihm saß. Für gewöhnlich war dies nicht seine Art, denn normalerweise setzte er sich zu seinen Freunden. Die Personen die ihn umgaben, wurden stets gut ausgewählt, etwas das er sehr schnell hatte lernen müssen. Aber an diesem Tag, war es ihm egal wer ihm gegenübersaß.
Er hatte kaum geschlafen gefunden. Der Vortag welcher zwar sehr vielversprechend mit einer Einladung zur Neujahrsfeier bei einem seiner Freunde begonnen hatte, nahm jedoch durch den Streit mit Lily eine dramatische Wendung. Seit den Ferien hatte er das Gefühl, als habe sich ihre Beziehung nur immer weiter verschlechtert, denn es kam immer öfters zu Konflikten. Anlass waren meistens seine Freunde oder Potter, da ihre Meinungen zu diesen Themen oft auseinandergingen. Auch diesmal war es erneut zu einem Streit gekommen, wieder ein unnötiger Konflikt der gelöst werden musste.
Mit viel Mühe unterdrückte er ein Seufzten und sah auf. Die beiden Mädchen, die ihm gegenüber saßen kannte er nicht. Lautes Gelächter ließ ihn den Tisch hinabblicken, wo sich das Quidditch-Team des Hauses versammelt hatte. Seine Freunde lachten unbeschwert und freuten sich sicherlich darauf bald wieder bei ihren Familien sein zu können. Es war das erste Jahr, in dem er auch Heimkehren würde. Nicht wegen seiner Familie, sondern wegen der Einladung die in der Tasche des Mantels ruhte. Schließlich überwand er sich und setzte sich hinab zu den Anderen, welche ihn stumm gewähren ließen.
„Und die beiden Idioten wissen nicht dass wir das waren. Die verdächtigen diesen Ravenclaw, dessen Freundin was mit Potter hatte“, kicherte Rosier.
„Bist du sicher?“, fragte Black. „Mein Bruder hängt uns alles an. Selbst wenn wir es gar nicht waren.“
„Ach Regulus, dein Bruder hat im Moment sicherlich andere Probleme“, mischte sich nun Rabastan ein. „Ich wäre mir nicht sicher, ob Bellatrix ihn nicht an Weihnachten vergiftet.“
Bei dem Gedanken musste auch Severus grinsen. Er hatte besagte Bellatrix lediglich einmal gesehen und noch nie ein Wort mit ihr gesprochen, alle anderen der Gruppe hatten schon Kontakt mit ihr gehabt und so kannte er zahlreiche Erzählungen. Da sich seine Stimmung wieder ein wenig gehoben hatte, wollte er ebenfalls etwas hinzufügen. Doch noch bevor er ansetzen konnte, wurde es plötzlich still und alle drehten sich um und blickten zum Lehrertisch. Also ließ Severus sein Kommentar unausgesprochen und schaute ebenfalls auf den Platz von Professor Dumbledore.
Dieser hatte sich erhoben und schaute in die Runde, ehe er seine Stimme erhob: „Liebe Schüler, sicherlich habt ihr -spätestens an der Schokolade in euren Stiefeln- bemerkt, dass heute Nikolaustag ist. Diesen Tag wollen wir nutzen, damit ihr ein ganz besonderes Geschenk bekommt, bevor ein Teil von euch heimkehrt.“
Ein Raunen ging durch den Saal und auch Rosier zischte Regulus etwas ins Ohr. Allerdings konnte Severus nicht verstehen was es war, was ihn besonders ärgerte, weil beide ihn anschließend angrinsten.
„Ich will euch nicht lange auf die Folter spannen! Es soll ein großes Fest geben mit einem winterlichen  Ball.“
Ein Jubel brach los. Schüler erhoben sich von ihren Plätzen, Freundinnen schauten sich aufgeregt an und Verliebte blickten sehnsüchtig nach ihrem Schwarm. Auch der sonst so kühle Severus Snape konnte nicht verhindern, dass sein Blick zu einer ganz bestimmten Gryffindor wanderte. Dann schaute er jedoch eilig wieder zurück und hoffte das es keinem aufgefallen war.
„Doch um auf den Ball zu kommen, müsst ihr einen Weg überwinden. Es wird nicht leicht sein, denn euch erwarten Hindernisse. Es ist Teamarbeit und Verstand gefragt, um an dem Ball teilzunehmen.“
Nun wurde die große Halle erneut von tuscheln durchzogen und alle begannen damit ihre Pläne zu schmieden und sich auszumalen was für Aufgaben es wohl sein mochten, die Dumbledore für sie vorbereitet hatte.

