WhatsApp für dich - Íslenska fyrir byrjendur

von myamemo
GeschichteRomanze, Familie / P18 Slash
25.12.2017
25.11.2019
163
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Dieses Kapitel
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Hallo!

Diese Story ist eine Zusammenarbeit von julianchen und mir. Sie übernimmt dabei den Part des Ryan und meine Wenigkeit verzapft den Fionn. Die Sternchen sind immer der Wechsel zwischen den Charakteren, ich hoffe das ist so verständlich?! Vielleicht gefällt die Story ja dem einem oder anderen ;)

lg mya

~~~
Ryan POV.

Warum habe ich mich eigentlich schon wieder breitschlagen lassen? Konnte ich nicht einfach nein sagen? Nein, konnte ich nicht. Kann ich nicht. Gott, warum mache ich nie meinen Mund auf? Jetzt haben wir den Salat. Eigentlich habe ich überhaupt keine Zeit dafür, ein Klassentreffen mit zu organisieren, nur dafür ist es jetzt leider zu spät.

"Oh Mann...", stöhne ich ein bisschen frustriert und lasse mich noch mit dem Telefon in der Hand auf meine Couch fallen. Wie um Himmels Willen soll ich bitte alle meine ehemaligen Klassenkameraden erreichen? Ich hab gerade mal von einem von denen die Handynummer und die, die mich mit der Aufgabe betreut hat, hat meine Nummer aus dem Telefonbuch. Telefonbuch! Mann, dabei hab ich mich so gefreut, als meine Eltern mir ihr Haus überlassen haben... Aber was soll's, rum meckern bringt jetzt auch nichts, dann fange ich halt mit dem an, dessen Nummer ich schon - oder immer noch - habe.

'Hey, hier ist Ryan von damals aus der Schule.', schreibe ich also über WhatsApp und komme mir beim Durchlesen dieses Satzes schon ein bisschen bescheuert vor. Wie das schon klingt! Aber da mir keine Alternative einfällt, muss das eben so bleiben.
'Wir wollen uns in drei Monaten zum zehnjährigen Klassentreffen' uhm... treffen? Nein, das klingt bescheuert. Gott, man sollte meinen, als Schriftsteller würde ich sowas besser hinkriegen, aber... das kann man eben einfach nicht vergleichen. Was schreibe ich denn jetzt? Zusammenfinden? Klingt viel zu hochtrabend... Mist. Uhm... ich lösche den Satz einfach noch mal.

'Wir wollen uns in drei Monaten zum zehnjährigen Schulabschluss treffen', schreibe ich dann also und das klingt doch nun schon viel besser. 'Bitte teile uns doch mit, an welchem Samstag im August es dir am besten passen würde.' Klingt auch doof, muss aber so gehen. 'Liebe Grüße' Nein, löschen. Das klingt zu sehr nach einem Brief oder... Mädchen. 'Gruß, Ryan' Ja, das geht. Mit freundlichen Grüßen wäre zu formell und herzliche Grüße geht ja nun gar nicht. So, jetzt schicken wir das noch schnell ab, bevor ich es mir nochmal anders überlege und am Ende noch was ganz bescheuertes zusammentexte.

***
Fionn POV.

Seit einigen Wochen lebe ich nun in Irland und trotz der anfänglichen Unsicherheit habe ich mich doch ganz gut eingelebt. Okay, nicht ganz, das Autofahren auf der linken Seite macht mir echt noch zu schaffen und es sieht immer einfacher aus, als es tatsächlich ist. Aber dafür komme ich auf dem kleinen Bauernhof bestens zurecht, denn ich mir ehrlich gesagt einfach habe andrehen lassen. Nur finde ich es jetzt gar nicht mal schlecht, denn das lenkt mich von meiner Vergangenheit und meinen wirren Gedanken ab, die sich immer wieder in meine Gedanken drängen wollen.

Zudem tut die körperliche Arbeit meinem Körper gut und in den paar Wochen hat sich schon einiges getan. Zumindest spannen mir meine T-Shirts mittlerweile schon ganz schön um die Arme und auch meine Bauchmuskeln haben sich ganz schön entwickelt. Zwar wird das hier keiner zu sehen bekommen, aber ich selbst finde es zumindest sehr angenehm. Somit bin ich zumindest tagsüber immer mit dem Vieh und auch der Instandsetzung des Hofes beschäftigt.

