Eragon Buch 8 Die Fäden des Schicksals

von Colos
GeschichteFantasy / P18
14.12.2017
22.03.2019
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Anmerkung: kleine Buchempfehlung und zwar für das Buch (Ich bin Viele) von Dennis. E
Taylor. Das Hörbuch von der Buchvorlage kann ich sehr stark empfehlen ich habe selten
mich bei einem Hörbuch so kaputt gelacht im Bereich Sci Fi. Das zweite Buch habe ich mir
auch schon vorbestellt von der Reihe welches im Dezember auf Deutsch erscheint und ich
sehnsüchtig darauf warte es zu lesen.



Das erste was Janus vor sich sah war Dunkelheit.
Er tastete sich vor und rieb sich den Schlaf aus den Augen, über ihm lag eine
Membranartige Haut, die rau war.
Als Janus sich fragte, was über ihm liege, hörte er auf einmal ein Brummen neben sich, der
Flügel der gerade eben noch über ihm lag bewegte sich und es wurde hell.
Kurze Zeit später konnte Janus über sich den Himmel sehen und die Morgendliche Kälte lag
in der Luft.
Er sah die Baumkronen der Kiefern, die bis hoch in den Himmel zu wachsen schienen und
Juras Kopf schob sich in sein Sichtfeld.
Dieser gähnte und entblößte dabei zwei Reihen scharfer Zähne und seine rote, mit
Widerhaken bestückte Zunge.
Qualm entwich seinen Nüstern und ein Fauchen durchdrang die Luft.
"Ahhh guten Morgen", flüsterte Jura in einem gähnenden Ton.
Janus klopfte sich die Blätter von sich und von seinem Kissen und Jura schüttelte sich.
"Hey! Du machst mich nass ", beschwerte sich Janus, während der Morgentau der and
Juras Schuppen hing durch die Luft flog.
"Entschuldigung".
"Als ob dir das Leid tut Jura", lachte Janus, der nun seine nasse Kleidung auswrang.
Jura schien zu Lächeln.
Janus schaute in den Himmel, die Sonne war noch nicht ganz aufgegangen.
"Ich schätze wir haben noch ein wenig Zeit, bevor wir zum Unterricht müssen, oder was
sagst du Jura?"
Jura, der mittlerweile aufgestanden war und seine Krallen in einen umgefallenen
Baumstamm stieß, brummte amüsiert: "Was hast du den vor? Warte, ich hätte da was: der
Tag ist noch Jung und wir haben noch nicht so viel von Du Weldenvarden gesehen; wie
wärs mit einem kleinen Spaziergang?"
"Ohh ja!", jubelte Janus, packte schnell seine Sachen zusammen und eine Decke ein.
Nach einigen Minuten der Vorbereitung schlichen sich Jura und Janus klammheimlich aus
dem Lager.
In einiger Entfernung lagen die Quartiere ihrer Meister; zwei kleine Hütten die aus Bäumen
gesungen wurden. Sie standen am Rande der Lichtung und davor lagen zwei große
Drachen, die jeweils 170 Fuß maßen. (Autor: Glaedr war laut wiki fast 350 Fuß groß.)
Janus und Jura kämpften sich durch das dichte Unterholz Du Weldenvardens
Es war ein ungewöhnlich warmer Tag und die Sonne schien.
"Hm schaffst du es noch durch das Unterholz?", fragte Janus seinen Drachen.
Jura schnaubte amüsiert:
"Wenn nicht ,dann fliege ich einfach. Ich habe ja schließlich Flügel"
"Jaa das weiß ich doch, aber eine Sache stört mich. Ich habe keine Schuhe an und der raue,
mit Stöcken, Steinen und harten Wurzeln bedeckte Boden reißt mir noch die Füße auf”
"Dann hättest du dir Schuhe anziehen sollen", lachte Jura.
Janus Augen funkelten als ihm eine Idee kam.
Er nahm die Decke und schmiss sie über über Jura in die Kuhle, in der normalerweise der
Sattel saß.
"Was hast du vor?", fragte Jura ihn überrascht.
Janus zuckte mit den Schultern.
"Wozu laufen wenn ich doch ein Reittier habe"
Jura knurrte und fuhr herum.
"Hör zu! Ich bin keines dieser dummen Dinge die ihr Pferde nennt, und auch kein Esel"
Janus erschrak nur um daraufhin laut loszulachen.
"Haha du bist doch nicht mein Pferd oder mein Esel. Du bist mein Drache und ich bin dein
Reiter".
Juras Gemüt beruhigte sich ein wenig.
"Nun ja immerhin bin ich kein Esel".
Jura legte sich etwas auf den Boden und Janus kletterte auf seinen Rücken. Wobei er
aufpassen musste, sich nicht an Juras Schuppen zu schneiden oder sich an seinen Stacheln
aufzuspießen.
"Das kitzelt", sprach Jura.
Janus kämpfte sich auf den rauen Schuppen nach oben.
"Bei Ismira und Kalain sieht das immer so leicht aus. Hhhrg! Könntest du vielleicht etwas
mehr still halten, sonst spieß ich mich noch an deinen Stacheln auf!".
"Oh tschuldigung Frau Prinzessin", lachte Jura.
Sein Reiter, der es nun endlich in die Kuhle geschafft hatte lächelte zufrieden.
"Puh geschafft! Hey was heißt hier bitteschön Prinzessin?!"
Janus gab Jura spielerisch einen klaps auf den Hals und Jura erhob sich.
Er wusste dass Jura noch zu klein war um mit ihm zu fliegen, daher erkundigte er sich nach
wenigen Augenblicken:
"Geht's?"
