Avalon

GeschichteFantasy / P12
Eamon
24.12.2017
28.03.2018
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-RUBY-

Mein Blick wanderte hinaus durch die großen, kunstvollen und uralten Fenstern des Gemeindschaftsraums von  Avalon. Blühende Apfelhaine, zwitschernde Vögel, endlose wiesen und Blumen, soweit das Auge reichte. Das Alles war einfach zu schön, um wahr zu sein.
Wie hatte ich nur die Ehre bekommen können, das alles hier einmal zu sehen zu bekommen?
Ich wollte nach meinen Haaren greifen und sie meiner Gewohnheit entsprechend um die Finger wickeln. Meiner alten Gewohnheit. Wie so oft erschrak ich über die kahle Stelle auf meiner Kopfhaut. Das war einer der Preise, die man für dieses Erlebnis hier bezahlen musste. Doch ich würde alles Geld der Welt bezahlen, nur um hier auch nur einen Tag sein zu dürfen.
„Ruby! Wie lautet die genaue Rezeptur für das Kräuterbalsam von letzter Stunde?“.
Wer zur Hölle hatte da gesprochen? Verwirrt hob ich meinen Kopf und  richtete ich meinen Blick auf die Person vor mir.

Ich hatte nicht aufgepasst. mal wieder.
Ups. Ganz toll gemacht Ruby. Am liebsten hätte ich laut geflucht, doch das war hier genauso verboten, wie im Unterricht zu träumen.
„Ruby, ich wiederhole mich nur ungern!“, erwiderte die kleine Person vor mir. Sie hatte ein langes, hervorstehendes Kinn, der zornige Blick der sonst so freundlich blauen Augen schien mich fest zu nageln.
ich wusste nicht warum, aber auf irgend eine Art und weise erinnerte mich diese Lehrerin
an einen Gnom. Es fehlte nur noch ein paar haarige Warzen und eine rote Zipfelmütze und sie könnte prima als Rumpelstilzchen am Schultheater des Colleges vorsprechen.
Unwillkürlich musste ich kichern.
Die Augen verengten sich noch ein bisschen mehr, ich fragte mich, wie das möglich sein könnte. Ich nahm entfernt ein leises Gelächter meiner Mitschüler war. Eine warme Hand legte sich auf meine Schulter.
Ich war nicht sicher, wem sie gehörte, doch sie holte mich zurück in die Wirklichkeit.
Mist. siedend heiß fiel mir ein, dass die meisten dieser Mitschüler an der Avalonschule Gedanke lesen konnten. Wo war dieses verdammte Loch im Boden, wenn man es mal brauchte?

Ein tiefes Räuspern ließ mich den Blick abwenden. Wer war das gewesen? Hier saßen ausschließlich Mädchen. Und was war plötzlich mit der Frau zu der die unergründlichen Augen gehörten, plötzlich los? Wieso senkte sie ihren Kopf? Hatte ich etwas im Gesicht? Sie angespuckt?
Verlegen wischte ich mir über den Mund. Nichts. Mitten in der Bewegung hielt ich inne. Ich spürte wie sich meine Augen weiteten, als ich meinen Blick der Tür zuwandte.
Der Elfenkönig. Eamon höchstpersöhnlich. Wieso saß ich noch? Ich musste mich verbeugen, und zwar schleunigst.
Ich sprang auf, und das womöglich etwas zu schnell. Ich spürte, wie ich mich in meiner Robe verhedderte, und fiel. der länge nach und direkt vor die Füße Eamons.

Beschämt versuchte ich mich aufzurappeln, doch nicht mal das konnte ich. „Ganz toll gemacht Ruby.“, schimpfte ich in Gedanken zu mir selbst.
Was war mit Eamon los? Er hörte sich an wie ein sterbender Fisch. Wobei, konnten die überhaupt Geräusche machen? Ich merkte, wie ich abschweifte.
Nun konnte er es doch nicht mehr zurückhalten und prustete los. Er lachte.
Peinlicher konnte es nicht werden. Ein Elfenkönig, der seine Ernsthaftigkeit vergaß, seine Jungenhaftigkeit zu Vorschein brachte und mich auslachte. Eine haarlose Person, die in keinerlei Hinsicht dem Abbild einer Elfe entsprach. wie hatte Felicity das nur aushalten können?
Peinlich berührt senkte ich meinen Blick zu Boden. Und bemerkte, dass ich immer noch auf dem Boden saß. Ehe ich mich versah, spürte ich eine kräftige Hand, die mich in einem Schwung auf die Füße hielte.

„Entschuldige, Ruby“, durchbrach Eamons tiefe Stimme die Stille und wurde wieder ernst. Doch als ich mit hochrotem Kopf zu ihm aufschaute, bemerkte ich das verräterische Zucken um seine Mundwinkel. Na wenigstens einer von uns hatte was zu lachen.
„Ich wollte gerade zu dir. Ich muss gestehen, dass ich schon etwas überraschten über die stürmische Begrüßung. Würdest du mich begleiten?“. Er hielt mir seinen Arm hin, doch ich war zu hypnotisiert.

Zu hypnotisiert von dem wunderschön weichen, melodischen Klang seiner Stimme. Was hatte er gesagt?  In meinem Kopf hatte sich ein wohliger Nebel ausgebreitet.
Was war das? Wieso Strecke er den Arm aus?
Siedend heiß bemerkte ich, dass es ein Befehl war. Ein schön geformter Befehl. Ich war unfähig, etwas zu sagen, und hakte mich zitternd bei ihm unter.
Mein Herz stolperte, als ich seinen unvergleichlichen Duft einatmete. „Schön weiteratmen,Ruby.“, befahl ich zu mir selbst und sah ein Schmunzeln auf Eamons Lippen. Hatte ich das etwa laut gesagt? Mist. Ich senkte meinen Kopf und überlegte, was mich wohl erwarten würde.


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Heyy :) Ich bin sowas von in Weihnachtsstimmung. Deswegen musste da auch eine Romanze her :). Jaa, die PAN- Trilogie ist mein absolutes Lieblingbuch bzw Reihe. Ich hoffe, es gibt ein paar Fans da draußen, die auch meiner Meinung sind, dass es eine der Besten Reihen ist. ;)
LG Schokomuffin

PS: FROHE WEIHNACHTEN!!!