Why Bother?

von Ririchiyo
KurzgeschichteFamilie, Freundschaft / P6
Cassandra Cillian Ezekiel Jones Jakob "Jake" Stone
19.12.2017
19.12.2017
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Why Bother?


Jake stand gerade vor einem der Bücherregale der Bibliothek, und wollte sich ein schönes Exemplar heraussuchen, welches er über die nächsten Stunden hinweg lesen konnte. Die Bibliothek war offenbar der Meinung, ihnen vorerst frei zu geben, und selbstverständlich nutzte er die Gelegenheit, um sich wieder einmal in ein wenig Fachliteratur einzuarbeiten – und welcher Ort war dafür besser geeignet, als die Bibliothek? Nun, eher die Bibliothek in der Bibliothek. Er musste selbst ein wenig über den Gedanken schmunzeln, und zog schließlich einen der dicken Wälzer aus dem Regal, bevor er sich davon abwandte, und sie auf den Weg zu den beiden Sesseln machte, die kürzlich in dem Raum aufgetaucht waren. Etwa zu der Zeit, zu der Jake und Cassandra begonnen hatten, sich immer öfter in ruhigen Momenten gemeinsam hinzusetzen und ein wenig zu entspannen.
Und wie immer hatte sie es sich bereits auf dem einen der beiden weich gepolsterten Sessel gemütlich gemacht, in einer ihrer Hände eine Tasse Tee, und einfach nur in die Luft starrend. Vermutlich innerlich wie immer irgendetwas ausrechnend. Oder versuchend, ihre neuen Fähigkeiten mehr zu trainieren. Seit der OP tat sie das immer öfter, doch bisher wusste außer ihm selbst noch niemand davon. Er war selbst überrascht gewesen. Immerhin machte er keinen Hehl daraus, wie sehr er Magie nicht mochte. Aber sie schien ihm mit der Information zu trauen, und er vertraute ihr, dass sie wusste, was sie tat – zumindest soweit, wie er einer kleinen Schwester vertraute, was hieß, dass genau genommen die Sorge überwog und er darum von ihr gewollt hatte, dass sie immer in seiner Nähe war, wenn sie experimentierte, damit er notfalls eingreifen konnte. Bisher war es zum Glück noch nie passiert.
Mit einem erleichterten Seufzen ließ er sich auf den zweiten Sessel sinken, schlug sein Buch auf, und begann schweigend zu lesen.

Wie immer war die Stille zwischen ihnen äußerst angenehm, und Jake war nicht zum ersten Mal froh darüber, dass Ezekiel an solch freien Tagen seine Zeit oft damit verbrachte, durch die Artefakte zu stöbern oder – wie jetzt – draußen umher zu wandeln. Nicht, dass er nicht inzwischen die Gesellschaft des anderen zu schätzen wusste, aber es war eben doch etwas anderes, wenn er mit Cassandra, die ebenfalls manchmal ihre Ruhe genoss, in einem Raum war, als wenn Ezekiel die ganze Zeit daneben saß und am laufenden Band Kommentare abgab.
Was allerdings nichts daran änderte, dass sie sich dennoch Sorgen machten, was den jungen Mann – mit ihnen verglichen eigentlich noch ein Kind – anging. So war er auch wenig verwundert, dass Cassandra irgendwann immer unruhiger wurde, und als er in seinem Buch das Ende des Abschnitts über antike Pfeilspitzen erreicht hatte, schlug er es zu und sah zu seiner Freundin auf.
„Was glaubst du?“, wollte er dann wissen, und er war sich nicht ganz sicher, ob es ihre oder seine Gedanken waren, die er aussprach. „Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ezekiel diesmal absolut keinen Ärger bekommt?“
Sie seufzte, und dachte eine Weile darüber nach. Schließlich zuckte sie mit den Schultern. „Keine Ahnung“, meinte sie dann ehrlich. „Aber wenn man alle Hinweise mit einberechnet, und davon ausgeht, was bisher alles so passiert ist, dann-“ Und in genau diesem Moment hörten sie von unten das Geräusch der sich öffnenden Hintertür und ein lautes Schreien, dass eigentlich nur von ihrem jüngsten Teammitglied kommen könnte.
Jetzt seufzte auf Jake. „-nicht sehr wahrscheinlich.“ Warum stellten sie beide sich die Frage eigentlich noch?
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