eine "gänzlich" unerwartete Begegnung

KurzgeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Bilbo Beutlin Dwalin Fili Gandalf OC (Own Character) Thorin Eichenschild
26.12.2017
17.10.2020
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17.10.2020 2.327
 
>> Am nächsten Morgen als die Sonne aufgeht, ist die Stimmung zwischen beiden Eheleuten als sei am Vorabend nichts geschehen, sie behandeln einander zwar respektvoll, aber doch so gleichgültig, wie es sich in der Zeit in der sie ein Paar sind inzwischen so eingespielt hat.

Thorin indessen hat den Traum vom Vorabend nicht vergessen können, der Name seiner einstmaligen Geliebten seiner möglichen Athune die er mit dem Auftauchen des Drachens verlor geht ihm nicht mehr aus dem Kopf, so sehr er sich darum auch bemüht.

Und so sitzt er einmal mehr nachdenklich schweigend bei seinem Morgenmahl und ignoriert sein Eheweib damit offenkundig, was diese sehr wohl bemerkt.
<<

„Thorin...was ist mit dir? Du wirkst so abwesend, sag ist etwas geschehen….etwas das ich wissen sollte?“

Ihre klare Stimme riss mich unvermittelt aus seinen Gedanken heraus, die im Augenblick mehr oder minder ungewollt  noch immer um die lange verlorene Liebe meines Lebens kreisten. Ich konnte nicht vergessen was ich heute Nacht in diesem Traum sah.

Erschrocken und unangenehm berührt richtete sich mein Blick daher sichtlich ertappt auf sie, die mich soeben so unschön aus meinem Tagtraum gerissen hatte. Ein Traum, der eindeutig von glücklicheren Tagen als diesen zeugte.

„Was? Nein...es ist alles in bester Ordnung.

Ich habe nur über etwas nachgedacht, das ist alles Riella. Das sollte dich nicht weiter kümmern….glücklicherweise gehören meine Gedanken immer noch mir allein. Wenn ich sie mit jemandem teilen möchte, dann werde ich ihm das zu gegebener Zeit mitteilen.

Bis dahin bleiben sie schön da wo sie hin gehören….und zwar allein in meinem Schädel mein holdes Weib.

Aber danke der Nachfrage, man könnte hierbei glatt auf den irrsinnigen Gedanken kommen, du würdest so etwas wie Interesse an mir und meinen Belangen bekunden. Doch das ist gänzlich unmöglich, daher werte ich dies als ein Versehen, das dir da unterlaufen sein muss.

Nun denn, ich bin fertig danke für das Morgenmahl...ich werde jetzt in die Schmiede gehen und etwas zu unserem Lebensunterhalt beitragen….ich komme die nächsten Tage nicht zur Mittagszeit zum Essen nach Hause. Ich werde durcharbeiten, da ich einen wichtigen Auftrag für einen der Großbauern zu erledigen habe und daher alles an Tageslicht dafür ausnutzen muss, das ich momentan bekommen kann.

Warte also nicht mit dem Essen auf mich...ich werde erst zurück kehren wenn es Dunkel wird und es dann heute Abend essen.“

Nachdem ich ihr das geantwortet hatte wollte ich aufstehen um mich an die Arbeit in der Schmiede machen, doch ihr unverwandter Blick war noch immer auf mich gerichtet. Ich sah, wie sich ihre Brauen zusehends verfinsterten, wobei sie sich unheilverkündend in Richtung ihres Nasenrückens zogen, was ihr den Blick eines Raubvogels verlieh und sie noch unberechenbarer erscheinen ließ, als die elbenblütige Frau es für mich ohnehin schon war.

„WAS bitte sollte das Thorin, du musst mich nicht so abkanzeln, NAUG! Ich mag nicht die liebende Ehefrau sein, die du dir vielleicht gewünscht hast, aber stell dir vor ob du es nun glaubst oder nicht, hatte ich tatsächlich so etwas wie Sorge um dich.

Du siehst schlecht aus mein Gemahl...ich sehe doch, dass dich etwas beschäftigt und mittlerweile kenne ich dich gut genug um dies zu erkennen, auch wenn es mich deiner Meinung offenbar nichts anzugehen hat, wie du mir eben wieder einmal so überaus diskret zu verstehen gegeben hast.

