WhatsApp für dich - Íslenska fyrir byrjendur

von myamemo
GeschichteRomanze, Familie / P18 Slash
25.12.2017
16.11.2019
162
663295
65
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Dieses Kapitel
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Fionn POV.

Himmel! Das Brennen lässt langsam nach und hinterlässt dafür mollige Wärme in meinem Bauch. Nach mir kippt auch Ryan den hochprozentigen Schnaps hinunter und ihn schüttelt es genauso durch wie mich. Grinsend beobachte ich ihn dabei und kann mir nun genauestens vorstellen, wie ich gerade noch auf dem Stuhl gesessen habe. Dass er dann aber gleich nach der zweiten Runde verlangt, das überrascht mich. Seine Erklärung, dass er den Kümmel gar nicht geschmeckt hat, macht es aber auch nicht besser und ich kann mir ein Auflachen nicht verkneifen.

„Aber wehe ich muss dich später vom Boden kratzen, weil du nicht mehr gerade stehen kannst, aber auf den Geschmack gekommen bist“, greife ich nach der Flasche und öffne den Schraubverschluss. Vorsichtig gebe ich ihm noch etwas in sein leeres Gläschen und schiebe es ihm wieder vor die Nase. Da ich ihn ungern alleine betrinken lassen will, nehme ich mir selbst auch noch einen und verschließe erst danach das Teufelszeug wieder.

„Mal sehen, ob deine Geschmacksnerven diesmal besser anspringen“, hebe ich mein Gläschen und lege es an meine Lippen. Diesmal lasse ich mir mehr Zeit und nippe erst nur daran. Nun muss ich meinem Freund allerdings recht geben. Zuvor habe ich auch nicht wirklich den Kümmel heraus geschmeckt, da ich es einfach nur hinter haben wollte. Diesmal lasse ich mir den brennenden Geschmack erst auf der Zunge zergehen und schlucke dann erst. Zwar feuert es nach wie vor den Rachen hinunter, aber diesmal mit Geschmack. Mit Kümmelgeschmack.

„Noch zwei davon und das war‘s für heute“, kann ich nicht verhindern, dass meine Stimme recht dünn ist. Wenn man den Branntwein eine Weile nicht getrunken hat, dann ist der nicht nur für Touris tödlich. Nur allzu deutlich spüre ich die Hitze in mir aufsteigen und ziehe dann recht schnell meinen Pullover aus. Das ist schon besser. Jetzt erst genehmige ich mir den letzten Rest aus dem Glas und lehne mich danach auf dem Stuhl zurück.

Tatsächlich fühle ich mich schon nicht mehr ganz bis zu den Ohren vollgefressen. Allerdings hege ich die Vermutung, dass der starke Alkohol alles schon zerfressen hat, was er erreichen konnte, weswegen das Völlegefühl nicht mehr ganz so krass ist. Selbst wenn nicht, mir ist es egal, solange ich mich nicht mehr so überfressen fühle.

Für ein paar Minuten genieße ich das hitzige Gefühl in mir und auch das leicht vernebelte um meinen Kopf, dann aber raffe ich mich auf und lasse alle leeren Futterschalen verschwinden. Wir haben ganz schön rein gehauen, das muss ich schon sagen. Alles was weg kann wandert in den Müll und das Besteck spüle ich schnell ab und verkrame es wieder in eine der Schubladen in der Küche. Anschließend wandele ich wieder zum Tisch und stelle mich hinter Ryan. Zärtlich lege ich meine Hände auf seine Schultern und drücke meine Fingerspitzen leicht in seine Schultermuskulatur.

„Wollen wir mit der Flasche aufs Sofa vor den Fernseher umziehen und vielleicht später noch ein paar Gehirnzellen damit vernichten, oder hast du für heute genug davon?“, frage ich, während ich ihn andeutend massiere.

