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Ride or die

von Luxy
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P16
Harriet Minho Newt OC (Own Character) Sonya Thomas
17.12.2017
19.04.2020
31
59.559
13
Alle Kapitel
15 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
17.12.2017 2.203
 
Hallo und herzlich willkommen bei meiner ersten Fanfiction zu “Maze Runner“ :D
Die Geschichte wird sich am Anfang hauptsächlich um Kadence und ihre Freundin Reese drehen, aber keine Sorge, die Lichter und Gruppe B werden auch eine Rolle spielen. Ich hoffe, das erste Kapitel hat Lust zum Weiterlesen gemacht und ihr lasst mir ein Review da :)
Mal sehen wie das mit regelmäßigen Uploads klappt, aber ich denke, das wird sich schnell zeigen. Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen ^^
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„Damit ist die Sache beschlossen! Heute Abend verschwinden wir ein für allemal aus diesem beschissenen Labyrinth“, verkündete Harriet, ein dunkelhäutiges Mädchen mit kurzen Haaren. Zustimmendes Gemurmel erklang, bevor ein weiteres Mädchen mit einer Geste die Gruppe zum Schweigen brachte. „Gut, dass wir das geklärt hätten. Ich würde vorschlagen, dass wir jetzt an die Vorbereitungen gehen. Harriet, du hilfst beim Packen der Rucksäcke, Aris und ich planen unser weiteres Vorgehen und du Kadence…“ „Ich komme nicht mit.“ Totenstille breitete sich in dem Raum, in dem wir all unsere Ratssitzungen abgehalten hatten, aus und ich hörte, wie ein paar Mädchen erschrocken nach Luft schnappten.
Dann brach meine beste Freundin Reese das Schweigen. „Kady! Das ist ja wohl nicht dein Ernst. Wir haben nach zwei Jahren endlich einen Ausweg aus dieser Situation gefunden und du willst hierbleiben? Das ist doch wohl ein schlechter Scherz, oder?“
„Reese hat Recht. Wenn du hierbleibst wirst du zu Hackfleisch verarbeitet. Außerdem bist du doch die Anführerin hier neben Harriet und mir. Wir brauchen dich um hier rauszukommen!“, bekräftigte Sonya sie. Ihre Augen funkelten mit einer Mischung aus Angst und Ungläubigkeit. Ich dachte kurz über ihre Worte nach, schüttelte jedoch darauf entschieden den Kopf. „Nein, ich kann nicht mit euch kommen. Es tut mir leid.“ Harriet tauschte einen Blick mit ihrer Freundin und beugte sich etwas weiter nach vorn. Dabei ließ sie mich nicht aus den Augen. Ich hingegen schaute kurz hinüber zu Aris, der bis jetzt kein Wort zur Diskussion beigetragen hatte.
„Sagst du uns wenigstens warum du hierbleiben willst? Ich kann deine Meinung noch nicht ganz nachvollziehen.“ Ich atmete tief durch und suchte nach den richtigen Worten. „Ich…ich weiß nicht, es ist einfach so ein Gefühl. Es ist ein bisschen wie mit dem Kapitän eines Schiffes, auch wenn ich keine Ahnung habe wie das aussehen mag. Jedenfalls geht der Kapitän immer als letztes von Bord und geht wenn nötig mit seinem Schiff unter, verstehst du? Außerdem…habt ihr schon daran gedacht, dass vielleicht noch weitere von uns nicht mitkommen möchten? Ich könnte sie niemals ohne ein schlechtes Gewissen hier zurücklassen. Es ist wie…ein Beschützerinstinkt.“
Verzweifelt sah ich zu dem Mädchen und fixierte dann Sonya mit meinem Blick. Etwas sagte mir, dass sie meine Beweggründe nun verstanden hatten. Dennoch blieb es für eine Weile ruhig. Niemand sagte ein Wort und die Anspannung im Raum war fühlbar. „Also schön“, sagte die Rotblonde auf einmal. „Du kannst hierbleiben.“ Erleichterung überkam mich wie eine Welle und ich nickte einfach nur, da mir die Worte fehlten. „Ich werde euch trotzdem helfen.“ Diesmal ein Nicken ihrerseits. „Okay, noch irgendwelche Einwände? Wenn nicht ist diese Versammlung offiziell beendet.“ „Warte!“, wurde sie ein weiteres Mal an diesem Tag unterbrochen. Alle Köpfe drehten sich zu meiner Freundin. „Ja? Was gibt es?“, fragte Harriet mit einem leichten Anflug von Ungeduld.
„Wenn Kady hierbleibt, dann bleibe ich auch hier.“ „Was? Bist du verrückt?“, rief ich, wobei meine Stimme schriller als beabsichtigt klang. „Ist doch egal. Soll sie doch hierbleiben. Wir sollten jetzt mit den Vorbereitungen anfangen“, mischte sich Aris das erste Mal ein. Er war aufgestanden und wartete auf die Zustimmung der Anführerinnen. „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, wiederholte er. Dieses Mal mit etwas mehr Nachdruck.