"Ja es geht schon, so schwer bist du nicht, aber wenn ich Fliege kommen wir trotzdem nicht
weit"
"Ich glaube, Jura, das mit den Fliegen lassen wir erstmal. Außerdem bin ich nicht gerade in
Stimmung dafür".
"Du bist manchmal wie ein ängstliches kleines Kätzchen.", lachte der Schwarze Drache und
Janus schaute etwas beleidigt drein.
Er rutschte in seinem provisorischen Sattel hin und her bis er, seines Erachtens nach,
gemütlich drin saß.
"Na gut du mächtiger Drache, vorwärts marsch", lachte Janus, woraufhin Jura verärgert schnaubte. "Wenn du weiter Befehle von dir gibst schmeiße ich dich ab!"
"Bitteeee? Könntest du bitte loslaufen ?", fragte Janus ihn in verspieltem Ton und musste sich ein Lächeln verkneifen.
Der junge Drache rührte sich und begann langsam loszulaufen, "schon besser!", antwortete er eindringlich.
Die beiden schritten durch das dichte Unterholz, während über ihren Köpfen die riesigen
Baumkronen des uralten Elfenwalds thronten. Die Vögel stießen schrille Warnrufe aus und
die Eichhörnchen schienen mit ihrer Piepsstimme Jura geradezu zu beschimpfen, als sie ihn
erblickten.
"Wenn du die Eichhörnchen mal ärgern solltest Jura werden sie wohl Nüsse auf dich
werfen", lachte Janus.
"Haha ja, nur dann werde ich dementsprechend mit einem Feuerstrahl antworten, wenn ich Feuer speien kann und dann werden sie lernen sich nicht mit einem Drachen zu messen."
Das Ziel, zu dem die beiden unterwegs waren kam immer näher und nach einigen Minuten
kam ein kleiner See zum Vorschein, der hell in der morgendlichen Sonne strahlte. Es war
der See, an dem Janus gestern auf seinem Rückweg zum Felsen von Tel'naìr vorbeikam.
Jura senkte seinen Kopf und tauchte die Spitze seiner Schnauze ins Wasser.
Es war ein ein spätsommerlicher Tag mit milden Temperaturen; ein perfekter Badetag.
Das Wasser war glasklar und man konnte die Wasserpflanzen, die am Grund des Sees
wuchsen genauestens erkennen.
In der Mitte des Sees sah man kleine Boote in denen Elfen saßen. Diese benutzten keine
Paddel oder sonstige Gegenstände um die Boote zu bewegen; nein, die Boote schienen
sich sogar von ganz alleine zu bewegen. Wahrscheinlich durch Magie, stellte Janus es fest.
Der junge Reiter war immer noch beeindruckt von den Fähigkeiten, die einem die Magie
verlieh. Durch sie man konnte die Welt nach seinen eigenen wünschen gestalten und
verändern.
Janus griff in seine Hosentasche und fühlte den kleinen Kieselstein an seiner Hand. Er zog
ihn raus, hielt ihn in der Hand und betrachtete den Kieselstein, der eine überraschend glatte
Oberfläche aufwies. Janus drehte ihn gedankenverloren zwischen Daumen und Zeigefinger
und begann sich auf ihn zu konzentrieren. "Stenr- rïesa!"
Der Stein schien leicht zu vibrieren als er die Worte der Macht sprach, doch sonst passierte
nichts. Keine Energie floss und er schien auch keine Kraft zu verlieren oder müder zu
werden und schon garnicht begann der Stein zu schweben. Er seufzte, woraufhin Jura
seinen versuch bemerkte, während er am Seeufer entlang ging. Seine Pranken versanken
unter seinem Gewicht im weichen schlammigen Boden und hinterließen tiefe Spuren in ihm.
Als die beiden ein wenig am Seeufer entlang gegangen waren stieg Janus vom Rücken
seinen Drachen ab. Vorsichtig schwang er sich herum und kletterte herunter, wobei er
darauf achten musste sich nicht die Füße aufzureißen.
Nachdem er endlich abgestiegen war streckte sich Jura genüsslich und bewunderte die
Aussicht über den kleinen See. Janus zog sich daraufhin bis auf seine Unterkleider aus,
stand auf einen kleinen Felsvorsprung und schaute runter auf die schillernde
Wasseroberfläche.
"Ahhh heute ist ein schöner Tag! Oder nicht Jura?", sprach Janus, während er die lauwarme
spätsommerliche Luft auf seiner nackten Haut spürte.
Jura reckte seinen Hals in den Himmel und schien, genau so wie sein Reiter, die Luft zu
genießen.
Diese war von einem atemberaubenden Duft durchdrungen, wie es ihn nur in Du
Weldenvarden gab. Die Blumen im ganzen Wald schienen eine atemberaubende Duftpalette zu bieten und einen viel intensiveren Geruch zu verströmen, als andere Blumen in
Alagaesia.
"Ja der Tag ist einzigartig und jung. Es ist wirklich ein schöner Tag.", antwortete Jura
stimmungsvoll.
Als Janus Anstalten machte ins Wasser zu springen und er etwas nervös auf die
Wasseroberfläche schaute ergriff Jura die Initiative. Er stieß nach vorne und schubste Janus mit seiner Nasenspitze. Dieser schrie überrascht auf, flog Kopfüber nach vorne und landete schließlich mit einen lauten Klatschen im Wasser.
Janus kämpfte sich wieder an die Oberfläche, das kalte Wasser ließ seinen Körper zittern.
Über ihm stand Jura, der ihn amüsiert ansah aus seinen roten Augen ansah.
"Du wärst wahrscheinlich nie gesprungen!", sagte er mit seiner Gedankenstimme zu Janus.
Ein Lächeln kam über ihn und er musste lachen gefolgt von einem spritzer Wasser, welchen er Jura entgegen schlug.
