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Das Feuer des Drachen

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16 Slash
Damian / Der Verdammte Drachentöterin Kommandantin Rhoda OC (Own Character)
23.12.2017
31.03.2020
2
4.195
 
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31.03.2020 2.093
 
Xenia drehte sich nach dem Ursprung der Stimme um und erkannte sofort die ikonische Gestalt Zandalors wieder, welcher sie durch seine Brille hindurch ansah. -Egal wie oft ich diesen alten Kauz sehe, ich werde mich niemals an sein Kostüm gewöhnen können-, hört Xenia die vertraute, leicht spöttische Stimme von Talana in ihrem Kopf. Sie strengte sich an bei diesen Worten nicht die Mundwinkel zu verziehen und weiter mit sturer Miene auf Zandalor zuzugehen. Denn innerlich musste sie Talana zustimmen, zwar hielt sie viel von Zandalor und hatte ihm schon in den wenigen Monaten seit ihrer ersten Begegnung einiges zu verdanken, allerdings war sie auch der Meinung, dass man mit so einem Outfit wohl eher auf eine Bühnenshow passen würde.  -Oder vielleicht gleich in eine Irrenanstalt-, sagte Talana welche ihre Gedanken mitverfolgt hatte.
„Drachenritterin, gut dass ihr hier seid“, Zandalor der von Xenias inneren Gedanken (glücklicherweise) nichts mitbekommen hatte schien geradezu erleichtert, dass sie endlich gekommen war. „Zandalor, was soll das alles? Ihr wisst doch sicher noch, dass ich euch gebeten hatte mich nur im äußersten Notfall herzurufen? Ich denke wir beide wissen, dass ich besseres zu tun habe als ständig eure Probleme zu lösen.“
Damit spielte sie auf die ihr auferlegte Aufgabe an die Halle der Seelen zu erreichen. Allerdings war dies nicht ganz die Wahrheit. Tatsächlich hatte Xenia sich gefreut, dass sie seit langen einmal wieder etwas Zeit für sich hatte und wollte dies nutzen, um einmal in Ruhe zu entspannen. -Was nutzte es die Herrscherin eines Drachenturms zu sein, wenn man niemals die Vorzüge davon ausleben kann? -, dachte sie mit einem Grinsen als sie sich den Plan für ihren Wellnesstag gemacht hatte.
Sie hatte schon alles vorbereitet und wollte gerade ein entspannendes Kräuterbad nehmen (mit Kräutern, die sie sich bei Barbatos geliehen hatte) als Zandalors Nachricht sie erreichte. Dementsprechend ungehalten war sie gerade.
Was Talanas Meinung zu dem Thema anging, nun ja Xenia hatte schon nach kurzer Zeit gelernt sie zu ignorieren.
-Es ist fast so als hätte sie nur dieses eine Ziel vor Augen, wenn es nach ihr ginge sollte ich wahrscheinlich alles was nicht damit zu tun hat lassen-, dachte sie mit säuerlichem Blick.
-Das hat auch einen guten Grund, die Vernichtung Damians und die Befreiung Ygernas hat oberste Priorität. Ihr solltet lernen eure eigenen kleinen Bedürfnisse hinter das Große Ganze zu stellen-, hörte sie sofort die tadelnde Stimme in ihren Kopf.
Darauf bedacht sich gar nicht erst auf diese innere Diskussion einzulassen richtete Xenia ihre Aufmerksamkeit wieder auf den alten Zauberer vor ihr.
„Also Zandalor, was auch immer es ist, ich hoffe es ist die Mühe wert…“ Ihre Stimme klang dabei leicht bedrohlich und man konnte sogar ein leichtes Knurren in ihrer Kehle hören.