Als wir alle draußen waren steuerte jeder der 12 Ratsteilnehmer ein anderes Ziel an und es dauerte nicht lange, bis sich kleine Grüppchen gebildet hatten und die neusten Ereignisse weitergegeben wurden. Mehr als einmal spürte ich daher die Blicke der anderen in meinem Nacken. Aber das kümmerte mich nicht im Geringsten, da ich wahrlich wichtigeres zu tun hatte.
„Reese!“, schrie ich und lief in Richtung Krankenhütte. Auf der Suche nach ihr begegnete ich Grace, einem blonden Mädchen mit Stupsnase. „Hey, ich hab gehört du bleibst hier. Finde ich echt mutig von dir. Wie es aussieht werden wir wohl noch eine Weile miteinander zu tun haben. Ich bleibe nämlich auch hier.“ Sie grinste. „Können wir später darüber reden? Ich muss unbedingt Reese finden. Hast du sie gesehen?“, lenkte ich in eine andere Richtung. „Äh ja, sie ist in der Krankenhütte.“ „Danke“, erwiderte ich knapp und wandte mich zum Gehen. „Wir reden später drüber, versprochen“, fügte ich noch hinzu und verschwand dann endgültig.

Wie Grace mir gesagt hatte fand ich meine Freundin in der Krankenhütte. Sie war gerade dabei die Spritzen mit dem Serum gegen Griewerstiche zu sortieren. Zum Glück war sie allein und ich hatte die Gelegenheit, ungestört mit ihr zu reden.
Ich räusperte mich um sie nicht zu erschrecken und zu meinem Vorteil hörte sie mich sofort. „Oh, hi Kady“, meinte sie mit ihrem Lächeln, welches sie oft aufsetzte. Sie war einfach von Natur aus ein fröhlicher Mensch, was ich angesichts unsere Lebenslage sehr bewundernswert fand. „Mehr hast du dazu nicht zu sagen?“, fragte ich vorwurfsvoll. „Wovon sprichst du?“, erwiderte sie mit hochgezogener Augenbraue und setzte ihre Arbeit fort. „Man Reese, du weißt genau was ich meine. Du kannst nicht hierbleiben. Du hast es nicht verdient, hier einen grausamen Tod durch die Griewer zu sterben. Menschen wie du gehören in die Welt da draußen, wo sie gebraucht werden. Dort, wo deine Eltern sind…und die Freiheit.“
Ich war so in Fahrt, dass ich nicht sofort realisierte, was ich da gerade gesagt hatte. Sie wusste genauso gut wie ich, dass es da draußen sehr wahrscheinlich keine Freiheit gab. Wieso sonst würde man Jugendliche in ein Labyrinth stecken?
„Das ist Unsinn Kady und das weißt du. Außerdem habe ich vielleicht keine Eltern mehr. Was ist, wenn ich gar nicht zurück in diese Welt will? Wenn ich hier raus bin und im nächsten Moment von sonst was angegriffen werde. Schöne Freiheit! Und hast du dir mal selber zugehört? Du wirst hier genauso sterben und du wärst auch in der Welt da draußen willkommen, egal wie sie aussehen mag. Ich will bei dir bleiben, bei meiner besten Freundin. Du hast es vorhin doch selbst gesagt, dass du keinen ohne schlechtes Gewissen hier zurücklassen könntest.“
Sie sah mich aufgebracht, aber zugleich auch verletzt an. Ihre rot-gewellten Haare unterstrichen ihre Worte dabei und verliehen ihnen noch mehr Glaubwürdigkeit. Stumm schaute ich sie an. Es dauerte nicht lange und ihre Züge wurden sanfter als sie sprach: „Tut mir leid, ich wollte nicht so ausrasten. Ich weiß nur nicht wie ich dir meine Entscheidung sonst näher bringen soll.“
„Schon gut, du hast ja Recht. Ich habe selber ein paar ziemlich krasse Sachen gesagt und eigentlich will ich auch gar nicht, dass meine beste Freundin weggeht.“ „Alles wieder gut?“ „Alles wieder gut“, bestätigte ich und zog das Mädchen mit den Sommersprossen zu mir heran. Dabei sog ich ihren mir vertrauten Duft ein und wickelte eine ihrer Strähnen um meinen Finger. „Hilfst du mir dann bei den Vorbereitungen? Linda ist bei Sonya und ich habe noch eine Menge Arbeit vor mir. Alleine schaffe ich das nicht.“ Ich nickte sofort und machte mich nach ihren Anweisungen ans Werk. Ich kannte mich überhaupt nicht mit den ganzen Medikamenten aus, aber das brauchte ich zum Glück auch nicht. Meine Freundin erklärte mir alles genauestens und ich könnte schwören, dass sie mich außerdem von der Seite beobachtete.