Das Wasser landete auf Juras Nasenspitze, woraufhin der Drache sich schüttelte.
Janus begann ein wenig im Wasser zu schwimmen und als sein Körper sich an die
Temperatur gewöhnt hatte verflog die Kälte allmählich.
"Na komm schon rein Jura, oder bist du ein ängstlicher Salamander?"
Jura schnaubte und aus seinen Nüstern stieß er dabei Rauch aus, drehte sich um und
entfernte sich mit einigen Schritten vom See.
Janus dachte er würde weggehen, doch bevor er seinen Gedanken beenden konnte hörte
er, dass die Schritte von Jura verstummten, nur um im nächsten Moment erneut schneller
und lauter zu werden.
Der Drache sprang mit einem kräftigen Satz über das Ufer und Janus hinweg, und ließ beim
Aufprall eine riesige Wasserfontäne hochschnellen.
Eine große Welle ergoss sich dabei über Janus, der sofort einige Meter weggeschwemmt
wurde.
Er schaute sich um, doch Jura war verschwunden, bis er auf einmal unter sich etwas spürte
und Jura neben ihm wieder auftauchte.
Der Drache schwamm wie eine Wasserschlange durch den See und tauchte schließlich
erneut unter.
Janus hielt sich dabei an einer seiner Rückenstacheln fest und ließ sich von seinem
Drachen mitziehen.
Fische schwammen neben Jura her, obwohl sie sich schleunigst verzogen als sie ihn sahen.
"Der See ist voller Leben genauso wie der Wald; dieser Ort ist Magisch und
außergewöhnlich."
Jura bestätigte Janus Worte,
"Ja, Du Weldenvarden ist schon ein besonderer Ort voller Wunder und Geheimnisse."
Die beiden schwammen einige Sekunden so weiter, bis Janus ein ziehen in seinem Bauch
fühlte und er spürte das ihm die Luft ausging. Er ließ den Stachel los und ließ sich vom
Auftrieb nach oben treiben.
Eine Weile trieben sie nun durch den See und Jura setzte seinen reiter am Ufer ab.
Als dieser seinen Drachen beobachtete, musste er schmunzeln.
"Wenn ich so deine Stacheln an der Wasseroberfläche sehe, dann muss ich unweigerlich an
die Legenden denken, die man sich unter den Menschen erzählt", lachte Janus.
"Was für Legenden?", fragte Jura neugierig.
Janus rieb sich die Hände und begann zu sprechen: "Na von den Monstern, die in Flüssen und Seen wohnen und einen auffressen, wenn man
nicht aufpasst. Die Beschreibung von diesen Wesen passt ganz gut zu dir, obwohl es
lediglich Legenden sind."
"Vielleicht waren es ja Drachen, wer weiß. Ich bin auf jeden Fall gespannt ob es solche, wie
ihr Menschen sie nennen würdet, Monster gibt. Vielleicht schmecken sie auch vorzüglich?"
"Ich wusste garnicht das Drachen vorlieben haben? Ich dachte immer, wenn man euch Wild
gibt dann seid ihr zufrieden."
Jura lachte im Geiste und ließ dabei seinen Schwanz durch das Wasser Peitschen.
"Ich habe auch vorlieben. Immer nur Wild tut den Magen auch nicht gut, da kann auch mal
was anderes auf den Speiseplan kommen. Hast du eigentlich schon mal von den Snalgli
gehört? Das sollen echte Leckerbissen sein. Dugratie und Anarie schwärmten von ihnen!"
Janus nickte.
"Ja ich habe von ihnen in den Lexikas gelesen. Sie leben auf Vroengard."
Jura schoss auf einmal aus dem See und flog einige Kreise über ihm.
"Da müssen wir unbedingt mal hin!", sprach Jura voller Vorfreude.
Inzwischen hatten auch einige Elfen am gegenüberliegenden Ufer Jura entdeckt und
stimmten ein Lied an.
"Oh Sohn des Himmels, voller Kraft und Weisheit. Flieg hoch und weit bis ans Himmelszelt!",
sangen sie in der alten Sprache.
Mittlerweile konnte Janus schon einige Sätze in der alten Sprache verstehen, was auch kein
Wunder war. Er lernte jeden Tag stundenlang die alte Sprache.
Kalain meinte, er werde nach dem Aufenthalt bei den Elfen die alte Sprache sehr gut
sprechen können und nach seiner Ausbildung zum Reiter sogar fließend, auch wenn es für
Menschen immer noch befremdlich sei.
Jura flog über ihnen, landete schließlich bei den Elfen und summte vergnügt.
"Was sagen sie?", fragte Janus seinen Drachen.
Jura antwortete nicht, doch Janus erkannte wie die Elfen sich vor ihm verneigten und er
aufgeregt mit dem Schwanz wedelte.
Nach einigen Minuten flog er zurück zu seinem Reiter und er schien neue Energie
auszustrahlen.
"Was haben sie zu dir gesagt?", fragte Janus, als Jura neben ihm landete.
"Sie haben gefragt wer ich bin und mir geschmeichelt."
"Das ist ja auch kein Wunder. Die Elfen bewundern die Drachen für ihre Stärke und Eleganz!
Was hast du ihnen erzählt?"
Jura drehte den Kopf in seine Richtung und schaute ihn aus rot leuchtenden Augen an.
"Sie haben mich sonderbare Dinge gefragt von denen ich manche nicht beantworten konnte.
Sie wissen nur meinen Namen und dass ich an einen Reiter gebunden bin, mehr aber nicht.
Sie waren sehr nett."
Auf einmal spürte Janus das etwas im Anflug war. Er schaute in die Luft und sah sich um.
