Wichtelweihnacht

von OmaGrusel
KurzgeschichteHumor, Sci-Fi / P12
23.12.2017
23.12.2017
1
955
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
Wer von euch hat schon einmal von den Weihnachtswichteln gehört?
Die Weihnachtswichtel wohnen weit weit weg. Man muss lange reisen um dahin zu kommen wo sie wohnen. Und wenn man denkt, man wäre angekommen, muss man noch einmal soweit reisen.
Die Weihnachtswichtel wohnen mit ihren großen Familien in kleinen Häusern.
Sie arbeiten fleißig das ganze Jahr über. Sie zeichnen, sägen, schnitzen, hämmern und kleben. Sie machen wunderschöne Puppen und Holzeisenbahnen, Kinderfahrräder und Teddybären. Die Weihnachtswichtelinnen nähen Puppenkleider und stellen Lollies, Lutschbonons, Plätzchen und Schokolade her. Zwei Tage vor Heiligabend kommt der Nikolaus mit seinem großen Schlitten, direkt vom Himmel herab, bepackt ihn mit den schönen Sachen um sie an Kinder in allen Ländern zu verteilen.
In diesem Jahr hatten die Weihnachtswichtel besonders viel Spielzeug an den Nikolaus geliefert. Den ganzen Tag hatten sie den Schlitten beladen bis sich dieser am Abend wieder  in den Nachthimmel erhoben hatte, und nach und nach waren alle Weihnachtswichtel nach Hause gegangen. Nur der kleine Flips stand noch da und schaute in den Himmel. Die Rücklichter von Nikolaus' Schlitten waren schon lange in der Ferne verschwunden.
Flips wartete. Wartete darauf, das der Weihnachtsstern am Himmel aufleuchten würde.  Der Weihnachtsstern, von dem ihm sein Großvater so viele Geschichten erzählt hatte. Er erschien in hundert Jahren nur einmal am Himmel und leuchtete heller als alle anderen Sterne. Und wer den Weihnachtsstern als erster entdeckte, der hatte einen Wunsch frei und dieser ging ganz sicher in Erfüllung.
Und Flips hatte einen Wunsch, einen großen ungewöhnlichen Wunsch. Er wünschte sich Schnee, er wollte, das es schneite, eine weiße Weihnacht. Noch nie hatte er so etwas erlebt. Er kannte Schnee nur aus Geschichten, wundervoller Schnee, wundervolle Geschichten. In seiner Welt gab es keinen Schnee an Weihnachten, nur Regen, Matsch und Dreck.
„Was ist mit dir Flips, willst du nicht mit nach Hause kommen? Großmutter hat Bratäpfel gebacken.“ „Ja, Großvater, ich komme gleich.“ Flips war enttäuscht. Heute würde der  Weihnachtsstern nicht erscheinen. Er seufzte und wollte sich gerade auf den Heimweg machen...
Doch nein, was war das? Da war ein Licht am Himmel, es wurde größer und größer. Und dann war er da, der Weihnachtsstern. Er stand am Himmel und leuchtete heller als alle anderen Sterne.
Flips schloss ganz fest die Augen, konzentrierte sich so stark, dass ihm die Wollmütze über seine großen Ohren rutschte und dachte: „Ich wünsche mir, dass es schneit!“
Dann nahm er die große Hand des Großvaters in seine kleine und stapfte glücklich und erwartungsvoll an der Seite des alten Mannes nach Hause.

Captain Dii saß auf der Brücke der USS Danubia und grollte so vor sich hin. Es war Sternzeit 22121800. Eigentlich wollte er schon seit einer halben Stunde im Frust sitzen, bei einem gemütlichen Feierabendweizbier... oder zwei oder drei.
Statt dessen war er noch immer auf der Brücke und hatte nicht nur ein, sondern gleich mehrere Probleme.
Das kommt davon, wenn man sich als Captain nicht auf sein eigenes Urteil verlässt. Der Sultan immer mit seinen Abkürzungen. Jetzt hatten sie sich verfahren..im Weltraum verflogen.
„Lieutenant Sultan, wie schaut's jetzt aus mit den Koordinaten? Wo sind wir?“
„Ich rechne noch, Captain,“ antwortete der Navigator. „Irgendwie ist das hier nicht katalogisiert, der Computer gibt  keine Daten....“
„Ich schwörs, das ist das Amen der Galaxie,“ ließ sich die Nummer Eins vernehmen. „Das allerhinterste Ende des Weltraums. Wir hätten diesen Ferengifrachter, dem wir gerade begegnet sind nach dem Weg fragen sollen. Da unten ist doch ein Planet, da haben die Ladung aufgenommen. Daimon Noklaus oder wie der Captain heißt, jetzt sind sie natürlich weg. Aber vielleicht könnte man dem Planeten ein Signal schicken?“
„Habe ich schon versucht,“ meldete sich Kommunikationsoffizier Lieutenant Wellaflex die Jüngere. „Da unten kommt gar nichts an. Die feiern wahrscheinlich schon Weihnachten.“
„Ist doch noch zwei Tage hin,“ entgegnete die Nummer Eins. „Was ist das eigentlich für ein Planet?“
Wellaflex antwortete: „Ferengikolonie, eigentlich nur eine Fertigungskolonie der Ferengi-Spielwaren-GmbH von Daimon Noklaus. Viel Technik haben die nicht.“
„Sultan, bewegen wir uns eigentlich noch,“ unterbrach der Captain.
„Ich fürchte, Sir,“ antwortete der Navigator. „Ja, das heißt, die Maschinen sind aus aber wir bewegen uns. Wir sind gerade in den Orbit des Planeten eingetreten.“
„Captain an Maschinenraum: Commander Q, was ist denn da unten los bei euch?“
„Maaaaschinenraum han Chaptain. Commander Q und Lieutenant MachThorn sind schon iiihhn Feierabend.“
„Das gibt’s doch nicht, sind Sie das Wolski? Machen Sie sofort die Maschinen klar!“
„ Ghäht nicht Chaptain.
Wieer siend geruhtschd ihhn Orbit. Wir chängen fest aaaber ich chabe schon eine Ieedee. Schief zu schwär. Wir wärfen Matärie aab und Schief leichter und fäährt wieder. Lienke Worpgondel chat zuvieel Wasserstooff, rächte Worpgondel chat zuviel Sauerstof. Wir laden ab. Schief fliegt wieder aus Orbit.“
„Blödsinn,“ entgegnete der Captain. „Wasserstoff und Sauerstoff, wissen Sie was passiert, wenn Sie das abladen Wolski? Es entsteht Wasser! Sie meinen Regenschauer machen doch den Ferengi nichts aus? Nur dass sich die Atmosphäre abkühlt bei dieser Injektion. Es friert. Wollen Sie die armen Ferengi mit Hagelklumpen erschlagen.“
„Captain,“ meldete sich Wissenschaftsoffizier Lieutenant Wellaflex, die Ältere zu Wort. „ Hagel entsteht, wenn sich die Atmosphäre schlagartig abkühlt. Hier würde sie sich langsam abkühlen. Es würde zwar Wasser entstehen, aber in einer kristallinen Form.“
„Sie meinen,“ unterbrach die Nummer Eins. „Schnee?“
„Ja,“ bestätigte Wellaflex. „Es würde allenfalls schneien auf dem Planeten.“
Der Captain überlegte kurz.
„Wolski? Make it so!“