***
Ryan POV.

„Keine Sorge“, sage ich zu Fionn und schiebe ihm mein Glas über den Tisch zu, damit er es neu befüllen kann. Wir werden ja sehen, wer am Ende nicht mehr gerade stehen kann. Und ja, ich denke dabei gerade nicht nur an die jugendfreie Bedeutung dieses Satzes. Aber was soll’s, das wird ja wohl erlaubt sein, auch wenn ich erst einen Schnaps getrunken habe und der noch nicht wirklich dafür verantwortlich gemacht werden kann, dass ich mich gerade so unglaublich locker fühle. Ich schiebe das einfach wieder auf Island und auf meinen Freund und darauf, dass ich mich so wohl im Hier und Jetzt fühle, sprich hier und jetzt in unserem kleinen Bungalow, fernab von allen Ablenkungen und wo wir nur unter uns sind und nur uns beide als Gesellschaft haben – was für mich vollkommen ausreichend ist, wenn ich das mal so sagen darf.

Nach dem zweiten Glas ist das Brennen schon nicht mehr ganz so extrem, allerdings immer noch stark genug um mir für den Moment den Atem zu rauben, aber wenigstens habe ich es dieses Mal geschafft, den Geschmack des Teufelszeugs etwas genauer zu analysieren. Den Kümmel schmeckt man tatsächlich ziemlich gut raus, vor allem wenn man darauf achtet, aber es reicht auch schon, wenn man sich nicht ausschließlich auf das Brennen konzentriert um mitzubekommen, dass sich hinter den 40 Volumenprozent mehr verbirgt als nur hochprozentiger Fusel.

Ich will jetzt damit nicht sagen, dass das mein neues Lieblingsgetränk wird – es ist immer noch Alkohol und ich bevorzuge im Alltag doch eher, bei klarem Verstand zu sein – aber zu bestimmten Anlässen? Warum nicht? Und wenn es allein dazu dient, Fionn seine Heimat ein Stück weit nach Irland zu holen, dann ist es die Sache schon wert.

„Dann trinken wir halt nur noch einen und schon ist das Problem gelöst“, grinse ich zu meinem Freund hinüber, während ich mein Glas – an dem ich mich bis jetzt unbewusst festgehalten habe – zurück auf den Tisch stelle für eine eventuell weitere Befüllung. Muss ja keiner wissen, dass mir der zweite ‚Schuss‘ eigentlich schon reicht, aber überraschenderweise ist es nicht mal wirklich der Alkohol, der mir aufs Gemüt geht sondern eher das Brennen im Hals, was sich ein bisschen anfühlt wie Sodbrennen. Und wer das schon mal hatte weiß, super angenehm ist das nicht wirklich.

Aber sei’s drum, ich bin mir sicher, dass es eine Möglichkeit geben wird mich von den unangenehmen Nebenwirkungen des Ganzen abzulenken, zum Beispiel indem ich mich auf die angenehmen fokussiere und die beinhalten zum Beispiel einen sich ausziehenden Adonis, auch wenn der dann leider noch ein Shirt anhat, sobald der Pullover weg ist. Aber macht ja nichts, darum kann ich mich dann später noch kümmern, sollte er nicht willens sein das selbst zu erledigen.

Gott, das klingt ja, als würde ich ihm die Klamotten vom leib reißen und das ohne Rücksicht auf Verluste, aber so ist es ganz und gar nicht. Na gut, vielleicht ein bisschen, aber auf jeden Fall nicht gegen seinen Willen, das will ich nur mal klar stellen. Nie gegen jemandes Willen, so funktioniert das nämlich nicht. Der andere muss es auch wollen, das ist für alle Beteiligten schöner.

Bevor wir jedoch weiter so richtig in düstere Gefilde abtauchen, schüttel ich diese Gedanken lieber ab und verankere mich in der Gegenwart, in der mein Freund gerade den Tisch abräumt und offenbar auch noch unser Besteck abwäscht, wenn man dem Geklapper in der kleinen Küche Glauben schenken kann, bevor er zurück zu mir an den Tisch kommt und ich kurz in meinem Stuhl aufspringe, als seine Hände mich ohne Vorwarnung auf einmal zu massieren beginnen.

Ich muss mich schon richtig anstrengen das Stöhnen zu unterdrücken, welches mir in der Kehle hängt, aber dass meine Augen wie auf Kommando zufallen, dass kann ich nicht verhindern. Oder dass mein gesamter Körper quasi von jetzt auf gleich zu flüssigem Wachs wird... Hmm... Gott, fühlt sich das gut an. Würde Fionn jetzt nur nicht allen Ernstes von mir erwarten, dass ich mich dabei noch unterhalte.