Auch Jura schien die Luft zu beschnuppern. Das Geräusch von Flügelschlägen kam näher
und nach einigen Sekunden sah er die große violett leuchtende Gestalt von Anarie, die nun
über dem See kreiste. Auf ihren Rücken saß Ismira, ihre Haare wehten dabei im Wind.
Vögel flogen auf und schwirrten um sie herum um sie von ihren Nestern fernzuhalten, doch
Anarie beachtete sie nicht.
Sie landete einige Fuß entfernt von den beiden, zog die Flügel an und legte sich flach auf
den Boden.
Ismira stieg von ihr ab, kletterte geschwind von ihr runter und ging auf Janus und Jura zu.
Janus wurde unruhig. Würden sie beide jetzt ärger bekommen weil sie den Felsen verlassen
hatten, um den See zu besuchen und sich den Wald anzuschauen?
Seine Sorgen verflogen recht schnell, denn Ismira trat mit einem entspannten
Gesichtsausdruck auf ihre Schüler zu, die Händen hinter dem Rücken gefaltet und richtete
einen bedächtigen Blick auf den See.
Janus verbeugte sich vor seiner Meisterin.
"Guten Morgen.", sprach Janus.
Ismira erwiderte seinen Gruß.
Auch Jura brummte.
"Ein schöner Morgen ist das, wahrscheinlich der letzte schöne und warme Tag den dieses
Jahr zu Gesicht bereit hält."
Während sich Janus seine Kleidung überzog setzte sie sich auf einen Felsen der in der
Nähe stand und schaute für einige Minuten über das Wasser hinweg, das im Sonnenschein
wie eine goldgelb glänzende Decke aussah, die sich mit Wellenbewegungen über den See
zog.
Anarie lag daneben und leckte sich ihre Krallen mit der mit Widerhaken besetzten Zunge
sauber.
Ismira unterbrach schließlich die Stille.
"Wie fühlst du dich eigentlich, nun da wir eine Weile in den Du Weldenvarden sind, Janus?",
fragte sie.
"Was meint ihr damit wie ich mich fühle? Ich habe ein Bett, mein Bauch ist voll und ich
kriege hier genug Sonne ab.", lachte er leicht.
"Das habe ich nicht gemeint, mein Schüler."
Sie schnitt mit der Hand einmal durch die Luft und zeigte mit ihr neben sich.
"Komm setz dich erstmal hin!", sagte sie sanft aber doch befehlsgewohnt.
Janus ließ sich neben ihr nieder.
"Also wie geht es dir? Ich möchte nicht wissen wie es dir Körperlich geht, sondern wie es
deinem Geist geht. Du bist so still und wirkst etwas traurig, nachdem wir Yazuac verlassen
haben. Liegt es an dem Angriff ?"
Janus wurde übel als er daran dachte und seine Gedwèy Ignasia fing an zu Kribbeln.
Er hatte gehofft diesen schrecklichen Tag, als die Fremden ihn beinahe umgebracht hatten,
vergessen zu können.
Er atmete aus und sein Puls stieg.
"Es schmerzt, wenn ich diese Erinnerungen wieder miterleben muss.", sagte er leise.
Ismira schaute ihn mit ausdrucksloser Miene an, doch Janus erkannte ein wenig Mitleid in
ihren Zügen.
Sie hob einen Stein auf und wog ihn in der Hand.
"Viele Dinge in unserem Leben schmerzen uns, das ist normal. Weißt du eigentlich, dass
nicht alle uns Reitern wohlgesonnen sind Janus?"
Janus nickte auf ihre Frage hin und stellte selbst eine:
"Warum sind uns nicht alle wohlgesonnen? Zum Beispiel Herzog Nihrs. Er scheint uns nicht gerade zu mögen, genauso wie die anderen Adligen. Selbst in der Bevölkerung scheinen wir teilweise sehr unbeliebt zu sein. Als ich noch in Reavstone lebte und in Aberon meine Lehre
abschloss hat man viele Geschichten, Gerüchte und Vorwürfe gehört."
Ismira schaute wieder auf den See und schien zu überlegen. Schließlich antwortete sie
"Viele Menschen haben tatsächlich sogar Angst vor uns!"
Janus schien ein wenig erschrocken über ihre Antwort, doch Ismira ließ ihm nicht lange zum
Überlegen.
"Ich weiß für viele Jugendliche sind die Reiter die großen Helden, viele wollen sogar selbst
Reiter werden, aber wenn die Menschen erwachsen werden sehen sie die Probleme dieser
Welt und es kann leicht passieren das sie andere dafür verantwortlich machen.
Ja, sogar viele fürchten wozu wir Drachenreiter fähig sind. Die Vergangenheit hat viel dazu
beigetragen, denn wenn Menschen Angst haben machen sie sehr schnell Dummheiten und
Fehler und sie verteidigen ihren Standpunkt umso mehr."
Ismira schmiss den Stein ins Wasser, welcher mit einem dumpfen Plumps aufschlug und
versank.
"Ich weiß nicht warum man dich und uns angegriffen hat Janus. Ich habe zwar meine
Theorien, aber die behalte ich vorerst für mich. Auf jeden Fall kenne ich die Gründe nicht,
die diese Menschen haben uns anzugreifen; ich habe nichts getan und du wahrscheinlich
auch nicht. Ich möchte, dass du dich entspannst. Hier in Du Weldenvarden bist du in
Sicherheit und auch in der Ostmark wird keiner es wagen einen Drachenreiter anzugreifen."
Sie klopfte ihm auf die Schulter und erhob sich.
"Komm wir wollten doch nach einem Monat Elesmerá besuchen und es uns anschauen.
Außerdem wollte der König dich sehen und kennenlernen.", sagte sie.
Janus erhob sich und dachte weiter über ihre Antworten nach.
