Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Merry Christmas from above

OneshotAllgemein / P12 / Gen
Akashi Seijūro Aomine Daiki Kise Ryōta Kuroko Tetsuya Midorima Shintarō Murasakibara Atsushi
27.12.2017
27.12.2017
1
6.855
3
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
27.12.2017 6.855
 
Es waren noch zwei Tage bis zum langerwarteten Fest, wie Kuroko feststellte. Aber jeder seiner Freunde führte sich auf, als wäre der Tag bereits heute. Das war nicht zum aushalten. Seufzend beobachtete er die sechs Männer in seinem Wohnzimmer. Sie hatten sich bereit erklärt ihm zu helfen.
Aomine, Kagami, Murasakibara und Kise schliefen im Wohnzimmer. Sein Sofa bedankte sich. Akashi hatte sich bei ihm im Schlafzimmer einquartiert. Midorima hatte auf das Gästezimmer bestanden. Glück für ihn, das Kuroko so großherzig war und es ihm überlassen hatte. Gut, eigentlich hatte Akashi auf ihn eingeredet.
"Ist alles in Ordnung?", fragte Akashi neben ihm. "Sicher.", murmelte Kuroko und trank seine heiße Schokolade, welche Murasakibara ihm gemacht hatte. "Sag mir bitte die Wahrheit.", Akashi legte ihm eine Hand auf den Rücken. "Bei mir ist alles in Ordnung, Akashi-san.", antwortete Kuroko. "Ich mache mir nur Sorgen um dich, du bist seit... damals so... distanziert.", sagte Akashi. Kuroko verdrehte die Augen. Es kam nicht alle Tage vor, das Akashi etwas nicht wusste. "Wie ich bereits sagte, es ist alles in Ordnung.", wies Kuroko ihn ab. Akashi seufzte, ließ ihn aber in Ruhe. Kuroko verließ die Küche, humpelte zu seinem Schlafzimmer. Er stellte die Krücken ans Bett und ließ sich in die weiche Matratze fallen.
Er hasste Weihnachten. Doch das war nicht immer so. Als Kind hatte er Weihnachten geliebt. Konnte den Abend vor dem großen Fest nicht schlafen. Heute, mit 25 hatte sich das geändert. Weihnachten war für die Menschen nur ein Grund mehr, Geld auszugeben und anderen Leuten Geschenke zu machen. An sich, eine recht noble Geste, wie Kuroko fand. Aber es ging nicht mehr um die Liebe, es war ein Konkurrenzkampf geworden. Wer bekam mehr Geschenke? Wer die besseren? Wer verschenkte die meisten? Wer die besten? Warum konnte man sich nicht einfach zusammensetzen und das Beisammensein feiern? Musste es immer um etwas materielles gehen?

"Kurokocchi?", Kise klopfte an seiner Zimmertür. "Ja?", antwortete Kuroko und richtete sich auf. Die Tür ging auf und der Blonde betrat das Zimmer. "Ist alles gut?", fragte er besorgt. "Natürlich...", murmelte Kuroko. "Ich weiß, es fällt dir schwer Weihnachten zu genießen nach dem... Unfall.", sagte Kise und ließ sich am Bettrand nieder. "Mir geht es gut.", sagte Kuroko und zog sein gesundes Bein an. "Kurokocchi, ich mache mir Sorgen. Du ziehst dich zurück.", sagte Kise und streckte die Hand nach ihm aus. "Ich ziehe mich nicht zurück. Ich weiß nicht was ihr alle habt. Mir geht es gut.", sagte Kuroko und schlug die Hand beiseite. Kise sah ihn an, als hätte er ihn gerade getreten. "Ich... Es tut mir leid, Kuroko.", murmelte Kise und stand auf.

Wieder blieb Kuroko alleine in seinem Zimmer. Er rollte sich auf den Rücken und starrte an die Decke. Genervt fuhr er sich mit beiden Händen durchs Gesicht. "Wenn ich weiter so mache, werden sie mich bald alle hassen.", murmelte er und streckte die Hand in die Luft.

"Tetsu?", nun stand Aomine vor seiner Tür. "Was möchtest du, Aomine-kun?", fragte Kuroko. Das Ass betrat das Zimmer. "Kise ist nur am heulen. Was hast du zu ihm gesagt?", Aomine ließ sich neben ihm nieder. Er stahl Kurokos Kissen und platzierte es hinter seinem Kopf. "Danke. Jetzt liege ich bequem. Und ich habe absolut gar nichts zu Kise-kun gesagt.", sagte Kuroko. Aomine legte einen Arm und Kuroko und zog ihn auf seine Brust. "Kise ist aber auch eine Dramaqueen.", lachte Aomine. "Das behauptest du.", murmelte Kuroko und schloss die Augen. "Murasakibara und Himuro haben mit dem Essen begonnen. Du solltest nicht einschlafen.", sagte Aomine. "Ich esse später.", Kuroko gähnte und hielt sich schnell die Hand vor den Mund. "Du willst das wir gehen oder?", fragte Aomine. Kuroko nickte unbewusst. "Dann Schlaf.", murmelte der größere der beiden und schiebt Kuroko vorsichtig von seiner Brust herunter.

Aomine betrat die Küche, in welcher alle am Tisch saßen. "Geht es Kuroko besser?", fragte Kagami. "Ich glaube, erst wenn wir verschwunden sind. Er will seine Ruhe haben.", erklärte Aomine und ließ sich auf dem freien Stuhl nieder. "Das ist Schwachsinn. Kurokocchi liebt es, wenn wir da sind.", dementiert Kise. "Tetsu arbeitet den ganzen Tag mit Kindern zusammen. Er ist krank. Und jetzt muss er sich um euch kümmern.", sagte Aomine. "Du bist das einzige Kind, was hier lebt.", zog Kagami ihn auf. "Idiot.", maulte Aomine. "Hat Tetsuya dir das gesagt, Daiki?", fragt Akashi. "Unbewusst. Ich hab ihn gefragt ob wir gehen sollen und er hat genickt.", erklärte Aomine. "Wir helfen ihm doch nur.", sagte Kagami. "Wir können aber auch anstrengend sein.", gab Murasakibara zu. Akashi fuhr sich durch die Haare. "Kurokocchi ist, glaube ich, immer noch nicht ganz geheilt von damals.", sagte Kise und stützte sich auf seine Hand. "Tetsu hat sein Bein verloren. Natürlich ist er noch nicht geheilt. Sowas vergisst man nicht so leicht. Aber was noch schlimmer ist, er hat an diesem Tag auch seine Eltern verloren.", sagte Aomine.
Jeder von ihnen erinnerte sich an diesen Tag. Es war vor 2 Jahren gewesen, als Midorima sie alle ins Krankenhaus rief. Aomine konnte sich genau erinnern. Und ihm wurde jedes Mal übel, wenn er sich an Kurokos Gesichtsausdruck erinnerte, als Midorima ihm sagte, das seine Eltern tot seien.

