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Sometimes, home has a heartbeat

OneshotDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Ingo "Easy" Winter Richard "Ringo" Beckmann Tobias Lassner
16.12.2017
06.03.2021
12
25.419
16
Alle Kapitel
58 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
18.09.2018 1.722
 
Hallo ihr Lieben,
im Beckmann-Winter-Lassner-Haushalt ist der Kindergarten ausgebrochen und hier ist meine Variante davon, wie Ringsy "zurückschießen". Anknüpfungspunkt ist die Episode 5946 vom 18.09.18. An dieser Stelle grüße ich noch die eine spezielle Person, die sich die Zeit & Muse genommen hat, über mein Geschreibsel zu lesen. <3

Viel Spaß beim Lesen und viele Grüße.
MissRingsy.



Der nächste Streich folgt zugleich


„Revier markieren!“

„Ja und als nächstes pisst er hier in die Ecke oder was?“

„Ich glaub‘ wir haben wirklich keine andere Wahl, wenn er so weitermacht.“

„Zurückschießen?“

„Ja?“

Easy seufzt leise, als er mit Argusaugen Ringos Gesichtszüge beobachtet, die sich mit jeder weiteren Sekunde immer weiter verhärten. Dessen Unterkiefer schiebt sich eine Winzigkeit nach vorn und das ist das rote Alarmsignal für Easy, endlich einzugreifen. Sanft legt er beide Hände auf Ringos Schultern: „Hey, meinst du wirklich, dass das so eine gute Idee ist? Wie wär’s, wenn du für uns erstmal gemütlich Kaffee ans Bett holst und wir…“

Er bekommt trotz seines beruhigenden Tonfalls ein entnervtes Stöhnen als Antwort und Easy schaut betreten auf die grau-blaue Bettdecke, als Ringo antwortet: „Easy, verstehst du das wirklich nicht? Wenn der da drüben so weitermacht, dann haben wir hier in den nächsten Tagen die Hölle auf Erden. Willst du das?“

Easy schaut wieder in Ringos stahlblaue Augen und schüttelt langsam mit dem Kopf, lässt seine Hände parallel über Ringos muskulöse Oberarme streichen. Fühlt die noch schlafwarme, glatte Haut unter seinen Fingerspitzen und registriert zufrieden, wie sich eine kleine Gänsehaut darunter bildet.

„Nein, aber ich will, dass das mit uns funktioniert. Mit dir, mit ihm und mit Stinker. Und wenn wir jetzt zurückschießen, dann kann das es auch eskalieren. Und das schaff‘ ich einfach nicht. Nicht noch einmal, wir hatten diesen Beef zwischen euch schon mal, erinnerst du dich noch?“ Ringo wendet seinen Blick nicht ab: „Ja, sehr gut sogar. Und ich bemühe mich wirklich, vor allem dir zuliebe und…“

Easy rutscht noch ein ganzes Stück näher an seinen Freund und hakt vorsichtig nach: „Und… was?“ Zwei große, warme Hände legen sich fast beschützend an seine Wangen und Ringos Stimme nimmt diese eine Stimmlage an, die eine ganze Truppe an Glückshormonen in seinem Körper freisetzt und sämtliche Synapsen in seinem Hirn mal eben in den vorzeitigen Winterschlaf schickt: „Und ich hasse meinen bekloppten Halbbruder einfach gerade so sehr dafür, dass er unseren ersten richtigen gemeinsamen Morgen nach meinem Einzug durch seine Dauerbeschallung kaputt gemacht hat.“

Just in dem Moment verklingen die unerträglichen Töne aus dem Nachbarzimmer und Easy schmiegt sich in Ringos liebevolle Berührung: „Eigentlich hat der Kotzi dafür schon eine kleine Abreibung verdient, du hast Recht.“ Ein ehrliches Grinsen stiehlt sich auf seine Lippen und Ringo erwidert es ohne zu zögern.

Easy jedoch sieht ihn genau – den Funken Schalk, der plötzlich in den blau-grauen Augen gefährlich aufblitzt und er will schon zu einem mahnenden Satz ansetzen, aber da wird ihm ein Zeigefinger mit deutlicher Bestimmtheit auf den Mund gelegt: „Ich hab‘ mir schon was überlegt und bei beiden Aktionen kommt dein Vergnügen nicht zu kurz. Versprochen.“

Noch ehe Easy reagieren kann, rollt sich Ringo einmal quer über ihn und er spürt die angenehme Schwere seines Körpers. Er lacht leise, als Ringo kopfüber unter das Bett lugt und in einer fast schon zirkusreifen Nummer etwas zu ihnen nach oben angelt. Helfend krallt Easy seine rechte Hand in den weichen Stoff des schwarzen T-Shirts und zieht Ringo wieder nach oben.

