Talana-Der letzte Kampf ~Überarbeitet~

KurzgeschichteAllgemein / P12
Drachenritterin Talana Drachentöterin Kommandantin Rhoda
23.12.2017
23.12.2017
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Der letzte Kampf
Talana flog weit über den Wolken. So sorgte sie dafür, dass sie ungesehen in das Trümmertal gelangen konnte. Früher einmal hatte dieses Tal einen anderen Namen, doch diese Zeit war lange vorbei. Nun war es nur noch das Trümmertal, einer von vielen anderen unbedeutenden Orten in Rivellon. Normalerweise wäre es Talana nicht in den Sinn gekommen zu diesem Ort zurückzukehren. Erst vor wenigen Wochen hatte sie einen Fehler gemacht, welcher nun ihre gesamte Mission in Gefahr bringen könnte. Sie hatte den Lovis-Turm, ehemaliges Hauptquartier des Drachenritters Lord Lovis, aufgesucht um nach eventuellen Hinweisen zu suchen welche ihr bei ihrer Mission behilflich sein könnten. Ihre Aufgabe, die eines jeden Drachenritters, die Vernichtung von Damian dem Verdammten, hatte sie nun schon an den Rand des Möglichen in dieser Welt gebracht. Sie fand keine Möglichkeit mehr den Verdammten mit Mitteln aus dieser Welt gegenüberzutreten. Deshalb hatte sie gehofft im Lovis-Turm Antworten zu finden. Alles was es dort jedoch gab waren verstaubte Bücher und Schriften gewesen welche ihr nicht im Entferntesten weiterhelfen konnten. Sie war wütend aus dem Turm gestürmt und hatte sich in ihre Drachengestalt verwandelt um diesen Ort so schnell wie möglich hinter sich zu lassen. Dabei waren ihr allerdings einige Menschen entgangen, welche in der Nähe des Turmes unterwegs waren. Talana erkannte, dass sie von der kleinen Siedlung in der Nähe des Turmes kommen mussten. Sie verfluchte sich selbst für ihre Dummheit sich so offen zu zeigen und beschleunigte ihr Tempo um so schnell wie möglich außer Sichtweite zu gelangen. Doch der Schaden war bereits angerichtet. Noch aus der Ferne konnte ihr feines Drachengehör die Rufe und Schreie der Menschen hören.
Nun war sie erneut in dieses Tal gekommen. Sie hatte wage Informationen erhalten, dass dieser Ort doch noch mehr Informationen verbarg als es erst den Anschein hatte. Sie wusste wie groß das Risiko war erneut hierher zu kommen. Diese einfältigen Dorfbewohner hatten sicherlich ihre Sichtung gemeldet und das hieß, dass auch die Drachentöter nun davon wussten. Doch sie konnte es sich nicht leisten der Information nicht nachzugehen. Zu viel Stand auf dem Spiel. So sorgte sie deshalb dafür diesmal möglichst ungesehen in das Tal zu gelangen. Als sie schließlich aus den Wolken brach, sah sie ihr Ziel unter sich: den Maxos Tempel. Sie begann langsam mit ihrem Sinkflug und landete schließlich kurz vor dem riesigen Tor, welches den Tempel von der Außenwelt trennte. Als ihre Füße, mittlerweile wieder die eines Menschen, schließlich den Boden berührten konnte sie die Energie fühlen welche hier durch den Boden pulsierte. Der Ursprung war der Tempel selbst, aus welchem die Energie strömte wie Wasser aus einem undichten Gefäß. Talana blickte auf und betrachtete den Tempel mit seinem beindruckenden Abbild seines Namensgebers. Das steinerne Gesicht von Maxos, zumindest vermutete Talana, dass es sich um jenen handeln musste, betrachtete sie streng als sie sich dem Tor näherte. Beim mustern des Abbildes fielen ihr die zwei großen Hörner auf, welche direkt aus seinem Schädel zu wachsen schienen und ihn unmissverständlich als einen der ihren kennzeichnete. Mit diesen Hörnern, den blitzenden Augen welche sie anfunkelten und dem Bart welcher sein Gesicht umwehte wirkte er uralt, mächtig und nicht mehr an diese Welt gebunden. Talana fragte sich plötzlich was aus dieser mysteriösen Gestalt, welche ganze Völker und Nationen inspiriert hatte, geworden war. Niemand, nicht einmal ihr damaliger Meister wussten etwas über das verbleiben von Maxos. Ihr Meister hatte jedoch einmal die Vermutung geäußert, dass er vermutlich, nachdem er alle Geheimnisse dieser Welt ergründet hatte, in eine andere Dimension verschwunden war, das es hier nichts mehr für ihn gab.