 - Vor zwei Jahren-

"Wer ruft denn um diese verdammte Uhrzeit an?", fragte Aomine wütend. Er zerrte sein Handy vom Ladekabel. "Ja?", bellte er. "Aomine. Schön dich zu erreichen.", erklang Midorimas Stimme. "Was willst du, Brillenschlange?", fragte Aomine jnd warf sich aufs Sofa. Er hatte letzte Nacht, Nachtdienst gehabt und war dementsprechend müde. "Komm bitte ins Krankenhaus.", sagte Midorima. "Ja heute Abend. Alter, ich bin müde und..." "Es geht um Kuroko.", unterbrach Midorima ihn. "Was?", fragte Aomine dümmlich. "Komm bitte ins Krankenhaus.", dann war die Leitung tot.

Wahrscheinlich hatte Aomine auf der Fahrt ins Krankenhaus, jede Verkehrsregel gebrochen, welche es gab. Aber das war egal. Irgendwas stimmte mit Kuroko nicht. Und Aomine konnte nicht schnell genug da sein.
"Du bist auch hier?", fragte Kagami, als Aomine seinen Wagen geparkt hatte. "Was willst du denn hier?", fragte Aomine verdattert. "Shintarou rief uns wohl alle an.", das war Akashi. "Irgendwas stimmt mit Kurokocchi nicht.", sagte Kise. "Aber was soll das denn sein? Er sollte doch mit seinen Eltern und Großeltern in der Sonne über die Feiertage liegen.", sagte Kagami. "Richtig. Sollte. Ihnen ist etwas dazwischen gekommen und sie nahmen einen späteren Flug.", Midorima verließ den Krankenhauseingang. "Was soll das heißen?", fragte Kise. "Kuroko Tetsuya, seine Eltern und Großeltern sind nie an ihrem Reiseziel angekommen. Ich habe nicht sonderlich viel Zeit. Wir haben insgesamt 50 Schwerverletzte.", Midorima rückte seine Brille zurecht. "Schwerverletzte?", fragte Kagami. "Die Maschine explodierte noch beim Abheben. Wir können vom Glück reden, das sie noch nicht ganz in der Luft waren. Ansonsten wären all die Menschen im Krankenhaus nicht mehr am Leben.", sagte Midorima. "Midorima, was meinst du? Ich glaube ich brauche ein wenig...", sagte Aomine. Meinte der Grünhaarige das ernst? Kuroko, seine Eltern und Großeltern sollen tot sein? "Bei dem Flugzeugabsturz starben von den 250 Reisenden 175 Menschen. 25 Menschen wurden zum Glück nur leicht verletzt und 50 Menschen wurden schwer verletzt.", erklärte Midorima. "Und Tetsuya?", fragte Akashi. "Seine Großeltern waren schon an der Absturzstelle tot. Seine Eltern starben auf dem Weg hierher und Kuroko wurde schwer verletzt eingeliefert. Sein Vater hat ihm das Leben gerettet. Allerdings...", Midorima musste genau überlegen, was er nun sagte. "Allerdings?", fragte Kise. "Allerdings hat Kuroko sein linkes Bein verloren.", erklärte Midorima. "Das ist ein Witz.", sagte Kagami. "Nein. In solchen Momenten wären Witze höchst unangebracht.", schüttelte Midorima den Kopf. "Willst du mich verarschen?", Aomine packte Midorima und drückte ihn gegen die Wand. "Aominecchi!", rief Kise erschrocken. "Ich musste mich entscheiden. Sein Bein oder sein Leben. Hätte ich ihm sein Bein gelassen, wäre er jetzt tot.", sagte Midorima. "Das ist nicht dein ernst. Sag mir das du mich verarschst. Tetsu soll absofort ein Krüppel sein?", fragte Aomine und ließ Midorima los. "Lieber ein Krüppel, als tot.", sagte Kagami und legte ihm eine Hand auf die Schulter. "Tetsu braucht sein Bein... Er ist Kindergärtner.", sagte Aomine. "Ich muss wieder rein.", murmelte Midorima und richtete seine Krawatte. "Wir kommen gleich ebenfalls. Daiki sollte sich erst einmal beruhigen.", sagte Akashi. "In Ordnung. Kuroko ist noch im OP. Er hat einige andere Verletzungen, welche dringender Behandlung bedürfen.", sagte Midorima und betrat das Krankenhaus.

"Daiki, beruhige dich. Die anderen Patienten bekommen Angst.", sagte Akashi. "Die anderen Patienten sind mir scheiß egal! Tetsu liegt da oben, ihm fehlt ein Bein und was weiß ich nicht noch alles! Mir sind die anderen Anwesenden also recht scheiß egal!", schrie Aomine und schlug gegen die Wand. "Aominecchi, ist es nicht besser wenn Kurokocchi ein Bein fehlt, als sein Leben?", fragte Kise und hockte sich vor ihn. "Wir können ihn ab jetzt nur noch unterstützen, wo es nur geht.", sagte Akashi. Enttäuscht fuhr sich Aomine durchs Gesicht. Wie gerne hätte er geschrieen. Auf jemanden eingeschlagen.