„Sofa...“, bekomme ich dann irgendwann mit ziemlich verbrauchter Stimme heraus, die irgendwie klingt als hätte ich den ganzen Tag nichts anderes gemacht, als zu trinken und zu rauchen. Verdammt, noch offensichtlicher kann ich Fionn meinen Zustand nicht präsentieren – der liegt jetzt schon quasi auf einem Silbertablett für ihn bereit.

„Einen... einen können wir noch...“, schaffe ich zu sagen, auch wenn meine Stimme zum Ende hin ein bisschen abrutscht und ich mir schnell auf die Unterlippe beißen muss, um nicht noch andere Geräusche von mir zu geben. „Ich kann aber nicht versprechen, dass ich mich dann noch auf den Fernseher konzentrieren kann“, brumme ich und spüre regelrecht, wie mir dabei das Blut in die Wangen schießt, allerdings nur eine kleine Menge, der Rest schießt gerade woanders hin.

Und ja, damit meine ich erneut etwas nicht wirklich Jugendfreies.

***
Fionn POV.

Es braucht nicht einmal viel, da merke ich sehr deutlich, wie Ryan sich unter meinen Händen entspannt. Schmunzelnd mache ich ein wenig mit der leichten Massage weiter und lausche seinen Worten, die ganz schön verwaschen klingen, als würde es ihm schwerfallen zu sprechen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es am Alkohol liegt oder, weil ich ihn schon wieder ganz wuschig mache. So kommt es mir zumindest vor, da sein Körper doch recht eindeutig reagiert. Trotzdem kommt der Sinn sehr wohl bei mir an und ich lache daraufhin, als er meint, dass der Fernseher dann wohl eher nur zur Zierde ist und ich recht habe, dass er gerade an alles denkt, nur nicht an die Flimmerbox.

„Da hat aber jemand Blut geleckt, hm?“, frage ich neckisch und drücke meine Fingerkuppen ein bisschen fester in seine Schultern. So sehr mir seine Worte auch schmeicheln, sofort werde ich ihn definitiv nicht packen und aufs Sofa schleifen, nur, weil er mir durch die Blume hinweg gesagt hat, dass ihm der Sinn nach Sex steht. Der Alkohol zeigt auch bei Ryan schon eine ganz schön enorme Wirkung und am Ende muss ich noch aufpassen, dass er mich nicht noch zu Boden ringt, oder so. Wenigstens kann ich noch sagen, dass wir wirklich nur angeheitert sind und nicht betrunken. Da würde alles Sexuelle zu hundert Prozent ausfallen. Es ist ja gut, wenn man von Alkohol ein wenig mutiger wird, aber wenn man am nächsten Tag nichts mehr weiß, dann war es zu viel des Guten.

Meine Massage lasse ich ein kleines Weilchen bestehen und knete seine Schultern dabei so richtig durch. Seine Muskeln werden von Mal zu Mal lockerer und mir fällt es immer leichter ihn zu bearbeiten. Ich höre auch erst auf, als mir selbst die Finger schmerzen und meine Hände eine Pause brauchen. Nebenbei bin ich selbst auch schon ganz schön träge geworden und das eine oder andere Gähnen musste ich mir tatsächlich schon unterdrücken.

„Bist du mit einer Planänderung einverstanden? Wir gehen jetzt duschen und kuscheln uns danach gleich ins Bett? Irgendwie bin ich gerade verdammt müde und ich weiß nicht, ob das Sofa da so eine gute Idee ist“, murmele ich leise und spiele mit einer kleinen roten Strähne, die sich in seinem Nacken befindet. In den letzten Wochen sind Ryans Haare auch um einiges gewachsen und ich kann nun sehr gut meine Finger in den roten Haarschopf vergraben, wann immer mir danach ist.