Kopfschüttelnd um diese Gedanken zu vertreiben und sich auf ihr eigentliches Ziel zu konzentrieren ging Talana weiter. Sie betrat den Tempel und dieser erkannte den Drachen in ihr. Talana wusste nicht viel über die Magie des Tempel oder der von Maxos, allerdings begrüßte sie den Umstand, dass der Tempel sie wiedererkannte und schritt durch eine sich öffnende Tür, welche in einem schmalen Gang mündete welcher sie tiefer in die Eingeweide des Tempels führte. Talana lief den Gang weiter, ihre Waffe gezogen und bereit bei dem kleinsten Anzeichen einer Falle sofort loszuschlagen. Doch während sie weiterlief wurde sie langsam ruhiger als sich keine Gefahr auftat. Sie wusste nicht wie lange sie schon den Gang entlangging als sich urplötzlich vor ihr eine Wand auftat. Sie fluchte laut und wollte schon umkehren als sie einen kleinen Hebel bemerkte welcher aus der Wand ragte. Sie überlegte kurz wie groß das Wagnis war ihn zu ziehen und beschloss es einzugehen. Mit einem Knirschen schob sich die Wand zu Seite und offenbarte einen großen Raum. Talana erkannte ihn sofort als die Bibliothek in welche sie damals in ihrer Initiation auch schon gewesen war. Gleichzeitig bemerkte sie jedoch auch, dass sie nicht alleine war. Überall in der Bibliothek verteilt standen Soldaten des schwarzen Rings. Noch schienen sie nichts von ihrer Ankunft bemerkt zu haben, doch Talana gedachte dies zu ändern. Obgleich sie selbst diesem Ort keine große Bedeutung beimaß, so war er doch heilig für sie und alle Drachenritter und sie konnte es nicht zulassen, dass ihn diese Soldaten weiter entweihten. Mit einem Aufschrei sprang sie aus dem Geheimgang auf den ersten Soldaten zu und schlug in nieder noch bevor er überhaupt wusste was geschehen war. Die anderen Soldaten, nun alarmiert, sahen sie und ihren gefallenen Kameraden und hoben in Schock und Wut ihre Waffen um auf sie zuzustürmen.  Talana war jedoch schneller. Mit einem schnellen Sprint war sie an dem nun ihr nächsten Soldaten heran und umging seine lächerliche Verteidigung bevor sie ihm ihre Axt in den Bauch grub. Stöhnend fiel er zu Boden und Talana drehte sich um, gerade rechtzeitig um den wilden Angriff eines riesigen Kriegers zu parieren. Die gewaltige Kraft des Angriffs zwang sie in die Knie und sie brachte ihn deshalb mit einem gezielten Tritt aus dem Gleichgewicht, bevor sie sich in einige Entfernung wegrollte. Doch noch bevor sie wieder vollständig stand war schon der nächste Angreifer heran um sie um ihren Kopf zu erleichtern. Sie duckte sich weg und schlug ihm die Waffe aus der Hand bevor sie ihn schließlich tötete. Als sie sich jedoch umdrehen wollte um sich erneut dem großen Krieger zuzuwenden spürte sie auf einmal einen stechenden Schmerz in ihrem Bein. Sie erkannte, dass auf sie geschossen wurde. Wütend und angestachelt von der Pein der Wunde entflammte das Temperament des Drachen und brannte allen Schmerz hinfort. Mit einem Aufschrei stürmte sie auf den Schützen zu, welcher nun ihrer gesamten Wut ausgesetzt war. Er hatte nicht die leistete Chance sich zu verteidigen. Schnaufend richtete sich Talana auf und richtete ihren Blick nun auf den letzten Angreifer. Dieser hatte den Moment der Ablenkung genutzt als sie sich dem Schützen zugewandt hatte und war mit voller Geschwindigkeit auf sie zugerannt. Als sie sich nun zu ihm umdrehte war es zu spät zum Ausweichen und sie kollidierten miteinander. Talana kam sich vor als wäre sie gerade von einem Zeppelin getroffen wurden. Alle Luft wurde aus ihren Lungen gepresst und sie könnte wetten, dass mehrere ihrer Rippen gebrochen waren. Sie flog durch die Luft und krachte gegen die Wand. Stöhnend fiel sie zu Boden, blieb liegen und versuchte zu Atem zu kommen. Plötzlich merkt sie wie sich über ihr ein Schatten auftat und nur die Reflexe des Drachen retteten sie vor dem sicheren Tod. Sie konnte den Schlag ihres Gegners ableiten, so dass er ins Taumeln kam und Talana die Chance hatte ihn zu überwältigen. Sie trat den Krieger erneut, wodurch dieser, sowieso schon taumelnd nun komplett das Gleichgewicht verlor und neben sie fiel. Mit letzer Kraft rollte sich Talana herum und spaltete den Schädel des Mannes. Vollkommen ausgebrannt fiel sie daneben, das Blut welches sich nun überall um sie herum ausbreitete nicht beachtend, starrte sie die Decke an und schloss die Augen.