Ein kleiner, brauner Pappkarton steht nun auf der Bettdecke genau zwischen ihren beiden Körpern. Ringo deutet mit einem zaghaften Kopfnicken an, dass Easy ruhig hereinschauen kann und er untermauert es mit einem fordernden „Nun mach‘ schon!“. Sorgsam streift der Schwarzhaarige den Deckel ab und ein leises „Ach Ringo“ verlässt seine Kehle, bevor er das erste Bild von ihnen aus der Schachtel nimmt. Sein Daumen fährt über den Bildrand und kurz hat er einen Kloß im Hals, als er an ihren gemeinsamen Wildnis-Trip in der Eifel zurückdenkt.

An die Momente, wo sie für ihre Freunde gleich nach dem Aufstehen alberne Selfies geschickt haben, damit jeder auf dieser Welt – na gut, jeder in der Schillerallee – sehen kann, wie glücklich sie sind. Er spürt genau den aufmerksamen Blick seines Freundes auf sich, als er weitere Schnappschüsse herausnimmt.

Darunter ältere Fotos von Ellis und Pacos Hochzeit, aber es sind auch die Momentaufnahmen dabei, welche erst vor ein paar Tagen auf der kleinen Bank am Beach von ihm geknipst worden waren: „Das heißt, du… lässt sie immer gleich ausdrucken und entwickeln?“

Easy sucht Ringos Augen und der warme Glanz darin beantwortet alle offenen und unausgesprochenen Fragen. Es ist ein stürmischer Kuss, der folgt, und Easy schafft es gerade noch, den Pappkarton beiseitezuschieben, bevor er seine Arme um Ringos Nacken schlingt und sie diesen Moment in seiner puren Vollkommenheit einfach nur auskosten.

Nur widerwillig löst er sich von den zarten Lippen auf seinen und er seufzt sehnsüchtig auf, als Ringo ihm einen weiteren, fast schüchternen Kuss auf die Mundwinkel drückt: „Ich finde, dieser Morgen hat einen ganz akzeptablen Verlauf genommen“, haucht Easy und Ringo zeigt sein schönstes Lächeln: „Was ich genau mit den Fotos vorhabe, erkläre ich dir später.“

Das Krachen einer Tür und das kurzzeitige Bellen von Stinker machen deutlich, dass ihre beiden Mitbewohner sich, vom Hunger angetrieben, nun der Küche breitmachen. „Jetzt folgt der erste Streich.“ Noch ehe Easy reagieren kann, schiebt sich sein Freund in rasender Geschwindigkeit aus ihrem Bett und zupft erst etwas unbeholfen an seinem weißen Shirt, bevor er es auszieht und ihm im hohen Bogen entgegenwirft. Easy lacht vergnügt und hebt fragend beide Augenbrauen nach oben: „Was soll das werden? Nichts gegen einen Striptease von dir, aber…“

Sein Mund wird mit einem Mal staubtrocken, als sich Ringo letztlich auch seiner Boxershorts entledigt und nun splitterfasernackt vor ihm steht. Das breite Grinsen scheint in dessen Gesicht regelrecht festgetackert zu sein, während das Sprachzentrum von Easy einen ersten Wiederbelebungsversuch nicht ablehnen würde: „Du… da… ich…“

Ringo dreht sich mit dem Rücken zu ihm und sein Blick gleitet ohne zu Zögern und ohne Scham zu dem perfekt geformten Apfelpo. Ihm schießt die Hitze in die Wagen, als Ringo keck sagt: „Ich habe dir ja gesagt, du wirst etwas von meinen Ideen haben, Schatz.“

Er schwingt fast lasziv seine schmalen Hüften, als er zur Tür geht, sie öffnet und wohl schnurstracks ebenfalls in ihre Küche wandert, denn die gewünschte Reaktion kommt prompt über die Lippen des Anwalts: „Bitte, das ist doch nicht dein Ernst!“

Ein paar weitere fluchende Sprüche von Tobias folgen, aber Easy lässt sich einfach nach hinten auf die Matratze fallen und ein befreiender Lachanfall erfasst seinen ganzen Körper, all seine Sinne, und er ist sich sicher, dass sein lautes Glucksen bis zur Konditorei unten wiederhallt und Frau Weigel mal wieder stutzen lässt.