Schön dann bleib doch wo der Pfeffer wächst und steck dir mein Mitleid sonst wo hin, wenn du es nicht brauchst und glaube ja nicht, dass ich dir bis am Abend das Essen warm halten werde…!“

Noch als sie mich entsprechend ungehalten anfuhr, entwich mir ein tiefer resignierter Seufzer, mit dem ich mich umgehend und ohne noch weiter auf ihr Gezeter zu achten von meinem Stuhl erhob, wobei ich Anstalten machte den Raum zu verlassen, während ich sie wie üblich mit einer knappen Antwort hinter mir zurück ließ...

„Wie könnte ich das? Es hätte mich ja auch gewundert, wenn es anders wäre...?!“

Das war alles was ich ihr noch entgegnete. Doch noch im selben Augenblick in dem ich beinah schon zur Türe hinaus war, vernahm ich ihre schöne klare Stimme erneut hinter meinem Rücken.

„Wer ist DWANA?“

Überrascht und zugleich zutiefst erbost fuhr ich zu ihr herum.

>> Mahal verdammt, woher weiß das vermaledeite Weib von Dwana?! <<

Mit einem einzigen großen Schritt gelangte ich zu ihr zurück in die Stube. Wobei ich sie mit bedrohlich zusammen gezogenen Brauen anstarrte, ehe ich ihr die erwartungsgemäß zornige Antwort regelrecht entgegen knurrte.

„EIN NAME...es ist ein NAME...nichts weiter!“

Riella wich unwillkürlich erschrocken ein Stück zurück, als ich sie lautstark und zutiefst aufgebracht anbrüllte...denn das tat ich. Ich bemerkte es noch im selben Atemzug in dem die Worte meine Lippen verließen...und dennoch war es mir vollkommen gleich, was sie darüber dachte, denn DAS ging sie bei allem was mir heilig war nun wirklich nichts an.

Aber noch bevor sie mir darauf irgend etwas entgegnen konnte, fuhr ich unbeirrt fort und sie damit weiter wutentbrannt an...denn ich wollte wissen woher sie ihn hatte….

„WOHER hast du diesen NAMEN?

LOS SAG ES MIR...WOHER WEIB?!“

Riella starrte mich angesichts meiner unerwarteten Rage furchtsam an, doch dann straffte sie sich, wobei sie mir entschlossen entgegen blickte und ich den Hauch von trotzigem Stolz in ihren schönen grünen Augen aufblitzen sah, der mir in all der Zeit seit ich sie kannte so vertraut geworden war.

„Ich..ahh...du...du hast gesprochen Thorin...im Traum...heute Nacht!

Nun ja und..und ich habe mich gefragt...was es wohl zu bedeuten haben könnte, wenn du plötzlich den Namen einer anderen Frau auf den Lippen hast?

Denn das ist er doch, der Name einer Frau oder etwa nicht?“

>> Was soll das….was tut sie da?

Ist das etwa so etwas wie ein Anflug von Eifersucht oder wie darf ich die Antwort von ihr jetzt deuten?
<<

„Das ist er….aber es geht dich nichts an Weib.

Wer sie ist oder war kann dir gleich sein!

Du hast damit nichts zu schaffen...und noch etwas, wage es niemals wieder ihren Namen in den Mund zu nehmen oder du wirst es bereuen Riella! Das soll dir eine Warnung sein, die du besser beherzigen solltest. Vor allem, wenn du vermeiden willst, dass ich mich vielleicht eines schönen Tages vergesse und dir ein Leid zufüge!“

Die eindeutige und unmissverständliche Drohung, die ich diesbezüglich an sie ausgesprochen hatte verfehlte ihre Wirkung nicht. Meine Gemahlin verstummte augenblicklich, wobei sie mich mit einem Blick taxierte, der zugleich tödlich und unerwartet verletzlich auf mich wirkte und mich verblüfft inne halten ließ.

Doch in dem Moment wandte sie sich von mir ab…

„Du solltest jetzt besser gehen und das anstehende Tagewerk verrichten Thorin. Der Auftraggeber für den du schmiedest wird gewiss nicht erfreut sein, wenn er noch länger auf seine versprochene Ware warten muss!“

Der Unterton ihrer Stimme ließ auf das leichte Zittern ihrer Lippen schließen, woraus ich nur einen Atemzug später den leichten Hauch von Verunsicherung sehr wohl mitschwingen hörte, mit dem sie mich gewissermaßen meines eigenen Hauses verwies.