"Meisterin?", sagte er im fragenden Tonfall.
Ismira hielt inne und drehte sich zu ihm um.
"Ja Janus?"
"Wieso hat eigentlich Herzog Nihrs so eine Abneigung gegenüber dem Orden? Auch scheint
es so als würden viele Menschen die hohe Posten haben den Reitern gegenüber eher
abgeneigt sein."
"Wie kommst du darauf das der Herzog den Orden nicht mag Janus?", fragte sie.
Er erinnerte sich zurück an den Ball der kurz nach der Prüfung stattfand.
"Nun ja der Herzog wirkte so angeekelt von uns, als wir mit ihm sprachen."
Ismira seufzte.
"Ich schätze du hast nicht viel von der Politik in Alagaesia mitbekommen oder?"
Janus schüttelte den Kopf.
"Na gut, ich habe auch nicht viel mehr von dir erwartet, du bist ja schließlich noch sehr jung
gewesen als es passiert ist.
Also...kennst du oder hast du von dem Aufstand gehört?" Fragte sie ihn.
Er schüttelte den Kopf.
"Nein! Obwohl, ich habe irgendwas gehört vor einigen Jahren."
"Vor Neun Jahren um es genau zu sagen.", bemerkte sie,
"Herzog Nihrs hat nicht ohne Grund eine Abneigung gegen uns. Auch andere Adlige,
besonders die aus dem Süden, mögen die Reiter überhaupt nicht. Auf jeden Fall gab es vor neun Jahren ein Ereignis, welches das Land in eine sehr gefährliche Situation gebracht hat.
Ein Baron aus Teirm, Baron Delinard, hatte auf seinem Landsitz in der nähe von Teirm einen  Streit mit einem Dorfaufseher aus dem kleinen Dorf namens Harv, welches an der Grenze
zu Teirm liegt. Du musst wissen, Teirm ist ein unabhängiger Stadtstaat. Nun ja, Harv hatte
sich beschwert, dass die Zuchtpferde des Baron auf den Wiesen der Rinderherde des
Dorfes weideten. Natürlich wurden die Pferde von Wachen bewacht, weshalb die Dörfler
keinen Zugang zu ihren Feldern hatten. Als der Dorfaufseher zum Baron ging und ihn
aufforderte seine Pferde woanders grasen zu lassen war der Baron erzürnt, wie denn so ein
Bürger ihm Vorschriften machen wollte, und so gingen die beiden im Streit auseinander.
Eines Tages, als der Baron seine Herde für eine kurze Zeit von der Weide befahl, hatten die
Dörfler von Harv eine Idee um sich an dem Baron zu rächen. Sie legten Bärenfallen auf dem
Feld aus. Als der Baron seine Herde zur Wiese brachte und sah das die Pferde sich an den
Fallen die Füße verletzten erzürnte dieser so heftig und tobte vor Wut.
Er nahm sich vierzig berittene Soldaten und zog zum Dorf, um sich zu Rächen.
Er brannte die Häuser nieder, erschlug mit seinem Schwert den Dorfaufseher und zog seine
Leiche, an ein Pferd gebunden, zurück bis zu seinem Anwesen.
Die Dörfler schickten einen Boten nach Ilirea, weil sie Angst vor dem Baron bekamen, und
das zurecht.
Die Königin erfuhr davon und war erzürnt. Sie stellte den Stadthalter von Teirm, Fürst Arnos,
zur Rede, warum einer seiner Barone die Dörfler angreife, die noch zum Königreich
gehörten. Sie forderte eine Erklärung und auch eine Strafe für die Schandtat von Baron
Delinard. Der Fürst von Teirm weigerte sich aber und als schließlich Baron Delinard noch
mehr Öl ins Feuer goss und den Kopf des Aufsehers auf einem vom Dorf aus gut sichtbaren
Berg aufspießen ließ, platzte der Königin der Kragen. Sie unterband den Handel zwischen
Teirm und dem Königreich, was für die Stadt ein harter Schlag war, und zwar so lange, bis
der Stadtstaat sich entschuldigte und den Schaden zurückzahlte, den der Baron angerichtet
hatte und dieser angemessen bestraft wurde. Um den Handelsstopp zu erzwingen schickte
Nasuada die Zweite also zweihundert Soldaten an die Grenze von Teirm, um jeden Händler
aufzuhalten, der es wagte Teirm zu verlassen oder zu betreten."
Die beiden saßen inzwischen auf einem Baumstamm und Janus hörte ihr aufmerksam zu.
"Aber die Geschichte ist noch nicht vorbei.", begann Ismira von neuem,
"Verwünschungen und Beleidigungen, die beide Seiten nachher zutiefst bereuten, wurden
ausgesprochen, worauf eine komplette Ausgangssperre herrschte und der Zustand von
Teirm schon fast dem einer Belagerung glich. Ab da schaltete sich der Orden der Reiter ein
und rief zu Gesprächen auf, um zwischen den beiden Parteien unnötiges Blutvergießen zu
vermeiden.
Die Menschen von Teirm sahen die Handlung vom Königreich als kriegerischen Akt an und
sie waren stur, dachten ihre Stadt würde jeden Ansturm stand halten, da ihre sie für solche
Fälle ausgelegt wurde und sie rüsteten ihre stadt auf, rekrutierten aus ihren Reihen Soldaten
und schmiedeten Waffen.
Doch Fürst Arnos sah, dass er keine Chance hatte, falls das Imperium ihn angreifen würde.
Die Stadt würde früher oder später fallen und so wandte er sich an den zweitmächtigsten
Mann des Königreichs."
Ismira pausierte und Janus schien ein Licht aufzugehen.
"Ahaa Herzog Nihrs?!", sprach er überrascht.
