Mary Sue in Mittelerde

von Eldeen
OneshotHumor / P12
24.12.2017
24.12.2017
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Hey, Leute. Das hier sollte eine etwas längere Parodie werden,
aber zu mehr war ich irgendwie nicht fähig. Vielleicht ist es auch gut so...
Nehmt das nicht ernst, ich habe mir nur einen Spaß erlaubt.
Lasset uns in Klischees baden!






Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr tief in eurem Inneren irgendwie wisst, dass ihr etwas ganz Besonderes seid?
Mit Sicherheit nicht, denn ich bin die Einzige, die besonders ist. Doch nicht ihr, ihr hässlichen Drecksdeppen. In euch würde sich niemals ein König aus Mittelerde verlieben, weil ihr bei weitem nicht so schön und klug seid wie ich.
Denkt jetzt nicht, dass ich perfekt bin. Denn das bin ich nicht, weil ich viel zu klein bin, eine schreckliche Kindheit hatte und aus diesen Gründen unter Depressionen leide. Wisst ihr, meine Eltern starben bei einem Autounfall, als ich noch klein war. Gott sei Dank. Jetzt brauche ich sie in dieser Geschichte nicht mehr erwähnen, denn sie würden erstens den Plot nur unnötig belasten, und zweitens interessiert sich sowieso keiner für meine Alten.
Selbstverständlich stehe ich im Vordergrund, nicht sie. Und meine fantastische Reise natürlich, da ich allein durch meine Anwesenheit die Geschehnisse in Mittelerde so beeinflusse, dass ich am Ende die Heldin bin und allen den Allerwertesten rette.
Naja. Ich bin, wie bereits angedeutet, anders als die anderen Mädchen. Interessiere mich seltsamerweise für Schwertkämpfe, Mittelalter, Bücher und Magie. Zwar müsste jeder gebildete Mensch wissen, dass jedes Individuum pseudo-sonderbare Interessen hat und mich dieser Mittelalterscheiß noch lange nicht besonders macht, aber ihr seid ja sicher alle so intelligent wie drei Meter Feldweg und glaubt an diesen „Was-normale-Mädchen-mögen“ Youtube-Bullshit.
Mein ereignisloses Leben fand ein jähes Ende, als ich plötzlich in Mittelerde landete. Ich war irgendwie nicht vorbereitet, aber irgendwie schon. Ihr wisst sicher, was ich meine. Da ich alle Bücher über Mittelerde gelesen habe, wusste ich so gut wie alles über das Land, die Sprachen und Schriften, sowie die Bewohner der verschiedenen Reiche. Ich konnte dank meiner einzigartigen, mädchenuntypischen Interessen mit dem Schwert umgehen und mich der Zeit entsprechend verhalten. Kurzum: Ich war ganz zufällig perfekt auf den Trip ins Reich der Elben, Orks, Hobbits und Zwerge vorbereitet.
Zwar hätte es auch sein können, dass ich von irgendeinem Psychopathen entführt und in einen tiefen Wald geschleppt wurde – aber nein, ich war mir sicher, dass es Mittelerde war, da ich mich so gut auskannte. Immerhin wuchsen dort Pilze im Wald. Hobbits essen Pilze.
Ja und wie das alles genau passierte, erzähle ich euch dann später mal genauer. Habe gleich ein Date mit Thorin und keine Lust, weiter zu schreiben. Außerdem ist die Tinte le
 


1. KAPITEL

Ich öffnete meine Augen und sah direkt vor mir einen schmackhaften Pilz, perfekt in Szene gesetzt mit etwas Moos, Laub und leuchtenden Schwebteilchen in der Luft. „Oh“, machte ich und streckte einen Finger aus, um quer über die glitschige Oberfläche zu streichen. Braun, ohne Lamellen. „Ein Pilz.“ Den Schleim am Finger skeptisch betrachtend stand ich mit einer halben Tonne Gras im Gesicht auf und nahm meine Umgebung wahr. Die Luft hatte genau zwei Prozent mehr Sauerstoff, das Licht der Sonne war irgendwie anders und der dichte Wald, in dem ich stand, machte komische Geräusche. Als würden die Bäume absichtlich knarren und mit ihren Kronen wedeln. Voll nicht normal. „Oh“, machte ich erneut, „Ich bin in Mittelerde. Cool.“
Dann nahm ich das seltene Schwert, das da zufällig in der Botanik lag und stiefelte los.
Mein altes Leben hatte ich schon vergessen, denn nun war ich in Mittelerde und konnte endlich das tun, was ich schon immer tun wollte: Durch Wälder laufen, Feuer machen, mit Schwert schlafen, Orks kastrieren, Gandalf frisieren, Elbensprache internalisieren…
Hier war ich nicht mehr das nerdige Außenseitermädchen, sondern eine allwissende Göttin. Ja! Und alle würden mich lieben!
Ich drehte mich um und lief zufällig in den Zwergenkönig hinein. „Oh, entschuldigt bitte, ich bin so ein wertloses, tollpatschiges Ding!“ Mit gespieltem Entsetzen trat ich einen Schritt zurück und achtete darauf, dass mein Ausschnitt gut zu sehen war.
Thorin starrte mich mit großen Augen an und schubste Kili und Fili, die sich sabbernd auf mich stürzten, grob zur Seite. Die anderen Zwerge standen dekorativ in der Ecke. „Ihr seid so wunderschön! Heiratet mich!“
Ich winkte ab und kicherte verlegen. „ Ok.“
Thorin steckte mir den einen Ring an den Finger. Daraufhin wurde ich unsichtbar, tötete Sauron, alle Orks und alles andere, was einen spannenden Plot zur Folge hätte.
Dann bekamen Thorin und ich siebenundzwanzig wunderschöne Kinder und wir lebten glücklich, bis er an Altersschwäche starb und ich den Elbenkönig heiratete.

Ende.
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