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von Hollyhock
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Megamind OC (Own Character) Roxanne Ritchi
13.12.2017
28.04.2018
4
4.782
 
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13.12.2017 1.125
 
Kapitel 1

„Ein neuer Tag in Metro City neigt sich dem Ende zu. Heute hat sich Einiges zugetragen…“
Die Stimme der Nachrichtensprecherin Roxanne Ritchi rauschte leicht aus einem Fernseher.
Davor saß eine große dunkle Gestalt. Es war ein Roboterkörper mit einem Aquarium Kopf, in dem sich ein Fisch befand.  Durch den geöffneten Deckel streute er Chips Krümel in das Wasser und aß sie ohne den Blick von dem Flimmerkasten zu wenden. Im Hintergrund ertönte böses Gelächter. Eine weitere dunkle Gestalt erhob sich auf bedrohliche Weise.

„Ich habe es geschafft! Endlich! Hahahahahaha! Das Warten hat sich gelohnt Minion!“
Der Fisch blickte auf Freuden erregend.
„Ist es endlich soweit, Sir?“
„Minion Blicke auf mein neuestes Meisterwerk!“
*Dramatische Musik*
 
„Der Chairbot 1000!“
Megamind reckte dramatisch die Hände in die Luft. Auf dem Podest stand ein moderner Rollstuhl.
*Musik verstummt*

Drumherum lagen einige Metallteile. “Ähm… und die Fehler sind behoben, Sir?“

Flashback: In einem Altersheim sitzen Rentner in den Rollstühlen. Einer fährt mit Raketenantrieb durch das Gemeinschaftszimmer und verwüstet alles. Allgemeine Aufruhr.

“Naja es gab nur ein paar klitzekleine Missverständnisse. Woher sollte ich denn wissen, dass alte Menschen vergessen wie man den Raketenantrieb abstellt? Die leben doch schon so lange! Da sollte man doch meinen sie hätten Sinn für Verantwortung!“
Minion schaute nicht beeindruckt.
“Ach vergessen wir den Chairbot 500. Dieses Modell ist viel cooler! Schau mal! Es hat einen eingebauten Getränkekühlschrank!“
Megamind drückte auf einen Knopf und ein Fach in der Lehne öffnete sich, indem ein Päckchen Apfelsaft stand. Minion schaute etwas besorgt.
„Das ist großartig, Sir.“, bemerkte er leicht zögerlich.
„Ich kann es kaum erwarten ihn im Sanatorium zu präsentieren. Ich würde als Held gefeiert werden! Was ich ja streng genommen auch schon bin.“
„Das stimmt. Es ist nur etwas... ruhig zurzeit.“
Eine Pause entstand im Raum. Dann wurde die Stille von Megaminds aufgedrehter Stimme zerrissen.
„Aber das ist doch gut! So habe ich Zeit mich neuen Erfindungen zu widmen, die den Leuten von Metrocity von Nutzen sind. Wir sind ja jetzt schließlich auf der guten Seite!“ Sein Zeigefinger schoss nach oben.
„Das stimmt, Sir.“

Im Hintergrund ertönt weiterhin Roxanne’s Stimme. “
„Das war’s für heute. Gute Nacht Metro City!“
Megamind blickte leicht verträumt zum Bildschirm.
„Ich sollte mich auf den Weg machen. Seit Roxy die Abendnachrichten liest, ist sie immer sehr spät zu Hause. Und ich möchte noch ein bisschen Zeit mit ihr verbringen. Du weißt schon.“ Er biss sich frech auf die Lippe.
Minion rollte mit den Augen, lächelte dabei aber. „Ich habe Dessert gemacht. Nehmen Sie wenigstens einen Teller mit, Sir.“


Der Schlüssel drehte sich im Türschloss. Roxanne betrat die Wohnung. Sie hatte Loftcharakter und ein großes Fenster durchzog die offene Wohnküche. Hier war sie zu Hause. Ein Ort an dem sie abschalten konnte.
Sie nahm den Mantel ab und schlüpfte aus den Stiefeln.
*War das ein Tag…*, dachte sie. Ihr Gesicht spannte vom vielen Make-up. *Kelly war heute ziemlich gemein.*

Flashback:
Die Visagistin Kelly puderte Roxannes Gesicht ab. „Schätzchen, du könntest auch mal wieder eine Gesichtsmaske vertragen. Dann müsste ich nicht so lange an dir arbeiten.“