Bevor es aber ausartet löse ich mich ganz von Ryan und trete einen Schritt zurück. Der Alkohol in meiner Blutbahn ist nun auch bei mir stärker bemerkbar und mir ist nach wie vor verdammt warm, während er mich gleichzeitig so derbe träge und müde macht, weil ich eben nur in Maßen getrunken habe. Außerdem dreht sich alles leicht, wenn ich mich zu schnell bewege. Ansonsten geht es mir aber gut und ich denke, ich schaffe es noch recht gut geradeaus zu laufen.

***
Ryan POV.

„Blut war es nicht...“ widerspreche ich meinem Freund, bevor er und seine geschickten Hände ein nicht zu unterdrückendes Stöhnen aus mir heraus massieren. Gott, das fühlt sich so verdammt gut an, was er da mit mir macht... Ich kann mich gar nicht richtig auf unser Gespräch konzentrieren – wenn wir überhaupt eins haben beziehungsweise wenn man unser Geplänkel überhaupt so nennen kann.

Seine Finger machen dann einfach weiter mit dem, was sie angefangen haben und mir fällt es von Sekunde zu Sekunde schwerer, die Augen offen zu halten und mich nicht einfach hinzugeben. Im nächsten Augenblick frage ich mich allerdings, warum ich mich eigentlich so dagegen wehre und gebe einfach nach und lasse mich tatsächlich zurück sinken, ganz vertraut darauf, dass Fionn schon weiß was er macht. Man spürt zumindest, dass er Ahnung hat, auch wenn er – meines Wissens nach zumindest – kein Profi ist. Nicht, dass man das merken würde... Gott...

Während sich so also nach und nach mein kompletter Körper entspannt, ist da ganz klischeemäßig eine Region, die alles andere als entspannt und weich ist, im Gegensatz zu meinen restlichen Muskeln. Unternehmen kann ich dagegen jedoch nicht wirklich etwas, da diese... Reaktion direkt mit dem verbunden ist, was mein Freund durch seine Massage in mir auslöst und da er diese munter fortführt, wird auch meine Körpermitte immer munterer und am Ende stöhne ich nicht mehr nur aufgrund der Wohltat der Behandlung, sondern weil es in meinem Schritt langsam etwas eng wird.

Ich weiß, dass Fionn denkt das käme allein vom Alkohol – auch wenn ich mir nicht erklären kann, woher ich das weiß beziehungsweise wie ich darauf komme, ich... spüre es einfach irgendwie – aber die Wahrheit ist, auch wenn der Alkohol in mir ein warmes, entspanntes Gefühl auslöst, das sich zusätzlich zu der Bearbeitung von außen auf meine momentane Leichtigkeit auswirkt, so kann ich doch nicht wirklich ihm die Schuld daran geben, dass ich gerade so ein Verlangen nach ihm habe.

Nein, das liegt ganz allein an ihm selbst und an seiner Art und... einfach an allem, was ihn ausmacht. Und vielleicht ein bisschen daran, dass wir hier in Island sind und mich das erstens sowieso (immer noch verwunderlicherweise) lockerer macht und Fionn hier zweitens ganz in seinem Element ist, was einem, wenn man genauer hinsieht, auch auffällt. Und das alles in Kombination miteinander ist der Grund, dass ich ihn gerade am Liebsten auf die nächst beste, einigermaßen bequeme Oberfläche werfen möchte und mich anschließend direkt obendrauf, bis wir nicht mehr wissen wo der Eine anfängt und der Andere aufhört.

Tja, wenn mein Freund nicht gerade verkünden würde, wie müde er ist und ich daraus wahrscheinlich folgerichtig schlussfolgere, dass ich wohl bis morgen warten muss, bevor ich meine Sehnsucht stillen kann – wenn man das überhaupt so nennen kann, ist ja nicht so, als wären wir über Jahre und Kilometer hinweg getrennt gewesen...

Seufzend stimme ich schließlich seinem Vorschlag zu und versuche anschließend meinem Körper zu erklären, dass er sich zu benehmen hat, auch wenn das nicht wirklich viel bringt und er wenige Augenblicke später unter der Dusche noch genauso munter und bereit ist, wie er es eben auch schon war. Tja, da muss er jetzt einfach durch und ich muss damit leben, dass Fionn und ich nicht ganz so aneinander geschmiegt duschen können wie wir das wollen, aber was soll’s. Ich hoffe dass wir das spätestens im Bett dann nachholen können, hoffentlich ist mein... Problem bis dahin wieder verschwunden. Solange ich ihm keine Aufmerksamkeit zukommen lasse, sollte es sich eigentlich von allein in Luft auflösen.
Sollte.

