Zero und Seven

von Aladia
GeschichteAllgemein / P12
16.12.2017
29.01.2018
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Zero sah emotionslos durch die Gitterstäbe ihres Gefängnisses, während ihr älterer Bruder sich mit den steinigen, grauen Wänden begnügte. Na gut, eigentlich war Seven gar nicht ihr Bruder, aber die beiden waren schon seit sechs Jahren zusammen in dieser Zelle, weshalb die beiden so verbunden wie Geschwister waren. Vor allem, da Zero gerade mal vier und Seven fünf gewesen ist. Zero setzte sich etwas gemütlicher hin, wobei das auf dem harten Boden gar nicht so leicht war. Ihre linke Fußkette raschelte dabei bedenklich und Seven drehte den Kopf zu ihr. Kurz sahen sich die beiden an, ehe sie wieder in ihre eigene Richtung blickten. Die beiden saßen mit knappen Abstand direkt nebeneinander, das war die einzige Nähe, die sie abends hatten. Zero vermutete zumindest, das es abends war. Die Beiden wurden morgens aus ihren Zellen geholt, arbeiteten den ganzen Tag auf dem Feld und wenn die Sonne unterging, brachte man die beiden zurück. Hin und wieder bekamen sie Brote und Wasser. Etwas Wind kam durch die Gitter und Zero fröstelte es ein bisschen. Ihr beigefarbenes Kleid gab ihr nun einmal kaum Schutz vor Kälte. Vor allem nicht da es so zerrissen und kurz war. Es ging ihr nicht einmal zu den Knien. Seven ging es wahrscheinlich nicht anders. Er trug nur eine kurze aber breite Hose, sowie ein luftiges Top mit kurzen Ärmeln. Beides beigefarben und ebenfalls zerrissen. Da nicht oft Wind in die Zellen kamen, vermutete Zero, das draußen gerade ein Sturm tobte. Ein Donner und erneuter Wind bestätigten ihre Vermutung. Demonstrativ rückten beide Geschwister näher zusammen. Ein sehr starker Wind blies durch die Gitterstäbe und Zero schlang ihre beiden Arme um den dünnen Körper. Seven hätte vermutlich gerne das Gleiche getan, allerdings war sein rechtes Handgelenk mit einer kurzen Kette an die Wand verbunden, sodass er zwar sitzen und stehen konnte, aber weder liegen und beim sitzen sein rechter Arm in der Luft hing. Damals hatte er genau wie Zero eine längere Kette am Fußgelenk gehabt, aber bei einem gescheiterten Fluchtversuch musste man bei ihm andere Maßnahmen ergreifen. Jetzt war es bei Seven nun mal die rechte Hand und bei Zero der linke Fuß. Das Mädchen lehnte sich etwas an ihren größeren Bruder. Der Donner verschreckte sie leicht. Nur selten bekam sie diesen zu hören, sie lebten in einem zwar warmen, aber nicht unbedingt heißem Dorf, weshalb Gewitter sich selten blicken ließ. Das war auch einer der Gründe, warum die beiden versklavt worden und nicht wie andere damals getötet worden waren. Seven beherrschte Wasser- und Klang-Magie, während Zero Hitze- und Luft-Magie beherrschte. Perfekt für die nicht allzu gute Ernte im Dorf. Diesmal sah sie aus dem Augenwinkel einen leichten Blitz und schaute auf, da sie den Blick eine Zeitlang auf den Boden gerichtet hatte. Ihre eisblauen Augen versuchten, etwas in der plötzlichen Dunkelheit zu erkennen, aber bis auf Seven und ihre angewinkelten hellen Beine sah sie nichts. Auch wenn die Sonne und der Mond nicht selten von kleinen Wölkchen überdeckt wurden, war es nicht oft so dunkel und Zero kam damit noch nicht ganz klar. Der kalte Wind machte es auch nicht gerade besser. Sie hob ihre rechte Hand und setzte sich wieder aufrechte hin. Dann konzentrierte sie sich und schloss angestrengt die Augen. Normalerweise war das für sie gar nicht so schwer, aber wenn sie den gesamten Tag so etwas getan hatte, war es schwierig, das im erschöpften Zustand zu schaffen. Dann wurde es wärmer und auch ein bisschen heller. Zero öffnete ihre Augen und ein kleines Flämmchen war auf ihrer Handfläche erschienen. Obwohl es wirklich nicht groß war, wärmte es doch sofort und gab ein sanftes Licht von sich ab. Seven hatte mittlerweile den Kopf zu ihr gedreht und betrachtete die Flamme mit seinen smaragdgrünen Augen. Seine kurzen, weiß-grauen Haare schimmerten matt im goldenem Licht. Genauso wie Zeros Haare waren diese zerzaust, aber hingen wenigstens zum Großteil aus dem Gesicht. Bei Zero war das anders. Ihr platinblondes Haar rutschte ihr immer wieder ins Gesicht und eine längere, bis zur Brust gehende Strähne hatte es sich zwischen ihren Augen gemütlich gemacht. Ihr gesamtes, dünnes Haar ging ihr jedoch bis zu den Knien und verteilte sich ungleichmäßig auf dem steinigen Zellenboden. Eine Weile lang war es still in der Zelle, nur der Donner, der sich langsam zu entfernen schien und der Wind, der durch die Gitter pfeifte, waren zu hören. Dann hob Seven leise seine etwas kratzige Stimme an. „Danke.“ Es waren keine großen Worte, aber dadurch das die beiden so selten sprachen, war es viel wert für Zero. Es entlocke ihrem sonst so emotionslosem Gesicht sogar ein kleines Lächeln. Die beiden hatten sich wieder etwas voneinander entfernt, die Flamme war doch wärmer als gedacht. Nur die Hand, die Seven auf ihre Kleinere gelegt hatte, konnte Zero von ihrem Bruder noch spüren.

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Ja, ich habe mich jetzt auch mal an eine Geschichte von Magi versucht ^^ Zwar kenne ich diesen Anime schon länger, aber war mir nicht wirklich sicher, ob ich hier etwas schreiben sollte, aber ich habe es jetzt einfach mal getan :)
Danke, das ihr mal reingelesen habt und einen schönen Tag noch ^-^

LG Aladia
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