"Genau!", bestätigte Ismira.
"Und wie ging die Geschichte weiter?" Fragte Janus.
"Nun ja.", fuhr sie fort,
"Da Adlige sehr stolz sind und keine Niederlagen zugeben wollen suchen sie nach anderen
Wegen um aus der Situation zu entkommen. Fürst Arnos hätte sich auch an die
Drachenreiter wenden können, doch es wäre für ihn ein Zeichen der Schwäche gewesen.
Sein Stolz verhinderte, dass er der Forderung der Königin nachgab und so wandte er sich
an Herzog Nihrs, der rein zufällig sein Cousin ist, und bat ihn um Hilfe. Nihrs war natürlich
erzürnt, weil die Königin durch die Belagerung quasi seine Familie Angriff, was für einen
Adligen eine große Angelegenheit ist. Du musst wissen Janus, dass die Familie eines
Adligen ähnlich wie ein Clan ist; wer einen von uns Angreift, greift uns alle an. Das ist das
Motto der Adligen.
Herzog Nihrs forderte deshalb Nasuada auf Teirm in Ruhe zu lassen, doch diese beharrte
fest auf ihren Forderungen und wollte nicht ihre Legitimität aufs Spiel setzen, indem sie den
Forderung eines Herzogs nachgab. So ignorierte sie den Herzog einfach.
Sie unterschätzte aber dessen Einfluss, denn als die Königin den Forderungen des Herzogs
nicht nachgab schmiedete er einen Plan. Er lud viele Fürsten, Barone und Adlige aus dem
Süden mit viel Einfluss in sein Schloß Borromeo in Aberon ein und überzeugte sie mit einer
feurigen Rede. Er sprach vom alten Recht, welches die Königin abschaffen wollte und das
sie alle Stadtstaaten unter sich im Imperium einigen und die Adligen ihrer Rechte berauben
wollte und sich, wie Galbatorix es getan hatte, über alle stellen wollte.
Der Herzog hatte großen Einfluss auf sie und sie vertrauten ihm, weil er in der
Vergangenheit viel für sie und den Süden getan hatte, sodass sie ihm gebannt zuhörten.
Und so steckte er sie mit seinem Zorn an und alle erhoben die Faust gegen die Königin,
außer die Adligen und Fürsten aus Arroughs und Reavstone, die sich diesem Aufruhr nicht
anschlossen und neutral blieben um sich nachher dem Sieger zu unterwerfen.
Nasuada die zweite erfuhr schließlich von den aufständischen Fürsten, doch dachte, dass
dieser kleine Aufruhr nichts von Belang war, was sich als ein großer Fehler herausstellen
sollte.
Die Fürsten die sich unter dem Herzog versammelt hatten stellten eine Armee auf und zwar
in kürzester Zeit. Da der Süden des Imperiums reicher ist als der Norden konnten sie viele
Söldner anheuern und es dauerte nicht lange bis sie eine schlagkräftige Streitmacht
aufgestellt hatten.
So marschierten sie in Richtung Illirea um die Königin zu stürzen.
Diese reagierte und entsandte die gesamte Königliche Armee, die ihren Sitz in Gil´ead hatte,
in den Süden, um die Rebellion niederzuschlagen. Nur die Nachtfalken und die in Ilirea
stationierte Garnison blieb in der Hauptstadt zurück um sie, wenn nötig, zu verteidigen.
Der Orden der Reiter, sowie auch die Magier des Reiches schalteten sich ein und
versuchten den Streit zu schlichten. Stillschweigend vereinbarten der Orden und die Magier
dabei für keiner der Seiten Partei zu ergreifen, da es für noch mehr Chaos sorgen würde.
Auch sollten die Zwerge, Elfen und Urgals nichts tun, da sonst das ganze Land im Krieg
versinken würde. Erstaunlicherweise hielten sich alle daran. Alle, außer ein paar
Zwergenclans, die sich von der Machtergreifung des Südens Vorteile erhofften unterstützten diesen, doch es ist nicht viel darüber bekannt geworden.
Auf jeden Fall standen sich die beiden Armeen schon bald am Fuße der Ruinen von Belg,
einer zerstörten Burg, die am nördlichen Teil des Tüdosten liegt, gegenüber.
Dreiundzwanzigtausend ausgebildete Soldaten auf der Seite der Königlichen Armee und
Achtundzwanzigtausend auf der Seite der Aufständischen waren bereit in den Kampf zu
ziehen!
Als der Orden der Reiter schließlich bemerkte, dass die beiden Seiten nicht miteinander
verhandelten und beide Armeen kurz davor standen aufeinander los zu gehen schickten sie
zwei sehr Einflussreiche Reiter zu den Parteien, um zwischen ihnen zu vermitteln. Zwar
hatten die Reiter schon mehrere Abgesandte geschickt, um für Frieden zu sorgen, doch
Herzog Nihrs Entschlossenheit und Königin Nasuadas Stolz ließen die beiden Taub werden
für die Worte der Reiter und so schaukelte sich die Situation immer weiter hoch.
Als schließlich die beiden einflussreichen Reiter ganz Alagaesias auftauchten waren die
Armeen aufgestellt und kurz davor in die Schlacht zu ziehen. Die Soldaten hielten Inne, als
sie die beiden Reiter auf ihren riesigen Drachen auf sich zufliegen sahen."
Ismira schwieg und musste ein wenig lächeln.
Ihr schiefes Lächeln entlockte Janus eine kurze Frage.
"Und wer waren die Reiter die zwei Armeen innehalten ließen?", fragte er.
Ismiras Lächeln wurde breiter.
"Eragon und Murthag."
Janus Augen weiteten sich vor erstaunen.
Ismira lächelte und fuhr fort.
