Das Feuer des Drachen

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16 Slash
Damian / Der Verdammte Drachentöterin Kommandantin Rhoda OC (Own Character)
23.12.2017
23.12.2017
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Mit großen Schritten ging Xenia durch ihr persönliches Gemach in ihrem Drachenturm. Noch vor kurzer Zeit gehörte dieser Turm einem abscheulichen Totenbeschwörer namens Laiken. Unwillkürlich verzog sich ihr Gesicht zu einer angeekelten Maske als sie an den Moment zurückdachte, welcher schließlich Laikens Schicksal besiegeln sollte. Sie und Sassan, Laikens frühere Geliebte, welche er in einem Ritual opferte um in den Besitz des Turmes zu gelangen welcher nun Xenia gehörte, konnten schließlich Laiken in einem erbitterten Kampf besiegen, nachdem Xenia Sassan durch ihre Magie zurück in das Leben holen konnte. Es war kein einfacher Kampf gewesen. Xenia hatte immer noch jede Einzelheit des Kampfes im Gedächtnis und war sich nicht sicher ob diese Erinnerung überhaupt jemals verschwinden würde. Sie sah den Thronsaal, verunstaltet durch eine Masse an verstümmelten Körpern welchen man kaum noch den menschlichen Ursprung ansehen konnte, Razakel, ein Dämon welcher Laiken durch ihre Seelenverbundenheit nahezu unendlich große Kräfte bescherte und natürlich sah sie Laiken. Sein Anblick war das weitaus verstörendste in dieser ganzen Situation gewesen. Weder Razakel mit seinem höllischen Aussehen welches selbst den tapfersten Soldaten zum fliehen bringen konnte, noch das Blutbad im Turm hatten sie so verstört wie Laiken. Groß gewachsen und in einem langen Gewand bekleidet saß er auf seinem, nein mittlerweile ja ihrem, Thron.  Sein Gesicht, mit einer kaum noch vorhandenen Nase, eingefallenen Augen und aschfahler Haut welche nur durch das Blut welches über sein gesamtes Gesicht verteilt war an Farbe gewann, erinnerte mehr an das einer halb verwesenden Leiche als an das eines lebenden Menschen. Mit seinen langen Fingern, eher an die eines Skelettes erinnernd, klopfte er wartend auf die Armlehnen seines Throns. Xenia hatte in diesem Moment all ihre Kraft gebraucht um sich nicht zu übergeben. Die Leichen, das Blut und diese Situation selbst… Nur die Anwesenheit von Sassan und Talana, ihrer früheren Todfeindin und nun ihrer Mentorin welche sie stets im Geist begleitete, hatten sie davon abgehalten. Auch wenn die Drachenritterin diese ganze Szene bis auf das genauste Detail im Kopf hatte so könnte sie jedoch nicht mehr sagen was genau Laiken zur ihr sagte. Zu sehr war sie in dieser Situation von Abscheu und Ekel gepackt gewesen. Der Kampf, der kurz darauf begann war hart gewesen, beide Seiten hatten mit all ihrer Macht gekämpft. Xenia gegen den Dämon, Sassan gegen Laiken. Sie erinnerte sich genau wie Sassan sie darum gebeten hatte selbst gegen den Nekromanten antreten zu dürfen. „Bitte Drachenritter, ich muss das Tun. Ich muss selbst mit ihm abschließen und sichergehen dass er für immer von dieser Welt verschwindet. Ich kann nicht mit dem Gedanken leben, dass ihn jemand anderes außer mir für seine Taten hat bezahlen lassen.“ Xenia hatte kurz gezögert und dann genickt. In dem Kampf mit Razakel hatte Xenia nur durch die Unterstützung von Talana die Oberhand gewinnen können welche sie auf Fehler des Dämons aufmerksam gemacht hatte. Dort machte er eine zu schnelle Bewegung und offenbarte eine Lücke in seiner Abwehr auf welche Xenia darauf mit ihrer gesamten Kraft eindrang, da machte er einen kleinen Schritt zu weit nach vorne und verriet seinen nächsten Angriff, worauf sie diesen ohne Probleme parieren konnte. Doch trotz diesem Vorteil war der Kampf lange und mühsam gewesen. Er wäre vermutlich noch länger gegangen, wäre der Dämon nicht plötzlich in einer seiner Bewegungen erstarrt. Xenia hatte ihre Chance erkannt und mit ihrer letzten verbleibenden Kraft zugeschlagen. Erst als der Dämon zu Boden fiel hatte sie sich nach Sassan umgesehen nur um zu erkennen, dass auch Laiken Tod zu ihren Füßen lag. Erst jetzt erkannte sie, dass dies der Grund gewesen sein musste weshalb Razakel gestoppt hatte. Er musste den Tod seines Meisters gespürt haben und war darauf auch von ihm ergriffen worden, da die Seelenverbindung Dämon und Nekromanten sowohl im Leben als auch im Tode miteinander verband. Geschockt von dieser Erkenntnis hatte er sich nicht mehr auf den Angriff von Xenia vorbereiten können, welcher sein noch Sekunden währendes Leben sofort beendet hatte. Das Triumpfgefühl welches Xenia verspürt hatte, als schließlich die Erkenntnis