"Wie geht es Tetsuya?", fragte Akashi, als Midorima sich neben ihm in der Cafeteria niederließ. "Soweit geht es ihm den Umständen entsprechend. Er hat, einen gebrochenen Arm und zwei gebrochene Rippen.", sagte Midorima, so daß auch Aomine und Kagami es verstanden. "Aber?", fragte Murasakibara. "Kuroko Tetsuya hat einige schwere Kopfverletzungen erlitten. Er kann den Unfall komplett unbeschadet haben oder aber und das könnte das schlimmste sein, er hat sein Gedächtnis verloren. Oder aber, er wacht nie wieder auf.", erklärte Midorima und trank seinen Kaffee. "Er könnte sein Gedächtnis verloren haben?", fragte Kise. "Richtig. Aber das können wir momentan nicht beurteilen. Momentan müssen wir schauen, das er aufwacht.", sagte Midorima. "Und danach müssen wir ihm erklären, warum er ein Bein verloren hat, warum seine Großeltern tot sind und vor allem warum seine Eltern tot sind!", Aomine schlug auf den Tisch. "Erstmal muss er wach werden.", sagte Akashi. Wütend fuhr sich Aomine durch die Haare. "Können wir zu ihm?", fragte Kagami vorsichtig. "Er liegt im Koma und sieht nicht gut aus. Wahrscheinlich werdet ihr ihn kaum erkennen.", sagte Midorima. "Das ist momentan egal. Wir wollen ihm einfach nur beistehen.", sagte Kise und stand auf. "Dann kommt mit.", murmelte Midorima.  

Als geschlossene Gruppe standen die sechs vor der Zimmertür hinter welcher Kuroko lag. "Bereit?", fragte Midorima und legte den Arm auf die Klinke. "Warte. Was ist wenn...", fing Kise an. "Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Du kannst den Schwanz nicht einziehen.", sagte Aomine, schob Midorima beiseite und öffnete die Tür.
Das einzige Geräusch was sie hörten, war ein Piepen. "Das ist die Beatmungsmaschine.", erklärte Midorima. "Er kann nicht alleine atmen?", fragte Kise. "Nein.", sagte Midorima. Kise ließ sich neben Kuroko auf der Matratze nieder. "Kurokocchi... Werde wieder wach.", flüsterte er.

Aomine konnte nicht glauben was er sah. Eigentlich sah er nicht sonderlich viel. Bis auf den eingegipsten Arm und dem Gesicht mit den vielen Verbänden, wurde alles von der Bettdecke verdeckt. "Das... Ist nicht Tetsu...", flüsterte Aomine. "Doch, das ist Kuroko Tetsuya.", sagte Midorima. "Das ist nicht wahr... Tetsu ist... Er sieht... Das ist niemals...", Aomine stolperte nach hinten. Der Anblick schockierte ihn. Kagami legte ihm behutsam eine Hand auf den Rücken um ihn zu stützen. "Er wird bald wieder der alte Kuroko sein.", flüsterte Kagami. An diesem Tag sah man jeden von ihnen weinen. Selbst Akashi konnte die Tränen nicht aufhalten.

Drei Wochen dauerte es, bis Aomine wieder ins Krankenhaus kam. Vorher konnte er nicht. Wollte nicht. Er brachte es nicht übers Herz seinen besten Freund so zu sehen. Auch wenn Kise der Meinung war, Kuroko sähe schon wieder besser aus.
Aber heute wollte er ihn sehen. Es war gerade einmal vier Uhr am Morgen und er musste gleich zur Polizeistation. Aber vorher wollte er Kuroko noch sehen. Immerhin hatte sein bester Freund heute Geburtstag. Heute würde Kuroko 23 Jahre werden.
Seufzend betrat Aomine das Zimmer. In diesem Moment lief eine Krankenschwester gegen ihn. "Können sie nicht aufpassen?", fragte Aomine und hielt sie fest. "Es tut mir leid.", murmelte sie und löste sich von ihm.
"Guten Morgen Tetsu. Ich weiß ich bin spät dran.", murmelte er und ließ sich auf dem Stuhl neben dem Bett nieder. "Zu spät? Wofür?", fragte jemand. Verwirrt blickte Aomine sich um. Dann starrte er den Mann im Bett an. "Tetsu... Du... Lebst.", flüsterte Aomine streckte die Hände nach ihm aus, doch Kuroko zuckte zurück. "Was... ?", Aomine stand vom Stuhl auf. "Ich... Es tut mir leid, aber wer sind sie?", fragte Kuroko leise. "Ich bin es. Aomine Daiki. Verarschst du mich gerade? Wir sind seit der Mittelschule befreundet.", sagte Aomine. "Es tut mir leid, Aomine-kun. Ich kenne sie nicht.", murmelte Kuroko. Aomine konnte nicht anders als zu rennen. Er musste fliehen. Lieber wäre er in dieses Zimmer gekommen und hätte Kuroko tot vorgefunden, als das, was er gerade erlebt hatte.
"Brauchen sie einen Stuhl?", fragte eine Schwester. Aomine hielt sich an der Wand fest und atmete schwer. Ihm war übel. "Müssen sie sich übergeben?", sie legte ihm besorgt eine Hand auf den Rücken. "Fassen sie mich nicht an...", knurrte er. Dann übergab er sich. Die Schwester neben ihm zuckte zurück. "Ich bräuchte hier einmal Hilfe!", rief sie laut.

Aomine bekam nicht sonderlich viel mit. Nur das er von ziemlich vielen Menschen angefasst wurde. Und dann war alles schwarz.
Als Aomine wieder zu sich kam, lag er. In einem Bett. Und dieses war nicht sein eigenes. "Wo... Bin ich?", fragte er leise. "Im Krankenhaus. Du bist zusammen gebrochen, Aominecchi.", sagte Kise neben ihm. "Was? Ich... Ich glaub ich habe nen Alptraum gehabt...", murmelte Aomine. "Was hast du denn geträumt?", fragte Kise und lächelte.  "Tetsu war wach... Und er konnte sich nicht an mich erinnern...", Aomine sah den Blonden verstört an. "Kannst du es glauben? Tetsu ist wach. Er wird nie wieder aufwachen. Es sind schon drei Wochen vergangen." "Aominecchi, das war kein Traum. Kurokocchi ist heute morgen aufgewacht.", lächelte Kise. "Bitte lüg mich nicht an. Kise, das ist nicht witzig.", Aomine lachte leise und leidvoll. "Nein, Aominecchi. Kuroko ist wach. Er lebt und er kann sich an alles erinnern. Midorimacchi hat gesagt, das es etwas gedauert hat, bis er sich erinnern konnte.", sagte Kise. "Was? Ich will zu ihm.", sagte Aomine. "Du ruhst dich erstmal aus.", sagte Kise. "Ich kann nicht. Tetsu ist wach...", sagte Aomine und stand aus dem Bett auf. "Du bist furchtbar dickköpfig...", murmelte Kise und folgte ihm aus dem Zimmer.