Roxy seufzte und betrat das Wohnzimmer. Ein kalter Hauch umspielte ihre Knöchel. Hatte sie vergessen das Fenster zu schließen?
Dann erkannte sie die Ursache der frischen Brise. Ihre Balkontür war aufgebrochen. AUFGEBROCHEN. Sie riss die Augen auf. „Oh nein.“
Eine Stimme raunte aus der Dunkelheit.
„Willkommen zuhause, Roxanne.“
„Megamind!“
„Hahaha, Willkommen zuhause, Roxy!“
Megamind sprang aus dem Schatten hervor. Roxanne erschreckte sich leicht.
„Lass mich dir helfen.“ Hastig nahm er ihre Tasche ab.
„Oh, das ist aber lieb von…“
„Ah ah, sag kein Wort.“ Er huschte um sie herum.
„Ich werde dich heute richtig verwöhnen.“ Er packte sie an den Schultern und massierte sie leicht. Dabei zog er sie rückwärts zum Sofa.
„Oh!“ Sie stieß einen verwunderten Laut aus und plumpste auf das Sitzmöbel. Zwei Brainbots schwirrten im Zimmer herum. Einer drückte Roxanne ein Martiniglas in die Hand. Im Raum ertönte Lounge Musik. Zunächst war sie von Allem überrumpelt und etwas versteift. Sie spürte seine Finger, wie sie sich sanft in ihre Schultern bohrten.
*Ach, was soll´s…*

Sie ließ sich etwas zurück sinken und nippte an ihrem Drink.
„So ist es gut…“, flüsterte er. Er nickte kurz zu den Brainbots herüber. Diese sahen sich kurz an und verschwanden beide aus der offenen Balkontür. Die OFFENE Balkontür.
Roxy sprang ruckartig vom Sofa auf.
„Megamind! Du hast meine Balkontür aufgebrochen!“
„Oh ähm… nein… das waren die Brainbots.“, versuchte er verlegen zu überspielen. Sie blickte ihn verständnislos an.
„Ich wollte dich überraschen…“
„Ja, das ist allerdings eine Überraschung!“
Er blickte verschämt zu Boden. In diesem Moment tat er ihr Leid.
Sie strich ihm über die Wange.
„Hör mal. Ich lasse dir einen Zweitschlüssel machen. Dann kommst du  rein, wann du möchtest.“

Als sie dies aussprach stockte sie innerlich. War sie wirklich schon so weit? Es war erst ein paar Wochen her, seit der Geschichte mit Hal. Diese Story verhalf ihr zu einem Großen Karrieresprung. Gleich darauf wurde sie zur Abendnachrichtensprecherin befördert. Im Grunde hatte sie das Megamind zu verdanken. Seitdem war sie aber ironischerweise fast nur noch im Studio und hatte kaum Zeit sich mit ihm zu treffen. Kein Wunder, dass er sich so Zugang verschaffte.
Jedenfalls waren sie sich seither kaum näher gekommen.
Seine Miene hellte sich auf.
„Wirklich?“
Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen. „Äh.. ja sicher!“  
Seine grünen Augen leuchteten. Bis vor einiger Zeit betrachtete sie diese Augen noch mit anderen Gefühlen. Genervt, argwöhnisch, verurteilend.
Jetzt strahlten sie für sie Wärme und Zuneigung aus. Sie fühlte sich von ihm angezogen. Sie blickte kurz auf seine Lippen, schaute dann wieder hoch. Er verstand diese subtile Geste und näherte sich ihrem Mund. Seine Lippen legten sich zart auf ihre und ließen ihr einen Schauer durch den Körper jagen. Sie spürte, wie sich seine Hände sanft um ihre Taille legten.
„Ich repariere deine Balkontür.“, flüsterte er ohne die Augen zu öffnen. Er vergrub sein Gesicht in ihrer Schulter und hob sie an der Taille an.
Roxy schnappte nach Luft. „Megamind…“
Er trug sie zurück zum Sofa, legte sie hin und kniete halb auf ihr. Die Röte schoss ihr in die Wangen. Wieder legte er seine Lippen auf ihre und seine Zunge stupste leicht an ihren Mund.
Sie war überrascht von seiner plötzlichen Begierde und konnte sich nicht richtig entspannen. Es war zu schnell, zu viel auf einmal.
„Megamind.“ Er hielt inne und sah sie an. Sofort war er verunsichert.
„Stimmt etwas nicht?“, fragte er zögerlich.
„Weißt du… ich bin etwas müde. Lass uns doch erstmal ein wenig kuscheln und lass mich ein wenig… naja… ankommen.“
Er ließ von ihr ab.
„Oh. In Ordnung. Tut mir Leid.“
Megamind setzte sich auf und Roxanne schmiegte sich an seinen Körper. Er legte seinen Arm um sie. Es herrschte peinliches Schweigen.
 
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