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Hölle Tag 1

GeschichteHumor, Fantasy / P12 / Gen
13.12.2017
13.12.2017
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So, ihr Lieben, hier ist mein Beitrag zum Projekt Hölle :)
-> https://forum.fanfiktion.de/t/13292/13292

Und nun, viel Spaß beim lesen ;)




Als hätte mir jemand einen Hammer auf mein einst so stolzes Haupt geschlagen… mit diesem schmerzhaften Gefühl wachte ich irgendwann auf. Wo war ich denn eigentlich gelandet? Die Umgebung war nicht sonderlich hell hier, aber soweit konnte ich die Umrisse dieses Ortes erkennen.  Ein merkwürdiges Schimmern erhellte diesen seltsamen Ort. Woher es kam, wusste ich nicht. Das sollte jemand anderes beantworten.
Nachdem ich mich einigermaßen an die Tatsache gewöhnt hatte, überhaupt gar nichts zu wissen, wo ich war, was passiert sei und wie ich hierher gekommen war, stand ich mit einem elenden Brummen im Kopf, das sich anfühlte als hätten sich tausende von Bienen in meinem Gehirn breit gemacht, auf und versuchte mich zurecht zu finden.

Um mich einmal vorzustellen, mein Name ist Aris und das letzte, das mir noch in Erinnerung blieb, ist wahrscheinlich ohne Zweifel, ein Schlag auf den Kopf. Ein Bild von Thor´s Hammer erschien in meinen Gedanken. Nun bin ich hier, an diesem finsteren Ort. Ich und meine sehr wahrscheinliche Beule.

Der Raum in dem ich mich noch immer befand, schien rund zu sein, zumindest einigermaßen und der Boden eine Mischung aus trockener Erde und Lehm. Diesbezüglich nicht geeignet, um hier ein nettes Picknick abzuhalten. Aber man musste das akzeptieren, was sich anbot. Ein Raum. Jubel. Ein Boden. Prima. Fehlt nur noch der Alkohol und ich könnte es hier aushalten. Zumindest so lange, bis ich die Flasche geleert hätte. Zumindest würde ich dann bessere Laune haben, als diese Ungewissheit.

Schließlich machte ich mich auf die Beine und versuchte, irgendetwas zu finden. Egal was.
Das kleine Glimmen von vorhin, in unregelmäßigen Abständen glühend, verwirrte mich zutiefst. Es schien fast so, als wären es die Abstände des SOS – Signals. Neugierig und nervös folgte ich ihm also. Als ich aus meinem Raum hinaus ging, wurde mir bewusst, dass nur der Raum so klein war und all das andere viel größer als gedacht. Wie in all den Filmen versuchte ich mich an einem Echoruf.
„Haaaaaalloooooooo!“ , schrie ich aus voller Kehle. „Aaaaaaalloooooo, aaaalloooo, aaallooo!“ , schallte es zurück. Definitiv, der Ort schien größer zu sein als mein kleines Aufwachräumchen.

Als ich schließlich so dahinging, von Raum zu Raum, wurde das Schimmern stärker und es schien mir zu sagen, dass ich ihm folgen sollte. Ich folgte ihm also wieder und wieder und die Zeit schien im Stundentakt zu vergehen. Langeweile breitete sich in mir aus und ich fragte mich, ob ich jemals wieder von hier entkommen würde. Ob es nur ein böser Traum sei oder ob sich mein Bruder einen schlechten Scherz mit mir erlaubt hätte, als ich plötzlich einen lauten Schrei ausstieß.

Das seltsame Schimmern hatte mich gefunden. Es strahlte und glühte. Es schien mich schier zu verbrennen und bei lebendigem Leibe zu rösten. Ich befand mich in einer Art Lounge, nur natürlich nicht in exquisiter Form. Keinerlei Sofas oder Chaiselongues. Keine Minibar oder sonstige Anzeichen von Alkoholvorräten. Das einzige, dass sich nicht verstecken ließ, war ein gewaltiges Loch im Boden von mindestens fünf Metern Durchmesser. Und aus diesem Loch strömte nicht etwa eine riesige Schokoladenfontäne nach oben, nein, es war ein gewaltiges tosendes Feuer, das mich einlud, einfach hinein zu hüpfen, um meiner Qual ein Ende zu bereiten. Wäre es Schokolade gewesen, hätte ich nicht eine Sekunde gezögert. Doch das hier überstieg meine Vorstellung von ihr…
Ich nahm einfach ganz banal an, dass es das wäre, wonach es aussieht. Schier und ergreifend… die Hölle. Tja, nun, ich denke, hier wäre ein „Scheiße gelaufen“ angebracht.

Während ich meinen tristen Gedanken nachhing, erklang von einem Punkt entfernt eine kleine Glocke. Anschließend rauschte es, als wäre es mein alter Fernseher, der kaputt gegangen war und es ertönte eine liebliche Stimme: „Sehr geehrte Damen und Herren, ich begrüße Sie ganz herzlich in der Hölle. Um einzuchecken, folgen Sie bitte den roten Schildern. Für Premiumgäste ist die Minibar, sowie das Deluxe-Zimmer und auch der Pool im Preis inbegriffen. Alle anderen Gäste nehmen mit unseren Standard-Zimmern vorlieb. Falls Sie Fragen bezüglich Ihrer Unterbringung haben, wenden Sie sich bitte an die Rezeption. Diese ist von Morgens bis Abends rund um die Uhr geöffnet.
Viel Vergnügen und einen schönen Aufenthalt wünscht Ihnen das gesamte Team.“

Ich traute meinen Ohren nicht. Das musste ein Scherz sein. Ein sehr schlechter Scherz. Das konnte unmöglich die Hölle sein. Aber vielleicht sollte ich es auf andere Weise betrachten. Auf dankbare Art. Das Leben schenkte mir Feuer. Und ich würde nie wieder frieren müssen.
 
 
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