Nach einem langen reichen Arbeitstag streife ich mir an der Tür meine schweren, schmutzigen Arbeitsstiefel ab und hänge die Arbeitsjacke an den Haken, der im Flur an der kleinen Garderobe hängt. Mein erster Weg führt ins Bad, wo mich die Dusche begrüßt, die ich auch gleich direkt ausnutze und mir den Dreck und auch den Schweiß des Tages abwasche.

Da ich nicht vorhabe heute noch vor die Tür zu gehen, schlüpfe ich nur in lange Pyjamahosen und pflanze mich auf die breite Couch in das offene Wohnzimmer. Kurz verschnaufe ich und erhebe mich dann wieder um mir was zum Abendessen zu zaubern. Nur nebenbei fällt mein Blick auf mein Handy, welches verlassen auf dem Tisch liegt und vor sich hin blink.

Verwundert, da wirklich niemand die Nummer hat und ich es eigentlich nur für Notfälle gekauft habe, nehme ich es zur Hand und blicke verdutzt auf die Nachricht, die von einem Ryan stammt. Kurz starre ich es einfach nur an und will die Nachricht ignorieren, doch dann tut mir der arme Kerl schon leid, da er scheinbar dringend auf eine Antwort wartet.

'Hey Ryan. Ich weiß zwar nicht, wer du bist, aber mich wirst du wohl von der Liste streichen können. Im August habe ich leider keine Zeit. Fionn.', schreibe ich dann einfach zurück und lege das Handy wieder weg um mir endlich was zu essen zu machen.

***
Ryan POV.

So, das erledigt, bleiben nur noch ungefähr dreißig andere Leute übrig, die ich noch irgendwie ausfindig machen und erreichen muss. Ob außer mir noch andere im Telefonbuch stehen? Ich wage es zu bezweifeln, im heutigen Zeitalter der modernen Technik...

Erneut seufzend kämpfe ich mich trotzdem ein paar Stunden durch mein leicht eingestaubtes Telefonbuch und finde tatsächlich noch ein paar Namen, die mir bekannt vorkommen. Jetzt muss ich die nur noch anrufen, aber... ich hasse telefonieren. Mir reichen schon die regelmäßigen Telefonate mit meinem Verleger oder meinem Lektor und selbst da rufen die mich an und nicht andersrum. Da hab ich es lieber, wenn sie vorbei kommen, aber da der eine zweieinhalb Stunden und der andere vier Stunden von mir entfernt wohnt, lässt sich das natürlich nicht allzu oft einrichten. Leider. Ich würde auch selber fahren, aber... So knapp, wie die Zeit bei mir immer ist, ist das eher keine wirkliche Option.

Ach was soll's, sag ich mir, nachdem ich genug Zeit mit sinnieren verschwendet habe und reiße mich dann zusammen, um die paar Leute anzurufen, von denen ich hoffe, dass es auch die Richtigen sind. Denn noch schlimmer, als zu telefonieren ist für mich, mit Leuten zu telefonieren, die ich nicht kenne oder mich - wie in diesem Fall wahrscheinlich wäre - zu verwählen. Aber zum Glück scheint das Schicksal mir heute mal wohlgesonnen zu sein, denn es sich tatsächlich die richtigen Nummern, auch wenn ich unter den meisten von ihnen die Eltern meiner ehemaligen Klassenkameraden erreiche.

Nicht so schlimm, finde ich, als ich mir von ihnen dann eben die Nummern ihrer Söhne und Töchter geben lasse. Doch weil das dann erst mal genug Aufregung für heute war, beschließe ich einfach, den Rest morgen zu erledigen und mir noch einen schönen Restabend zu machen. Eigentlich müsste ich auch noch mindestens ein oder zwei Kapitel an meinem neuen Roman schreiben, aber... das kann auch bis morgen warten. Kein Wunder eigentlich, dass mir die Zeit immer so davonläuft, wenn ich alles vor mir her schiebe. Aber darüber denke ich jetzt nicht nach, während ich mir schnell was zu essen mache und dabei auf mein Handy schaue, da das stumm vor sich hin blinkt. Komisch. So viele Leute haben doch meine Handynummer gar nicht... und mein Verleger und Lektor würden anrufen und nicht schreiben, da kann ich sie nämlich nicht so lange ignorieren.

Mit gerunzelter Stirn setze ich mich und mein Abendbrot an den Küchentisch und schaue dann erst mal nach, wer mir geschrieben hat. Ahh, der eine, dessen Nummer ich noch als einzige hatte. Doch seine Nachricht macht mich stutzig. Er weiß nicht, wer ich bin? Okay...

