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Sometimes, home has a heartbeat

OneshotDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Ingo "Easy" Winter Richard "Ringo" Beckmann Tobias Lassner
16.12.2017
06.03.2021
12
25.419
16
Alle Kapitel
58 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
01.09.2018 1.224
 
Hallo ihr Lieben,
einige haben den nachfolgenden Flitter vielleicht schon auf tumblr gelesen, aber ich dachte, ich lasse ihn trotzdem mal noch hier da. :) Über Feedback freue ich mich immer.

Es ist was leicht-flockiges, passend zum aufkommenden Herbstwetter ein wenig kuschliger.

Ich hoffe, es gefällt euch und ich wünsche viel Spaß beim Lesen. Bis ganz bald.
MissRingsy.


Disclaimer: Nichts was hier geschrieben steht ist wahr. Es soll hiermit niemand verletzt oder bloßgestellt werden. Es sind keine Copyright- oder Trademarkverletzungen beabsichtigt. Die Figuren und Schauplätze der Serie »Unter uns« sind Eigentum von RTL und der Ufa Serial Drama.



Das Easy Winter-Phänomen


„Dir ist schon bewusst, dass du diese Wette verlieren wirst, oder?“

Ringo kann sich ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen, während er noch eine Daumenbreite näher an seinen Freund rückt, sodass sich ihre Nasenspitzen fast berühren. Die warme Bettdecke rutscht im selben Atemzug noch ein weiteres Stück in die Richtung von Easy und gibt den Blick auf seinen nackten Rücken frei.

„Sagt wer? König Richard, der mein vegetatives Nervensystem und all‘ meine Körperfunktionen auswendig kennt?“

Easy präsentiert mit seinen langen, tiefschwarzen Wimpern den perfekten Augenaufschlag, während er es schafft, die Frage in einem möglichst ernsten Tonfall zu stellen. Ringo schluckt, denn der Blick aus den unvergleichlichen goldbraunen Augen wird immer intensiver und lässt ihn mit jeder anbrechenden Minute kontinuierlich schwacher werden.

Es ist wieder einer dieser Sonntage, die Ringo vor gut einem Jahr noch liebend gern aus seinem Kalender gestrichen hätte. Rot und fett durchkreuzt oder noch viel besser, gleich komplett ausradieren und direkt zum nächsten arbeitsreichen Montag übergehen.

Das ungemütliche Herbstwetter, was derzeit draußen herrscht, wird von einem Dauerregen und heulenden Sturmböen begleitet, sodass Easy und er praktisch eine Freikarte dafür haben, den ganzen Tag im Bett zu verbringen.

Früher hat er diese Tage mit jeder Faser seines Körpers verflucht, weil sie so verdammt unnütz waren und er seinen Unikram in einer Stunde am Vormittag schon fertig hatte und überhaupt… neben einer schier endlosen Welle der Langeweile gesellte sich nach geraumer Zeit auch eine Prise Unzufriedenheit hinzu, die er irgendwann an seinen Mitbewohnern ausließ. KayC könnte bestimmt noch heute die ein oder andere Anekdote dazu erzählen.

„Nicht alle“, antwortet Ringo im rauen Flüsterton, „aber die wichtigsten Funktionen deines Körpers habe ich immer im Blick.“ Beide Augenbrauen lupfen nach oben und er schnalzt mit der Zunge, als Easys Augen sich weiten und der feine Rotschimmer auf seinen Wangen sichtbar wird. Dennoch scheint sich der Fotograf wieder schnell zu fangen, reckt sein Kinn etwas in die Höhe: „Tja, Pech gehabt. Heute ist das ganz anders.“

Ringo lacht leise, er liebt diese kleinen Spielchen, die morgendlichen Neckereien mit ihm. Aber er weiß auch, dass ihnen so langsam die Zeit davonrennt, wenn sie noch ein anständiges Frühstück haben wollen.
Und neben Easy ist gutes Essen nun mal eines der beckmann’schen Grundbedürfnisse, hinter denen möglichst immer ein Haken gesetzt werden sollte, ohne das grummelige Schlechte-Laune-Tier in ihm zu wecken.

„Wir haben noch eine Viertelstunde, bevor die Konditorei schließt und ich muss dir ja nicht erklären, dass Irene für uns keine Ausnahme macht. Also bitte… leg‘ die Karten endlich auf den Tisch.“ Er gibt seiner Stimme einen forderten Unterton, der dazu führt, dass Easy sein Gesicht wieder etwas nach hinten rückt: „Wieso? Vertraust du mir etwa nicht?“

Ein Lächeln umspielt die vollen Lippen und das Grübchen gräbt sich unaufhörlich in Easys Wange. Ringo hat irgendwann aufgehört über die Frage nachzudenken, ob er sich daran jemals sattsehen kann.