zur ihrem von Adrenalin durchsetzten Körper durchdrang war unbeschreiblich gewesen. Sie hatte versucht auf Sassan zuzulaufen, war dabei aber von der plötzlich aufkommenden Erschöpfung überwältigt worden. Sie wäre vermutlich umgefallen wäre Sassan nicht plötzlich an ihrer Seite gewesen um sie zu stützen. Xenia schüttelte den Kopf. Die Erinnerung welche auf diesen Kampf folgte war ebenso  unerträglich wie diese welche sie gerade noch einmal erlebt hatte. Sie schüttelte deshalb noch einmal den Kopf und besann sich ihres eigentlichen Anliegens. Sie hatte eine Nachricht von Zandalor erhalten. Normalerweise würde es Xenia nicht in den Sinn kommen nach den Befehlen eines anderen zu handeln, sie war schließlich ein Drache und kein verdammter Köter den man Befehle gab und der sie ohne zu denken ausführte, aber die Botschaft die sie erhalten hatte ließ nichts Gutes vermuten. Als sie deshalb mit schnellen Schritten durch den Raum ging warf sie ihm vorübergehen noch einen kurzen Blick auf ihr Aussehen. Sie erkannte zufrieden, dass ihre Rüstung, welche aus kompletten schwarzen Platten bestand und wie eine zweite Haut am Körper anlag, noch gut saß. Xenia gefiel diese Rüstung. Nicht nur weil sie aus gutem Material geschmiedet wurde oder wegen des offensichtlichen Schutzfaktors, sondern auch da sie durch ihr anschmiegen an den Körper eine nahezu uneingeschränkte Flexibilität bot. Außerdem war die Rüstung ein Geschenk von ihren Dienern gewesen. Sie hatten alle zur Zusammenstellung der Rüstung beigetragen und sie nach ihrem innerem Wesen, dem eines Drachen geformt. So sah die Rüstung mit ihren schwarz glänzenden Platten fast aus wie die Schuppen in ihrer Dachengestalt und sie fühlte sich unweigerlich stolz eine solche Rüstung tragen zu dürfen. Ihren Helm ließ sie aber sicher verwahrt in ihrer Truhe und setzte ihn so gut wie nie auf. Das hatte dabei nichts mit Eitelkeit zu tun. Sie war keine Schönheit die wollte, dass jeder ihr perfektes Gesicht bewundern konnte. Sie besaß eine Narbe welche sich vom Ansatz ihrer Nase bis zur ihrer Wange zog. Als sie eine weitere Erinnerung an diese Vergangenheit und wie sie die Narbe erhalten hatte packen wollte schüttelte wieder schnell den Kopf, wie als ob sie dadurch diese Erinnerungen aus ihrem Verstand hinauswerfen könnte. Nein, sie verzichtete auf den Helm da sie es hasste, wenn ihr langes blondes Haar eingeenget wurde und ihr Blick gleichzeitig durch den Helm beschränkt wurde. Sie liebte es wenn ihr Haar frei durch den Wind wehen konnte, frei und ungezähmt, so wie sie selbst. Oder wie ich es zumindest gerne wäre, dachte sie zynisch als sie an die immerwährenden Verpflichtungen dachte welche ihr als Drachenritter aufgelastet wurden. Prüfend warf sie noch einen kurzen Blick durch ihren Raum bevor sie das Rad des riesigen Schreins berührte. Er war nach dem Vorbild eines Ritters gestaltet welcher angeblich früher in Rivellon geherrscht haben sollte und Xenia konnte die Energie spüren welche von ihm ausging. Als sie schließlich das Rad drehte spürte sie den vertrauten Sog, als die Energie ihren Körper umschloss um sie an einen der anderen Schreine zu teleportieren welche überall in Rivellon verstreut standen.  Sie dachte beim Drehen des Rads an die Stadt Aleroth, Hauptstadt von Rivellon und gleichzeitig der momentane Aufenthaltsort von Zandalor. Sie versuchte so viele Details wie möglich des großen Rathauses und der Ritterstatue welche in diesem stand zu rekapitulieren als der Schrein sie fortschickte. Das vertraute Ziehen, sowohl an ihrem Körper als auch an ihrem Geist zeigte ihr, dass der Schrein seine Arbeit vollzog. Kurze Zeit später fühlte sie wie ihre Füße wieder den Boden berührten. Sie öffnete die Augen und sah sich um. Sie stand in einem riesigen Saal, welcher aber halb zerstört war. Auf der einen Seite war die Wand eingebrochen und gewährte freien Blick auf die Stadt welche unterhalb des Hauses lag. Doch obwohl der Saal so zugerichtet war konnte man ihm immer noch eine gewisse Würde und Anmut anerkennen. Die Decke lag so hoch, dass Xenia sogar bequem in ihrer Drachengestalt Platz gefunden hätte und sowohl an den Wänden in Form von Gemälden, von denen nur noch wenige unbeschädigt waren, als auch in Kisten konnte man den Reichtum erkennen welcher einst hier gehortet wurde. Doch bevor Xenia sich weiter umsehen konnte hörte sie eine nur allzu bekannte Stimme zu ihr sprechen: „Ahh, gut das ihr hier seid Drache. Aleroth braucht erneut eure Hilfe.“
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