Severus schaute in den Spiegel. Er sah wenig festlich aus, denn er besaß nicht einmal einen Festumhang. Seine Kleidung war abgetragen, auch wenn sie sauber war. Sich etwas vorzumachen war sinnlos, auch mit aller Magie konnte er nicht mit seinen Hausmitgliedern mithalten. Doch nun galt es erstmal den Weg zum Ball hinter sich zu bringen. Dabei hatte er dann vermutlich genug Zeit sich seine Entschuldigung für Lily bereitzulegen.
Vorsichtig öffnete er die Tür und spähte hinaus. Er wollte die Räumlichkeiten der Slytherins so schnell wie möglich verlassen, am besten ohne gesehen oder besser bemerkt zu werden. Es würde nur zu unnötigen Fragen kommen, auch in den Ferien. Als er niemanden den er näher kannte entdeckte, versuchte er so unauffällig wie möglich den Raum zu verlassen.
Als er bereits durch den Gang in Richtung des Hofes unterwegs war, fühlte er sich sicher. Umso mehr traf es ihn, als er hinter sich eine bekannte Stimme vernahm: „Ich hätte nicht gedacht, dass du auch auf dem Weg zu dem Ball bist. Es passt irgendwie nicht zu dir.“
Er drehte sich um und blickte Regulus an. Der jüngere der beiden Black-Brüder war nie ein enger Freund gewesen, auch wenn er ihn seinem Bruder um Längen vorzog. Allerdings stand er Lucius sehr nahe, oder besser dessen Braut. Es war also klug, wenn er nicht wusste um was es hier ging. „Bin ich auch nicht. Ich wollte meiner Mutter schreiben.“
„Ohne einen Brief dabei zu haben?“, neckte der Andere. Die ungehobelte Neugier schien in der Familie zu liegen und normalerweise störte sich Severus auch nicht sonderlich daran. Regulus selbst hatte ihm nie etwas getan, doch die Ähnlichkeit zu seinem Bruder war Severus schon immer ein Dorn im Auge gewesen.
„Ich habe einen Brief in der Tasche und es geht dir nichts an“, entgegnete Severus so ruhig wie möglich und ließ die Finger in die Tasche gleiten. Dort ertastete er tatsächlich einen Brief, welchen er schon ganz vergessen hatte. Hastige suchten seine Finger die Prägung auf dem Siegel und umschlossen es.
„Ich glaube dir nicht“, antwortete Regulus.
Genervt zog Snape den Brief hervor, hob ihn eine Sekunde nach oben und ließ ihn wieder in die Tasche gleiten. „Zufrieden?“
Regulus Augenbrauen zogen sich einen Moment zusammen, eher er einen wissenden Gesichtsausdruck annahm und nickte. „Dann such dir mal eine hübsche Eule aus.“
Damit drehte er sich um und stapfte davon, ohne weiter auf den verwirrten Snape zu achten. Dieser wandte sich schließlich auch ab und lief ein Stück in Richtung des Eulenturms, eher er zu seinem eigentlichen Ziel abbog.

Am Eingang des Pfads standen einige Erst- und Zweitklässler und trauten sich wohl nicht hinein. Die anderen schienen bereits einen Vorsprung zu haben und zum ersten Mal fragte sich Severus ernsthaft, ob es nicht doch besser gewesen wäre, wenn er sich den anderen Slytherins einfach angeschlossen hätte. Doch diese Chance war jetzt vorbei.
Also betrat er den Pfad, voller Erwartung was auf ihn zukommen würden. Es dauerte auch nicht lange bis Wort wörtlich etwas auf ihn zukam. Der Schneeball, groß wenn auch glücklicherweise nicht hart, traf ihn unsanft am Hinterkopf.
Wütend drehte sich der Slytherin um und erwartete das lachende Gesicht eines Rumtreibers oder eines Hauskollegen zu erblicken, doch auf dem Weg war niemand zu sehen. Lediglich ein Schneemann mit zwei großen Kohlen als Augen stand dort. Die Frage ob der Schneemann schon immer dort gestanden hatte, erübrigte sich als das weiße Geschöpf sich nach unten beugte und damit begann einen Ball zu formen. Severus Snape wich rasch aus, allerdings nicht schnell genug da der Ball seinen Arm streifte.
Reflexartig griff seine Hand zum Zauberstab und seine Lippen begannen damit Wörter zu formen. Doch der Zauber prallte an einem Schutzschild des Schneemanns ab und trafen einen Baum der erzitterte. Der Schneemann holte erneut zum Wurf aus.
