Dussel, Dummy und die Entrückung

GeschichteAllgemein / P12
Dussel
28.12.2017
28.12.2017
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"Na, servus!" Dummy begrüßt Dussel herzlich und umarmt ihn. "Schön, dass du vorbeikommst."
"Bei dir komm ich doch gern vorbei", meint Dussel grinsend. "Ist doch mal eine Abwechslung vom ganzen Stress in der Großstadt, ne!"

Die beiden stehen vor Dummys Holzhütte.
Es ist schönes Wetter und zwar liegt überall Schnee, es ist aber nicht sehr kalt.
Dussel hat sein Auto unten geparkt.
Auch Dummy hat ein tolles Gefährt, und zwar sein Motorradgespann.

Beide sind in der Familie als Chaoten bekannt und stellen tagtäglich was neues an. Dussel hat aber auch privat zu kämpfen, und zwar mit seinem Neffen Didi, der momentan gerade bei Donald ist.
Wenn auch beide ziemlich unterschiedlich. Dussel ist kleinen Maßen mal verrückt, früher war er wirklich verrückt. Er ist immer noch ziemlich das Gegenteil von Nüchtern, aber er ist schon etwas ruhiger, seitdem Didi bei ihm ist.
Wirklich verrückt ist jedoch Dummy. Er hat die ersten 37 Jahre seines Lebens in einer Anstalt verbracht. Nun ist er 42 und lebt jetzt seit fünf Jahren in völliger Freiheit.

Doch das verdankt er nicht sich selbst. Er sagt, er verdankt es Gott allein. Denn als er noch in der Anstalt war, hat er sich zu Jesus bekannt. Mit anderen Worten: er ist bekennender Christ.
Allerdings nicht in dem Sinne, wie man Christen im Sinne der Kirche vorstellt, egal ob katholisch oder evangelisch.
Nein, Christsein ist nichts wirklich hartes, was an Regeln oder Speisevorschriften gekuppelt ist. Sondern ausschließlich an eine Beziehung zu Jesus. Man mag es glauben oder nicht. Jesus war nämlich auch gegen Religion. Es waren die Pharisäer, die Jesus am Kreuz sehen wollten. Das war auch sein Plan, jeden, der daran glaubt, ein für alle Mal von ihren Sünden zu erlösen.
Das ganze ist also eine rein geistliche Sache. Vielleicht mag Dummy geistlich das ein oder andere Problem haben, aber für solche Leute war damals auch Jesus da. Jesus ist ja nicht gekommen, um den Religionsführern Tipps zu geben, sondern um dem "Abschaum" der Welt (also Bettler, Mörder, Prostituierten usw.) Hilfe zu geben. Jesus war ja nicht nur der Sohn Gottes, sondern auch selbst Gott - Teil der Dreieinigkeit: der Vater (Gott), der Sohn (Jesus) und der heilige Geist.
Dummy hofft jetzt, dass Jesus eines Tages wiederkommt. Christsein ist nur an eines gebunden: den 100 %igen Verlass an die Gnade Jesu. Wer sie einmal wirklich angenommen hat, kann sie nicht mehr verlieren. So einfach - dass viele es nicht erkennen.
Auch Dussel hat vor kurzem zu Jesus gefunden.
Beide beten jeden Tag und lesen täglich in der Bibel. Von der Kirche allerdings wollen sie nichts wissen, da zu viele Kirchen Irrlehren wie den Calvinismus oder den Arminianismus predigen, also Lehren, die besagen, man hätte durch Jesus keine ewige Sicherheit, womit also Jesus beleidigt wird, der ja in Johannes 6:47 versprach: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben."

Wirklich auf ihr Leben wirkt sich das nicht aus, aber auf ihren Glauben, und das ist ein Unterschied.
Dummy raucht und trinkt weiterhin, Dussel hat mit beidem aufgehört, aber auch nur auf Anweisungen von Dr. Dirk Wieland (und das, obwohl Dussel ihn selbst mehrfach erwischt hat, wie der Arzt ein Bier trank oder eine Zigarette raucht).

