imaginary constellations (the roaring feelings inside)

von RedChilli
OneshotAngst, Schmerz/Trost / P16 Slash
Mohinder Suresh Sylar
28.12.2017
28.12.2017
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on top of the world
Sylar x ? (Mohinder, maybe? Evtl. Claire?) oder Matt/Mohinder oder Claire/Elle
I never knew how to express the roaring feelings inside
So i drew them on your skin in imaginary constellations
Fingertips dipping in the well of all i felt
And you never noticed


imaginary constellations (the roaring feelings inside)
mohinder suresh/gabriel "sylar" gray


eins.
Er ist ein ganz normaler Junge. Und ganz normalen Jungen versichern seine ganz normalen Eltern eben immer und immer wieder, dass er etwas ganz Besonderes ist.
Sein Vater weiht ihn in die Geheimnisse des Uhrmacherberufs ein. Dem jungen Gabriel erscheint das Handwerk seines Vaters wie Zauberei. Dass seit seiner Geburt festzustehen scheint, dass er eines Tages auch Uhrmacher wird, erscheint ihm wie etwas ganz Besonderes.

zwei.
Er wird ein besserer Uhrmacher als sein eigener Vater.
Ein scharfer Blick auf das kaputte Uhrwerk, ein aufmerksames Lauschen auf das verstimmte Ticken im Inneren der Uhr, und seine Diagnose steht fest, die angemessene Behandlung vollzieht er in einmaliger Schnelligkeit und Präzision.
Er ist etwas ganz Besonderes.

drei.
Das Telefon klingelt. Ein gewisser Dr. Suresh versichert ihm, er sei etwas ganz Besonderes. Er macht ihm Hoffnungen, nur um sie dann mit der Spitze seines Schuhs zu zertreten, wie man eine abgebrannte Zigarettenkippe zertritt, als Gabriel nicht seinen Erwartungen entspricht.

vier.
Fortan nennt er sich Sylar und setzt alles daran, der gottverdammten Welt zu beweisen, dass er etwas Besonderes ist.
(Nach so kurzer Zeit klebt so viel Blut an seinen Händen. Auf eine kranke Art macht ihn das zu etwas  ganz Besonderem.
Des Weiteren ist seine mörderische Gabe einzigartig. Er ist und bleibt etwas ganz Besonderes.)

fünf.
Er trifft den Mann, dessen Vater er ermordet hat.
Mohinder Suresh ist anders. Anders als sein Vater. Anders als alle, die er bisher getroffen hat.
Er stellt sich ihm als Zane vor. Er hat keinen Grund, ihn zu töten. (Die Wahrheit ist, da ist ein Teil von ihm, der den Mord an Mohinder Suresh nicht übers Herz bringen würde.)
Er begleitet ihn auf einen Roadtrip, auf der Suche nach Menschen mit besonderen Fähigkeiten, auf der Suche nach anderen Menschen wie ihm, Zane, auf der Suche nach neuen Opfern für Sylar.

sechs.
Sein Herz rast, als Dale Smither von ihrer Gabe erzählt, sein Herz rast vor Mordlust.
(Sein Herz rast, wenn er Mohinder ansieht, mit ihm stundenlang in einem Wagen eingepfercht ist, dessen Motor viel zu laut in seinen überempfindlichen Ohren dröhnt. Sein Herz rast, wenn er Mohinder am Abend Gute Nacht und am Morgen Guten Morgen wünscht, als fürchte er, er könne aus Versehen etwas anderes sagen, was er lieber für sich behalten hätte, oder als könne Mohinder auch nur bei der Wahl der falschen Tonlage zwischen den Zeilen lesen. Sein Herz rast, wenn er nachts wachliegt und auf Mohinders Atem auf der anderen Seite der dünnen Motelwand lauscht. Sein Herz rast ihm davon, ohne ihm eine Antwort auf das immerwährende Warum zu geben.)

sieben.
Mohinder lässt ihn eines Abends tatsächlich in sein Motelzimmer, in sein Leben, in sein Bett.
Es beginnt, wie Abende unter Männern eben beginnen – mit einem Kasten Bier.
Sie sind zwar nur zu zweit, aber sie wissen noch nicht, wie lange sie in diesem Ort bleiben, wie lange Mohinder braucht, den örtlichen Begabten zur Kooperation zu überreden oder wie lange Sylar braucht, den perfekten Moment für seinen Mord abzupassen.
Es endet, wie es schon lange hätte enden sollen, worauf sie beide wie hungrige Wölfe gewartet haben; mit ZaneSylarGabriel – manchmal weiß er selbst nicht, wer er ist, wer er sein will; vielleicht sollte er wirklich Präsident der Vereinigten Staaten werden, wie seine Mutter es immer wollte, dann würden ihm andere sagen, wer er zu sein hatte… - in Mohinders Bett.

acht.
Seit er zu Sylar geworden ist und noch viel mehr, seit er zu Zane geworden ist – er hat Gabriel, den kleinen, ganz besonderen Uhrmacherjungen immer gehasst, er ist ihm nie genug gewesen, deswegen ist er irgendwann zwischen Gabriel und Sylar zu einem gottverdammten Chamäleon geworden, das keine eigene Persönlichkeit hat, nur hinter den Masken Fremder zum Leben erwacht – schläft er kaum noch.
Nach der Nacht mit Mohinder ist sein Körper wenigstens erschöpft genug – Erschöpfung ist ein seltenes Gefühl im Körper eines Mörders, für Sylar gibt es seit seiner Geburt nur den Adrenalinrausch – um in einen kurzen, traumlosen Schlaf zu versinken, doch nur zu dem Preis, dass er gemeinsam mit der Sonne wieder erwacht.
In diesen frühen Morgenstunden, in denen er sich selbst ganz fern ist – und doch hat er das Gefühl, nie mehr er selbst zu sein als jetzt – malt er mit seinen Fingern wirre Muster und imaginäre Sternenkonstellationen auf Mohinders Haut, mit denen er die verwirrenden Gefühle in seinem Inneren beschreibt. Das Hin-und-her-gerissen-sein zwischen dem Wunsch und der Gewissheit, etwas ganz Besonderes zu sein. Das Herzklopfen der Mordlust. Das Herzklopfen, wenn er auch nur an Mohinder denkt.

(In diesen frühen Morgenstunden ist er allein mit sich selbst, weswegen Mohinder nie etwas von den unsichtbaren Mustern auf seinem Rücken bemerkt.
Hätte er das, hätte die Erinnerung an jene frühen Morgenstunden ihn vielleicht davon abgehalten, ihn mit der hässlichen Wahrheit zu konfrontieren, dass er gar nicht Zane war, sondern ein landesweit gesuchter Serienmörder.)
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