Als Talana wieder erwachte schmerzte jeder Teil ihres Körpers. Sie stöhnte und versuchte sich aufzurichten was nur zu noch mehr Schmerzen führte. Sie blieb deshalb noch einige Momente länger liegen und versuchte ruhig zu atmen. Das Blut, sowohl von ihr als auch von dem Soldaten, war mittlerweile getrocknet was ihr zeigte, dass sie für längere Zeit außer Gefecht gesetzt gewesen war. Schließlich richtete sie sich auf und betrachtete das Massaker welches sie verursacht hatte. Durch Zufall oder den Wink des Schicksals waren kaum Schriften bei dem Gemetzel beschädigt worden, so dass sie sich diesen später in Ruhe zuwenden konnte. Doch im Moment strebte Talana nur noch Erholung in ihrem Versteck an. Sie versprach sich später zurückzukehren um die Schriften zu studieren, dann machte sie sich schleppend auf den Weg, zurück woher sie gekommen war.
Sie betrat schließlich wieder den Vorhof des Tempels als ihr vier Gestalten auffielen welche ihr entgegensahen. Sie erkannte sie sofort als Drachentöter. Fluchend versuchte sie umzukehren, in die Sicherheit des Tempels zu entkommen um nach einen anderen Weg zu suchen doch es war zu spät. „Halt! Wer seid ihr? Kommt sofort näher oder wir werden Gewalt anwenden!“ Talana sah sich verzweifelt nach einer Möglichkeit zur Flucht um doch schließlich erkannte sie, dass es nur zwei Wege gab. Eine Jagd durch den Tempel, bei welcher sie mit ihrem verletzten Bein keine Chancen haben würde, oder der direkte Kampf mit den Drachentötern. Sie versuchte die Konzentration aufzubringen sich in ihre Drachengestalt zu verwandeln um zu fliehen, doch etwas hinderte sie daran. Sie konnte nicht sagen was es war, doch es zehrte an ihrer Essenz, an der des Drachen und verhinderte die Verwandlung. So blieb ihr nur der Kampf in Menschengestalt. Knurrend, in der Hoffnung wenigstens noch einen der verhassten Feinde mit in den Tod nehmen zu können entschloss sie sich für den Kampf und humpelte langsam auf die Gestalten zu. Als diese sie schließlich erkannten und ihre Aura spürten hoben sie zeitgleich ihre Waffen. „Talana, die letzte Drachenritterin, ihr könnt euch nicht vorstellen wie lange wir brauchten um euch aufzuspüren.“, sagte eine blonde Frau, welche die Anführerin der Gruppe sein musste. „Ich bin Kommandantin Rhoda von den Drachentötern und wir werden euch nun eurer gerechten Strafe zuführen. Habt ihr noch irgendwelche letzten Worte?“ Talana sah sie durchdringend an, dann sprach sie: „Versprecht, die Menschen vor der Macht des Verdammten zu beschützen so wie es wir Drachenritter immer getan haben.“ Rhoda lachte nur kalt und sagte: „Die Drachenritter verrieten die Menschen und den Göttlichen selbst, Heuchlerin. Ihr hättet es euch damals überlegen sollen für welche Seite ihr euch entscheidet. Nun ist es zu spät!“ Talana richtete sich seufzend auf und sagte: „Dann lasst uns anfangen.“
Der Kampf brach mit voller Wucht los. Talana versuchte alle Kräfte, die sie wiederhergestellt hatte in ihre Schläge zu legen. Doch Rhoda schien ihre Schläge im Voraus zu erahnen. Jeden Angriff blockte sie, eine Finte manövrierte sie geschickt aus und in jedem ihrer Attacken lag eine Kraft, die ihren Geist erschütterte. Die anderen Drachentöter hielten sich im Hintergrund, bereit bei Problemen sofort ihrer Kommandantin beiseite zustehen. Doch diese war Talana mehr als nur gewachsen. Sie erkannte schnell wie dieser Kampf enden würde wenn sie nicht etwas tat. Sie versuchte die Ursache für Rhodas Stärke und Wissen aufzuspüren und erkannte schließlich ein schwaches Schimmern des Schwertes welches sie führte. Als sie sich mehr auf