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Adventskalender

GeschichteAllgemein / P12 / MaleSlash
Akaashi Keiji Bokuto Koutarou
16.12.2017
16.12.2017
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15: Adventskalender




„…“
Schweigend betrachtete Keiji Akaashi die faustgroße rote Box mit der Nummer 15 darauf, die auf dem Boden seines Spinds im Clubraum des Fukurodani Volleyball Clubs stand. Ebenso wie die anderen vierzehn Boxen seit Beginn des Monats hatte auch diese auf „magische Weise“ während des morgendlichen Trainings ihren Weg dorthin gefunden. Meist waren es kleine Naschereien gewesen, oder andere Kleinigkeiten. Sein Favorit waren bisher die Radiergummis in Form von kleinen Volleybällen.

Als er die erste Box gesehen hatte, war er zunächst verwirrt gewesen. Es hatte ihn einen Moment gekostet, bis er darauf gekommen war, dass es einen Teil eines Adventskalenders darstellen sollte. Die Frage, wer ihm diese kleinen Geschenke hinterließ, hatte nicht halb so viel Zeit in Anspruch genommen. Zum einen war die Anzahl der Personen, die in den Clubraum und somit an seinen Spind kamen, recht begrenzt, zum anderen war die Anzahl der Personen, die auf die Idee kämen, ihm „heimlich“ einen selbstgemachten Adventskalender zu hinterlassen, noch geringer. Genau genommen kam nur eine einzige Person in Frage, die sich darüber hinaus auch noch selbst verraten hatte.
Jedes Mal, wenn er eine der Boxen entdeckt und geöffnet hatte, hatte sein Kapitän ihn „unauffällig“ beobachtet und auf seine Reaktion gewartet. Jemand, der ihn nicht kannte, hätte es wohl nicht sofort bemerkt, doch Akaashi kannte ihn, gut sogar. „Unauffällig“ war keine Eigenschaft, die man Kotarou Bokuto zuschreiben konnte. Eher war er das genaue Gegenteil mit seiner lauten und energischen Stimme und seiner aufbrausenden und – meist – heiteren Art. „Unauffällig“ gehörte vermutlich nicht einmal in sein Vokabular.
Doch der schwarzhaarige Zuspieler fand es beinahe niedlich, wie der andere sich bemühte, es geheim zu halten – von der Geste mit dem Kalender selbst ganz zu schweigen. Auch wenn er es nicht zugeben würde, so hatte er doch etwas für den Top-Fünf-Angreifer übrig. Mehr sogar, als ihm lieb war. Und jeden Morgen schlug sein Herz etwas höher, wenn er die nächste Box in seinem Spind fand.
Er hatte bereits überlegt, den anderen darauf anzusprechen. Doch er brachte es nicht übers Herz, wo Bokuto sich doch offensichtlich so bemühte, nicht selbst damit herauszuplatzen.

Auch in diesem Augenblick konnte er den Blick in seinem Rücken spüren und sich bildlich vorstellen, wie der ältere hibbelig hin und her wippte und mit großen Augen seine Reaktion erwartete.
Um ihn nicht länger auf die Folter zu spannen, griff Akaashi nach der Box und öffnete sie. Schließlich war er selbst neugierig, was an diesem Tag als Überraschung auf ihn wartete.
Auf den ersten Blick war der Inhalt etwas enttäuschend. Es waren Plätzchen. Etwas unförmige Herzen und Sterne, an deren von Zuckerguss und anderem Dekor freien Ecken man erkennen konnte, dass sie wohl länger als vorgesehen im Offen gelegen hatten. Doch das alles zählte nicht. Sie waren selbstgemacht. Und dem Aussehen nach zu urteilen bestanden keine Zweifel, dass tatsächlich Bokuto sie gebacken hatte.

Selbst wenn er gewollt hätte, hätte sich das Lächeln, das nun seine Lippen zierte, nicht aufhalten lassen. Er war glücklich.
Und das leise „Yes!“ hinter ihm verriet ihm, dass der andere es auch war.
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