Diesmal konnte der Zauberlehrling entwischen, erblickte jedoch einen zweiten, etwas kleineren Schneemann der sich zu dem ersten gesellte. Severus beschloss nicht weiter Zeit mit den sonderlichen Schneegestalten zu verschwenden und machte sich daran eilig weiter zu kommen.
Weit kam er jedoch nicht, denn schon regnete eine Schneelawine von einem der umstehenden Bäume auf ihn hinab.  Ein seltsames Kichern erreichte sein Ohr und als er sich aufrichtete, spürte er einen Schneeballtreffer am rechten Oberschenkel. Das interessierte ihn jedoch weniger als der kleine aus Schnee geformte Fuchs, welcher sich kichernd vor ihm im Kreis drehte und -gerade als Severus erneut und diesmal von zwei Schneebällen getroffen wurde- zu dem nächsten Baum hüpfte.
Dann jedoch blieb er stehen und schaute erwartungsvoll zu Severus. Dieser hatte sich bereits hinter einem anderen Baum in Sicherheit gebracht, was den Fuchs dazu antrieb in seine Richtung zu hüpfen. Kurz bevor er Severus Baum erreichte, wurde das wundersame Geschöpf jedoch getroffen und zerplatzte.
„Du bist ein Idiot, weißt du das Snape?“, hörte er eine nur zu bekannte Stimme hinter sich. Der Fuchs hatte sich bereits wieder aus dem Schnee geformt und hüpfte eilig davon.
„Ich weiß, du vergräbst dich gerne hinter Büchern aber eine einfache Schneeballschlacht bekommst du auch noch hin“, rief Regulus und warf einen Schneeball nach einem der Schneemänner dessen Kopf sich nach dem Treffer, wütend drehte.
„Schneeballschlacht?“, antwortete Severus verwirrt und stellte sich zu Regulus. Instinktiv machte er es dem anderen nach und formte ebenfalls einen Schneeball.
„Zauber wirken bei den Schneemännern nicht“, antwortete der Black und wich einem Ball aus. Daraufhin traf er den Schneemann erneut. Nun versuchte auch Severus sein Glück, verfehlte jedoch einen der Schneemänner.
„Kein Wunder, dass keiner mit dir Quidditch spielen möchte“, kommentierte Regulus.
„Mich wundert es auch nicht, dass keiner mit dir einen Trank brauen will“, konterte Severus spitz und traf diesmal einen der Schneemänner. Dem kleinsten der nun drei Schneegestalten wurde es zu viel und er hoppelte davon.
Regulus warf erneut einen Ball und da machte sich auch der neu hinzugekommene Schneemann auf den Weg ins Dickicht. Dann jedoch griff der Jüngere eilig nach dem Zauberstab und feuerte einen Fluch -der wohl nicht sonderlich erwünscht in Hogwarts war- auf den Weg.
„Die verdammten Schneehasen bringen dich wieder an den Anfang“, kommentierte er, wurde dabei jedoch am Arm getroffen. „Wir sollten uns auch etwas vom Weg entfernen, mein Bruder sollte gleich hier sein.“
Damit zog er Severus mit sich, in das Dickicht. Immerhin schien auch der letzte Schneemann keine Lust mehr zu haben und sprang ebenfalls davon.
„Was machst du eigentlich hier? Willst du nicht schnellstmöglich auf den Ball?“, stellte Severus die Frage, die ihn seit dem plötzlichen Auftauchen des Hauskameraden beschäftigte.
„Mir ist der Ball sowas von egal. An Weihnachten bekomm ich eine viel schöneren präsentiert. Aber weißt du wem er nicht egal ist: Sirius und seinen dummen Freunden.“
„Wie ich sehe hat dich die Weihnachtstimmung voll erfasst“, scherzte der Ältere, der jedoch nicht verhindern konnte, dass der Gedanke die Rumtreiber zu ärgern, ihm gefiel.
„Absolut!“, bestätigte Regulus mit einem bösen Grinsen. „Ob er will oder nicht, Sirius dummer Gesichtsausdruck wird mein Weihnachtsgeschenk sein.“

So stiefelten die beiden durch den Schnee, verteidigten sich so lautlos und ungesehen wie möglich gegen die Schneekreaturen und warteten auf die Rumtreiber. Tatsächlich dauerte es nicht allzu lange, ehe sie die vier Tunichtgute entdeckten. Irgendwie hatten sie es geschafft mehrere Schneemänner hinter sich herzuziehen und aus dem Wald flitzte auch schon einer der Füchse zu einem nahegelegenen Baum.
Regulus und Severus bewaffneten sich mit Schneebällen und pirschten sich an die Vier ran. Da diese sich vor den Schneemännern verteidigten, hatten sie ihnen den Rücken zugewendet. Also warf Regulus den ersten Ball und huschte eilig hinter einen großen Baum.