Scheinbar zählt Fionn nackt zu sehen allerdings schon als Aufmerksamkeit und sobald ich im Bett in seinen Armen liege, macht es das alles nur schlimmer. Gott, das klingt gerade echt so, als wäre ich notgeil und/oder verzweifelt, aber so ist es ja eigentlich gar nicht mal. Ich fühle mich nur immer noch so locker und entspannt und mein Freund liegt direkt hinter mir, dicht an mir und... verdammt.
Das wird eine harte Nacht. Wortwörtlich.

***
Fionn POV.

Ryan kommt mir fast wie eine knochenlose Puppe vor. Zumindest hängt er so auf seinem Stuhl und wirkt komplett entspannt. So habe ich ihn selbst auch noch nie gesehen. Aber deswegen benötigt er wahrscheinlich auch noch einige Minuten, bis er sich soweit sammeln und aufstehen kann. Ich sehe deutlich, dass er noch Stunden auf dem Stuhl hätte sitzen können, aber mich zieht es jetzt wirklich ins Bett und ich bin ehrlich gesagt selbst ziemlich überrascht, dass der Alkohol mir so sehr die Augenlider nach unten zieht.

Da hilft nicht einmal die Dusche und die doch sehr deutliche Erregung meines Freundes, auf die ich sonst immer sofort anspringe. Dass er sich damit unwohl fühlt kann man nicht übersehen. Auch nicht, dass er versucht sie so gut es geht vor mir zu verstecken. Normalerweise würde ich ihn auch gar nicht die Gelegenheit geben sie verstecken zu müssen. Aber heute ist mir nur noch nach schlafen. Vielleicht sollte ich selbst am besten die Finger vom ‚Schwarzen Tod‘ lassen. Man sieht ja, was es mit einem macht und dabei haben wir noch nicht mal richtig angefangen zu trinken.

Nach der Dusche und dem Zähneputzen bin ich dann tatsächlich nicht viel wacher und gähnend dirigiere ich meine Gliedmaßen in meine Schlafsachen. Das hat auch schon mal besser geklappt und kaum bin ich angezogen, da lasse ich mich wortwörtlich auf die Matratze fallen und zwinge meine Augen so lange auf, bis mein Freund ebenfalls zu mir ins Bett gekuschelt kommt. Der ist nach wie vor hellwach. Kopf wie die untere Region. Ein bisschen leid tut es mir ja schon, dass er so offensichtlich erregt hier mit mir liegt und ich gerade absolut keine Anstalten mache ihn davon zu befreien. Aber wenn ich ein Nickerchen gemacht habe, vielleicht kann ich ihm ja dann behilflich sein.

Mit einem leisen Schmatzen robbe ich soweit an ihn heran, dass er mit dem Rücken an meiner Brust liegt und ich mich der Länge nach an ihn schmiegen kann. Zu guter Letzt hauche ich meinem Freund noch einen Kuss auf die Wange, bis ich meinen Kopf auf dem weichen Kissen bette und es mir so richtig gemütlich mache. Vorher zupfe ich die Decke über uns noch zurecht und dann ist es wirklich perfekt.

***
Ryan POV.

Nach Fionns Gute-Nacht-Kuss bekomme ich regelrecht ein schlechtes Gewissen, weil er so liebevoll zu mir ist und ich beziehungsweise mein Kopf und mein Körper an nichts anderes denken können als daran, meinen Freund noch eine Weile wach zu halten und Dinge mit ihm zu tun, für die er so offensichtlich keine Energie mehr hat. Zumindest heute nicht mehr...

