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Verschwunden?

KurzgeschichteFantasy, Schmerz/Trost / P18
Dr. Walter Bishop Olivia Dunham Peter Bishop
24.12.2017
24.12.2017
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Mal eine völlig neue Rubrik für mich, lasst mir doch gerne mal eure Meinung dazu hier ^^

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Eine Welt ohne dich


Mit pochenden Kopfschmerzen erwachte ich, verdammt, was ist geschehen? Und wo zur Hölle war ich hier?  Hektisch wandte ich meinen Kopf in alle Richtungen um mich umzublicken, bereute es jedoch sofort wieder. Zu meinen Kopfschmerzen gesellte sich noch Übelkeit hinzu, 'großartig Olivia, ganz schlau',  tadelte ich mich in Gedanken und selbst dort trof meine Stimme nur so vor Sarkasmus. 'Okay, Olivia, beruhige dich und denk daran was du bei dem FBI gelernt hast, nimm dann noch die Erfahrungen aus der Fringe Devision dazu und sofort solltest du die Lage erfasst haben', sprach ich mir gut zu, wiederholte es wie ein Mantra. Ich schloss meine Augen und atmete tief durch, ich musste einen klaren Kopf bekommen, auch wenn diese Kopfschmerzen hinderlich dabei waren. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, ich hätte den schlimmsten Kater meines Lebens, dabei habe ich gestern Abend keinen Tropfen Alkohol angerührt.

12 Stunden zuvor:
"Miss Dunham, seien Sie vorsichtig, wir wissen nicht was uns dort erwartet", ließ mich Walter besorgt wissen. Ein freudloses Lächeln huschte über meine Lippen, das wussten wir doch eigentlich nie, aber sagen würde ich es dem alten Mann nicht. Niemals würde ich ihn wieder in irgendeiner Weise ungerecht behandelt. Auch wenn er damals für die Experimente an mir maßgeblich mitbeteiligt gewesen war, so hatte er dennoch versucht Buße zu tun und das musste ich ihm hoch anrechnen, das tat ich auch. "Alles klar, Walter, ihr aber auch", gab ich zur Antwort durch mein Funkgerät an meinem linken Ohr durch, das knacken verriet mir, dass sie den Kontakt unterbrochen hatten.

'Keine Sorge, Olivia, ich werde da sein, immer. Um dich zu beschützen', hallten die Worte von Peter in meinem Geiste nach. Unwillkürlich musste ich über diese Worte Lächeln. Doch für solch romantisch überzogene Gedanken war nun gerade wirklich der falsche Zeitpunkt. In letzter Zeit verschwanden einige Personen, nur um Tage später Tod wieder aufzutauchen. Das an sich war kein Grund die Fringe Devision zu Rate zu ziehen, viel eher die Tatsache, dass sie an öffentlichen, gut besuchten Orten urplötzlich auftauchten. Auch die Tatsache, dass sie niemand für vermisst erklärt hatte, sondern sie scheinbar vergessen hatten sprach dafür, erst wenn sie Tod aufgefunden wurden, schienen sich alle an die Person wieder zu erinnern. Der groteskeste Fall war der einer Frau, welche auf einem Spielplatz wie aus dem nichts erschienen war. Sie hatte sich anscheinend selbst umgebracht, denn es waren keinerlei Kampfspuren am Tatort zu sehen, selbst die Tatwaffe war unauffindbar. Dies war jedoch auch noch eine Sache der Unmöglichkeit, denn als wir an dem Tatort ankamen, war die Leiche noch warm, konnte somit nicht nicht allzu lange Tod sein, selbst das Blut sickerte noch fast gemächlich aus ihrem offenen Hals. Ich hatte ja schon einiges gesehen, aber der Anblick solch einer Tat war selbst mir ein wenig zu viel. Entweder wurde die Frau von jemanden getötet welcher einen unglaublichen Hass ihr Gegenüber verspürte, oder es war eine einzige grausame Tat der Verzweiflung. Astrid stellte später fest, dass das Mordinstrument durch ihren gesamten Hals ging und sogar die Wirbelsäule in ihrem Nacken verletzt hatte.