'Hast du deinen Namen geändert, Jake?', stelle ich erst mal meine dringendste Frage. Vielleicht ist er im Zeugenschutzprogramm und musste seinen Namen ändern? Moment... dann hätte er doch aber auch ein neues Handy und eine neue Nummer... Nein, das macht keinen Sinn. Warum sollte er im Zeugenschutzprogramm sein?

'Und was soll das heißen, du weißt nicht, wer ich bin? Wir sind zehn Jahre zusammen zur Schule gegangen. In eine Klasse.' Ich bin mit seiner Schwester auf dem Abschlussball gewesen, aber das schreibe ich ihm lieber nicht. Vielleicht weiß er auch deswegen nicht mehr, wer ich bin oder er hat es verdrängt. Das ist damals alles ein bisschen... uhm, blöd ausgegangen.

'Und bis August sind es noch drei Monate, bist du so ausgebucht?' Von Angesicht zu Angesicht würde ich mir so eine Wortwahl niemals erlauben... Aber beim Schreiben... da fühle ich mich immer irgendwie mutig und unbeschwert und so, als könne ich es mit der ganzen Welt aufnehmen. Nicht so, wie im echten Leben... Deswegen bin ich Schriftsteller geworden.

***
Fionn POV.

Während ich mein Essen zubereite bleibt mein Handy stumm, doch kaum sitze ich am Tisch, vibriert es ein ums andere Mal und ich weiß jetzt wieder, warum so gut wie keiner meine Nummer hat, weil mir es jetzt schon auf den Pinsel geht. Aber vielleicht ist es doch was wichtiges, dennoch vertilge ich mein Essen zunächst und wasche das Geschirr ab, erst dann nehme ich das kleine Ding wieder in die Hand und öffne die Nachrichten, die allesamt von diesem Ryan sind.

'Nein, ich habe meinen Namen noch nie geändert. Und ich weiß auch nicht, wer Jake ist, noch wer Ryan sein soll. Und ich glaube nicht, dass wir zusammen in der Schule waren, außer, du redest von einer in Reykjavik, allerdings habe ich meinen Abschluss schon vor dreizehn Jahren gemacht. Und was die Sache im August angeht: Ich werde da viel mit ernten und meinem Vieh zu tun haben, also ist es ziemlich sicher, dass ich da weiterhin keine Zeit haben werde. Fionn.', schreibe ich naja, nicht unbedingt kurz und knapp, aber zumindest ausführlich genug, dass er es wenigstens verstehen sollte.

Danach hole ich mir ein Bier aus dem Kühlschrank und begebe mich damit aufs Sofa, wo Orange schon wartet. Die rot, weiß, schwarz getigerte Katze hat sich auf einem Kissen zusammen gerollt und wackelt immer wieder mit ihrem buschigen Schwanz. Kaum sitze ich, erhebt sie sich und lässt sich auf meinem Schoß nieder. Lächelnd kraule ich ihr die Ohren und lausche dem Schnurren, welches mir das Gefühl von zu Hause gibt.

***
Ryan POV.

Während des Essens gibt mein Handy keinen Pieps von sich, egal wie aufmerksam ich es beobachte. Am Ende gebe ich die Hoffnung schon fast auf, dass ich heute noch eine Antwort bekomme, aber als ich gerade meinen Teller und mein Besteck abwasche, vibriert mein Handy munter über den Tisch. Nach dem Abtrocknen nehme ich es mit ins Wohnzimmer auf die Couch und lese mir dann erst mal durch, was dieser angeblich-nicht-Jake mir geschrieben hat. Hmm... er weiß also nicht, wer Jake ist... okay, das ist... komisch. Und Reykjavik ist noch viel merkwürdiger, ich kenne schließlich niemanden aus Island, geschweige denn war ich jemals dort. Dann scheint der angeblich-nicht-Jake auch noch drei Jahre älter zu sein und- was lese ich da von ernten und Vieh? Okay, vielleicht - aber auch wirklich nur vielleicht - ist das tatsächlich nicht Jake, sondern wirklich... uhm, was hat er gesagt wie er heißt? Fionn... Ich kenne keinen Fionn. Ich bin verwirrt. Und das nicht nur ein bisschen.

'Wenn du tatsächlich keinen Jake kennst und auch kein Jake bist und auch mich nicht kennst... woher hab ich dann deine Nummer?', schreibe ich schließlich, weil es mir einfach keine Ruhe lässt. Nicht, dass Jake am Ende nur keine Lust auf das Klassentreffen hat. Das könnte er mir auch einfach sagen, ich hab nämlich eigentlich selber keine Lust drauf.