Aomine riss die Tür auf und stolperte in den Raum. "Schön zu sehen, das du wach bist, Daiki.", begrüßte Akashi ihn. Doch Aomine ignorierte ihn und starrte Kuroko an. Dieser erwiderte den Blick vorsichtig. "H... Hallo Aomine-kun.", flüsterte er. "Tetsu... Ich... Oh Tetsu...", Aomine brach in Tränen aus. Die anderen lachten ihn aus, doch das war egal. Sein bester Freund lebte. "Du... tust mir weh...", flüsterte Kuroko leise, während Aomine ihn an sich drückte. "Steh drüber...", antwortete Aomine und vergrub seine Hand in Kurokos Haar.

Danach kam das schlimmste für alle. Sie mussten Kuroko erzählen, das seine komplette Familie gestorben war. Für jemanden, der Kuroko Tetsuya nicht kannte, sah es aus als würde er diese Tatsache einfach akzeptieren. Aber seine Freunde wussten, Kuroko starb gerade tausende Tode. "Tetsuya, es ist nicht deine Schuld.", sagte Akashi. Kuroko würdigte ihm nicht mal eines Blickes. Stattdessen starrte er an ihm vorbei, an die Wand. Seine gesunde Hand zitterte. "Tetsu...", Aomine streckte seine Hand nach ihm aus und legte sie ihm auf die Schulter. "Wie könnt ihr sagen... Wie könnt ihr sagen, es wäre nicht meine Schuld?", flüsterte Kuroko. "Hast du das Flugzeug zum explodieren gebracht?", fragte Midorima. "Nein. Aber wegen mir sind wir zu spät zu unserem Flug gekommen. Nur weil ich... weil... Ich wollte Nigou nicht alleine lassen. Und deswegen... Wenn ich nicht...", Kuroko flüsterte. "Tetsuya, es ist nicht deine Schuld.", sagte Akashi.

 - Zurück in der Gegenwart-

"Was machen wir jetzt?", Akashi riss ihn aus seinen Gedanken. "Sollten wir vielleicht besser gehen? Er braucht Ruhe.", sagte Midorima. Auf seine Meinung sollte man normalerweise hören. Immerhin war er Arzt. "Ich finde die Idee nicht gut. Wir können Kurokocchi nicht alleine lassen.", sagte Kise. Dann trat Kuroko an ihn ran. "Macht euch doch weniger Sorgen um mich. Damit würdet ihr mir schon immens helfen.", sagte er. "Kurokocchi!", Kise zuckte auf seinem Stuhl zusammen. "Tetsuya, wie sollen wir aufhören uns Sorgen um dich zu machen, wenn du jeden Tag ein wenig mehr leidest.", sagte Akashi. "Ich weiß nicht wo ihr das seht. Ich leide nicht.", sagte Kuroko und humpelte zum leeren Stuhl. Seufzend ließ er sich auf diesem nieder und stellte die Krücken beiseite. "Tetsuya, du hast vor zwei Jahren deine Eltern verloren. Du hast dein Bein verloren. Wenn wir also ehrlich zu uns selbst sind, wir würden alle leiden. Tu nicht so, als würdest du es nicht tun.", wies Akashi ihn zurecht. "In zwei Tagen ist Weihnachten. In zwei Tagen, sind es zwei Jahre. Ja. Ihr habt recht. Ich leide, ich leide ungemein. Aber lieber leide ich still vor mich hin, als das ich meine Freunde von mir stoße.", antwortete Kuroko. "Du stößt uns nicht von dir, wenn du leidest.", sagte Kise. "Irgendwann, werdet ihr genug von mir haben. Irgendwann braucht ihr mich nicht mehr um euch besser zu fühlen, weil ihr einem Menschen geholfen habt, dem es schlechter geht als euch selbst. Ihr habt mich schon einmal verstoßen.", sagte Kuroko und krallte sich in seine Hose. "Und noch einmal, werden wir diesem Fehler nicht machen, Tetsuya. Wir waren Kinder.", sagte Akashi.

"So, die schlechten Gedanken werden jetzt beiseite geschoben und wir essen. Ich stelle mich nicht stundenlang in die Küche und dann wird nicht gegessen.", unterbrach Himuro das Gespräch. Er verteilte die Teller vor allen. "Was haben wir eigentlich für Weihnachten geplant?", fragte Kise. "Essen und dann ins Bett?", schlug Aomine vor. "Fauler Hund.", lachte Kagami. "Was denn? Es ist nur ein Tag wie jeder andere.", maulte Aomine. "Ich werde das Grab meiner Familie besuchen.", sagte Kuroko. Sie sahen ihn alle an. "In Ordnung.", nickte Akashi. "Ihr haltet mich nicht auf?", fragte Kuroko. "Wieso sollten wir? Es ist ein Schritt in die Zukunft. Du besuchst sie das erste Mal oder irre ich mich?", fragte Akashi. Kuroko nickte. "Wir können dich nicht für immer bevormunden. Du bist ein erwachsener, junger Mann, du brauchst keine Aufpasser.", sagte Akashi. "Danke.", murmelte Kuroko. Er war furchtbar blass um die Nase herum, wie Aomine feststellte. Bevor jemand etwas sagen konnte, Aomine, Kagami und Kise hatten den Mund bereits geöffnet, warfen Akashi und Midorima den dreien einen Blick zu und schon schlossen sie ihren Mund wieder.