„Xenia mir ist durchaus bewusst, dass ihr gerade lieber andere Dinge tun wolltet als nach so kurzer Zeit erneut hierher nach Aleroth zu kommen.“ Der Zauberer schien darauf bedacht sie nicht noch weiter zu verstimmen, weshalb er auch sofort mit seiner Erklärung fortfuhr. „Allerding habe ich eine Lösung gefunden wie die Dimensionsrisse endgültig verschlossen werden können. Somit können wir die Untotenplage welche Aleroth heimsucht endgültig beenden.“ Zandalor schaute sie aufgeregt an nachdem er geendet hatte und wartete vermutlich auf eine Reaktion ihrerseits. Tatsächlich dachte sie gerade über Zandalors Worte nach. Zwar hatte sie ihm und Deodatus bereits einmal beim Verschließen der Risse geholfen, worauf sie im Gegenzug den Schild erhalten hatte, welchen man für die Halle der Seelen benötigte. Aus diesem Grund waren sie eigentlich so etwas wie quitt. Allerdings war das ganze Untotenproblem in Aleroth ja zumindest auch teilweise ihr Verschulden, da sie ja die Risse erst wegen des Schildes öffneten. Selbst jetzt konnte sie, wenn sie aus dem zerstörten Saal hinaus in die Stadt blickte die Feuer sehen, die überall brannten und mit ihrem verbesserten Gehör die Schreie der Verwundeten hören, welche bis hier herauf reichten. Aus diesem Grund fühlte sie sich irgendwie auch verpflichtet das Problem mit zu lösen.
-Denkt gar nicht erst darüber nach Drachenritterin, wir haben eine viel wichtigere Aufgabe vor uns als das hier. Wir können es uns nicht leisten hiervon aufgehalten zu werden.- Talanas Stimme klang eindringlich und fordernd und Xenia wollte ihr gerne Recht geben allerdings seufzte sie stattdessen, wohlwissend das sie das Wellnessbad wohl vergessen konnte und sagte: „Na schön Zandalor, wie stellen wir das an?
Der alte Zauberer lächelte aufgrund ihrer Antwort und holte ein vergilbtes Pergament aus seiner Tasche. „Hiermit“
Xenia streckte die Hand aus, um sich das Pergament genauer anzusehen, worauf Zandalor es ihr vorsichtig überreichte. Das Pergament fühlte sich so an als würde es jeden Augenblick bei der leichtesten Berührung zwischen den Fingern zerfallen. Vorsichtig hielt Xenia es gegen das Licht nur um festzustellen, dass sie die Sprache welche dort geschrieben stand nicht verstehen konnte. Auch Talana schwieg, woraus Xenia schloss, dass auch sie die Sprache nicht kannte. Stirnrunzelnd gab sie Zandalor das Pergament wieder, welcher sie währenddessen die ganze Zeit beobachtet hatte. „Ich kann es nicht lesen Zandalor, sagt mir einfach was darauf steht.“ Der Magier schaute sie wissend an und blickte daraufhin wieder auf das Pergament in seiner Hand. „Nun ich hatte schon die Vermutung, dass ihr nicht unterwiesen wurdet diese Sprache zu lesen. Heutzutage spricht sie niemand mehr und nur einige wenige besitzen noch das Wissen sie zu lesen. Es ist die Sprache der Drachen.
Mit vollkommen neu erweckter Neugier schaute Xenia nun erneut auf das Blatt Pergament. „Die Sprache…der Drachen? Und ihr könnt sie lesen?“ Innerlich nahm sie sich dabei vor Talana zu fragen, wieso sie die Sprache als langjährige Drachenritterin anscheinend nicht kannte.