„Pass‘ auf, die Sache ist ganz einfach: Du schiebst beide Füße jetzt einfach zu mir rüber und dann checke die Beweislage – die natürlich klar dafürsprechen wird, dass du uns heute die Brötchen holen wirst. Und bitte bedenke dabei das immer knapper werdende Zeitfenster und die graue Alternative – labbriges Toast zum Sonntag“, er verzieht das Gesicht zu einer Schnute und keift die Augen theatralisch zusammen, „… bääääh. Geht überhaupt nicht.“

Easy schnaubt leise auf: „Was kann ich denn dafür, wenn du so verwöhnt bist. Dem Prinzen auf der Erbse genügt nicht das normale Essen des Volkes.“ Er gluckst dabei leise und Ringo würde ihm dafür am liebsten den Hintern versohlen oder optional niederknutschen, aber sein Magen meldet sich mit einem so aufdringlichen Geräusch, sodass er den Gedanken zumindest vorerst wieder schnell beiseiteschiebt.

„Du kannst das Easy-Winter-Phänomen nicht leugnen, mein Lieber. Du hast immer kalte Füße, selbst bei gefühlten 40 Grad Außentemperatur. Daher weiß ich es einfach. Und mir entgeht übrigens auch nicht, dass du deine Füßchen gerade staccatoartig aneinanderreibst, damit sie auf Betriebstemperatur kommen.“

Easy erstarrt sofort in seiner Bewegung zur imaginären Salzsäule und setzt eine schuldbewusste Miene auf. „Ertappt“, grinst Ringo siegessicher und beobachtet jede noch so kleine Regung seines Freundes, der seinen Blick wieder sucht: „Ich weiß nicht, wovon du sprichst“, antwortet er mit einem leichten Schulterzucken, gefolgt von einem schnellen Herausstrecken seiner Zunge und Ringo atmet tief aus, bevor er raunt: „Das hättest du lieber bleiben lassen sollen.“

Ohne ein weiteres Wort oder gar Vorwarnung rollt er sich über seinen Freund, der reflexartig seine Arme um seinen schlanken Rücken schlingt und aufkeucht. „Wer nicht hören will, muss fühlen“, entkommt es noch aus Ringos Kehle, bevor sein Gewicht etwas nach unten verlagert und seinen Arm auf Tuchfühlung schickt.

Seine Hand gleitet langsam abwärts, fast zärtlich über den Streifen nackter Haut zwischen T-Shirt-Saum und Boxershorts und er spürt, wie Easy nach Luft schnappt. Ringo wähnt seinen Freund in trügerischer Sicherheit, bevor er ruckartig nach unten greift und dessen rechten Fuß zu fassen bekommt. „Ringo!“, kommt es ermahnend von Easy, aber Ringo hält ihn gnadenlos fest: „Da haben wir ihn schon! Den Eisklumpen deluxe!“

Easy verzieht den Mund zu einer Schnute und will sich entziehen, aber Ringo kommt nicht umhin, seine Fingerspitzen auf die Fußsohle zu platzieren und auf- und abzufahren. Nirgendwo ist Easy Winter kitzliger als genau an diesem Punkt und dessen Reaktion folgt prompt, es ist ein fast atemloses Lachen, dass fast in ein für ihn untypisches Kichern nahtlos übergeht.

Beide Männer schrecken etwas zusammen, als es plötzlich an der Zimmertür klopft und die genervte Stimme von Tobias an ihre Ohren dringt: „Wenn ich das, was ihr auch immer da drin gerade macht, wirklich den ganzen Tag betreibt, muss ich wirklich kotzen. Und Stinker gleich mit, der winselt schon seit einer Stunde.“

Easy nutzt Ringos kurze Unachtsamkeit, um ihn am Nacken wieder zu sich zu ziehen und dieser lässt es geschehen, stützt sich mit beiden Händen auf der breiten Matratze ab. Ist nur einen Hauch davon entfernt, die vollen Lippen zu seinem Kuss zu verschließen. Spürt gleichzeitig Easys warmen Atem auf seiner Wange.

„Und was ich eigentlich sagen wollte, ich habe euch Brötchen mitgebracht und für Easy extra sein heißgeliebtes Nougathörnchen. Ihr könnt später auf die Knie gehen und mir danken.“ Easy strahlt ihn an und flüstert: „Problem gelöst.“

Langsam schüttelt Ringo den Kopf und kann nicht mehr widerstehen, ihre Lippen finden sich zu einem zärtlichen Kuss, der fast träge ist und dennoch so warm und intim, dass Ringo die Hitze in die Wangen schießt.

Sanft lehnt er seine Stirn gegen die seines Freundes, seine Hand gleitet unter den weichen Stoff seines Shirts und bleibt auf dessen Brustkorb liegen. „Was wird das? Ich dachte, du wolltest frühstücken“, neckt Easy ihn und Ringo setzt schon fast zum nächsten Kuss an, als er noch murmelt: „Vorher muss ich noch deine anderen Körperfunktionen testen.“
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