Schnell schüttelte ich meinen Kopf um diese Gedanken und vorallem dieses Bild wieder los zu werden, dafür war jetzt keine Zeit und das war eindeutig nicht sehr professionell. Mit geübten Fingern zog ich meine Waffe aus ihrem Halfter, entsicherte sie und ging langsam auf die schwere Stalltür vor mir zu. Dort vermutete Walter den Verdächtigen, er war zwar verschroben, aber behielt, leider, oft Recht was solche Dinge anbelangte. Tief atmete ich nocheinmal durch, straffte meine Gestalt, egal was kommen würde, ich war bereit

Wieder in der Gegenwart:

Ziellos lief ich durch einige Gassen, verdammt, mir brummte der Schädel, was war nur geschehen? Und warum war es so still? Es konnte nicht soviel Zeit vergangen sein in meiner Ohnmacht, dass man mich ausserhalb New York's bringen konnte, ganz ohne das Peter und Walter es mitbekamen. Ganz zu schweigen was Agent Brody für Wellen schlagen würde aufgrund meines Vermissens. Ich erkannte auch abgesehen dieser Tatsache die Gassen wieder. Ich war diese Straße entlang gegangen um zu dem Versteck unseres Verdächtigen zu kommen, welches ziemlich zentral der Stadt lag. Und an solch einem öffentlichen, belebten Ort musste es Menschen geben, Autos die fuhren, Taxen, Buse und so weiter, aber es war nichts, rein garnichts zu hören, nicht einmal vogelzwitschern, oder das allgegenwärtige brummen der Helikopter. Was im Namen von Gott war los?

Schwerfällig setzte ich einen Schritt nach dem anderen, stützte mich sogar an der Wand ab, als mir kurz schwarz vor Augen wurde. Unsicher blickte ich mich um, es war alles genauso wie gestern Abend, die umgestürzte Mülltonne lag zu meiner rechten, zwei Meter weiter in der Gasse hinein lag ein altes Auto, welches scheinbar von den hiesigen Gangs ausgeschlachtet wurde. Die Scheiben waren eingeschlagen, der Innenraum verwüstet und alles was Geld bringen könnte war geplündert worden, selbst die Reifen fehlten.

Eher widerwillig trat ich aus dem schützenden Schatten der Gasse hervor, kniff die Augen zusammen ob des hellen Lichts. Es vergingen endlose Sekunden, welche mir wie Stunden erschienen, ehe sich meine Augen an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnten und ich meinen Blick auf die leere Straße vor mir richten konnte. Sie war leer, LEER bei allen guten Geistern noch eins. "Was...?", sprach ich meine Gedanken laut aus, erschreckte mich aber über den Klang meiner eigenen Stimme mehr, als über die Tatsache das die Stadt wie ausgestorben zu sein schien. Es war nicht so das es mir im Hals kratzte oder er trocken war, nein, es war meine Stimme, doch klang sie so völlig anders, so fremd. So kalt und distanziert... Nicht einmal Olivianativ konnte soviel Abneigung in ihre Stimme legen. Ein kalter Schauer erfasste mich wegen dieser Gedanken und um mich davon abzulenken, ging ich die leere Straße entlang. Es war wirklich sehr seltsam. Die Straßen schienen belebt zu sein, aber dennoch Tod. Die wenigen Geschäfte hier waren geöffnet, selbst die Kaffeestände hatten offen und der verführerische Duft drang in meine Nase. To-Go Becher standen auf den Tresen und dampten fröhlich vor sich hin, erkalteten aber auch in Sekundenschnelle. Die Läden schlossen sich, Autos an den Straßenrändern verschwanden und neue tauchten auf, was zur Hölle?!?

>>...Einsamkeit ist das erste Zeichen des Wahnsinns, Miss Dunham...<<

11 Stunden zuvor:

Ich stieß die Tür auf, richtete instinktiv meine Waffe in die Mitte des Raumes, erwartete dort unseren Tatverdächtigen zu sehen, wurde jedoch jäh enttäuscht. Es war leer, einzig und alleine der Staub tanzte in dem einfallenden Licht der Kanalöffnung, welche in der rechten, gegenüber liegenden Deckenseite eingelassen worden war. Misstrauisch sah ich mich in dem kargen Raum um, war dies der einzige Zugang zu eben diesem. Schnell glitt meine Linke Hand zu meinem Ohr, betätigte dort den kleinen Knopf des kabellosen Funkgerätes. "Walter? Walter, es ist niemand hier, wir haben uns geirrt. Walter...?" sprach ich, doch bekam keine Antwort, an Interferenzen konnte es kaum liegen, einen Meter weiter zurück hat es noch einwandfrei funktioniert. Als plötzlich ein knacken ertönte, richtete ich meine ganze Aufmerksamkeit auf den kleinen Empfänger.