*****


„Hast du noch einen übrig?“, ruft Ringo ihm aufgeregt entgegen und hastig kehrt Easy mit einem weiteren Bilderrahmen in die WG-Küche zurück. Ein wenig erinnert ihn dessen schwarz-gelber Farbton an die Hosenbiene, welche er vor ein paar Tagen noch vor der Linse hatte.

Ringo nimmt ein weiteres Foto aus dem Pappkarton, rahmt es ein und stellt es auf das Fensterbrett hinter die zerfledderte Couch. Prüfend kratzt er sich anschließend am markanten Kinn und murmelt: „Irgendwas fehlt noch.“ Easy folgt seinem aufmerksamen Blick, welcher schließlich am schwarzen Kühlschrank hängenbleibt: „Da oben muss auch noch eines hin, er hängt mit seiner Visage praktisch eh ständig da drin.“

Ein kunstvoller, weißer Bilderrahmen mit einem Bild von ihrem Camping-Trip wird direkt über dem Kühlschrank positioniert und zufrieden klatscht Ringo in die Hände: „Perfekt!“ Immer lauter werdende Schritte bahnen sich ihren Weg durch den Hausflur und hektisch wird Easy am Kragen seines karierten Hemdes gepackt und Richtung Sofa gedrängt, bevor sein Freund ihn einfach auf seinen Schoß zieht.

„Jetzt kommt für mich der schönste Teil des zweiten Streiches“, raunt Ringo und verschließt Easys Mund mit einem Kuss, der ihn Raum und Zeit vergessen lässt. Er ist getränkt voller Leidenschaft und gleichzeitig so unendlich sanft, dass er kurzzeitig Angst hat, vor Glück zu zerschmelzen. Aber da sind die großen Hände seines Freundes auf seinem Rücken und seiner Hüfte, die ihn sicher festhalten.

Die Wohnungstür öffnet sich mit einem lauten Knall, sodass Easy kurzzeitig die Befürchtung hegt, dass sie aus ihren Angeln gehoben wird. Aber die beiden Männer lassen sich in ihrem geschäftigen Treiben nicht unterbrechen.

Ganz im Gegenteil, denn Ringos Zunge nutzt einen günstigen Moment und schiebt sich in seinen Mund, überaus forsch, und Easy befürchtet, dass er bald keinen Sauerstoff mehr in seinen beiden Lungenflügeln hat, um diesen Augenblick unbeschadet zu überleben.

Endlich kommt das genervte Aufstöhnen aus Tobias‘ Mund und er hört Stinkers leises Getapste auf dem Parkettboden: „Könnt ihr euch kein Zimmer nehmen? Oder noch besser: Geht doch einfach nach nebenan! Ich war froh, den Anblick von heute Morgen ohne bleibende Schäden verkraftet zu haben!“

Easy japst tatsächlich etwas nach Luft, als Ringo ihn wieder freigibt und er sich provokativ über die Lippen leckt, bevor er die Schultern strafft und sich seinem Bruder zuwendet: „Anblick? Was sollen wir denn sagen, wenn hier Tag und Nacht ungefragt vor unseren Augen der Vollmond aufgeht?“

Der Fotograf presst die Lippen zwanghaft aufeinander, um nicht auflachen zu müssen – zu köstlich ist der Gesichtsausdruck seines Mitbewohners, der ohne weitere Worte zum Kühlschrank geht und eine Flasche Bier herausholt. Plötzlich in seiner Bewegung erstarrt und mit offenen Mund das Bild herunternimmt: „Wollt ihr mir jetzt noch mein Feierabend-Bier versauen? Ich muss euer Dauer-Geknutsche schon live und in Farbe ertragen, das muss ich nicht noch… DAS IST NICHT EUER ERNST!“

Tobias‘ Stimme überschlägt sich fast, als er die anderen Bilder sieht, die überall in der Wohnung verteilt sind, mal stehend oder hängend, aber für jedes fremde Augenpaar gut sichtbar. Ringo kann sich ein provozierendes „Du wiederholst dich, Bruderherz“ nicht verkneifen und über Tobias‘ linker Augenbraue beginnt eine Ader gefährlich zu pochen.

„Darüber reden wir noch, Easy!“, sagt der Anwalt und winkt schließlich resignierend ab, bevor mit seinem Hund im Zimmer verschwindet. Der Angesprochene schmunzelt schließlich doch noch und Ringo fährt mit dem Daumen über das Grübchen auf seiner Wange: „Schöner hätte der erste Abend im neuen Heim nicht verlaufen können.“

Easy atmet lautlos aus, bevor er seinen Freund wieder zu sich heranzieht und genau da weitermacht, wo sie beiden vor Tobias‘ Auftauchen aufgehört haben.
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