Wahrheit oder Traum

GeschichteAllgemein / P12
24.12.2017
01.09.2019
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Wahrheit oder Traum

Zeitraum: Oktober 2017 - 22.12.2017

Wie nach jedem Spiel habe ich gewartet, ich wartete auf mein Idol. Er war ein Meister seines Sports und das ohne Zweifel, es war großes Glück das ich ihm begegnet war und ich danke dem der das erste Treffen ermöglicht hatte immer noch. Ein sanftes Lächeln umspielte meine Lippen wenn ich daran dachte wie eins zum anderen führte.

Meine Mam hatte eine Karte über, da ihr Partner seine Eltern besuchen war und so nicht zum Spiel konnte. Seinen Platz nahm ich ein, eigentlich war ich von dem Sport kein Fan, mein erstes Spiel das ich angesehen hatte war eine haushohe Niederlage. Ich wollte aber nicht voreingenommen sein und noch einmal sehen ob es mir immer noch nicht gefiel. Es gab so viele Spieler, Namen und alles war so schnell, es war so spannend das ich mich an dem was vor mir geschah nicht sattsehen konnte. Dort hinter der Bande, auf dem Spielfeld war er, auf seinem Rücken prangte groß die Nummer 10 und seinen Namen hatte ich behalten ohne groß überlegen zu müssen. Bei jedem anderen musste ich fragen, ihn erkannte ich und schrie mir beim Anfeuern die Seele aus dem Leib, ich konnte und wollte auch gar nicht aufhören zu grinsen. Nach dem Spiel tat ich meiner Begeisterung kund und sowohl meine Mam als auch ihr Partner waren überrascht, so kam es das sie mich noch einmal mitnahmen. Die Saison 16/17 war jedoch zu Ende und ein halbes Jahr später erzählten mir die Beiden, dass sie für mich auch eine VIP-Karte besorgt hatten für 17/18. Sobald es mir möglich war, da ich die ersten Spiele über mit Fieber im Bett lag, war ich anwesend und Jubelte lauter als jeder andere und seinen Namen kannte ich sogar noch immer. Nach einem der Spiele gingen wir noch in die Bar vorort um ein paar Bekannte zu treffen, es war proppenvoll da dieses Spiel ein Sieg für unsere Mannschaft war. Auch einige der Spieler feierten ihren Sieg dort und so kam es das einer von ihnen kurz zu uns an den Tisch kam. Zwar war die Begeisterung unserer 88 nicht so groß, doch am Ende konnte er dann doch mit uns Lachen, auf das achtete ich aber kaum da ich ihn gesehen hatte, wie er an der Bar ein Bier trank.
Meine Mam und ich wollten Heim gehen da es spät geworden war, ich hätte ihm eigentlich gerne auch noch gratuliert, doch er war umgeben von Fans die ihm alle schon zur Genüge die Schultern klopften und so ergab ich mich meinem Schicksal und machte mich auf den Weg zum Ausgang. Plötzlich drehte sich meine Mam um und meinte nur, dass ich mich auch einmal umdrehen sollte. Mein Herz schmerzte, denn er stand nun an dem Tisch an dem wir wenige Augenblicke vorher noch saßen. Natürlich fuchste es mich, doch hin rennen wie ein bekloppter Fan, ihn mit Glückwünschen zu überhäufen und dann einfach wieder abziehen, war keine Option. Einzig ein trauriges Seufzen zeugte von meiner Enttäuschung, dass mir die Möglichkeit ihn zu Treffen verwehrt blieb. Jedoch konnte mein Schicksal auch eine gute Wendung nehmen und so kam der Betreuer der Sponsoren und VIPs, was wir beides waren, zu uns. Ihm fiel mein getrübter Blick auf und meine Mam erklärte ihm kurz die Zwickmühle in der ich mich befand, da ich die 10 gerne kennen gelernt hätte und so kam es das der Betreuer ihn herrief. Ich konnte mein Glück nicht fassen, er dessen Namen ich mir gleich merken konnte, der der so unglaublich gut seinen Sport beherrschte, stand vor mir und gab mir die Hand. Wir wurden einander vorgestellt, das Gespräch war weder einseitig noch spiegelte es irgend eine Form von Arroganz wieder, was man hätte erwarten können von einem Spitzensportlers und mir wurde die besondere Ehre zu teil ihn beim Vornamen nennen zu dürfen. Auf der Heimfahrt schwärmte ich nur so vor mich hin, er war ein Star kein Zweifel, doch ich würde ihn nicht einmal im Traum als Lebensgefährten sehen da er doppelt so alt war wie ich zu diesem Zeitpunkt.