"Walter?!?" "Miss... ham... kö...en Sie mi... ren? Sie...üsse... winden... fort!", drang es gebrochen zu mir, verstand nicht was der alte Mann von mir wollte. "Walter? Können Sie das Bitte wiederholen? Walter? Hallo?!? Hören Sie mich?", wandte ich mich mit einem schlechten Gefühl gänzlich ab, richtete mich zur Tür, wollte gerade durch diese treten auf Hoffnung das der Funk besser werden würde, als ich erschrocken inne hielt. In der Tür stand plötzlich eine hochgewachsene Person, ohne Augen, Nase oder sonst irgendetwas was auf ein Gesicht schließen lassen könnte, nicht einmal einen Mund besaß das Wesen. Ich konnte nicht einmal eindeutig sagen, ob es männlich oder weiblich war, aber ich wusste, es starrte mich an.

"Miss Dunham, verschwinden Sie sofort von dort, Sie sind in Gefahr!", dröhnte die besorgte Stimme des Ehemaligen Wissenschaftlichers in mein Ohr. "Olivia, können Sie uns hören? Bitte antworten Sie uns doch", hörte ich auch noch Astrid fast schon flehend sagen, doch war ich unfähig auch nur eine Antwort zu geben. Wie erstarrt stand ich dort, nicht fähig einen klaren Gedanken fassen zu können. Das Wesen vor mir schien alles in mir zu verdrängen, meine Sicht verschwamm allmählich, hatte das Gefühl als würde ich den Boden unter meinen Füßen verlieren, in ein tiefes und bodenloses Loch zu fallen. Nur vage bekam ich mit, das sich das Wesen mir näherte, fast schon andächtig Schritt es in meine Richtung. So als ob es mich kennen würde, aber ich dennoch eine Fremde Person war, es war ein seltsames Gefühl, denn irgendwie war es dieses, welches ich spürte, wenn ich in das gesichtslose Gesicht sah.

>>Die Welt ist ein schöner Ort und ohne Sie, Miss Dunham, wird er ein noch viel besserer werden<<, verhallte die Stimme meines Gegenübers, warm, melodisch, beruhigend, aber dennoch schneidend und gefährlich. Wie von selbst wurde mein Körper immer schlaffer, als hätte ich seid Monaten nicht mehr geschlafen und es nun seinen Tribut fordern würde. Langsam hob es seinen Linken Arm, nur um seine, oder ihre, Hand sanft an meine Wange zu legen.

>>Schlafen Sie... Die Welt möchte Sie nicht mehr haben, ich werde Ihnen zeigen, was für Leid Sie den Menschen gebracht haben... Es wird alles gut werden, nur müssen Sie dafür schlafen<<, drang erneut diese Stimme zu mir, war es dennoch kaum zu verstehen. Ich hatte das Gefühl als wäre in meinem Kopf nur Watte und es war schwierig nicht auf das Angebot zu schlafen einzugehen. Zu schwierig, denn ich spürte, wie mich eine unglaubliche Müdigkeit überwältigte und mich mit sich in tiefe Schwärze riss.

Wieder in der Gegenwart:

Nur schwer drangen die fetzten der Erinnerung zu mir durch und der Schmerz hatte sich dabei auch noch verschlimmert. Ich würde meine Marke und meine Pistole geben, nur für eine Aspirin und einen sehr starken Kaffee. Jedoch wusste ich, dieses Angebot war vergeudete Liebesmüh, denn keine einzige Menschenseele war in der Stadt anzutreffen. Ich wusste weder was dieses Wesen war, noch wie es geschafft hatte mich in eine Art Parallelwelt zu schieben, aber eines wusste ich nur zu genau. Dieses was auch immer würde dafür bezahlen müssen. Noch zu allgegenwärtig waren die Erinnerungen an die Alternative Welt in mir vorhanden, ich hatte das Trauma von damals noch lange nicht überwunden, dessen war ich mir sicher.

