Fehlgeschlagener Sprung!

GeschichteRomanze / P18 Slash
Haruka Nanase Rin Matsuoka
16.12.2017
09.11.2019
10
14163
2
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Heyo zusammen,

Es tut mir so wahnsinnig leid, dass ich gestern das neue Kapitel nicht mehr hochgeladen habe. Hoffentlich verzeiht ihr mir.

Würde mich wie immer über Kommentare freuen^^

Viel Spaß beim lesen!!
LG Anirahtak-K
_____________________________________________________________________________________


„Magst du noch mit auf mein Zimmer kommen? Du könntest Aichii besser kennenlernen.“, fragte ich Sousuke. Er hatte mich bis zu meiner Zimmertür begleitet und nun standen wir gemeinsam davor.

„Nettes Angebot, Rin, aber ich muss ablehnen. Ich sollte meinen eigenen Mittbewohner mal kennenlernen.“

„Oke. Wir sehen uns dann morgen.“

„Ja. Gute Nacht, Rin.“

Wir machten unseren gewohnten Handschlag und ich war ein wenig stolz auf mich selbst, dass ich ihn trotz den vielen Jahren noch konnte. Vom Laufen geschafft und zufrieden öffnete ich die Tür zu meinem Zimmer. „Hallo, Rin.“, begrüßte Aichii mich ein wenig verzweifelt.

Ich schaute ihn an und brauchte gar nicht zu fragen, was los mit ihm war. „Für welches Fach lernst du dieses Mal?“

„Englisch und ich versteh‘ rein gar nix!“ Panisch schaute er mich an, während ich mich hinter ihn stellte und meinen Blick über seinen Notizen gleiten ließ.

„Du musst die Zeiten lernen? Ich helf‘ dir. Wenn wir sie zusammen durchgehen, solltest du sie im Handumdrehen können.“

Aichii strahlte mich an, jedoch verschwand es so schnell wieder von seinem Gesicht, wie es gekommen war. „Aber Rin. Es ist doch schon so spät.“

„Ach was.“ Während ich sprach, griff ich nach meinem Schreibtischsessel und zog ihn neben Aichiis. „Mit welcher Zeit beginnen wir?“

„Mit der ersten?“, fragte er vorsichtig und ich musste schmunzeln. Zwar bedeutet das, dass viel Arbeit vor uns lag, jedoch war ich sowieso noch nicht müde.

„Okay. Here we go. We are starting with the present tense. What do you need to build this tense?“

Aichii überlegte, was die Antwort auf meine Frage war und ich schrieb ihm einige Sätze auf, in die er die Verben in der richtigen Zeit einsetzten sollte. So hatte ich wenigstens etwas Ablenkendes zu tun.

„Ähm. Ein Verb?“, fragte Aichii leise.

„That’s right. In which tense?“

„Der ersten?”

Ich nickte und reichte ihm den Zettel mit den Sätzen. „Write the right verb in the gab. Show me the paper when you are finished. Then we will do the next tense.“

Aichii nickte eifrig und machte sich sofort an die Arbeit. Auf diese Weise arbeiteten wir die komplette nächste Stunde durch. Hin und wieder fragte er nach, wenn er sich nicht sicher war, oder wenn er ein Wort nicht wusste. Je komplizierter der Aufbau einer Zeit wurde, umso schwerer tat sich Aichii und ich begann, ihm den Aufbau ebenfalls auf den Zettel zu schreiben.

„Oh Mann. Ich kapier diese Zeit nicht.“ Entmutigt legte er den Stift aus der Hand und vergrub sein Gesicht in seinen Händen.

„Aichii“ Er wirbelte herum und fragte mich ein wenig beunruhigt: „Ja?“

„Mach mal eine Pause. Wir haben schon fünf Zeiten durch. In zehn Minuten können wir uns noch einmal der Present perfekt Tense widmen. Dann hast du wieder mehr Energie und es fällt dir bestimmt leichter.“

„Ist gut.“, meinte er und nickte.

Ich beobachtete ihn, wie er ins Bad ging und hörte, dass er den Wasserhahn aufdrehte und sich das Gesicht wusch. In einem Punkt waren wir uns sehr ähnlich. Wir arbeiteten und trainierten immer sehr viel für unsere Ziele. Ich hatte es schon einmal übertrieb und ich möchte ihn gerne davor bewahren. Irgendwann würde er sich sonst noch überschätzen.

Ich ließ ebenfalls den Stift liegen und entspannte mich in meinem Sessel. Ein wenig mein Englisch trainieren konnte mir nicht schaden. Immerhin würde ich am Ende des Schuljahres wieder in Australien sein.

Auf einmal wurde mir ganz kalt und ich hatte einen Kloß im Hals. Ich setzte mich wieder aufrecht hin und versucht vergeblich den Kloß los zu werden. Mir waren Harukas Worte von gestern wieder eingefallen.