Auswirkungen sind allerdings trotzdem zu spüren. Dussel sagt, Gott habe ihm die Drogensucht "weggenommen". Er zeigt doch das ein oder andere Verhalten, dass sich gegen den weltlichen Standard wendet. Auch wenn das schon ähnlich war, als er noch Atheist oder Agnostiker war. Schon immer war ihm Nächstenliebe wichtig.. Er begrüßt die meisten Menschen recht freundlich und naiv. Damit war er immerhin für die "Bekehrung" vorbereitet.
Viele meinen ja, Bekehrung hieße, das Leben von einer Sekunde auf die Nächste komplett umzukrempeln. Aber das ist es nicht. Es ist einfach eine Erkenntnis, dass man ein Sünder ist - und das ist laut Bibel JEDER - und man einen Retter braucht. Man nennt diesen Schritt auch Buße - also Umkehr vom falschen Weg. Und welcher Weg ist falsch? Nun, jeder außer Jesus, der die Last der Sünden trägt. Beide wissen, dass nur auf Jesus Verlass ist, nicht auf diese Welt.
Beiden ist auch klar, dass man, selbst wenn man sich nicht entsprechend ändert, nicht mehr verloren gehen kann. Gott hat Geduld.
Dussel ist ein begeisterter Zeichner und er schreibt gerne, zudem spielt er gerne Gitarre. Auch da fließt etwas ein, von Genesis, von der Offenbarung, vom Garten Eden und vom neuen Jerusalem. Er ist sich überzeugt, dass man beim Christentum die Kirche und die Regeln vergessen muss, und man sich auf die Gnade und auf den Himmel zu fokusieren hat
Dummy sieht Christsein als Rebellion, da ja auch Jesus sich gegen die Religiösen der Welt gestellt hatte. Wenn man ihn so ansieht, ist er ziemlich von der Welt entfernt. Zwar raucht er noch und trinkt Bier und Whiskey, aber er sagt, der Herr habe ihm noch nie deswegen Vorwürfe gemacht, nur andere Menschen. Auch wenn er wohl eine Ahnung hat, dass er Himmel Nichtraucher sein wird. Aber ihn beschäftigen die Dinge der Welt ziemlich wenig. Auch wenn er von Nächstenliebe nur teils überfüllt ist. Seine Freizeit verbringt mit Lesen der Bibel, Musizieren - er ist begeisterter Rock'n'Roll-Fan, auch eine Eigenschaft, die im modernen Christentum sehr kritisch angesehen wird, die aber sich auf seine Beziehung zu Jesus nicht negativ auswirkt - und Jagen.
Anders als Dussel, der ziemlich pazifistisch ist und sich vegetarisch ernährt. Dussel ist ziemlich überzeugt, dass die heutigen konservativen Christen damals gegen Jesus gewesen wären.
Beide rücken auf jeden Fall in den Vordergrund, was Christsein eigentlich ist: eine Beziehung zu Jesus. Und die verstärkt man mit intensivem Lesen der Bibel und regelmäßigem Beten und geringem Verlass auf das weltliche System.
Beide sind sich in dem Punkt einer Meinung: Christsein ist das Härteste, wofür sich ein Mensch entscheiden kann, aber Christsein ist gleichzeitig auch sehr leicht, weil es auf einer Beziehung basiert. Von Lebensstil-Evangelien halten die beiden überhaupt nichts. Dussel sieht sich als "Hipster-Christ", Dummy wiederum als "Outlaw-Christ".
Beide haben eben trotz ihres Glaubens noch mit Süchten zu kämpfen. Dussel mit Kunst und Musik, Dummy mit Alkohol und Zigaretten. Zum Glück schadet es beiden nur wenig, da sie sich doch noch genug an Jesus hängen.

"Sag mal", sagt Dussel, "rauchst du eigentlich noch?"
"Klar, tu ich", grinst Dummy, "jeder hat mir deswegen zwar schon Vorwürfe gemacht, Gott aber nicht. Siehe Lukas 6:37."
"Bei mir schon", meint Dussel. "Deswegen sind meine Leber und meine Lunge nicht mehr OK."
"Siehste. Übrigens, letzte Nacht hab ich einige auffällige Zeichen am Himmel gesehen."
"Dann kann es ja nicht mehr lange dauern."
"Bis was?"
"Bis zur Entrückung."
"Du, die Endzeit hat aber noch nicht begonnen. Erst muss im Nahen Osten Frieden herrschen."
"Das kriegst du doch gar nicht mit."
"Wer sagt das? Natürlich hab ich hier Internet. Zwar extrem schwaches, aber trotzdem geh ich da jeden Morgen ran, um zu schauen, wie du Lage ist. Eigentlich sollte das als Christ nicht so wichtig sein, aber was den Nahen Osten angeht..."
"Ja, aber die Entrückung kommt doch gleich am Anfang der Endzeit, siehe Offenbarung Kapitel 3 und 4."
"Ähm, da geht es nicht um die Entrückung, sondern um das Einläuten der Endzeit. Meiner Ansicht nach passiert die Entrückung sogar in der Mitte der Endzeit, kurz vor der Antichrist stirbt und wieder aufersteht. Wenn nicht sogar erst am Ende, dass wir, so bitter es auch klingt, die Endzeit durchhalten müssen, wenn wir nicht vorher irdisch sterben. Thessalonicher 4 spricht stark dafür."
"Hm, ja, aber lies doch noch mal genau", meint Dussel. "Jesus sagte, er wird so kommen, wie er vor 2.000 Jahren gegangen ist. Und da ist er nicht einfach mit einem Space Shuttle in den Himmel geflogen oder so. Nein, er hat einfach spirituell die Welt verlassen. Als Teil der Dreieinigkeit kann ihm nichts unmöglich sein. Und du verwechselst Entrückung und Zweites kommen. Beim zweiten Kommen wird er im Fleisch erscheinen. Bei der Entrückung hingegen nicht."
"Ich bleib weiterhin skeptisch", sagt Dummy und zündet eine Zigarette. "Die Hauptsache ist, dass auch Raucher entrückt werden."
"Da bin wiederum ich skeptisch", sagt Dussel.
"Warum? Die Bibel ist klar, dass Jesus JEDEN, der ihn angenommen hat, zu sich rufen wird. Ohne Ausnahme. Vielen glauben auch, die Zungensprache sei dafür wichtig, was sich ebenfalls nicht durch die Bibel belegen lässt."
"Na ja, ist gut", sagte Dussel. "Ich hab übrigens Hunger. Hoffe, du hast nix gegen fleischlose Kost."
"Absolut nicht", meint Dummy. "Wenn es was mit Kartoffeln ist, gerne! Apropos, noch lieber sind mir Süßkartoffeln!"
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