Ziellos ging ich durch die Straßen von der einst so belebten Stadt, machte mir nicht einmal mehr die Mühe nach anderen Menschen Ausschau zu halten, als etwas meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Eine Apotheke, dort könnte ich endlich etwas gegen meine Schmerzen finden, konnte mich mit diesem Schädel kaum konzentrieren. Wie sollte ich denn einen Ausweg finden ohne einen klaren Gedanken fassen zu können? Und meine Kräfte würde ich ohne Konzentration auch kaum abrufen können, auch wenn ich es eigentlich nicht wollte. Doch ein Gefühl in mir sagte, ich würde es müssen und wenn ich eines in den Jahren der Fringe Devision gelernt hatte, dann war es auf mein Bauchgefühl zu hören, wenn Walter mal nicht zur Stelle war.

Schnell war das schloss geknackt und genauso schnell war ich hinter den Tresen gerannt, hatte die Scheibe zu den Medikamenten eingeschlagen und mir eine Handvoll Schmerztabletten genehmigt, wartete nur noch darauf, dass diese ihre Wirkung entfalteten, auch wenn mein Hals nun staubtrocken war. Jedoch war aus dem Wasserhahn kein Tropfen Wasser heraus zu bekommen. Wenn ich nicht durch die völlige Isolation verrückt werden würde, dann würde ich früher oder später verhungern oder verdursten und das waren weitaus grausamere Tode als durch eigene Hand.

Ich wartete noch einige Minuten, bis endlich die Chemie anfangen würde zu wirken, ehe ich mich erhob und mich wieder aus dem Laden begab. Mittlerweile mussten die Tage erneut gewechselt haben, denn war die zerbrochene Scheibe wieder völlig intakt, andere Autos standen an den Straßen und neue Mode wurden in Geschäften in Fenstern ausgestellt. Scheinbar schien hier die Zeit schneller zu laufen als ich es sonst gewohnt war, jedoch verspürte ich, zu meinem Glück, keinerlei Hunger oder Durst, was ich als gutes Zeichen nahm. Allerdings machte mir die Situation auch ziemlich Angst, denn wenn ich hier, wo auch immer hier sein möge, war und die Zeit schneller zu laufen schien, wie lange war ich dann wohl in der realen, eigentlichen Welt schon verschwunden? Vermisste mich überhaupt jemand und suchte nach mir? Wenn man davon ausging, dass es sich hier bei dieser Situation um die gleiche handelte wie bei den anderen opfern, dann eher nicht. Dann müssten mich alle Menschen vergessen haben und sich erst wieder an mich erinnern, wenn ich zurück war, Tod... Keine schöne Aussichten um ehrlich zu sein.

>>Deine Existenz ist ein Fehler der korrigiert werden muss... Das Leben deiner Mitmenschen läuft ohne dich viel besser, hat andere Bahnen gezogen und alles ist für sie perfekt... Du hast jeden an ihr Glück gehindert, das kann doch nicht gut sein, oder...?<<

Diese Stimme...! Verkrampft massierte ich mir meine Schläfen, mein Kopf schien zu explodieren und die Stimme aus jeder erdenklichen Richtung zu kommen. Die ganze Straße mit allen Gebäuden schien zu vibrieren und das Glas war kurz davor zu zersplittern. Eine unangenehme Aussicht, in Scherben zu duschen, doch hatte ich weitaus schlimmeres hinter mich gebracht. Die Folter in der Parallelen Welt, die Aussicht Peter zu verlieren in der Alternativen, die ganzen Monster und wahnsinnigen die wir gefasst haben, alles nur Dank Walter, Astrid und Peter. Ich war schon öfter auf mich alleine gestellt, und ich würde nicht kleinbei geben, niemals. Ich versuchte meine Schmerzen auszublenden, atmete tief durch und richtete mich wieder auf ließ meinen Blick fokussiert durch die leeren Straßen schweifen, ich musste mich nur daran halten, was ich all die Jahre gelernt hatte, dann würde ich hier wieder rauskommen, ganz bestimmt.