„Da muss noch einer sein!“, ertönte Lupins Stimme. Kurz darauf hörte man wie der Fuchs sein Werk vollendete und eine Schneelawine vom Baum geschüttelt hatte, dicht gefolgt von einem erschrockenen Aufschrei. Die beiden Slytherins nickten sich zu, traten ins Freie. Severus entwaffnete James der gerade auf den Fuchs zielte um seinen Freund zu rächen. Regulus pfefferte seinem Bruder mehrere Schneebälle ins Gesicht.
„Das ist nicht fair!“, rief Lupin, der sich aus den Überresten der kleinen Lawine freikämpfte. Als Antwort ließ nun Severus erneut einen Haufen Schnee auf ihn hinab rieseln. Unterdessen schoss Sirius auf seinen kleinen Bruder, verfehlte diesen knapp und bekam einen Schneeball von einem herannahenden Schneemann ab.
Aber auch Severus musste sich vor den immer zahlreicher werdenden Schneemännern schützen und verbarg sich rasch hinter einem Baum. Er sah zu Regulus der immer weiter zurück wich. Da entdeckte er einen kleinen Hasen, der munter auf den jungen Zauberer zu hüpfte. Er erinnerte sich in der Hektik des Gefechts nicht mehr dran was dieses Geschöpf tat, fühlte aber, dass es nichts Gutes im Sinn hatte. Daher rief er laut: „Hase!“
Regulus sah sich um und wurde von einem Zauber getroffen, der ihn zu Boden warf. Dabei erblickte er ebenfalls den Hasen der ihn nun schon fast erreicht hatte und sich für einen größeren Hüpfer -wohl auf Regulus‘ Brust- vorbereitete. Mit einem einfachen Schwebezauber hielt der jüngere Black das Schneetier auf und schleuderte es in die Arme von James und Sirius, welche Rücken an Rücken standen. Beide verschwanden spurlos.
Die verbliebenen zwei Rumtreiber sahen sich verwundert um. Severus ergriff die Chance und warf erneut Schneebälle nach den Beiden. Schließlich zogen sie sich zurück.
„Das hat Spaß gemacht“, bemerkte der ältere Slytherin zufrieden und drehte sich zu seinem Partner um. „Du blutest…“
Ein dünner Faden Blut löste sich von dem schwarzen Haar und trat seinen Weg über das Gesicht des Magiers an. Weit kam es jedoch nicht, denn Regulus griff nach seinem Kopf und verwischte es dabei. Fasziniert schaute er dann auf die Handschuhe, deren schwarz die rote Farbe verschluckte. „Vielleicht von dem Sturz“, antwortete er etwas benommen. „Wie auch immer.“
Er wischte seine Hand am Schnee ab und hinterließ dabei eine rote Spur. „Willst du nicht in die Krankenstation?“, fragte Severus aus Höflichkeit. Er wusste das Regulus vermutlich weit aus schlimmere Verletzungen gewohnt war, immerhin spielte er Quidditch und war mehr als nur einmal -auf nicht ganz regelkonforme Weise- an seinen Pflichten als Sucher gehindert worden.
„Halb so wild“, antwortete der Jüngere und begann damit etwas Unverständliches in seinen Schal zu murmeln, während er seinen Zauberstab auf seinen Kopf richtete. Severus wartete geduldig und auch etwas fasziniert. Es war das erste Mal, dass er wirklich Kontakt mit Regulus hatte. Bisher hatte er ihn immer nur innerhalb der Gruppe angetroffen, wo er eher zurückhaltend war. Auch wenn ihm ein gewisser Hauch an Arroganz nie fehlte.
„Geschieht dir recht!“, sagte plötzlich eine Stimme. Die beiden Slytherins wirbelten herum. Doch es war keiner der Rumtreiber, nicht einmal ein Gryffindor, der hinter ihnen stand. Dort im Schnee stand ein kleiner Junge mit blauen Schal welcher ein feines bronzenes Muster hatte.
Regulus ließ seinen Stab sinken. „Misch dich nicht ein, Kleiner“, sagte er hochmütig.
„Was, wenn ich es doch tue?“, kam die Antwort von dem deutlich jüngeren. „Das Fest ist doch für alle da und wir sollen gemeinsam und fair dorthin kommen!“
„Wir haben sie fair besiegt“, entgegnete Regulus knapp und verschränkte die Arme vor der Brust. „Wir waren sogar in der Unterzahl und es wurde nie gesagt, dass wir den anderen keinen Streich spielen dürfen. Wer bist du überhaupt?“
„Gilderoy Lockhart“, war die Antwort und schon schwellte die Brust des Jungen an.
