Percy Jackson und der Stab des Hermes

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12
22.12.2017
10.03.2018
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Einmal hatte George etwas Verstörendes von einem „Laser-Modus“ erwähnt. Ich wollte wirklich nicht, dass Cacus diese Sonderausstattung herausfand.
Endlich knurrte der Riese frustriert. Er schlug den Stab gegen den nächsten Kuhkadaver und das Fleisch verwandelte sich in Stein. Eine Welle von Versteinerung breitete sich von Kadaver zu Kadaver aus, bis der so schwer war, dass das Eisengestell zusammenbrach. Ein halbes Dutzend Granitkühe zerbrachen in Stücke.
Das ist doch mal interessant!“ Cacus strahlte.

„Oh-oh,“ Annabeth ging ein Schritt rückwärts. Der Riese schwang den Stab in unsere Richtung.
„Ja! Bald werde ich dieses Ding meistern und genau so mächtig sein wie Hermes. Ich werde überall hingehen können! Ich stehle alles was mir gefällt, mache qualitativ hochwertige Abklatsche und verkaufe sie auf der ganzen Welt. Ich werde Herr der reisenden Handelsvertreter sein!“
„Das,“ sagte ich, „ist wirklich böse.“
„Haha!“ Cacus hob den Caduceus triumphierend in die Höhe. „Ich hatte meine Zweifel, aber jetzt bin ich überzeugt. Diesen Stab zu stehlen war eine exzellente Idee! Jetzt werden wir schauen, wie ich euch damit umbringen kann.“
„Warte,“ sagte Annabeth. „Du meinst, es war nicht deine Idee, den Stab zu klauen?“
„Bringt sie um!“ befahl Cacus den Schlangen. Er zielte mit dem Caduceus auf uns, aber die silberne Spitze spuckte nur Papierschnipsel aus. Annabeth hob einen auf und las ihn.
„Du versuchst und mit Groupons umzubringen.“ gab sie bekannt. „Fünfundachtzig Prozent Rabatt auf Klavierunterricht.“
„Gah!“ Cacus starrte die Schlangen an und blies eine feurige Warnung über ihre Köpfe.
„Gehorcht mir!“
George und Martha wanden sich alarmiert.
Hör auf damit! schrie Martha.
Wir sind Kaltblüter! protestierte George. Feuer ist nicht gut!
„Hey Cacus!“ rief ich, versuchend seine Aufmerksamkeit auf mich zu lenken. „Beantworte unsere Frage. Wer hat dir gesagt, du solltest den Stab stehlen?“
Der Riese grinste höhnisch. „Idiotischer Halbgott. Als du Kronos besiegt hattest, dachtest du da, du hättest alle Feinde der Götter vernichtet? Du hast den Fall des Olymps nur für kurze Zeit herausgezögert. Ohne den Stab ist Hermes nicht in der Lage, Nachrichte zu überbringen. Olympische Kommunikations-Verbindungen werden unterbrochen und das ist nur das erste bisschen Chaos, das meine Freunde geplant haben.“
„Deine Freunde?“ fragte Annabeth.
Cacus wischte die Frage beiseite. „Ist unwichtig. Ihr werdet nicht lange genug leben, und ich bin nur wegen des Geldes mit dabei. Mit dem Stab werde ich Millionen machen! Vielleicht sogar Tausende! Jetzt haltet still. Möglicherweise bekomme ich einen guten Preis für zwei Halbgottstatuen.“
Ich war nicht scharf auf Drohungen wie diese. Ich hatte schon vor ein paar Jahren genug von ihnen, als ich gegen Medusa gekämpft hatte. Ich hatte nicht viel Lust diesen Typen zu bekämpfen, aber ich wusste auch, dass ich George und Martha auch nicht seinem Wohlwollen aussetzen konnte. Abgesehen davon, hatte die Welt schon genug reisende Handelsvertreter. Niemand verdiente es,  seine Tür zu öffnen und einen feuerspuckenden Riesen mit einem magischen Stab und einer Kollektion von Rolex-Abklatschen vorzufinden.
Ich sah Annabeth an. „Zeit zu kämpfen?“
Sie lächelte mich an. „Das ist das mit Abstand Klügste, was du den gesamten Morgen über gesagt hast.“

Du denkst wahrscheinlich Warte, ihr habt grade einfach so ohne Plan angegriffen?
Aber Annabeth und ich hatten jahrelang zusammen gekämpft. Wir kannten die Fähigkeiten von einander. Wir konnten die Bewegungen des anderen vorausahnen. Ich fühlte mich vielleicht nervös und ängstlich ihr Freund zu sein, aber mit ihr zu kämpfen? Das kam ganz natürlich.
Hmm… das klang jetzt falsch. Aber egal.
Annabeth drehte zur linken Seite des Riesen ab. Ich griff ihn frontal an. Ich war noch außer Schwert-Reichweite, als der Cacus seinen Kiefer ausrenkte und Feuer spie.
Meine nächste erschreckende Entdeckung: flammender Atem ist heiß. Ich bekam es hin zur Seite zu hechten, aber ich konnte spüren, wie sich meine Arme aufheizten und meine Kleidung entflammte.
Ich rollte mich durch den Schlamm, um die Flammen zu ersticken und warf dabei eine Kleiderstange mit Frauenmänteln um.
Der Riese brüllte. „Sieh was du getan hast! Das sind echte Prada-Fälschungen!“
Annabeth nutzte die Ablenkung, um zuzuschlagen. Sie stürzte sich von hinten auf Cacus und stach ihm in die Kniekehle – normalerweise eine nette weiche Stelle bei Monstern. Sie sprang außer Reichweite, als Cacus den Caduceus schwang, sie knapp verfehlend. Die silberne Spitze schlug in die Planierraupe ein und die gesamte Maschine wurde zu Stein.
„Ich werde dich umbringen!“ Cacus stolperte, goldener Ichor strömte aus seinem verwundeten Bein.
Er spie Feuer auf Annabeth, aber sie wich dem Flammenstrahl aus. Ich machte mit Springflut einen Ausfallschritt nach vorne und schlitzte mit meiner Klinge das andere Bein des Riesen auf.
Man könnte meinen, das würde ausreichen, oder? Aber nein.
Cacus bellte vor Schmerz. Er drehte sich mit überraschender Geschwindigkeit um und schlug mich mit der Rückseite seiner Hand. Ich flog durch die Luft und schlug auf dem Haufen zerbrochener Steinkühe auf. Meine Sicht war unscharf. Annabeth schrie „Percy!“ aber ihre Stimme klang, als ob sie unter Wasser wäre.


Wenn ihr diese Geschichte mögt, dann schreibt doch mal ein Review oder lasst ein Favo-Eintrag da!
Euer Quinn
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