"Kurokocchi, hast du Lust mich zu begleiten? Ich habe morgen ein Fotoshooting und würde mich freuen, wenn du mich begleitest.", sagte Kise. "Ich würde lieber zuhause bleiben und..." "Du wirst hier nur stören. Atsushi und Tatsuya werden deine Hilfe nicht gebrauchen können. Du wirst also nur eine Last sein.", unterbrach Akashi ihn. "Kagami und ich sind in der Stadt und müssen einkaufen.", sagte Aomine. Kuroko ließ den Kopf hängen. "Super. Dann steht uns morgen ja nichts im Weg.", lachte Kise. Akashi lachte leise und alle sahen ihn an. Sofort hörte er auf und sah sie verwundert an. "Akashi-kun, du lachst sehr selten.", sagte Kuroko. "Stimmt Akashicchi. Du solltest öfters lachen.", grinste Kise. "Vielleicht hilft dir ja auch was Süßes.", murmelte Murasakibara und reichte ihm ein Bonbon. "Danke Atsushi.", lächelte Akashi und öffnete das Papier. "Eigentlich war das für Kuro-chin gedacht. Deswegen wird es nach Vanille schmecken.", murmelte Murasakibara. "Dann sollte Tetsuya dieses Bonbon essen.", sagte Akashi. "Ist in Ordnung. Lass es dir schmecken, Akashi-kun.", sagte Kuroko lächelnd.

Den Abend ließen sie ruhig ausklingen. Sie hatten es sich im Wohnzimmer gemütlich gemacht und sahen einen Film. Irgendwann war Kuroko auf Murasakibaras Schoß eingeschlafen. "Niedlich...", murmelte Kise und beugte sich über den kleinsten von ihnen. "Lass ihn schlafen, Kise-chin.", drohte Murasakibara. "Keine Sorge. Ich wecke ihn nicht.", Kise strich ihm eine Strähne aus dem Gesicht. "Midorimacchi, gibt es keine Möglichkeit für ihn, eine Prothese oder so zu bekommen?", fragte Kise leise. "Er hat diese Lösung bereits ausgeschlagen. Wir haben sie ihm angeboten, doch er hat uns nicht mal ausreden lassen, da hat er schon verneint. Kuroko sagte, er müsse damit leben. Und eine Prothese würde ihn nur jeden Tag daran erinnern, was er verloren hat.", sagte Midorima. "Tetsuya ist ein Dickkopf. Manchmal frage ich mich, warum er nicht mehr an sich selbst denkt.", sagte Akashi und lehnte sich auf seine Hand. Auch er beobachtete den kleinen. "So war er schon immer und so wird er für immer sein. Erst die anderen, dann er.", sagte Aomine. "Er verdient endlich mal etwas Ruhe im Leben.", sagte Kagami. "Die wird er finden, wenn er mit der Vergangenheit abschließt. Er hat so viele Verluste durchlebt.", sagte Akashi. "Wir müssen ihn schützen.", sagte Kise.

Der nächste Tag brach für Kuroko viel zu früh an. "Aufstehen, Kurokocchi!", weckte Kise ihn. Kuroko grummelte und zog sich die Decke über den Kopf. "Kurokocchi, ich hole einen Eimer Wasser und dann bist du wach.", lachte Kise böse. "Was habe ich dir getan...?", murmelte Kuroko und richtete sich auf. "Schaffst du es in einer halben Stunde fertig zu sein?", fragte Kise lächelnd. "Sicher...", murmelte Kuroko und gähnte leise. "Dann bis gleich.", lächelte Kise und ließ ihn alleine.

Wie gerne wäre Kuroko wieder in seine Kissen gefallen und hätte die Augen zu gemacht. Aber er hatte Kise versprochen, er würde ihn zu diesem Fotoshooting begleiten. Also zog er sich ordentliche Klamotten an und humpelte dann in die Küche. "Was genau erwartet mich da gleich eigentlich?", fragte Kuroko und ließ sich am Tisch nieder. Himuro reichte ihm eine Tasse mit Kaffee und dankbar nickte Kuroko dem Schwarzhaarigen zu. "Das wird eine Überraschung. Sonst läufst du noch davon.", lachte Kise. "Und du holst ihn nicht ein oder was?", fragte Aomine und biss in sein Toast. "Hey, das war ziemlich unfreundlich.", sagte Kise. "Aber er hat Recht. Du hast zwei gesunde Beine. Ich habe eines. Und selbst wenn ich zwei Beine hätte, meine Ausdauer ließ schon immer zu wünschen übrig.", sagte Kuroko. "Das stimmt. Deine Ausdauer war schon immer für den Arsch.", lachte Kagami. "Idiot.", grinste Aomine. "Die Wahrheit ist immer hart. Nicht wahr Tetsu?", grinste Aomine. "Richtig.", murmelte Kuroko und trank den Kaffee leer. Die Wahrheit war schmerzhaft. Genau wie das Gefühl sein eigenes Bein, abgetrennt von seinem Körper zu sehen. Oder das Gesicht seines Vaters, während dieser starb um ihn zu retten. "...Tetsu? Hey, Tetsu?", Aomine rüttelte an seiner Schulter. "Hm? Entschuldige, hattest du was gesagt, Aomine-kun?", fragte Kuroko. Aomine seufzte. "Nein. Schon gut.", murmelte Aomine und fuhr sich durch die Haare.

"Geht's?", fragte Kise, nachdem er ins Auto gestiegen war. "Ja.", nickte Kuroko. "Gut. Dann schnallen sie sich an, es geht los.", grinste Kise und startete den Wagen.

"Ich fahre nie wieder mit dir, Kise-kun.", murmelte Kuroko und stieg aus dem Wagen. "Ich bin harmlos gefahren. Also wirklich, Kurokocchi.", sagte Kise und legte den Kopf schief. "Das nennst du harmlos? Ich glaube die ältere Dame an der Kreuzung dachte da anders.", sagte Kuroko. Kise lachte nur und kratzte sich verlegen am Kopf.
"Na komm, Kurokocchi. Sonst sind wir zu spät.", lachte Kise und ging los. Kuroko folgte ihm langsamer.