„Ja, noch nie was von dir gehört oder deiner Familie“, entgegnete Regulus gelangweilt. Severus fragte sich in diesem Moment, ob Regulus wohl annahm dass er JEDE Zaubererfamilie kannte. Und ob dies wohl stimmte.
„Ich hab von dir auch noch nie gehört!“, antwortete Lockhart trotzig.
„Naja, er ist immerhin in unserem Quidditch Team“, fügte nun Snape hinzu.
„Ist ja auch egal“, warf der jüngere Slytherin ein, der sich wohl etwas in seiner Ehre gekränkt fühlte. „Mach das du wegkommst, Kleiner. Die Großen haben was zu regeln.“
Doch der Kleinere dachte nicht einmal daran. Wütend stampfte er mit dem Fuß auf. Snape zog eine Augenbraue hoch und folgte Regulus, welcher sich unbeeindruckt abgewandt hatte und weiter in Richtung des Balls lief.
Plötzlich traf ihn ein Schneeball. Klein und hart. Schnaubend drehte sich der Black um und funkelte den Ravenclaw wütend an. Doch kaum hatte er sich gedreht, prallte ein Hase gegen ihn und Severus.
Es fühlte sich an als würden sie durch einen viel zu engen Hasenbau gedrückt werden. „So muss sich Alice auf ihrer Reise ins Wunderland gefühlt haben“, schoss es Severus durch den Kopf. Er wusste nicht wieso er ausgerechnet auf diese Muggel-Geschichte gekommen war, aber es interessierte ihn auch nicht.
Inzwischen wurde es dunkel -was nicht verwunderlich war, denn es wurde schon um 16 Uhr dunkel- und er befand sich wieder am Anfang des Weges. Allein, wenn man von dem vor Wut schäumenden Regulus einmal absah. Die Rumtreiber schienen sich wieder auf den Weg gemacht zu haben.
„Dieser kleine…“, begann Regulus, aber ihm schien kein Ausdruck einzufallen der zu dem Jungen passte. „Los, wir schnappen uns meinen Bruder und die Anderen nochmal! Und dann machen wir den Zwerg fertig!“
Damit bückte er sich und hob Schnee auf, denn ihnen war klar das zwischen den Anderen und ihnen noch einige Schneemänner standen die eine ordentliche Schneeballschlacht wünschten. Da nährten sich auch schon die ersten der weißen Wegelagerer und lieferten sich einen Kampf mit den beiden Schülern. Doch das hielt sie nicht auf, Schneeball um Schneeball flog durch die Luft. Es war beinahe schon ein Wunder, dass es noch genug Schnee am Wegesrand gab.
Sie eilten durch den verschneiten Wald, flüchteten vor den Lawinen die ein besonders anhänglicher Fuchs für sie vorbereitete -welcher einer von Regulus‘ Wutausbrüchen zum Opfer fiel-, ehe sie die Stimmen der Rumtreiber vernahmen. Eilig suchten sie erneut Unterschlupf im Dickicht des Waldes. Die Überraschung gelang ihnen diesmal nicht, denn Potter bemerkte sie. Es folgte eine erbitterte Schlacht. Ab und an wurden noch weitere Schüler, welche einfach nur den Ball erreichen wollten, in den Kampf verwickelt.
Auch die Schneemänner schienen ihren Gefallen an dem Treiben zu haben. Denn kaum zog sich eine der magischen Gestalten aus dem Kampf zurück, nahm eine andere den Platz ein. Die Jungen bemerkten nicht einmal wie die Zeit verging und sie hörten auch nicht das Schlagen der Glocke, welche die Welt wissen ließ, dass es nun 18 Uhr war.
Wie aus dem nichts zerfielen die Schneemänner, -füchse und -hasen zu feinem Schnee der als kleine Häufchen am Wegrand lag. Sie ließen die Schüler zurück, die viel zu sehr in ihre Schlacht verwickelt waren, um zu bemerken was passierte. Die Jungen würden es erst bemerken, wenn der Hunger beide Gruppen zu einer kurzweiligen Waffenstille zwangen -welche alle mindestens 3 Mal brachen- und sie am Ende auf einer Lichtung ankamen. Dort würde sie eine Socke erwarten, ein Porter, der sie in die Große Halle brachte, wo ihre Freunde sie fragend anschauten und die Lehrer den Kopfschüttelten. Und Dumbledore würde sich fragen ob eine Schneeballschlacht wirklich den Geist von Weihnachten wiederspiegelte.
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