Zandalor nickte währenddessen und schien sehr mit sich zufrieden. „Auf dem Pergament wird ein spezieller Zauber beschrieben, mit welchem ich in der Lage sein sollte ein verstärkten Bannzauber über ganz Aleroth zu legen und so alle Portale zu schließen.“ Die Ritterin runzelte die Stirn nach dieser Erklärung. „Zandalor ich verstehe bei weitem nicht so viel wie ihr über Magie, aber haben wir nicht schon das letzte Mal versucht mit Bannzaubern die Portale zu verschließen? Soweit ich mich erinnere hat das nur dazu geführt, dass nach kurzer Zeit an anderen Punkten in ganz Aleroth Risse aufgetaucht sind. Was soll also der Bannzauber bringen?“ Zandalor nickte wegen des dargebrachten Arguments. „Ihr habt Recht die Bannzauber wirkten nur für kurze Zeit, allerdings waren die Risse nachdem sie wiederauftauchten, deutlich kleiner als vorher. Was auch der Grund ist warum wir bisher noch nicht überrannt wurden.“, sagte er und deutete dabei nach draußen auf die gebeutelte Stadt. „Aber Aufgrund dieser Tatsache denke ich, dass ein Bannzauber ausreichend sein könnte, wenn er stark genug ist. Und damit kommt dieses Pergament ins Spiel.“, sagte er und hielt besagtes Pergament hoch. „Ich habe es vor kurzem gefunden als ich im Maxos Tempel war.“ Leicht ungläubig starrte Xenia ihn an. „Wie kann es eigentlich sein, dass anscheinend jeder außer mir freien Eintritt in den Tempel zu erhalten scheint und ich stattdessen diese bescheuerten Prüfungen ablegen musste ?!“ Zandalor, scheinbar amüsiert, lächelte nur kurz und sagte: „Ein Zauberer verrät nie alle seine Tricks.“ Xenia rollte nur mit den Augen und konzentrierte sich wieder auf das wesentliche. „Also, ein stärkerer Bannzauber also – wie? Wenn ich mich richtig erinnere habt das letzte Mal ihr den Zauber ausgeführt und es hat nichts gebracht. Wie sollen wir also einen noch stärkeren Zauber bewerkstelligen?“ Zandalor blickte daraufhin vom Pergament auf und sagte: „Nun da kommt ihr ins Spiel Drachenritterin.“
Für einen Augenblick war Xenia sprachlos auf diese Erklärung. Dann lachte sie jedoch ungläubig auf und sagte, beinahe trotzig: „Ich habe noch nie in meinem Leben erfolgreich eine Beschwörung gesprochen und ich glaube das eine Mal als ich versucht habe einen Feuerball zu beschwören wäre ich selbst fast in Flammen aufgegangen.“ Dies stimmte sogar tatsächlich. Nachdem Xenia ihre Drachengestalt erlangt hatte und in dieser problemlos ihr Feuer nutzen konnte, hatte sie versucht auch in ihrer menschlichen Form etwas besser mit Feuerzaubern umgehen zu können. Was unweigerlich damit geendet hatte, dass Sassan welche versucht hatte sie zu unterweisen, Xenia mit einem Eimer Wasser komplett durchnässte. Was zwar die zu eskalierende Flamme in ihrer Hand erstickte, sie aber auch komplett durchnässt durch den Drachenturm marschieren ließ, um ihre Kleidung zu wechseln. Sie wollte gar nicht wissen was die Bewohner gedacht hatten als sie sie gesehen hatten. Zusätzlich konnte sie sich zwei Wochen lang die Spitzen von Talana wegen des missglückten Versuchs anhören und von Barbatos Beschwerden entgegennehmen, warum jemand so brillantes wie er, mit Kleinkram wie dem Kurieren einer Erkältung beauftragt wurde. Nein Magie war damit für sie vom Tisch.