"Es heißt die beiden Drachen sollen im Sonnenaufgang aus dem Osten gekommen sein und
mitten im Niemandsland gelandet sein. Sie verhinderten mit ihrer bloßen Anwesenheit, dass
die Armeen gegeneinander kämpfen konnten.
Welcher Soldat nähert sich auch zwei riesigen Drachen, die ihm den Weg versperren und
auf deren Rücken die wohl am meisten gefürchteten und verehrten Reiter sitzen; die beiden
Reiter, die im Krieg zwischen Galbatorix und seinen Feinden die wohl größte Rolle gespielt
haben, auch wenn sie sich zu dieser Zeit noch bekämpften?!
Die Soldaten reagierten nicht mehr auf Befehle und verweigerten jeden Gehorsam, als sie die beiden Reiter sahen. Besonders Herzog Nihrs schien völlig aufgebracht und überrascht,
als seine Soldaten nicht angriffen und er soll wie ein Bär durch die Reihen seiner Männer
getobt sein und wild geschrien haben.
Seine Kommandanten ließen die Befehle allerdings kalt und auch die Soldaten auf der Seite
der Königin taten nichts, vor allem, weil die beiden Armeen offiziell keine Magier besaßen da die Magier des Reiches sich weigerten mit einer Seite zu kämpfen.
Eragon und Murtagh stiegen von Saphira und Dorn ab und gingen zu den Befehlshabern der
beiden Armeen.
Eragon suchte Herzog Nihrs auf und Murtagh Königin Nasuada die Zweite, seine Enkelin,
und sie redeten mit ihnen.
Der Herzog war stur, obwohl seine Berater ihn dazu drängten einzulenken. Nasuada
dagegen war dabei viel offener und nach einiger Zeit lenkte sie schließlich ein. Sie würde Teirm wieder Zugang zum Handelsnetz geben unter einer Bedingung: Fürst Arnos sollte sich vor ihr und bei den Dorfbewohnern für die Missetaten die Baron Delinard angerichtet hatte entschuldigen.
Außerdem würde es Delinard nicht erlaubt sein das Territorium des Imperiums jemals wieder
zu betreten, anderenfalls würde man ihn sofort verhaften.
Herzog Nihrs hörte sich den Vorschlag an und schien davon überzeugt nur wenig überzeugt.
"Mann könne doch einen Baron den Zutritt zu unserem Land nicht verweigern. Was bliebe
ihm denn übrig, außer in Teirm zu bleiben?", hatte er gesagt.
Zur Zeit der Verhandlungen beider Seiten reiste zusätzlich ein weiterer Drachenreiter nach
Teirm um mit Fürst Arnos Kontakt aufzunehmen. Der Reiter den man dorthin schickte war
der Urgal Tar und sein Drache Aroc.
Schließlich stimmte Fürst Arnos dem Vorschlag zu und wollte sich bei der Königin
entschuldigen, doch er weigerte sich den Baron zu bestrafen, denn er war zu wichtig für die
Stadt.
Bedauerlicherweise blieb Herzog Nihrs weiterhin stur. Er wollte, dass Nasuada die Zweite
für ihre unnötige und viel zu Harte Vorgehensweise gegen den Stadtstaat bestraft werde.
Die Stadt hätte schwere Schäden davon getragen in ihrer Wirtschaft weil der Handel fast
komplett zusammengebrochen war und das nur wegen ihrer Sturheit. So forderte er, da ihre
Entscheidungen das ganze Land an den Rand des Krieges brachte, ihr Amt als Königin
aufzugeben.
Nach seiner Ansicht traf ihn keine Schuld, weder dafür, dass er den ganzen Süden gegen
das Königshaus aufgebracht hatte, noch für das Provozieren eines Krieges.
Es war ein kindlich naiver Versuch sich zu rechtfertigen, und völlig sinnlos", merkte Ismira
an.
Schließlich fuhr sie mit ihrer Geschichte fort.
"Die Königin versuchte den Herzog zu besänftigen, doch er beharrte auf seiner Forderung
und so kam es wie es kommen musste. Jemanden platzte der Kragen; derjenige war
Murtagh!
Murthag forderte die sofortige Auflösung der Armee von Herzog Nihrs. Aber der brenzligen
Lage geschuldet schlug er einen Kompromiss vor: Königin Nasuada sollte im Amt bleiben
und den Herzog werde für seinen Verrat keine Strafe erwarten. Er soll seine Armee auflösen
und zurück nach Aberon gehen, oder”, sprach Ismira nun im ernsten Ton,
"falls der Herzog sich weigern sollte und trotzdem zum Angriff blase, würd Murtagh seine
gesamte Armee in die Flucht schlagen und den ihn eigenhändig töten.”
Ismira klopfte Janus nun auf die Schulter und schaute ihn an.
"Ich zeige es dir am besten was dort passiert ist!"
Sie tastete nach seinem Geist woraufhin Janus seine geistigen Schilde fallen ließ.
Eine Welle von Erinnerungen, die sich vor Ismiras innerem Auge abspielte traf auf Janus
Geist. Er sah und hörte Bilder und Geräusche, die nicht er gesehen hatte, sondern eine
andere Person. In Janus löste das ein befremdliches Gefühl und nach einigen Sekunden
sah er eine komplette Szene vor sich, die sich zur einer anderen Zeit und an einen anderen
Ort abgespielte.
"Das würdet ihr nicht wagen!!!", herrschte Nihrs ihn an, als er Murthags Worte vernahm und war empört.
Die Berater und selbst die erfahrensten Krieger, welche dem Herzog beistanden, zuckten bei den Worten von Murtagh zusammen und waren eindeutig eingeschüchtert.
Nihrs versuchte sich erneut heraus zu reden.