Gemeinsam betraten sie das hellerleuchtete Studio und sofort wurde Kise von Frauen bedrängt. Kuroko hielt sich im Hintergrund. "Es ist furchtbar, wenn Ryouta hier auftaucht.", lachte jemand neben ihm. "Kasamatsu-san. Schön dich zu sehen.", sagte Kuroko. "Ebenfalls. Hat Ryouta dich endlich rumbekommen?", fragte Kasamatsu. "Endlich?", fragte Kuroko verwundert. "Ja... Er wollte dich bereits in der Oberschule fragen ob du ihn mal begleitest.  Aber irgendwie hat er nie den richtigen Zeitpunkt gefunden.", erklärte Kasamatsu. "Ich verstehe.", murmelte Kuroko. "Willst du dich setzen?", fragte Kasamatsu. "Gerne, auf lange Sicht ist stehen wirklich unbequem.", sagte Kuroko. "Komm mit.", lächelte Kasamatsu und brachte ihn von Kises Fans weg.

Mit einer kühlen Flasche Wasser in der Hand und einem bequemen Stuhl unterm Bein, beobachtete Kuroko das Shooting. Kise liebte es im Rampenlicht zu stehen. Das merkte er gerade wirklich.
"Kasamatsu-san, wieso bist du eigentlich hier?", fragte Kuroko. "Ryouta und ich sind Freunde. Und wir sehen uns so selten, jetzt da er in Tokio lebt.", sagte Kasamatsu lächelnd. "Du weißt, du kannst jeder Zeit kommen um ihn zu besuchen.", sagte Kuroko. "Weißt du, ich gebe es ungerne zu, aber ich bin eifersüchtig auf dich. Du kannst so viel Zeit mit Ryouta verbringen. Und ich, stehe immer nur daneben.", Kasamatsu beobachtete Kise. Niemals ließ er ihn aus den Augen. "Kasamatsu-san, du magst Kise-kun oder?", fragte Kuroko leise. Kasamatsu lachte leise. "Ist das so offensichtlich?"

"Kurokocchi! Komm her. Komm!", rief Kise und winkte ihm aufgeregt zu. Kuroko seufzte. Dann stand er auf.
"Kurokocchi, das ist Tatamicchi. Er ist mein Fotograf seit Jahren. Beziehungsweise, wir kennen uns schon ewig. Und jetzt ist er Fotograf für eine bekannte Modemarke.", stellte Kise den Braungebrannten, Schwarzhaarigen vor. "Freut mich, sie kennen zu lernen, Tatami-san.", sagte Kuroko. "Freut mich ebenfalls, Kuroko-kun. Kise hatte wirklich nicht gelogen, als er sagte du wärst hübsch.", grinste der Fotograf. Kuroko sah erst ihn verwundert an, dann Kise. Dieser kratzte sich verlegen an der Wange. "Kuroko-kun, würde es dich stören, wenn ich dich auch ein wenig ablichte?" "Kurokocchi, du darfst nicht ablehnen. Es macht wirklich Spaß und du musst einmal im Leben im Rampenlicht gestanden haben.", lächelte Kise fröhlich. "Ich finde das keine gute Idee.", murmelte Kuroko. "Wegen dem fehlenden Bein? Ich wüsste nicht warum das stören würde. Das macht dich nur außergewöhnlicher.", sagte Tatami. "Du musst wissen, Tatamicchi hat schon viele Menschen fotografiert, denen Körperteile fehlten. Er macht das ehrenamtlich. Seine Fotos sind wirklich schön und haben Menschen Hoffnung gegeben.", erklärte Kise. "So viele Komplimente.", lachte der Fotograf. "Aber Kise hat Recht. Professionelle Fotoshootings sind mein Hobby. Das außergewöhnliche vor der Linse zu haben, ist das wahre.", erklärte Tatami. Kuroko seufzte. "Ich möchte das wirklich nicht.", sagte Kuroko und wendete den Kopf ab. Er wollte sich nicht besser fühlen und wollte keine Hoffnung haben. Hoffnung worauf? Das ihm ein neues Bein wächst? Er bräuchte keine Hoffnung. "Wenn du das nicht möchtest, ist das in Ordnung.", lächelte Tatami. Kise sah ihn enttäuscht an. Es tat ihm leid, aber er wollte keine Fotos von sich haben, die ihm zeigten, das er ein Krüppel war.
"Kise-kun, es tut mir leid.", sagte Kuroko nachdem sie das Studio verlassen haben. Der Blonde verschränkte die Arme hinter seinem Kopf und starrte in den Himmel. "Schon gut. Ich kann dich nicht zwingen irgendwas zu tun.", sagte Kise. "Aber danke, das ihr mir das angeboten habt.", versuchte Kuroko die Stimmung zu bessern. Kise nickte.

Die Fahrt nach Hause verlief schweigend. Kuroko wagte es nicht, irgendwelche Worte an seinen Freund zu richten. Aber er wusste auch nicht was er sagen sollte. Wieder einmal hatte Kuroko es geschafft, Kise zu verletzen.
Sie kamen zuhause an und Kise ließ ihn zurück. Er blieb in der Garage stehen und seufzte. Dann fuhr ein stechender Schmerz durch sein Bein und er fiel zu Boden. Midorima hatte ihn gewarnt. Phantomschmerzen traten von Zeit zu Zeit auf. Das letzte Mal war nicht so schlimm gewesen. Und das letzte Mal, lag er im Bett. Nicht auf dem kalten Garagenboden.

Kise stattdessen stieg in den Aufzug und drückte den Knopf in ihre Etage. Seufzend lehnte er sich an die kühle Metallwand und lauschte den Geräuschen des Aufzugs. Er hatte es nur gut gemeint. Er wollte Kuroko nur eine Freude machen, aber dieser hatte es wieder einmal abgelehnt. "Kurokocchi...", murmelte er.
Die Türen öffneten sich und er trat aus dem Aufzug.
In der Küche traf er auf Aomine und Kagami. "Hey.", murmelte er und ließ sich an der Theke nieder. "Was schaut ihr euch da an?" "Wir suchen neue Wohnungen. Es wird auf Dauer ja doch ein wenig eng.", sagte Kagami. "Stimmt.", nickte Kise. "Ist Tetsu in sein Zimmer?", fragte Aomine. "Kurokocchi... Ich... Keine Ahnung.", murmelte Kise und legte den Kopf aufs kühle Holz. "Wie war das Shooting?", fragte Kagami. "Beschissen. Frag nicht.", murmelte Kise und spielte mit dem Telefon auf der Theke. "Wow, so depremierend?", lachte Kagami. "Ich wollte Kurokocchi nur eine Freude bereiten und er hat wieder einmal abgelehnt. Es kann doch nicht sein, das Kuroko alles ablehnt, was gut für ihn sein könnte.", sagte Kise und richtete sich auf. "Tetsu mag es nicht, wenn er Aufmerksamkeit bekommt.", sagte Aomine. "Aber er verdient diese Aufmerksamkeit.", sagte Kise. "Aber wir können sie ihm nicht aufdrängen. Wir wissen wie er sich verhält, wenn wir ihm etwas aufdrängen. Er weicht nur weiter zurück. Und dann verschließt er sich komplett vor uns. Dann kommen wir gar nicht mehr zu ihm durch.", sagte Aomine.