Ich war begeistert und ich jubelte bei jedem Spiel lauter in der Hoffnung das man mich auch auf dem Spielfeld hören würde, da die 88 uns verraten hatte das er es noch nie gehört hätte. Es gab viele Möglichkeiten warum das so war, einerseits waren die Spieler auf das Spiel konzentriert und auf der anderen Seite hatten sie zu viel Adrenalin im Blut um auch noch auf das Geschreie und Gejubel einer 17 jährigen zu achten. So blieb mir nur die Hoffnung und einige schiefe Blicke die ich von allen Seiten zugeworfen bekam, doch es störte mich kein bisschen, so etwas war ich schon gewöhnt da mich Leute im Allgemeinen für seltsam halten. Ich hatte mir schon angewöhnt jedes Mal danke zu sagen wenn mich jemand als Verrückt bezeichnete. Ich hoffte auch ihn immer wieder in der Bar zu sehen oder vielleicht weitere Gespräche zu führen und es kam tatsächlich dazu. Wir hatten ein Spiel gegen unseren Erzfeind gewonnen, der Fan-Block hatte einiges aufgeboten und das machte dieses Spiel mit jeder Minute spannender, was mich noch lauter Jubeln lies. Kaum waren wir in der Bar, sprachen mich zwei der wichtigsten Sponsoren an, sie hatten zwar schon Alkohol intus, erkannten mich aber da sie mich im Stadion gehört hatten. Es war witzig mit ihnen zu reden und die Beiden störte meine Stimme keines Wegs, nein, sie lobten mich noch dafür das ich ein echter Fan sei, mein lächeln war schon zu diesem Zeitpunkt breit, doch als dann mein Lieblingsspieler dazu kam und mich zur Begrüßung umarmte, war ich im siebte Himmel. Er hatte nach dem Spiel geduscht und war dann in die Bar gekommen, also musste ich unweigerlich seinen Geruch einatmen und hätte ihn gern niemals wieder losgelassen, da er einen wunderbaren Geruch verströmte. Müsste ich es beschreiben hätte ich gesagt er riecht wie eine Blumenwiese, zu meinem Bedauern war die Umarmung schnell vorbei, doch ich wollte nicht seltsam rüber kommen und gab mich der Erinnerung an diesen Duft hin.
Die nächsten Tage überlegte ich was ich war, ein verrücktes Fangirl oder hatte ich ein Idol für mich gefunden? Da mir keine Antwort einfiel fragte ich andere was für sie ein Idol war, ich erhielt viele verschiedene Varianten, doch keine passte auf meine Situation. Zuhause zerbrach ich mir weiter den Kopf, es endete damit dass ich seinen Namen auf YouTube eingab und einige Videos ansah und ich entschied für mich selbst dass er mein Idol sein sollte. Meine Mam kam kurz darauf hin in mein Zimmer und erzählte mir, dass bald Interessenten für unsere Katzen kommen würden.

Hatte ich schon erwähnt dass wir eine Katzenzucht haben? Nein? Naja, jetzt wisst ihr es aber.

Ich machte mich bereit für stark ein parfümierte Leute, die großes Interesse an unseren Katzen haben und später sagen sie hätten sich doch für einen Hund entschieden, was für eine Ironie, als es klingelte sollte ich die Tür öffnen, was ich auch ohne zu murren tat. Ich streckte meinen Kopf in den Flur des Dreiparteien-Hauses und wartete bis unsere Gäste die Treppe hoch kamen. Mir stockte der Atem, wer da kam war kein Interessent für unsere Kätzchen, es war ein Star, mein Star. Er war bei mir zu Hause, mein frisch dazu gekürtes Idol stand vor mir in meinem Flur, trat durch meine Haustüre und stand in meinem Zuhause. Vor Aufregung wurde meine Stimme lauter als ich meine Mam fragte warum er da war und die Antwort war einfach. Unser VIP-Betreue hatte sich beim letzten Spiel verplappert, dass ich ein Trikot bekommen würde und zwar mit der Nummer 10, was selbstverständlich war. So hatte er als Entschädigung einfach den Spieler mitgebracht und dieser überreichte mir am Abend des 6. Dezembers mein Trikot, das auf der Rückseite von jedem Teammitglied unterschrieben war, sogar von der 21,der wegen eines verletzten Knies die ganze Saison ausfiel, war die Unterschrift da. Ich hatte vorgehabt meinem Idol einen selbst gebastelten Origami-Stern zu Weihnachten zu schenken, doch in Windeseile änderte sich mein Plan, da ich nicht wusste ob sich die Möglichkeit meinem Star den Stern zu geben ergeben würde. So sauste ich an ihm vorbei in mein Zimmer um das Geschenk zu holen, er sah mir verwirrt hinterher doch als ich ihm sein Geschenk gab, sah er mich Überrascht an und im selben Moment zog er seinen Schal aus und legte ihn mir um.
Es war eine Hierarchie bei den Fanartikeln vorhanden, normalen Fans war es möglich rote Schals zu bekommen, die VIPs von letzter Saison hatten die einmalige Gelegenheit gehabt schwarze zu erhalten und nun legte mir mein Idol seinen Schal um den nur Hauptsponsoren und Spieler bekamen. Mir war ab diesem Moment klar das mein lächeln für die nächsten Tage nicht aufhören würde und ich fasse auch den Entschluss so viele an meiner Geschichte teilhaben zu lassen wie Möglich, in der Hoffnung das sie sich mit mir freuen und als Versicherung das mir jeder dem ich es erzählte mir versichern konnte das es nicht nur ein Traum war. Ich war glücklich und stolz, aber auch geknickt weil er nicht länger bleiben konnte, doch er hatte zu meinem Bedauern noch ein Training und daran würde ich ihn nicht hindern. Ich hatte ihn zweimal fest umarmt an diesem Tag und berauscht von dem Glück verbreitete ich meine Geschichte an ein paar ausgewählte Kontakte auf WhatsApp, während ich seinen Schal trug der nach ihm roch und fast wie eine Droge fungierte.