Am späten Nachmittag stand ich auf der Wiese und schaute auf das mittlerweile nicht mehr ganz so hektische Treiben. Binnen weniger Stunden hatte sich unsere Lichtung um einiges verändert. Es gab an der Seite einen Haufen an Rucksäcken und Waffen –hauptsächlich bestehend aus Pfeil und Bogen- ,den zwei Mädchen bewachten. Alle, die die Flucht wagen wollten hatten sich kampffähig gemacht und standen nun teilweise nervös herum. Die Küche war so aufgeräumt wie noch nie und die Krankenhütte, bei der ich Reese geholfen hatte, war auch um einiges leerer als die zwei Jahre zuvor. Eine weitere kleine Gruppe stand abseits der „Flüchtlinge“ und tuschelte mit einem Blick zu mir und den Anführern der anderen. Sonya, Harriet, Aris und mittlerweile auch Rachel standen dicht gedrängt beieinander und redeten ebenfalls gedämpft.
Dann lösten sie sich voneinander und Harriet stieß einen Pfiff aus, der über der ganzen Lichtung zu hören war. Diejenigen, die noch beschäftigt waren hörten mit ihrer Tätigkeit auf und kamen näher. Ich wartete auf die Gruppe der Zurückbleibenden und schloss mich ihnen darauf an. Als alle nah genug bei den Anführern standen, fing Sonya an zu reden.
„Es wird Zeit, dass wir aufbrechen! Wir haben lange genug gewartet und jetzt ist es an der Zeit hier rauszukommen. Aris und Rachel kennen den Weg hier raus am besten und werden daher die Gruppe leiten. Nehmt alles mit was ihr nicht zurücklassen wollt und vergesst die Waffen nicht.“ Sie machte eine Pause und schaute in die Runde um sicher zu gehen, dass sie alle gehört hatten.
„Verabschiedet euch von denen, die sich dazu entschlossen haben zurückzubleiben. Wir treffen uns in fünf Minuten am Westtor. Wer dann nicht da ist muss zusehen, wie er klarkommt. Und Kadence“, sagte sie mit einem Blick zu mir, „ich vertraue dir. Pass auf die anderen auf, wie du es versprochen hast.“ „Das werde ich“, erwiderte ich fest entschlossen.