Ihre Aufmerksamkeit nun wieder auf den Zauberer vor sich richtend sagte sie nur: „Um es kurz zu sagen Zandalor, eure Idee ist fürchterlich.“ Der Zauberer schien ihre Bedenken nicht zu teilen. Er wirkte geradezu aufgekratzt wegen seiner Idee. „Macht euch keine Sorgen Xenia, das Lenken und Fokussieren der Energie werde ich übernehmen. Wir brauchen euch sozusagen eher als Energiespender für den Bannzauber. Als Drachenritterin besitzt ihr mehr magische Reserven in euren Körper als die meisten Geschöpfe in Rivellon. Wir können diese sozusagen anzapfen, um die Wirkung des Bannzaubers zu verstärken.“ Xenia nickte langsam, allmählich begriff sie worauf der Zauberer hinauswollte. Dann kam ihr jedoch ein Gedanke. „Warum haben wir das nicht schon das letzte Mal versucht? Ihr wusstet sicher schon früher, wie man den Zauber verstärken kann?“ „Nun das ist der Augenblick, in dem dieses Pergament hier zum Einsatz kommt“, sagte er und hielt das Pergament erneut in die Höhe. „Wisst ihr, normalerweise ist es nicht möglich die Kräfte von anderen für seine eigenen Zauber zu nutzen. Die Quellen des Zaubers, also die Bereitstellung der Magie und der Wille diese zu formen, müssen übereinstimmen, sonst zeigt der Zauber keine Wirkung. Anderenfalls wären vermutlich sämtliche Geschöpfe mit großen magischen Energiereserven längst von machthungrigen Zaubernutzern versklavt worden, um ihre Energien für ihre Zauber zu nutzen. Dies sind sozusagen fundamentale Regeln der Magie.“
Die Drachenritterin betrachtete das Pergament skeptisch mit leicht geneigtem Kopf und gerunzelter Stirn. „Und damit sollen wir diese Regeln umgehen können? Wie?“
„Nun es ist etwas wie ein Schlupfloch, welches sich viele Magier zunutze machen, könnte man sagen“, meinte der Zauberer und fing an zu erklären. „Ich sagte doch eben, dass ein Zauber immer den gleichen Ursprung haben muss, nun das ist nicht vollkommen richtig. Die Magie, welche man für den Zauber benötigt, darf nur nicht von einem anderen lebenden Geschöpf stammen. Das ist auch der Grund, warum wir trotzdem Dinge wie Zauberstäbe verwenden können. Der Stab besitzt Energie, welche frei zur Verfügung steht. Da sie keinem lebenden Objekt zugeordnet ist kann man sie seinen eigenen Reserven hinzufügen und so den Zauber verstärken, ohne dass es zu Konflikten kommt.“
Xenia sah den Zauberer an und allmählich machte sich Ungeduld in ihr breit. „Das ist ja alles schön und gut Zandalor, aber wie hilft uns das weiter? Das letzte Mal als ich nachgesehen habe war ich ziemlich sicher lebendig.“ In diesen Moment meldete sich die Stimme von Talana in ihrem Geist: -Ah ich denke ich weiß worauf er hinauswill – ich hätte allerdings nicht gedacht, dass er so weit gehen würde und so etwas riskiert-
Bevor Xenia ihre Vorgängerin genauer befragen konnte sprach Zandalor jedoch weiter und sie richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihn. „Aber genau das ist der Punkt Drachenritterin. Mit Hilfe des Pergaments und des darauf enthaltenen Zaubers können wir eure Energie so verändern, dass sie frei nutzbar ist. Alles was es benötigt ist ein Gegenpol zu euch und eurer Magie.“
„Ein… Gegenpol?“, fragte Xenia leicht verwirrt. „Ja eine Energie welche der euren wiederspricht. Jede Magie hat sozusagen ihre eigene Signatur, woran man auch erkennen kann wer sie gewirkt hat. Nun brauchen wir nur jemanden dessen magische Signatur der euren wiederspricht. Sobald wir diesen gefunden haben können wir den Zauber hier nutzen, um die unterschiedlichen Energien sozusagen aufeinander loszulassen. Stellt es euch vor wie zwei Magneten welche sich abstoßen. Und durch den Zauber wird die Magie, welche dabei entsteht für mich nutzbar, da sie von euch losgelöst ist, so dass ich den Bannzauber über ganz Aleroth sprechen kann und ihn mit eurer Magie verstärkte.“
Xenia nickte langsam, während sie allmählich verstand worauf der Zauberer hinauswollte. „Das bedeutet also, dass wir jemanden finden müssen dessen magische Signatur der meinen wiederspricht, richtig? Also, wie finden wir so jemanden?“
Zandalor hielt inne und sah sie nachdenklich an. „Nun normalerweise ist unsere Magie geprägt von unseren Überzeugungen und Einstellungen. Die logische Schlussfolgerung wäre also, dass der Gegensatz zu einem Drachenritter-“
„Ein Drachentöter ist.“, vervollständigte Xenia den Satz während ihr klar wurde das der Tag noch einmal deutlich interessanter werden würde.

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Anmerkung: Kursiv geschriebener Text sind Gedanken von Talana, fett gedrucktes Gedanken des Charakters.
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