Wie ich es mir gedacht hatte war es mir für die nächsten zwei Tage ununterbrochen am lächeln, ob ich am dritten Tag das Lächeln verloren hätte weiß ich nicht da es Freitag war und unsere Mannschaft ein neues Spiel hatte. Wir verloren, doch keiner konnte es den Spielern übel nehmen, es war unsere erste Saison in ein einer neuen Liga, doch als die Spieler an der Fankurve vorbei kamen um uns für unsere Unterstützung zu danken, indem sie für uns klatschten, waren ihre Blicke auf den Fan-Block über dem VIP-Bereich gerichtet. Ich trug mein neues Trikot und lächelte ihnen aufmunternd entgegen, trotz des Wissens das den Leuten direkt hinter der Bande kaum Aufmerksamkeit geschenkt wurde, zwar war mir auch schon aufgefallen das mein Idol nach dem ersten Treffen in der Bar immer guckte wo ich stand, doch war es auch nicht gerade schwer mich zu übersehen. Jeder konnte mich gut erkennen da ich eine pinke Jacke trug, doch diese war nun unter dem rot-schwarzen Trikot verborgen. Dennoch entdeckte mich die 10 und sein Lächeln, das er ob Sieg oder Niederlage hatte, wurde noch breiter. Ich wäre gern wieder in die Bar gegangen um ihm noch einmal zu danken, ihn wissen zu lassen das er mein Idol sei und ihm sein Geschenk zu überreichen das er versehentlich bei mir zuhause vergessen hatte. Jedoch war mir aufgefallen das seine feste Freundin sich mit zwei mir unbekannten Leuten in der Pause und auch während des Spiels unterhalten hatte, mir war sofort klar das das Freunde von ihm waren da sie sich in Englisch unterhielten da weder die eine noch die andere Partei die Heimatsprache des andern beherrscht, nur die 10 konnte dies. So fasste ich den Einschluss nicht aufdringlich zu sein und hatte denselben Gedanken wie meine Mam die ihn aber schneller aussprach als ich. Ich bat unseren Betreuer darum ihm den Stern zu geben, nach dem Trainerinterview hatte ich ihn noch einmal entdeckt, aber dachte nicht einmal daran Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, da er sich mit seinen Bekannten unterhielt. Ich hätte nie erwartet was dann noch geschah, er entdeckte mich, meine Mam und ihren Partner, die beiden Erwachsenen redeten noch kurz mit dem Betreuer, da sie ihm noch einmal danken wollten das er das Treffen möglich gemacht hatte. Ich hingegen konnte nicht anders als immer wieder zu meinem Idol zu schielen und als er uns entdeckte passierte es, er riss sich kurz aus dem Gespräch mit seinen Freunden und kam zu uns und um armte mich erneut, vor Glück weiß ich gar nicht mehr ob er meine Mam auch so begrüßt hatte in dem Moment. Zwar wand er sich schnell wieder zu seinen Freunden, doch das gab mir freie Sicht auf einen kleinen Rucksack den er trug, der mir davor nicht aufgefallen war, er war seltsam verbeult wegen etwas das sich darin befand, ich kannte diese Form jedoch zur Genüge, es war mein Stern.
Ich bin bis heute glücklich, auch wenn ich vorgestern nicht dazu gekommen bin ihm in der Bar frohe Weihnachten zu wünschen und er auch traurig aussah, doch er ist nur mein Idol, kein guter Freund, daher weiß ich nicht was los ist oder war. Jedoch weiß ich eins ganz sicher, dass wenn es je zu Stande kommt das er mit mir Schlittschuhlaufen geht, wie er es mir versprochen hat, ich beim Versuch zu bremsen sowas von Hundertpro hinfliegen werde. Doch das Beste wird sein das ich laut anfangen werde zu Lachen wie eine Bescheuerte und dann gibt’s da noch die Möglichkeit das er entweder mit lacht oder mich für komplett bescheuert hält, aber ich sollte die Zukunft auf mich zukommen lassen.

Diese Geschichte ist nicht erfunden sondern wirklich mein Erlebtes und deswegen möchte ich auflösen von wem und was ich erzählt habe.

Barname: Puck
Sport: Eishockey
Mannschaft: ECDC Memmingen, die GEFRO Indians
Nummer 88: Martin Jainz
Nummer 21: Petr Haluza
Betreuer: (Mir nur bekannt als) Vladi
Nummer 10: Antti-Jussi Miettinen
Frohe Weihnachten an alle Leser, an die ECDC Indians, an Vladi und Antti

Homepage:
http://www.memmingen-indians.de/site/index.php/die-indians
Beweise:
https://www.instagram.com/red_star_ruby_2000/
Katzen:
http://www.ohanacats.de/Ragdolls/
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