"Wer oder was bist du?!?", rief ich in die Stille dieser Stadt, ignorierte dabei wieder dieses seltsame Gefühl der fremden Stimme, welche aus meiner Kehle drang. Stille. Dann ein eigenartiges, beängstigendes Geräusch, so als würde man Glas durch einen Fleischwolf drehen und dann mörsern, einfach widerlich und eine Gänsehaut kroch über meinen Rücken, alle Haare in meinem Nacken stellten sich alarmiert auf, kein gutes Zeichen wenn ich wenigstens etwas aus den letzten Jahren mitgenommen hatte. Als ich eine Bewegung aus den Augenwinkeln wahrnahm, drehte ich mich instinktiv zu eben dieser herum und konnte beobachten wie dieses Wesen aus einer Glasscheibe trat, gemächlich, elegant und fast schon würdevoll. Einem Impuls folgend griff ich mir an die rechte Seite meiner Hüfte, dort wo ich immer meine Waffe hatte, griff jedoch ins leere. Wann...?

"Was bist du und was willst du von mir?!?", fragte ich dieses Ding geradeheraus, mit einem leichten Anflug von Panik in meiner Stimme.

Auch wenn dieses Ding keine Augen besaß, wusste ich, dass es mich neugierig musterte. Es schien mir fast so, als würde es mich studieren wollen, doch konnte ich mir keinen Reim darauf machen. Zuerst musste ich in Erfahrung bringen, wie ich wieder zurück kommen sollte, über alles andere konnte ich mir später noch Gedanken machen.

>>Du bist anders... Dennoch ist die Welt ohne dich besser dran<<, war die tonlose Stimme des Wesens, dieses mal jedoch durchfuhr mich kein stechend heißer Schmerz als es sprach. Wenigstens etwas. "Was meinst du mit anders? Woher willst du wissen ob die Menschen ohne mich besser dran sind, sag mir endlich wo ich hier bin!", forderte ich aufgebracht von ihm und wenn ich es sehen könnte, würde ich behaupten, dass es ob meines kleinen Ausbruchs schmunzelte. >>Wahrlich anders.... Du besitzt große Kraft, die anderen Fehler hatten nicht einmal eine Woche ausgehalten, du hingegen bist schon fast zwei Monate hier...<<, entgegnete es mir und der Schock war mir ersichtlich ins Gesicht geschrieben. Fast zwei Monate waren vergangen? Für mich waren es kaum zwei Stunden gewesen, wie um alles in der Welt konnte dies möglich sein? Bevor ich mir jedoch weiter Gedanken darum machen konnte, hatte das Wesen erneut seine Hand erhoben und auf meiner Wange abgelegt, Bilder fluteten meinen Kopf, Erlebnisse von den Menschen, die mir am Herzen lagen, wie ihr Leben verlief.

Astrid wurde Dozentin an einer angesehen Universität für Physik, war renommierte Wissenschaftlerin und führend auf ihrem Gebiet der Quantenphysik, welch Potential in der jungen Frau steckte...
Walter sah ein das seine Experimente an den Kindern falsch waren, er entwöhnte sie nach und nach von der Droge, hatte den Tod von Peter verkraftet, lebte nun abseits der Paranormalen Gegebenheiten ein glückliches Leben. Er hatte sogar noch einmal geheiratet und Zwei Kinder spielten mit ihm im Vorgarten eines großen, luxuriös-anmutenden Hauses. Er schien glücklich zu sein, wirklich glücklich und nicht unter Einfluss von Beruhigungsmitteln oder anderen Tabletten.
Selbst Bilder der Parallelwelt schossen wie Blitze vor meinem inneren Auge vorbei, Bilder von einer Glücklichen Olivianativ, welche vor dem Traualtar stand mit Peter, Walternativ hatte es geschafft die Welt zu einem besseren, sichereren Ort zu machen. Unter seinem Kommando wurde es erreicht, dass keine Kriege mehr geführt wurden, die USA und die UN hatten ihm einen Platz gegeben, welcher als überlegen erachtet wurde und Bündnisse mit aller Herren Länder geschlossen wurde. Er hatte sogar den Friedensnobelpreis erhalten weil er es geschafft hatte den Hunger und die Armut in der Welt zu stoppen.

Das sollte alles geschehen und nur weil es mich gab, trat es nicht in Kraft, war nie geschehen? Nur weil ich lebte, mussten die anderen Menschen leiden? Sterben? Töten?!? Stumm liefen mir die Tränen und eine alte Erinnerungen sickerte in mir hoch. Eine Erinnerung als ich noch als Versuchsobjekt für Walter benutzt wurde, als ich noch ein Kind war. Damals hatte ich mir unendlich oft gewünscht, niemals geboren worden zu sein, dann würde alles besser sein und hier war der Beweis. Verdammt, war ich denn zu überhaupt etwas zu gebrauchen?