Wutschnaubend verließ ich das Haus, ohne sie noch eines weiteren Wortes oder Blickes zu würdigen….dieses Weib würde mich eines schönen Tages noch ins Grab bringen, wenn es so weitermachte.

Dennoch schob ich alle Gedanken daran so weit fort wie nur irgend möglich, da ich mich im Moment auf ganz andere Aufgaben zu konzentrieren hatte und meine schwierige Arbeit an Amboss und Esse zufriedenstellend und handwerklich einwandfrei verrichten wollte.

Ich arbeitete wie ein Berserker...hämmerte meinen ganzen angestauten Zorn zur Gänze in jenes Stück Metall, das ich schon seit Tagen bearbeitete. Während ich fluchend auf es eindrosch, stellte ich mir vor es sei die hübsche Kehrseite meiner jungfäulichen Gemahlin, die eine ordentliche Tracht Prügel ebenfalls sehr gut vertagen konnte.

Vielleicht würde sie ihr diesen unbändigen Stolz und elbischen Hochmut, sowie ihre verdammte Gefühlskälte aus dem Leib hämmern, mit der sie mich geradezu überhäufte….einen Versuch könnte es wert sein, so zumindest schossen mir allerlei Gedanken diesbezüglich durch den Sinn, als ich das glühende Stück Eisen aus der Esse auf den Amboss hob, um es erneut mit gezielten Schlägen zu bearbeiten.

Denn auch aus ihm wurde etwas neues geboren...etwas gänzlich anderes, als aus seiner ursprünglichen Gestalt die es zuvor gehabt hatte...eine Wandlung, die mich insgeheim hoffen ließ. Vielleicht war ja doch noch nicht alles vergeblich und ich konnte diese harte Schale mit der sie sich so schützend umgab eines fernen Tages durchbrechen, um zu ihrem strahlenden Inneren zu gelangen...das gewiss nicht so harsch und unnahbar war, wie sie sich derzeit nach außen hin gab?!

Die Tage zogen ins Land und ich arbeitete mich langsam aber stetig voran….die Pflugscharen und die Werkzeuge, die der Großbauer bei mir bestellt hatte nahmen langsam Gestalt an...auch wenn ich ehrlich gesagt sehr viel lieber Schwerter und Äxte geschmiedet hätte, wie es dem jungen Kriegerblut in mir eher geschmeichelt hätte.

Dem Krieger der noch immer tief verborgen in mir schlummerte.

Azarnulbizar war noch nicht vergessen...lag noch nicht lange genug zurück, um nicht die Erinnerungen daran zu wecken.

Energisch entschlossen und mit einem tiefen Seufzer schob ich die schmerzlich verlockenden Gedanken daran zur Seite...es half alles nichts, ich war nun mal hier in Bree und ich war nicht allein, ich trug nun nicht mehr nur die Verantwortung für mich, nein da war noch jemand, dem ich verpflichtet war.

Mit dem Gedanken an SIE beendete ich meine Arbeit und verließ wenig später die Schmiede, die zwischenzeitlich im Halbdunkel des hereinbrechenden Abends in düsterem Zwielicht vor mir lag. Auf dem Weg zu meinem Heim...sah ich die letzten Handwerker und Bauern zu ihren Gehöften eilen um in die „gute“ Stube und zu ihren Liebsten gelangen.

Ein banges Gefühl von Schwermut schlich sich in mein Herz als ich daran dachte, dass auf mich kein liebendes Weib sondern eine ausgemachte Furie wartete, die mich wie üblich mit harten Worten und Verachtung abstrafte.

Noch als mir das in den Sinn kam und ich in dem Moment nicht darauf achtete wohin mich meine Beine trugen, stieß ich gänzlich unerwartet gegen etwas, das ebenso wie ich des Weges daher kam...ein heller überraschter Schrei ließ mich unvermittelt aufsehen.

Ich war ohne darauf zu achten offenbar mit jemandem zusammen gestoßen. Hastig sah ich mich um und bemerkte das Dilemma...das da vor mir auf der Straße quasi auf dem "Hosenboden" saß.

Der Blick der mich dabei aus blitzenden Aquamarin farbigen Augen traf wer ebenso entrüstet, wie überrascht.

„Was ist wollt ihr mir nicht wenigstens wieder aufhelfen, wenn ihr mich nun schon so unschön umgerannt habt Meister Zwerg?“

Die Stimme die mich ansprach gehörte ohne jeden Zweifel zu einer Frau, die nicht mehr ganz jung aber auch noch nicht alt war...jedenfalls für eine Menschenfrau, wobei ich das nicht mit letzter Gewissheit einschätzen konnte. Ihr Blick war noch immer unverwandt und leicht ärgerlich auf mich gerichtet und so beeilte ich mich ihr so rasch als möglich zu Hilfe zu kommen, indem ich ihr unverzüglich meine rechte Hand entgegen streckte um ihr aufzuhelfen.

„Verzeiht ich...ich war ganz in Gedanken versunken...ich hatte euch gar nicht bemerkt...das war gewiss keine böse Absicht.“

Entgegnete ich ihr daher hastig und entschuldigend.

Indem hörte ich sie Lachen, ein angenehmes warmes Lachen das mir auf Anhieb gefiel.

Als ich sie einen Atemzug später wieder erfolgreich zurück auf die Beine gewuchtet hatte, betrachtete sie mich mit einem neugierigen Blick, wobei sie mir unerwartet offen und forsch antwortete.

„Oh ha, na da bin ich anscheinend an einen ganz edlen Helden geraten….Meisterschmied.

„Du bist doch Thorin der Zwerg nicht wahr?

Ich meine damit natürlich der neue Schmied. Aber ich vergaß, dass wir uns ja schon einmal begegnet sind, erst kürzlich im Pony. Die Tochter es Wirtes war nicht so angetan von unserer Bekanntschaft und wenn ich mich recht entsinne, ist sie nicht sogar deine Gemahlin?!“

Stellte sie mit einem neuerlichen anziehend sympathischen Lächeln fest, mit dem sie mich für meine Bemühungen ihr behilflich zu sein belohnte. Ich kam nicht umhin sie angesichts der Umstände etwas näher in Augenschein zu nehmen, auch da es gewiss nicht alle Tage der Fall war, dass ich nähere Bekanntschaft mit einer Frau außer der eigenen schloss.

Das Erste das mir an ihr auffiel war wohl ihr Haar….es war von einem sehr hellen Rot...viel heller noch als Riellas und mit einem gewissen Touch von Blond in das sich bei ganauerer Betrachtung bereits erste silberne Fäden mischten, die unweigerlich auf ihr wahres Alter schließen ließen.

Dann waren da noch ihre Augen von grünlich bläulicher Farbe und einer Tiefe, die nicht so recht zu ihrem Alter passen wollten, denn diese außergewöhnlich eindrucksvollen Augen hatte bereits sehr viel gesehen...sie hatte alte Augen….Augen die auf viel Lebenserfahrung und viel Leid schließen ließen, wenn man denn in ihnen zu lesen verstand.

Aber am auffälligsten war wohl der Umstand wie sie gekleidet war….

Angesichts dessen was die Frau am Leibe trug, fiel es mir wie Schuppen von den Augen, mit WEM ich da ungewollt zusammen gerasselt war.

Ihr allein für die kühlen Witterungsverhältnisse ungemein freizügiger Aufzug verriet sie sofort….

… es war die Dorfhure….die ich da in meiner Unachtsamkeit umgerempelt hatte...und sie hatte zweifellos recht, wir kannten uns bereits!

Ich war ihr tatsächlich schon einmal begegnet, jetzt wo sie es mir gesagt hatte erinnerte ich mich wieder daran, als sei es gestern gewesen. Ebenso wie ich mich an den unschönen Zwischenfall mit Riella erinnerte die, die fremde Frau ziemlich wüst beschimpft hatte, obwohl die mich damals lediglich höflich und freundlich angesprochen hatte.

Ein Umstand den ich bereits kurz danach wieder vergessen hatte...aber da stand sie nun ganz plötzlich direkt vor mir und war erneut wie durch Zufall in mein Leben getreten, die Dirne...gerade so als hätte das Schicksal es so gewollt.

....ausgerechnet SIE, die Dorfhure.....nun also das konnte ja nur mir passieren!

>> Und nun Thorin, was nun?

Was willst du nun tun? <<
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