Stille Nacht

von JH Stair
KurzgeschichteFamilie, Freundschaft / P12
Andreas "And.Ypsilon" Rieke Michael "Michi" Beck Michael Bernd "Smudo" Schmidt OC (Own Character) Thomas "D" Dürr
24.12.2017
24.12.2017
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„Michael Bernd Schmidt! Es sieht aus wie auf dem Schlachtfeld!“, rief Michaels Mutter und sah sich in ihrer Küche um. „Ich wollte dir nur Frühstück machen.“, grinste der Junge und hielt seiner Mutter einen Teller entgegen. Der Toast war etwas angebrannt, aber es reichte, um seine Mutter zu besänftigen. „Kommt Papa heute Abend?“, fragte Michael, während sie aßen. „Michael... Ich hab es dir doch schon erklärt... Dein Vater kommt nicht wieder.“ „Warum nicht?“ „Weil... Das verstehst du noch nicht...“ „Aber es ist Weihnachten...“ „Mag sein. Aber er will nicht kommen. Ich hab es versucht.“ Micheal versuchte seine Tränen zu unterdrücken.

Andy starrte aus dem Autofenster und gähnte. „Halt dir die Hand vor den Mund. Das ist nämlich ansteckend.“, grinste sein Vater hinterm Steuer und gähnte ebenfalls. „Warum müssen wir auch um drei Uhr aufstehen und nach Österreich fahren?“, grummelte Andy. „Du wolltest weiße Weihnachten, oder nicht?“, entgegnete sein Vater. „Ich wollte Familienweihnachten.“ Sein Vater seufzte. „Wir hatten das doch besprochen. Deine Mutter muss arbeiten und deine Brüder kommen bei Freunden unter...“ „Warum kann ich nicht bei Michael feiern?“, fragte Andy grummelnd. „Weil die heute Abend nach Offenbach fahren.“, antwortete sein Vater seufzend. „Jetzt zieh doch nicht so ein Gesicht, Junge.“

Thomas sprang auf dem Bett seiner Eltern auf und ab. „Weihnachten! Weihnachten!“ „Thomas... Weihnachten ist erst morgen... Heute ist Heiligabend.“, korrigierte seine Schwester. „Und ich bin kein Trampolin.“, fügte sein Vater grinsend hinzu. „Aber heute gibt es Geschenke!“, rief Thomas aufgeregt und sprang zu seiner Mutter, damit sein Vater aufstehen konnte. „Kann sein. Aber so wie du dich gerade aufführst, denke ich, dass wir auf die Bescherung verzichten.“, grummelte seine Mutter unter ihrer Decke. „Nein!“, jammerte Thomas und kroch neben sie. „Heute ist Weihnachten... Ich bin auch brav!“ Seine Mutter lachte und scheuchte ihre Familie nach unten in die Küche.

Michi hasste Weihnachten. Es war nur noch ein Feiertag, der einen Anlass gab, dass die Menschen, die sich seine Familie nannten, zusammen kamen. Sein Vater würde auf gute Familie machen... Dabei war das alles nur gelogen. Seit seine Mutter vor einem Jahr gestorben war, lief es zuhause gar nicht mehr gut. Und mit etwas Pech, würde sein Vater sich heute auch noch betrinken. Das wäre das Schlimmste, was heute passieren könnte. Aber so wie er seinen Vater kannte, würde er das tun. Jede Gelegenheit nutzen, um zu trinken... Wenn er betrunken war, wurde er gewalttätig. Und es traf immer Michi.
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