>>Braves Kind<<"...via....!">> So ist es gut, sie es ein... Sieh<<"...ham!!!">> ein was du der Welt angetan hast, gib dir aber nicht selbst die Schuld<<"...Miss Dun...">>, denn es war ein Fehler der Welt dich nicht zu korrigieren, deswegen bin ich ja hier<<, sprach das Wesen und mir war, als würde ich durch den Schleier der Trauer weiteren Stimmen hören. Bekannte Stimmen, geliebte Stimmen. >>Du solltest es beenden...<<, riet mir das Wesen, reichte mir mit diesen Worten ein Messer, ich wusste was kommen würde, war dafür bereit. Verzweiflung trieb Menschen oft zu solchen Taten und die Schuld welche ich an meinen Händen trug, wie konnte es mich nicht in die Verzweiflung treiben?

"Olivia!!!", schrie eine Stimme in meinem Kopf und nun erkannte ich auch wessen Stimme es war. Der Schleier aus Tränen legte sich langsam, dafür schien die Welt um mich herum zu verzerren. "...Peter...?", kam es ungläubig, atemlos von mir. Ich wollte Sterben, ihm ein glückliches Leben mit meiner Doppelgängerin schenken, er hatte es verdient. Sie hatte es verdient geliebt zu werden, den Mann zu bekommen den ich niemals erreichen würde.

Meine Gedanken rasten plötzlich, fiel zu schnell trafen erneut Bilder in meinen schmerzenden Kopf, wie konnte Sie existieren, wenn es mich überhaupt nicht gab? Was machte dieses Wesen mit mir? War es falsch, mich meinen Gefühlen hinzugeben und aufgeben zu wollen? Aufgeben zum Wohle der Menschen die ich liebte? War es falsch, dass ich an einer Welt hing, die vollkommen verdorben war? Nein, wurde mir klar, denn es machte keinen Unterschied ob es mich gab, oder nicht, meine Existenz machte keinen Unterschied bei dieser Sache. Kriege gab es schon solange es die Menschen gab, da änderte es nichts daran ob ich starb oder nicht.

Mit einer plötzlichen Handbewegung meinerseits und einem ungeahnten Mut, stieß ich das Wesen von mir, schleuderte es durch Kraft meiner Telekinese gegen die nächste Hauswand, ein Knacken welches mir nur allzu bekannt war ertönte. Ich hatte dem Wesen soeben das Genick gebrochen, doch schien es ihn kaum zu stören, erhob sich und klopfte den imaginären Staub von seinem schwarzen Anzug. Wie von selbst erhob sich erneut mein Arm, mit dem bloßen Gedanken presste ich das Wesen gegen die Betonwand, es knackte erneut, kam nicht alleine von der Wand, das wusste ich einfach. Langsam Schritt ich auf das Wesen zu, erhöhte den Druck auf eben dieses, ehe ich das Messer schwingen ließ und es wie in Trance in die Brust des Monsters rammte. Es war, als würde ich neben mir stehen, nur Zuschauer meines Handelns sein, schwer keuchend ließ ich von dem Wesen ab, wischte mir mit der blutverschmierten Hand den Schweiß von meiner Stirn, ehe ich das Gefühl hatte, als würde die Welt um mich herum zirkulieren, bevor sie sich aufzulösen schien, schwarz wurde.

Geräusche... Schreien und Hupen hörte ich. Langsam, nur sehr langsam und schwer öffnete ich meine Augen, nahm wahr, das ich wieder in meiner Welt zu sein schien, Passanten um mich herum standen, mir in mein Blutverschmiertes Gesicht sahen, auf die Hochgewachsene Person, welche vor mir lag. In einer Lache aus schwarzen Blut, ohne Gesicht, in einem feinen schwarzen Mantel. Scheinbar war ich endlich wieder zurück, zurück in meiner Welt, in meiner Stadt. In meinem Leben...

Zufrieden legte ich meinen Kopf in den Nacken, seufzte glücklich, ehe ich den Funksprecher in meinem Ohr aktivierte. "Leute? Ich bin zurück."
 
 
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