Kise klopfte an Kurokos Tür. Es kam keine Antwort. Er klopfte ein weiteres. Wieder keine Antwort. Auch zehn Minuten später öffnete niemand die Tür. "Kurokocchi?", fragte Kise und öffnete die Tür. Er trat in das dunkle Zimmer und bemerkte, das Kuroko nicht da war. "Er ist doch mit mir in den Aufzug gestiegen. Wo steckt er?", murmelte Kise.

"Ich bin nochmal eben unten. Hab was im Auto vergessen.", rief Kise und verließ die Wohnung.
Er kam in der Garage an und ging zu seinem Wagen. "Kurokocchi?", rief er. Dann sah er den Blauhaarigen Mann am Boden liegen. "Kurokocchi? Verdammt...", fluchte Kise und half ihm auf. "Es tut mir leid.", sagte Kuroko. "Was? Das ich so ein Ignorant bin? Hast du Schmerzen?", fragte Kise. Kuroko nickte und klammerte sich an seinen Schultern fest. "Ich bringe dich hoch. Dann kannst du dich auf dem Sofa breit machen.", sagte Kise. Kuroko nickte.
"Kise, danke für das Angebot heute Morgen. Ich wollte wirklich annehmen.", sagte Kuroko im Aufzug. "Aber?", fragte Kise. "Ich fühlte mich unwohl. Ich wollte einem fremden Mann nicht mein Bein zeigen.", sagte Kuroko. "Tatami kennt sich damit aus.", sagte Kise. "Ich fühle mich dennoch unwohl. Versteh das bitte, Kise-kun. Ich wollte dich nicht verletzen.", sagte Kuroko und vergrub sein Gesicht an Kises Schulter. "Und ich wollte dich nicht bedrängen.", antwortete Kise und stieg aus dem Aufzug.

"Du hast Tetsu unten vergessen?", schrie Aomine ihn an. "Ich habe ihn gerade geholt. Es tut mir leid!", verteidigte sich Kise. "Wie konntest du... Bist du eigentlich komplett bescheuert? Du hast... Ich kann es nicht glauben... Gibt es unter dem Blonden Haar eigentlich sowas wie ein Hirn?", schrie Aomine ihn an. Kise zuckte zusammen. "Es tut... Mir leid.", flüsterte Kise. "Was ist denn hier los?", erklang Akashis Stimme. "Misch dich besser nicht ein.", murmelte Kagami, welcher momentan als Kissen für Kuroko fungierte. Verwirrt sah Akashi ihn an. Kagami seufzte. "Kise hat Kuroko alleine in der Garage gelassen. Kuroko hat Phantomschmerzen und Aomine gibt Kise die Schuld.", erklärte Kagami kurzer Hand. "Kise hat was?", fragte Akashi. "Bitte streite jetzt nicht mit. Es reicht wenn die beiden streiten.", murmelte Kagami und fuhr dem Blauhaarigen durch die Haare. "Wie geht es ihm?", fragte Akashi und hockte sich vor dem Sofa hin. "Er hat eine Schmerztablette genommen und ist eingeschlafen.", antwortete Kagami. "Ich habe damals in der Mittelschule immer gedacht, wenn jemand über uns stehen kann, dann Tetsuya. Er war... Tetsuya stand immer über allem. Und dann haben wir ihn von uns gestoßen. Er hat euch davon erzählt, oder? Wie wir unseren besten Freund verletzt haben?", fragte Akashi. "Ja. Damals im Winter Cup. Bevor wir gegen euch gespielt haben.", nickte Kagami. "Er hat ein zu großes Herz. Viel zu groß als das es gut für ihn ist.", murmelte Akashi und legte Kuroko eine Hand auf die Wange. "Ihr seid alle meine Freunde... Ich könnte euch nicht verstoßen, selbst wenn ihr mir ein Messer in die Brust rammen würdet.", murmelte Kuroko und sah ihn an. "Tetsuya, wir lieben dich. Es gäbe niemals wieder einen Grund dich zu verraten. Das schwöre ich dir.", Akashi küsste seine Hand. "Du brauchst mir nichts schwören. Ich glaube dir auch so.", sagte Kuroko und fuhr dem Rothaarigen durch die Haare. "Danke... Danke das ihr meine Freunde seid.", Kuroko richtete sich wieder auf. Er lächelte Kagami an. "Möchtest du etwas essen? Shintarou hat heute Schokolade geschenkt bekommen und er mag sie nicht.", lächelte Akashi. "Midorima-kun mochte noch nie Schokolade.", lächelte Kuroko. "Wieso merkst du dir sowas?", fragte der Grünhaarige. "Ich habe nie vergessen, wie du dich mit Murasakibara gestritten hast, nachdem er dir eine Tafel Schokolade in die Hand gedrückt hat.", erklärte Kuroko. "Ich erinnere mich... Murasakibara und ich habe zwei Tage nicht miteinander geredet.", murmelte Midorima. "Akashi-kun ließ uns andere dreimal so hart arbeiten als sonst.", lächelte Kuroko. "Wegen uns?", Murasakibara trat zu ihnen und legte Midorima eine Hand auf die Schulter. "Wegen euch.", sagte Kuroko. "Also, das stimmt nicht. Im letzten Spiel hattet ihr..." "Akashi, er hat Recht. Wir haben im Spiel zuvor super gespielt. Du hattest einfach nur schlechte Laune weil sich die beiden gestritten haben.", sagte Aomine. Er grinste breit. "Habt ihr beiden euch vertragen?", sagte Kagami. "Es gab nichts zum vertragen.", zuckte Kise mit den Schultern.