dieses konzentrierte spürte sie den schwachen Sog welches von ihm ausging. Gleich einer Singularität zehrte es an Talanas Essenz und erfüllte Rhoda mit Stärke, schwach genug um möglichst unentdeckt zu bleiben aber trotzdem so stark, dass Talanas Kraft dahinschwand. Nun hatte sie die Ursache gefunden weshalb ihre Verwandlung nicht mehr möglich war. Wenn sie nicht einen Weg fand dies zu beenden wusste sie keinen Ausweg mehr. Verzweifelt richtete sie ihre Angriffe auf Rhodas Hand welche die Waffe hielt um sie zu entwaffnen erkannte aber das dies nicht funktionieren würde. Deshalb stoppte sie mit dieser Energieverschwendung und beschränkte sich auf die minimalste Abwehr, ihre Konzentration in sich gekehrt. Während Rhoda merkte wie ihre Abwehr nachließ setzte sie jedoch nach und griff mit noch größerer Stärke an. Talana wappnete sich und offenbarte schließlich, scheinbar unabsichtlich eine Lücke in ihrer Abwehr. Rhoda erkannte diese und schlug mit all ihrer Kraft zu. Greller Schmerz explodierte in Talana als das Schwert in ihre Hüfte fuhr und eine tiefe Wunde hinterließ. Sie versuchte jedoch diesen Schmerz so gut wie möglich auszublenden und schlug auf die Waffenhand, der schon siegesgewissen Rhoda ein. Mit einem klirren fiel die Waffe zu Boden und Talana setzte ihre vorher angestaute Energie frei. Es erfolgte eine Explosion und die Drachentöter wurden umgerissen als sich Talanas Körper zu verformen begann. Noch bevor sie sich jedoch wieder aufrichten konnten erhob sie sich in die Lüfte um von diesem Ort zu entkommen.  Das Blut schoss heiß aus der Wunde und jeder Flügelschlag schien diese noch zu verschlimmern. Talana wusste, dass wenn sie nicht bald landete und Hilfe fand sie sterben würde. Fieberhaft überlegte sie und schließlich kam ihr ein Einfall - Bellegar! Dieser fremdartige Zauberer schien zwar etwas verrückt zu sein, doch hatte er ihr schon einmal geholfen und schien den Drachenrittern nicht abgeneigt zu sein. Das letzte Mal als sie ihn gesehen hatte war er am Steinkreis ganz in der Nähe gewesen. Mit letzter Mühe landete sie dort in der Nähe und kroch in Richtung des Kreises, um sich blickend als ob der Zauberer plötzlich neben ihr auftauchen würde. Doch als sie am Kreis ankam sah sie eine andere Person. Stöhnend blickte sie auf und sagte: „Nein, nicht noch einer vom Orden, von euch hatte ich heute schon genug.“ Die Person sah sie an, es war eine junge Frau gerade ihrer Jugend entwachsen und vermutlich noch nicht lange mit der Gabe der Augen gesegnet. Die Frau ging auf sie zu und hockte sich besorgt neben sie. „Ich kann euch helfen, ich beherrsche Heilzauber.“ Talana sah sie an und sagte: „Ein Drachentöter mit Herz? Wie ungewöhnlich.“ Sie sah an sich herab und wusste, dass ihr Weg hier enden würde. „Für mich kommt jede Hoffnung zu spät doch lasst mich euch meine letzte Bitte aussprechen, welche eure Kameraden so arrogant abgetan haben.“ Sie griff nach dem Geist der Drachentöterin um ihr den Schrecken von Damian begreiflich zu machen und bemerkte überrascht den Geist welcher in ihrem Kopf so brachlag. Eine Idee begann sich in ihr zu formen und so begann sie ihre gesamte Essenz des Drachens zu sammeln, um sie auf die Frau zu übertragen, welche sich mit ihren offenbarten Geist nicht wehren konnte. Talana wusste, dass diese Anstrengung ihr Todesurteil werden würde doch spürte sie, dass diese Frau die Möglichkeit hatte die Geschichte Rivellons für immer zu verändern. So schloss sie die Augen und ergriff fest die Hand der Frau während sie mit dem Transfer begann.
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