"Der Orden wollte keine Partei für eine Seite ergreifen, das hat euer Bruder selbst gesagt
und jetzt droht ihr damit mich und meine Soldaten zu töten?!".
Der Herzog stand mit hochrotem Kopf direkt vor Murtagh, so dass sich ihre Nasenspitzen
beinahe berührten.
"Ich werde eure Armee in die Flucht schlagen nicht komplett vernichten und außerdem
Spreche nicht für den Orden, sondern für mich. Ich habe kein Problem damit gegen die
Regeln des Ordens und selbst dem Arget Un zu widersprechen und wegen mein Verhalten
gegenüber euch verbannt zu werden. Doch vorher habe ich für Frieden gesorgt, den ihr mit
eurem Stolz aufs Spiel gesetzt habt Herzog. Ich habe wahrscheinlich Königin Nasuada und
ihrem Sohn Ajihad das Leben gerettet, was für mich eine persönliche Angelegenheit ist."
,sprach Murtagh mit kalter, bedrohlichen Stimme zu ihm.
Er legte die Hand auf dem Griff seines Schwerts. Die Wachen im Raum, die den Herzog
beschützen taten dasselbe.
"Und denkt ja nicht das ihr mir Angst macht. Ich habe schon viel schlimmeres durchlebt und
zu viel gesehen, als dass mich ein dahergelaufener Herzog einschüchtern könnte. Ein Irrer
König ist damit auch gescheitert und hat den höchsten Preis dafür bezahlt, deshalb sage ich
es noch ein letztes Mal: zieht euch zurück und löst dieses kleine Theater hier auf oder ich
werde euch gegenüber keine Gnade walten lassen, denn ihr habt nicht das Recht den Thron
an euch zu reißen."
Der Herzog mahlte mit seinen Zähnen. Er war allein mit seinen Wachen, Murtagh und ein
paar seiner Berater im Zelt.
Schließlich verlor er die Röte aus seinem Gesicht, drehte sich um und setzte sich in seinem,
aus edlem schwarzen Holz geschnitzten Stuhl nieder. Ein kleines Lächeln zeigte sich auf
Herzog Nihrs Mund.
"Na gut ich werde mich zurückziehen, solange Königin Nasuada die Zweite ihr Wort hält.
Außerdem möchte ich, wie schonmal gesagt, nicht eines Morgens mit einer
aufgeschnittenen Kehle aufwachen, nur weil ich einen Stadtstaat beschützt habe."
Murtagh verneigte sich leicht vor dem Herzog und nickte. Er drehte sich um, verließ das Zelt
und verschwand im Dunkel der Nacht. Seine Rüstung, die aus Schwarzen Metallplatten zu
bestehen schien leuchtete dabei im Schein der Kerzen.
Die Szene verblasste und Janus öffnete wieder seine Augen. Ihm war leicht schwindelig von
dem ungewöhnlichen Gefühl, doch nach einigen Sekunden ging es wieder.
Juras Geist streifte seinen und Janus bemerkte das dieser die ganze Zeit zugeschaut hatte.
"Ich sehe zum ersten mal den Reiter meines Vaters.", sagte er aufgeregt.
"Vater? Reiter?", fragte Janus sich und schaute Ismira und Jura verwundert an.
Ismira bemerkte seine Verwunderung.
"Ja, Juras Vater ist Dorn und dessen Reiter ist Murtagh. Dein Drache hat einen sehr
berüchtigten Vater, Janus."
Sie blickte nun in die Richtung von Jura.
"Du kannst Stolz auf deinen Vater sein Jura. Er hat sehr viel für dein Volk und die
Drachenreiter getan in den letzten hundert Jahren."
"Ich wusste gar nicht, dass Dorn dein Vater ist Jura."
"Ich habe aber bei der Reiterprüfung erzählt, dass eines der Eier auf den Podest von Dorn
und seiner Nistpartnerin stammte."
Janus erinnerte sich.
"Es stimmt, ihr habt recht." Janus fragte Ismira noch eine Frage die ihm auf der Zunge
brannte, inzwischen hatte sich Jura zu Anarie gelegt und Janus vernahm, dass die beiden
sich unterhielten.
"Hat Jura noch Geschwister?", fragte Janus.
Ismira nickte.
"Ja Jura hat durchaus noch einen Bruder er ist aber nicht an einen Reiter gebunden. Er ist
ein Wilder Drache."
Nach einiger Zeit kamen sie am Felsen von Tel'naìr an, wo auch schon Kalain und Dugratie
auf sie warteten.
Nach der Landung stellte sich Kalain vor Janus, der sich vor ihm verbeugte und den
Elfengruß begann, und erklärte:
"Wir fliegen heute nach Ellesméra, einige Meilen Südlich von hier, um den König zu treffen.
Du solltest eigentlich wissen, wie du dich vor dem König zu verhalten hast. Um deiner Ehre
Willen und unserer."
Der Elf schaute nun nach Jura hinüber.
"Ich weiß das du vor dem König nicht so höflich sein musst und auch keine Befehle von ihm befolgen musst Jura, doch bitte sei auch höflich und nicht beleidigend ihm gegenüber. Das provokante Verhalten eines Drachen würde seinem Reiter nur unnötig schaden."
Jura schnaubte und sprach mit seiner Gedankenstimme zu ihm " Ja Meister"
Kalain nickte begutachtete Janus unter besonderer Beachtung seiner äußeren Erscheinung und ob er ordentlich aussah.
Der Elf schien zufrieden zu sein und deute Janus auf Dugratie aufzusteigen. Ismira, Anarie und Jura würden dem silbernen Drachen bis in die Elfenhauptstadt folgen.

Die Drachen erhoben sich und machten sich schließlich auf den Weg nach Ellesméra.
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