Vielleicht habe ich Jakes Nummer damals aber auch falsch abgespeichert? Nein, wir hatten ja noch ab und zu Kontakt in der ersten Zeit nach der Schule... oder? Oder war das eine andere Nummer und als er sie gewechselt hat, hat er mir eine falsche gegeben? Gott, das macht mich fertig. Das einzige was ich weiß ist, dass ich sie nicht aus einem Club haben kann, von jemandem der nur höflich sein wollte und mir statt der gewünschten eine falsche Nummer gegeben hat, denn in Clubs halte ich mich wirklich nie auf. Oh Mann, hoffentlich ist das morgen mit den anderen Leuten nicht auch so ein hin und her.

***
Fionn POV.

Ich wusste schon warum ich das Handy mit mir nehme, denn das kleine Ding macht sich bald wieder bemerkbar und ich ziehe es aus meiner Hosentasche. Ryans Frage bringt mich doch ein bisschen zum Schmunzeln. Er scheint es gar nicht glauben zu können, dass ich nicht dieser Jake bin.

'Ich habe die Nummer noch keine vier Wochen. Daran wird es vermutlich liegen. Da wird wohl jemand eine neue Nummer sich zugelegt haben, ohne dich zu informieren. Wenn du mir nicht glaubst, dass ich nicht dein Kumpel bin, kann ich dir auch ein Beweisfoto schicken.' Habe ich das jetzt ehrlich gefragt? Frage ich mich im nächsten Moment, nach dem ich die Nachricht gesendet habe. Oh man.

***
Ryan POV.

Ich bin gerade auf dem Weg ins Bad und danach ins Bett, als mein Handy wieder eine neue Mitteilung empfängt. Schnell putze ich mir noch die Zähne und schlüpfe in meine Schlafsachen, bevor ich es mir mit meinem Handy unter meiner Decke bequem mache. Okay... so langsam glaube ich, dass es tatsächlich nicht Jake ist. Wer würde schon so hartnäckig versuchen, Leute anzulügen? Verdammt...

Das heißt, er hat tatsächlich eine neue Nummer und ich keinen blassen Schimmer, wie ich ihn so erreichen soll. Der letzte Satz des Fremden unter bekannter Nummer macht mich jedoch stutzig. Steht das wirklich da, was ich gerade gelesen habe? Ja, eindeutig. Egal, wie oft ich mir die Worte anschaue, sie sagen immer noch das gleiche aus wie beim ersten Mal. Was zum- wieso sollte er sowas tun? Und warum zum Teufel schreibe ich ihm jetzt bitte ein dreistes 'Mach doch, wenn du dich traust' zurück?

***
Fionn POV.

Bei mir baut sich schon beinahe ein enttäuschtes Gefühl auf, als nach fünf Minuten immer noch keine Antwort da ist. Im nächsten Moment schüttele ich über mich selbst den Kopf.
"Ich glaube mir bekommt die Luft hier nicht.", sage ich zu Orange und drücke kurz meine Nase in ihr Fell. Sie mauzt nur kurz und lässt es sich ansonsten gefallen. Ich konzentriere mich dann wieder auf den Fernseher, als doch noch mal ein Vibrieren durch die Couch geht.

Mit leicht klopfendem Herzen – wie konnte ich schließlich nur so eine Frage stellen? – nehme ich das Handy und öffne die Nachricht, nur um dann zu schnauben. Dann soll er ein Bild haben! Zunächst schließe ich die Nachricht und aktiviere dafür die Kamera. Bisschen dunkel vielleicht, mit dem wenigen Licht, aber ich denke, das wird schon gehen. Ich probiere mit der Frontkamera ein bisschen herum, bis ich gut zu erkennen bin und dann einfach auf den Auslöser drücke. Genau in diesem Moment hebt Orange den Kopf und guckt gleichzeitig mit mir in die Kamera. Ich bin so verdutzt, dass ich das Bild erst anstarren, dann aber lachen muss.

"Okay, dann stellst du dich eben auch gleich mit vor.", stupse ich meine Nase an ihre, bevor das bunte Knäul sich wieder auf meinem Schoß zusammen rollt. Schnell öffne ich wieder Ryans Nachricht und mache das Foto zum Schicken bereit.

'Keiner von uns ist Jake, sorry.', schreib ich drunter und lege das Handy wieder zur Seite.
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