„Rin? Ist alles in Ordnung?“ Aichii musterte mich mit besorgtem Blick. „Du bist ja ganz blass! Hast du nichts zu Abend gegessen?“

Noch bevor ich etwas antworten konnte, meldete sich mein Magen. Ich hatte tatsächlich vergessen etwas zu Abend zu essen. Froh darüber eine Ausrede zu haben, schnappte ich mir etwas zu essen, bevor wir uns wieder den Zeiten widmeten.

„Rin?“, fragte Aichii nach einigen Minuten. Ich hatte weitere Sätze aufgeschrieben, wovon sich die meisten um Essen drehten. Anscheinend hatte ich wirklich starken Hunger.

„Hm?“

„Was haben du und Haruka gestern noch gemacht?“

Ich hielt in der Bewegung inne. Aichii hatte mich mit dieser Frage ein wenig überrumpelt und ich musste erst einmal schlucken.

„Ich meine, nachdem sie dir deine Überraschung gezeigt hatten.“

Verzweifelt klammerte ich mich an den Rettungsring, den Aichii mir unbewusst zugeworfen hatte und fragte ehrlich überrascht: „Du wusstest davon?“

Er nickte und schaute mich mit erwartungsvollen Augen an. Anscheinend kam ich nicht ohne Erklärung davon.

„Makoto hat uns eingeladen, mit ihm und seiner Familie zu Abend zu essen. Und ich muss sagen, ich habe Frau Tachibanas Tempura sehr vermisst.“, meinte ich, froh darüber, Aichii nicht anlügen zu müssen. Allerdings wollte ich nicht weiter über Gestern sprechen, weshalb ich mich wieder den Sätzen zuwandte.

Aichii merkte das offensichtlich, denn er widmete sich ebenfalls wieder seinen Aufgaben, ohne mich zu fragen, weshalb ich gestern nicht mehr ins Wohnheim zurückgekommen war.

Meine Gedanken kreisten allerdings nun erneut um Haruka und so konnte ich mich nicht konzentrieren. Vielleicht half es mir, wenn ich die letzten Sätze noch einmal durchlas. Ich legte meine Stirn während des Lesens in Falten und musste mich zusammenreisen, die Sätze nicht durchzustreichen. Hatte ich bei den vorherigen auch schon so viel von meinen Gedanken preisgegeben?

Ich überflog noch einmal die anderen Zettel. Zum Glück lagen sie am Tisch verteilt, sodass ich unauffällig lesen konnte, doch gleichzeitig wünschte ich mir, dass sie verbrannt werden würden, denn was ich da alles hingeschrieben hatte, war mehr als nur peinlich. Jedoch schien es Aichii nicht aufgefallen zu sein, denn er hatte es mit keinem Wort kommentiert. Oder man erkannte es nur, wenn man davon wusste. Es waren immer nur kleine Teile und oftmals auch irrelevante Sachen, doch wenn man sie richtig zusammenfügte, wusste man ganz genau, was in mir gerade vorging.

Auf einmal vibrierte mein Handy. Ein wenig irritiert davon, wer jetzt noch etwas von mir wollte, suchte ich nach meinem Handy. Ich entsperrte es und las die Nachricht, die ich bekommen hatte. Als ich den Absender sah, stutzte ich erstmal. Was wollte er von mir?


Hey

Was gibt’s?

Ich wollte fragen, ob du Zeit hättest zu reden.

Jetzt?

Ja.



Ich musste schwer schlucken, ging aber auf meine Kontakte und wollte ihn schon anrufen, da kam eine weitere Nachricht rein.


Ich möchte mit dir persönlich reden. Treffen wir uns bei dem Baum, wo wir dich damals gefunden haben?



Ich überlegte kurz, welchen er meinte und schaute dann auf die Uhr.


Den vom Regionalturnier?

Ja.

Ja, oke. Sagen wir in 20 Minuten?

Okay.


Ich steckte mein Handy in meine Hosentasche und schaute Aichii an. „Du Aichii, ich muss noch mal los.“

Der Gedanke an das mir bevorstehende Gespräch ließ mich unwohl fühlen und ich fuhr mir über den Nacken. „Hm? Ist irgendwas passiert, Rin?“

„Das werde ich bald herausfinden.“, meinte ich während ich meine Weste anzog. „Tschau.“

Ich war schon fast aus der Tür, als mich Aichii noch einmal zurückhielt: „Aber Rin. Was ist mit meinem Lernen?“

„Es ist schon spät und du bist sicher müde. Außerdem haben wir eh schon fast alles durch. Wir machen einfach morgen weiter, oke?“

„Ich weiß nicht recht…“

„Musst du sie morgen schon können?“

„Nein, aber…“

„Na also. Ruh dich jetzt aus, Aichii. Bis später.“

Ich konnte einfach nicht länger warten. Ich brauchte Antworten und ich glaubte, sie von ihm zu bekommen.
Review schreiben