Kaum hatte Sonya zu Ende gesprochen brach ein Tumult los. Alle verabschiedeten sich voneinander und manche Mädchen brachen in Tränen aus. Mittlerweile fragte ich mich, ob meine Entscheidung wirklich richtig war, aber ich verwarf meine Zweifel sofort wieder. Es gab kein Zurück mehr.
Stumm beobachtete ich die Abschiede, bis ich eine Bewegung aus den Augenwinkeln wahrnahm. Sonya und Harriet kamen zu mir, die Augen ebenfalls voller Tränen. „Wir werden dich vermissen, Kady, aber wir akzeptieren deine Entscheidung“, meinte Harriet respektvoll. Die Jüngere sah daraufhin zu Sonya, die für sie weitersprach. „Du warst eine tolle Anführerin und ich habe gerne an deiner Seite die Gruppe bewacht.“ Sie brach ab und wischte sich mit dem Handrücken kurz über die Augen. „Tu, was du für richtig hälst, denn das konntest du schon immer gut.“ Damit war das Gespräch beendet und sie schluchzte nun ungehalten. Harriet versuchte sie zu trösten, indem sie unserer Freundin über den Rücken strich, aber sie war selber zu bestürzt über die Situation. Deshalb zog ich beide zu einer Umarmung heran und drückte sie, selber mit Tränen in den Augen, fest. Ein letztes Mal.
Als sich die beiden von mir abwandten und Richtung Tor gingen, drehte ich mich ebenfalls um und rannte direkt in Rachel rein. Sie war sehr gut mit Aris befreundet –was ich nie richtig nachvollziehen konnte, da wir uns nicht wirklich ausstehen konnten- und von Natur aus ein freundlicher Mensch. Ich hatte zwar während meiner Zeit hier kaum mit ihr geredet, fand sie aber ganz nett.
„Du willst echt hierbleiben?“, fragte sie, einfach so. Ich nickte nur. „Das ist echt mutig von dir, aber ich glaube, es war die richtige Entscheidung.“ Bei dieser Aussage runzelte ich die Stirn. „Wie meinst du das?“ „Ach schon gut, ich habe nur irgendwas gefaselt“, entgegnete sie schüchtern und lachte. „Es ist noch nicht vorbei, Kadence. Noch nicht jetzt. Ich habe es so im Gefühl.“ Bevor ich auch nur etwas erwidern konnte erklang ein erneuter Ruf von Harriet. Die Gruppe setzte sich in Bewegung. „Oh, ich muss los.“ Rachel trottete los, doch blieb für einen kurzen Augenblick noch bei mir stehen. „Merk dir meine Worte. Es ist noch nicht vorbei. Und wenn doch sehen wir uns am anderen Ufer.“ Sie kicherte, doch ihr eindringlicher Blick verriet, wie ernst sie ihre Worte meinte. Dann verschwand sie endgültig.

Traurig hatte jeder der Gruppe hinterhergeschaut, als sie in dem Labyrinth verschwunden waren, doch nun war es an der Zeit, die Gruppe zu versorgen. Fragend schaute ich zu Reese herüber, die mir bestätigend zunickte. Kurz sah ich mir die Übriggebliebenen an. Von anfangs 50 Mädchen und einem Jungen waren jetzt nur noch 15 Mädchen hier. Plötzlich kam ich mir schrecklich einsam und verloren vor. Nie wieder würde es hier so sein wie früher. Keine Geschichten am Lagerfeuer mehr, keine Neuigkeiten der Läufer mehr, keine Harriet und keine Sonya mehr.
Hätte ich nicht vor versammelter Mannschaft gestanden, hätte ich mich in die nächste Ecke verkrochen und für die nächsten zehn Minuten geheult. Aber das ging jetzt nicht. „Auch wenn der Himmel sich nicht mehr verändert zeigt mir der Blick auf die Uhr, dass es kurz vor sechs ist. Da sich die Tore nicht mehr wie gewohnt schließen werden, sollten wir uns einen Unterschlupf suchen, bevor die Griewer kommen. Ich schlage vor wir verziehen uns in die Hütte, besser gesagt in das obere Stockwerk. Grace, du und Miranda holen Decken aus dem Vorratsraum. Susan und Erica, ihr schnappt euch einen Vorrat an Essen und Trinken. Reese, du nimmst ein paar Spritzen mit dem Serum mit, nur für alle Fälle. Die anderen helfen mir da oben alles für die Nacht vorzubereiten. Wenn wir die Türen verschlossen haben bleiben alle bis zum nächsten Morgen da oben, klar? Ich habe nicht vor, jemanden heute Nacht zu verlieren.“ Dem widersprach keiner und ich marschierte los Richtung Hütte.
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