Am Weihnachtsmorgen ließen sie Kuroko schlafen. Er kümmerte sich, wenn auch unbewusst, jeden Tag um sie. Jetzt war es an der Zeit für sie, ihm dies zurückzugeben.
"Ist alles fertig? Ich glaube Kurokocchi wird wach.", sagte Kise als er die Küche betrat. "Ja...", nickte Murasakibara und stellte die letzten Sachen auf den Tisch.

"Was... Ist denn hier los?", gähnte Kuroko als er in die Küche kam. "Frohe Weihnachten.", riefen seine Freunde. Verwirrt sah er sie an. Er war noch halb am schlafen. "Was?", fragte Kuroko verwundert. Und nun lachten ihn alle aus. "Ihr seid furchtbare Menschen... Wie viel Uhr haben wir?", murmelte Kuroko. "Gleich Zehn. Wir dachten, wir lassen dich schlafen, weil du sonst immer so früh aufstehst.", erklärte Aomine. "Zu freundlich. Und ihr habt Frühstück gemacht.", stellte Kuroko fest. "Wir haben alle zusammen gearbeitet.", erklärte Kise zufrieden. "Atsushi hat den größten Teil der Arbeit übernommen.", sagte Akashi. "Ach Akashicchi!", maulte Kise und lehnte sich an die Theke. Kuroko schüttelte den Kopf und begann zu lachen. "Lasst uns essen. Sonst schlafe ich gleich ein.", sagte er.

"Wann wolltest du zum Friedhof?", fragte Akashi. "Heute Mittag. Ich glaube meine Eltern und Großeltern wären froh, wenn sie sehen das ich auch dusche, ich fühle mich als wäre Wasser mir fremd.", erklärte Kuroko. "Okay.", nickte Akashi. "Ich...", Kuroko räusperte sich. "Würdet ihr mich begleiten?" Jeder einzelne blieb in seiner Bewegung hängen.
"Tetsu...?", fragte Aomine schlussendlich. "Meine Eltern liebten euch, wie ihre eigenen Kinder. Genau wie meine Großeltern. Und ich... Vergesst es einfach. Es war eine schwachsinnige Idee.", murmelte Kuroko und sah aus dem Fenster. "Wir kommen gerne mit.", sagte Akashi. "Immerhin sind es Kuro-chins Eltern und Großeltern.", fügte Murasakibara hinzu. Tränen liefen Kuroko über die Wangen. "Ich hasse euch...", schluchzte er. Wieder lachten die anderen.  

Sie machten sich gerade fertig, da ließ Kuroko sich auf dem Bett nieder. "Was ist los?", fragte Akashi und band seine Krawatte. "Ist das wirklich in Ordnung, wenn ihr mit kommt?", fragte Kuroko. Akashi ließ den Knoten in Frieden und drehte sich zu ihm um. Der Blauhaarige hatte den Kopf gesenkt und massierte seine Hände. "Tetsuya, schau mich bitte an.", bat Akashi. Kuroko hob den Kopf. "Für uns bist du keine Bürde. Genauso wenig wie der Besuch bei deinen Eltern oder deinen Großeltern.", sagte Akashi. "Ihr müsst das nicht für mich tun.", murmelte Kuroko. "Stimmt. Wir müssen das nicht. Aber du bist unser Freund. Deswegen kommen wir freiwillig mit. Wie könnten wir uns deine Freunde nennen, wenn wir dich alleine lassen würden, am Todestag deiner Eltern?", fragte Akashi. Kuroko schluckte. "Ihr... Akashi, du hast mich schon einmal von dir gestoßen. Mein Herz schmerzt nur bei dem Gedanken daran, das du wieder so wirst. Das ich irgendwann wieder eine Last für dich und die anderen sein werde.", Kuroko sah ihn voller Trauer an. "Tetsuya, ich habe es dir gestern geschworen. Ich werde dich niemals wieder von mir stoßen, noch werde ich dich jemals wieder verraten. Das gilt auch für die anderen.", sagte Akashi. Kuroko nickte.

"Sind alle fertig?", Midorima sah aus wie eine Mutter die ihre Kinder unter Kontrolle bringen musste. "Alle sind fertig, Shintarou.", sagte Akashi, legte seinem besten Freund eine Hand auf den Arm und lächelte. Akashi war der Vater in dieser... merkwürdigen Familie, wie Kuroko feststellte. Genau wie sein Vater, war Akashi stets ein Fels in der Brandung. Ruhig und besonnen. Und Midorima war wie seine Mutter. Hektisch, aber liebevoll. Es war eine merkwürdige Vorstellung. Aber auch eine gute. Kuroko wusste, er hatte vor zwei Jahren eine Familie verloren, gleichzeitig aber auch, eine neue dazubekommen. Und er war dankbar. Dankbar das diese Leute für ihn da waren, das er für sie da sein konnte.

Kuroko schloss die Tür hinter sich ab, lehnte sich gegen das kühle Holz, lächelte und schloss die Augen. "Mutter, Vater, danke.", flüsterte er, dann folgte Kuroko seinen Freunden in die Zukunft.

Tja, hier ist mein nachträgliches Weihnachtsgeschenk. Ich weiß, ich habe gesagt ich würde nicht über die Feiertage posten, aber ich habe ja schon lange vorher nichts mehr gepostet. Sobald meine Blockade eingerissen wurde, wird es auch überall anders weitergehen. Versprochen.
Aber ich hoffe diese kleine Geschichte gefällt euch. Und natürlich gibt es Drama. Aber es ist nicht das übliche Drama. Es ist Drama, das man in jeder Familie erlebt.
Ich hoffe ihr hattet wunderschöne Weihnachten. Ich habe mit meinem Freund gefeiert und mir das Bein gebrochen. Wir haben danach nicht sonderlich viel gemacht. Fullmetal Alchemist geschaut und das war es.

Liebe Grüße euer
Renjicchi <3
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast