Golden Liberty

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18
Eliot Nightray Leo Baskerville OC (Own Character) Raven (Gilbert Nightray) Vincent Nightray
26.12.2017
26.12.2017
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Hallo

Ich habe endlich ein Teen Drama AU zu Pandora Hearts geschrieben. Nachdem ich tausende von Teen Dramas auf verschiedenen Plattformen angesehen habe, wurde die Inspiration so etwas mit einem Fandom zu machen immer grösser. Und welches Fandom trifft es da besser als mein über alles geliebtes Pandora Hearts und meine OC`s, welche aus den RGP`s stammen, welche ich zu früheren Zeiten oder jetzt auch noch schreibe.
Wie lang das ganze wird habe ich noch nicht beschlossen ich arbeite da an einem groben roten Faden, aber es kommen immer wieder kleinere Details dazu. Ich will eigentlich auch gar nicht zu viel verraten und schicke euch jetzt einfach Mal ins Abenteuer xD

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„Sie hörten die Nachrichten. Weiter geht es mit den aktuellen Verkehrsmeldungen.“
Langsam richtete sich die Blondine auf dem Hintersitz des Autos auf. Sofort meldete sich ihr Nacken mit einem stechenden Schmerz und brachte das Mädchen dazu, ihre Augen für einen kurzen Moment zusammenzukneifen, eher sie sich den Schlaf aus den Augen reiben konnte.
„Luna, du bist eingeschlafen“, murmelte Vincent halblaut, ohne dabei seine Augen von der Fahrbahn zu abzuwenden.
„Wo sind wir?“, entgegnete seine Schwester noch immer im Halbschlaf und setze sich einigermassen aufrecht auf ihren Sitz. Sie strich ihre Haare notdürftig zurecht und wandte ihren Blick aus dem Fenster, welches von Regentropfen überlaufen war.
„Wir sind auf gutem Weg nach Atlanta. Laut dem Navi sollte es noch eine halbe Stunde dauern, bis wir die Stadt erreichen“, meldete sich der Beifahrer Gilbert zu Wort. Zeitgleich nahm er sein schwarzes Smartphone zur Hand und überprüfte die Angaben vom Navi, um sicher zu stellen, dass seine Aussage der Wahrheit entsprach.
„Atlanta…ob dort endlich alles besser wird?“, fragte sich Luna, jedoch war ihre Stimme laut genug, sodass auch ihre Brüder es hören konnten. Vincent wagte einen Blick in den Rückspiegel und fixierte seine jüngere Schwester für einen Moment, eher er seinen Blick seufzend zurück auf die Strasse wandte.
„Beantworte dir die Frage selbst und schliesse dann damit ab. Was in unserer alten Heimat passiert ist bleibt auch in unserer alten Heimat. Wenn du auch nur ein Wort darüber verlierst, dann sind deine neuen Mitschüler deine Feinde, bevor du überhaupt ihre Namen kennst“, entgegnete Vincent wütend. Luna verarbeitete seine Worte und hob dann ihr Kinn an, um etwas zu entgegnen. Doch noch bevor sie auch nur ein einziges Wort hervorbringen konnte, drehte ihr blonder Bruder das Radio auf, damit dieses alles andere im Auto übertönte. Während amerikanische Popmusik in einer Lautstärke das Fahrzeug erfüllten, lehnte sich die Blonde zurück in ihren Sitz und zog ihr Handy aus der Jackentasche. Und so verging die restliche Fahrt wortlos. Der Radio übernahm die Unterhaltung, der Regen verbreitete eine unangenehme Atmosphäre und so verschlang die Dunkelheit der Nacht die drei Durchreisenden auf dem Weg nach Atlanta.

Die helle Morgensonne sorgte dafür, dass Luna wach wurde, bevor der Wecker auch nur eine Chance hatte zu klingeln. Müde wälzte sie sich im Bett und zog die schwere, weisse Hoteldecke über ihren zierlichen Körper. Die vergangene Nacht war eine kurze, denn die drei erreichten Atlanta erst gegen halb drei. Danach dauerte es noch eine gute halbe Stunde, bis das Hotelzimmer bezogen war. Die Blonde konnte sich nur schwach daran erinnern, wie sie ins Bett gekommen ist und wann genau sie schlussendlich eingeschlafen ist.
„Neuer Tag und neue Sorgen“, sagte Gil und betrat das Zimmer vom Balkon aus, nachdem er seine Zigarette im dafür vorgesehenen Aschenbecher ausgedrückt hatte. Luna blickte zu ihm hinüber und zog ein wenig Verdutzt die Augenbrauen hoch.
„Du? Schon wach?“, fragte sie ihren schwarzhaarigen Bruder und staunte nicht schlecht. Gilbert lachte amüsiert und schloss die Glastür hinter seinem Rücken. Dann wandte er seinen Blick langsam auf seine Schwester und entgegnete ihrer Frage mit einem stolzen Nicken.
„Es gibt viel zu tun. Wir müssen unsere High School finden und uns dann dort anmelden. Das neue Schuljahr beginnt in zwei Tagen und Vince will, dass alles so normal wie möglich abläuft“, erklärte Gil und setzte sich ans Ende des Bettes.
„Das ist nichts Neues! Ich glaube, dass wir uns schon langsam daran gewöhnt haben so zu tun, als wäre alles normal“, entgegnete Luna in einem ernsten Ton. Sie war nicht ein grosser Fan von Spielereien und mochte es nicht zu Lügen. Deshalb war es vor allem für sie eine grosse Belastung so zu tun, als wäre ihr Leben bislang komplett normal verlaufen.
„Es ist für niemanden von uns einfach“, meinte Gil und sank verständnisvoll den Blick. Luna nickte nur und liess ihren Blick dann durch das Zimmer schweifen. Das Zimmer war hell und ziemlich geräumig. Es verfügte über ein Bad, über einen Fernseher und einen grossen Spiegel, was Luna als Mädchen natürlich sehr gefiel. Dazu gab es drei einzelne Betten, wobei sie feststellte, dass eine der Betten völlig ungebraucht war. Die Bettwäsche war noch sauber auf die Matratze gelegt und sogar das Stück Schokolade, welches zur Begrüssung der Gäste auf die Betten gelegt wurde, lag noch unberührt auf der schneeweissen Decke.
„Wo ist Vince?“, fragte Luna skeptisch, ohne ihren Blick vom unangetastetem Bett zu lösen.
„Naja nachdem du bei der Ankunft sofort eingeschlafen bist, sind Vince und ich noch runter in die Bar gegangen und dort hat er ein Mädchen kennengelernt. Tja seither habe ich ihn nicht mehr gesehen, aber ich glaube, dass meine Erklärung bereits genügt“, erklärte Gilbert langsam und unterdrückte ein Seufzer am Ende seiner Erklärung.
„Er ändert sich wirklich nie“, schnaubt Luna, sowohl genervt als auch etwas belustigt. Gilbert verschränkte die Arme und nickte zustimmend. Vincent hatte schon immer ein gutes Händchen, wenn es um Frauen ging. Allgemein war es sehr stark darin, Leute anzusprechen und zu diskutieren. Deshalb hatte er früher auch die meisten Konflikte gelöst, wenn er oder seine Geschwister in eine hitzige Diskussion gerieten. Gilbert hingegen war eher ruhig und sachlich. Anders als Vince, beobachtete er die Situation lieber und wartete negative Entwicklungen ab, eher er eingriff. In erster Linie ging es ihm darum Luna aus allen Gefahren so gut es ging rauszuhalten, denn sie war eher schüchtern und zurückhaltend. Nur wenn es wirklich ernst um ihr Leben steht, so hat sie genug Kraft sich zu wehren. Ein grosser Schwachpunkt wie ihre Brüder finden.
Die Holztür zum Zimmer öffnete sich und erregte die Aufmerksamkeit der beiden. Langsam trat Vincent ein und schloss die Tür hinter sich, eher er seinen Blick auf seine Geschwister richtete.
„Guten Morgen“, meinte Gilbert spöttisch und erhob sich vom Bett.
„Guten Morgen. Los zieht euch an und packt eure Sachen. Wir müssen uns noch heute in der Schule anmelden“, erklärte Vince, während er weiter in den Raum eintrat und auf seine schwarze Sporttasche zulief. Langsam kniete er auf den Teppichboden und begann den Inhalt der Tasche zu sortieren. Dabei wühlte er einen Moment lang nur ziellos in der Tasche herum, bis er schlussendlich einen zerknüllten Zettel aus einem der Seitenfächer zog.
„Die Liste“, sagte Vince und hob den Zettel in die Höhe. Dies gab Gilbert das Zeichen zu ihm zu laufen und ihm das wichtige Stück Papier abzunehmen.
„Willst du sie nicht bei dir aufbewahren?“, fragte der Schwarzhaarige, während er das Papier sorgfältig auffaltete und seinen Blick dann auf das Geschriebene fixierte.
„Das wäre in meinen Augen keine gute Idee. Behalte sie bei dir oder gib sie Lu“, meinte Vincent während er anfing seine Kleider unsorgfältig in die Tasche zu stopfen. Bei seinem unordentlichen Verhalten war es eine gute Entscheidung den Zettel in andere Hände weiterzugeben.
„Ich behalte ihn vorerst bei mir, auch wenn ich sehr schlecht bin, wenn es ums Verstecken geht. Irgendwo lässt sich sicher ein Plätzchen finden“, meinte Gilbert und faltete das Blatt wieder zusammen. Dann zog er eine Zigarettenschachtel aus seiner Hosentasche und klemmte das Papier zwischen die Zigaretten ein, eher er die Schachtel wieder verstaute.
„Wo du es versteckst ist mir scheissegal, Hauptsache niemand findet es. Sobald wir alle Punkte von der Liste gestrichen haben werden wir das Blatt vernichten und Atlanta den Rücken kehren“, erklärte Vince, ohne seinen Blick von seiner Tasche abzuwenden. Er verstaute alle Dinge lieblos in der geräumigen Tasche und zog dann den Reissverschluss zu.
„Wir leben gefährlich“, meinte Luna und verliess ihr Bett. Sie streckte sich ausgiebig und fixierte sich dabei auf Gil, welcher den Zettel nun bei sich trug.
„Das tun wir immer“, entgegnete Vincent kalt und erhob sich vom Boden. Er griff nach seiner Tasche und lief mit schnellen Schritten zur Tür.
„In zehn Minuten seid ihr unten und sobald ihr aus dieser Tür getreten seid, verliert ihr kein Wort über den Zettel oder irgendetwas, was im Zusammenhang mit diesem steht“, der Blonde drehte sich nochmal um, und warf seiner Schwester einen warnenden Blick zu, „ist das klar?“
„Ja“, antwortete Luna ernst und knöpfte zeitgleich ihr schwarzes Hemd zu. Ihre roten Augen funkelten Vincent wiederwillig an, bis dieser den Raum verlassen hatte und die Tür hinter sich schloss.
„Lu es ist wichtig, dass du seine Regeln befolgst“, meinte Gilbert langsam.
„Ich weiss. Es würde mir sowieso nichts bringen, wenn ich es irgendjemandem erzählen würde. Ich stecke genauso tief in der Scheisse wie ihr und ich würde genauso im Gefängnis landen wie ihr. Wir sitzen alle im selben Boot Gilbert“, entgegnete Luna ruhig, während sie ihre Sachen in den Koffer packte. Gilbert beobachtete sie einen Moment, eher er sich von ihr abwandte und sich seinen Sachen widmete.

„Wie heisst du?“
„Jessica Cooper.“
„Wie alt?“
„16“
„Und von wo kommst du?“
„New York.“
Luna verdrehte die Augen und hoffte, dass Vincent nun mit der Fragerei aufhören würde. Nachdem Gilbert und sie im Hotel ausgecheckt hatten, gingen sie ohne zu zögern zum Auto. Der silberne Wagen ihres Bruders stand bereits in der Einfahrt zum Einsteigen bereit. Danach fuhr Vincent mit den Anweisungen des Navis Richtung Schule. Diese lag eine Weile vom Hotel entfernt, weshalb die drei genug Zeit hatten ihre Lügengeschichten nochmals durchzugehen und zu verfeinern.
„Vince das ist doch alles Quatsch! Wieso kann ich nicht einfach zur Schule gehen und mich mit meinem normalen Namen und Wohnort vorstellen?“
„Das ist alles zu unserer Sicherheit. Ich bin Steven und Gilbert ist Jacob und das wird auch so bleiben!“, knurrte Vincent und warf seiner Schwester einen flüchtigen Blick im Rückspiegel zu.
„Aber das macht alles überhaupt keinen Sinn! Unsere Namen kennt niemand…worin liegt dann das Problem sie geheim zu halten?“, warf Luna ein und ihre Stimme wurde zunehmend lauter. Vincent unterdrückte einen genervten Seufzer und verfestigte seinen Griff um das schwarze Lederlenkrad. Wortlos fuhr er der Strasse entlang weiter, bis er plötzlich abbog und auf dem Vorplatz einer Tankstelle anhielt.
„Vince“, wandte Gilbert ein und ahnte schon, mit welchen Absichten sein jüngerer Bruder hier zwischenhielt. Der Blonde blockte Gilberts Einwand mit der Hand ab und stieg schnell aus dem Auto aus. Wütend öffnete er die Hintertür, an welcher seiner Schwester sass und zog das Mädchen dann mit feiner Gewalt aus dem Auto, sodass diese auf dem harten Betonboden des Vorplatzes landete.
„Steh auf, Bitch“, knurrte Vincent wütend und sah zu, wie sich seine blonde Schwester langsam und mit gesenktem Blick erhob. Als sie einigermassen aufrecht vor ihm stand, packte er sie wieder am Arm und lief los. Wiederwillig folgte sie ihm und ihr Herz schlug schnell. Ihre Angst versuchte sie zu verbergen, dennoch wusste sie wie ihr Bruder drauf war, wenn er wütend war.
Sie liefen hinter die Tankstelle und sofort lag ein muffiger Geruch von Abfällen in der Luft. Im Schatten des Gebäudes war es zudem im Frühsommer noch relativ kalt und weit und breit war keine Menschenseele zu sehen. Dann liess Vincent seine Schwester los und musterte sie für den Bruchteil einer Sekunde, eher er seine Hand auf ihre Schulter legte und sie mit Kraft gegen die Wand drückte. Der Zusammenstoss ihres Rückens und der massiven Betonwand des Tankstellengebäudes liess sie vor Schmerz die Augen zusammenkneifen. Erst als kaltes Metall auf ihr Kinn gelegt wurde und ihren Kopf langsam anhob, öffnete sie ihre Augen wieder.
„Luna Baskerville“, zischte Vincent und hielt seine Pistole an das Kinn seiner einzigen Schwester.
„JJ-ja“, stiess das Mädchen unter Angst stöhnend hervor.
„Unser aller Leben steht hier auf dem Spiel. Atlanta ist unsere letzte Chance, okay? Wenn du sie versaust, dann werde ich nicht zögern dieses Ding in meiner Hand gegen dich zu verwenden“, fing Vincent wütend an und nährte sich ihr.
„Wenn ich dir etwas sage, dann tust du es gefälligst, ohne es zu hinterfragen! Es ist zum Wohl von dir und deinen Brüdern! Also halte von jetzt an die Klappe und tu was ich dir sage!“, zischte der Blonde und versuchte Seinen Ton leise zu halten, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Laut atmend sah ihm Luna still in die Augen. Ihre Augen waren gläsern von den Tränen und zeitgleich waren sie angsterfüllt. Sie wusste was mit ihren Eltern passiert war und sie wusste auch, was sie und ihre Brüder zu Ende bringen mussten. Ein Fehler konnte dazu führen, dass die gesamte Fassade einbrach und sie alle im Knast landeten. Legal war es keineswegs, aber sie konnte jetzt keinen Rückzieher machen, sondern war in diese ganze Scheisse verwickelt.
„Hast du mich verstanden?!“, fragte Vincent wütend nach und seine Augen funkelten sie wütend an. Luna öffnete den Mund, doch die Angst schnürte ihr die Kehle zu und verhinderte, dass sie auch nur ein Wort über die Lippen brachte. Deshalb nickte sie rasch und versuchte sich zu beruhigen.
„Gut“, sagte Vincent zum Schluss und liess von ihr ab. Er verstaute seine Pistole in der Jackentasche seiner schwarzen Lederjacke und warf seiner Schwester dann einen wütenden Blick zu.
„Du hast fünf Minuten Zeit dich zu beruhigen. In dieser Zeit hole ich mir neue Kippen im Tankstellenshop. Wenn du bis dahin nicht beim Auto bist fahren wir ohne dich los und dann kannst du zur Schule laufen, Jessica.“
Ohne auf eine Antwort zu warten, drehte sich Vincent um und liess seine verängstige Schwester alleine zwischen den Containern der Tankstelle zurück. Als der Blonde um die Ecke verschwand, sank Luna wimmernd an der Wand zu Boden und versuchte ihre Tränen zurückzuhalten. Ihr Blick war ins leere gerichtet und die Angst in ihrem Körper nahm nur langsam ab.
Wieso musst es so weit kommen?
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