Das Zusammenreißen gelingt auch eher schlecht als recht da es mir absolut nicht gelingt auch nur ansatzweise an etwas anderes zu denken, aber da ich Fionn so an mich gepresst liegen habe, sodass wir uns quasi vom Scheitel bis zur Sohle berühren, ist das eigentlich auch nicht verwunderlich und ich möchte gerne mal wissen, wer da regungslos daliegen könnte. Wahrscheinlich niemand, aber das könnte dann auch daran liegen, dass ich solch ein Experiment niemals zulassen würde, weil zu meinem Freund außer Orange und mir niemand mit ins Bett darf, also verläuft dieser Gedanke letztendlich im Sand und versackt dort.

Tja, wenigstens ist Fionn inzwischen eingeschlafen und hat sich von meinem inneren Monolog nicht davon abhalten lassen und scheint sich auch jetzt nicht daran zu stören, worüber ich mehr als froh bin, da er so wenigstens nicht mitbekommt wie ich still und leise vor mich hin ‚leide‘, um es mal etwas zu überdramatisieren. Meinem schlechten Gewissen hilft das leider absolut nicht, eher im Gegenteil, also versuche ich mich auf den ruhigen Herzschlag hinter mir zu konzentrieren und auf die gleichmäßige und kaum hörbare Atmung, die teilweise gegen meinen Nacken stößt, sich allerdings alles andere als unangenehm anfühlt. Verdammt, so wird das nie was...

Vielleicht, wenn ich an Alaska denke? Oder an die Arktis? Sibirien vielleicht? An irgendeinen Ort, an dem es so kalt wie nur irgend möglich ist?
Fehlanzeige. Mir ist immer noch warm genug, um einen der Pole abtauen zu können, aber ich schätze das liegt jetzt zumindest zur Hälfte am Alkohol und nicht nur an Fionn, auch wenn ich dafür nicht meine Hand ins Feuer legen würde – SO sicher bin ich mir da nämlich nun auch wieder nicht.

***
Fionn POV.

Es tut mir fast schon leid, dass ich wirklich so schnell ins Traumland abdrifte. Ich merke ja selbst, dass Ryan alles andere als müde ist. Und ich weiß auch, dass er noch nicht müde ist. Den Beweis hatte ich ja in der Dusche die ganze Zeit vor Augen und auch als er ins Schlafzimmer gekommen ist, sah die Lage bei ihm auch noch nicht anders aus. In meinen Armen ist er auch bei weitem nicht so entspannt wie sonst. Da hat auch meine Massage von vorhin nichts geholfen. Vielleicht auch ist sie gerade der Grund, weswegen er so unter Strom steht. Vielleicht sollte ich mir doch noch mal kurz aufrappeln und ihn wenigstens ein bisschen Erleichterung verschaffen. So wird das sonst wohl nichts mit seinem Schlaf, was natürlich auch verständlich ist.

Ich muss dann aber doch ziemlich schnell eingeschlafen sein, denn als ich das nächste Mal meine Augen öffne, ist es stockduster im Raum und ich liege halb von meinem Freund weggedreht. Der scheint mittlerweile doch eingeschlafen zu sein, was mich irgendwie dann doch beruhigt. Da war seine Erregung vielleicht doch nicht ganz so penetrant wie erwartet. Trotzdem wird er sicherlich eine ganze Weile vor sich hin gedämmert haben, bis der Schlaf ihn wirklich in seine Fänge gezogen hat.

Ich weiß ja selbst wie das ist, wenn man mit einer Latte im Bett liegt, aber keiner da ist, der einem Hilft oder man selbst keine Lust auf Selbstbefriedigung hat und wenn ich ehrlich bin, dann kann ich mir auch nicht vorstellen, dass Ryan vor meinen Augen oder neben mir, weil ich eben eingeschlafen bin, sich einfach einen runter holt. Dazu wird er viel zu befangen sein, was ich auch nachvollziehen kann. Himmel, solche Gedanken mitten in der Nacht sind nicht gerade vorteilhaft, wie ich nun selbst merke. So gut es geht verscheuche ich sie aus meinem Kopf und versuche die Ruhe von zuvor wieder in mich aufzunehmen.

Kurzerhand rutsche ich wieder näher an ihn heran und schlinge meine Arme erneut von hinten um seinen Körper und klemme ihn mir fast schon unters Kinn. So drifte ich dann auch wieder sehr schnell in die nächste Runde schlaf.
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