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Von zwei Pokémon [Pokémon Mystery Dungeon AU)

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 Slash
Noé Archiviste Vanitas (Mensch)
10.12.2017
10.12.2017
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10.12.2017 1.333
 
Kapitel 1

„Hey. Alles gut? Ey, du lebst aber schon noch, oder? Ich habe jetzt echt keine Lust auf eine Leiche. Komm schon, wach endlich auf!“
Ich zwang mich dazu, die Augen zu öffnen.
Was zur Hölle war passiert?
Irgendwie taten mir meine Beine und Arme weh. Und zwar ganz schön.
Ich stieß ein gequältes Stöhnen aus.
„Hey, kannst du mich hören?“
Jetzt sah ich erst wirklich was. Ich lag... im Schnee?
Das erklärte die Schmerzen. Wie lang lag ich schon hier? Ich probierte, mich ein wenig aufzurichten und irgendwie klappte es einfach nicht.
Zu schwach, wahrscheinlich.
„Warte, ich helfe dir.“
Und dann sah ich, WER GENAU da sprach.
Mir fielen fast die Augen aus. Heilige scheiße, ich hatte mein ganzes Leben Pokémon gezockt und das war jetzt die Strafe dafür.
Da stand ein Bidifas vor mir, der absolute Spottelkönig (ich sah zu viel YouTube) und heilige Scheiße träumte ich das jetzt, oder nicht?
Ich wurde von einem Paar Pfoten mit Krallen hochgehoben.
Es fühlte sich zu real für einen Traum an. Nein, das konnte nicht sein.
Aber das Mädchen, auf der Straße? Das war bestimmt sie gewesen. Ich war ohnmächtig geworden und dann?
Ja, dann war ich hier.
Klischee-Mystery-Dungeon Plot.
Ich seufzte auf und war nicht mal sonderlich überrascht, dass ich ein Pokémon war.
Wenigstens nicht irgendwie ein Karpador.
Ich hatte hellblaue Pfoten, gelbe Kreise um diese, ich konnte spüren, dass ich große Ohren und einen Stern am Ende meines Schweifes hatte.
Ich seufzte, genervt, verloren, verzweifelt.
Was zur Hölle sollte ich denn jetzt tun? Wo war mein unzertrennlicher Partner, mit dem ich die Welt retten sollte?
Ich bezweifelte nämlich, dass das ein Bidifas war.
Ok, erst mal an diesen Körper gewöhnen. Sollte nicht sehr schlimm werden. Eigentlich bekam ich sofort Panik, wenn irgendetwas mit mir seltsam war, aber es fühlte sich irgendwie so an, als wäre das schon immer so gewesen.
Zum Glück. Würde nur komisch werden, keine Hände mehr zu haben. Aber damit konnte man klar kommen.
„Kannst du stehen?“
„Ja“, sagte ich, wenigstens klang meine Stimme noch gleich.
„Kannst du dich an irgendetwas erinnern? Wurdest du niedergeschlagen? Wir haben ein paar kriminelle Gruppen in der Umgebung... alles gut?“
Ich schüttelte mich einmal durch, bis mir auffiel, dass ich sie (irgendwie spürte ich, dass das eine Frau war, keine Ahnung) total mit Schnee bewarf. Oh mann, das würde ja was werden.
„Tut mir echt leid, ich... bin noch nicht ganz bei mir. Ich... erinnere mich nicht wirklich an viel... ich hab... keine Familie. Tut mir echt leid, aber... könnten sie mir irgendwie helfen?“
Auf dem Gesicht des Biebers zeichnete sich ein Lächeln ab. „Klar. Ich bin Lehrerin in unserer Schule. Mal sehen, wir haben bestimmt noch ein freies Zimmer. Und Essen. Dann schauen wir mal, wie es weiter geht, ok?“
Ich nickte und versuchte, einen Schritt nach vorn zu gehen, was nicht klappte, ich fiel nur wieder auf die Schnauze. Oh mann ey, ich verfluchte das alles.
Naja, eigentlich fand ich es relativ geil, so, die Idee, ein Pokémon zu sein. Wirkliche Abenteuer zu erleben, die Welt zu bereisen.
Andererseits war ich ein verweichlichter Jugendlicher mit Depressionen, Angststörung und einer Unfähigkeit, allein zu überleben.
Und das alles jetzt noch mal in einer komplett fremden Welt?
Wow scheiße. Ich war am Arsch. Obwohl ich so einen ja auch nicht mehr richtig besaß.
Oh Gott.
„Komm, ich leg dich auf meinen Rücken. Ist nichts schlimmes oder so, uns kippt immer mal jemand um, ich bin das gewöhnt.“
Ich konnte schwören, das war Muddi. Ich erklärte die Spottelkönigin jetzt zu meiner Muddi.
Sie legte mich lässig mit einer Pranke auf ihren Rücken und trug mich. Jetzt konnte ich mich in der Umgebung auch ordentlich umsehen.
Um mich herum standen Bäume, die Äste und Zweige waren voller Schnee, welcher in der Sonne beinahe zu glitzern schien. Ab und zu war eine vereiste Pfütze zu sehen, ein paar Blumen, die aus dem Schnee herausragten.
Die Landschaft sah unglaublich schön aus.
„Erinnerst du dich denn an überhaupt irgendetwas?“
Sie war meine Muddi, hatte sie nicht also irgendwie das Recht, zu erfahren, was mit mir los war?
„Naja, also... ehrlich gesagt an alles, bis auf das, wie ich hierhergekommen bin. Ich will sie nicht anlügen, aber sie werden mir sowieso nicht glauben.“
Hatte dieses Mädchen mit der Zahnspange nicht fast genau dasselbe gesagt?
Ich verfluchte sie immer noch. Ich wollte zurück in mein Langweilereinzelleben.
„Schon ok, vor zwei Tagen habe ich herausgefunden, dasss ein Panflam durchgehend pupst, um die Flamme am Laufen zu halten, mich schockt so schnell nichts mehr.“
Ich musste auflachen. GameFreak hatte es echt mit Luftausstoßungen des Körpers.
Und die armen Bäume von Sinnoh, jaja.
„Ich... bin eigentlich... ein Mensch.“
Zu meinem Erstaunen sagte sie nicht mal etwas, sondern trottete einfach gemächlich weiter, so, als wäre das gar nichts Außergewöhnliches.
Also nahm ich das als Erlaubnis, weiter zu reden.
„Und... naja, ich habe eigentlich eine ganz normale Familie, also naja, fast, zumindest. Ist halt nicht Vater und Mutter, sondern Mutter und Mutter. Ist bei uns aber halt erlaubt und komplett normal.“
„Ach, keine Sorge, bei uns auch. Wir haben an unserer Schule auch ein Pärchen, das sind beides Frauen. Wir haben da auch nichts dagegen.“
Was zur Hölle, gechillteste Königin ever.
„Ja und, keine Ahnung aber... ich bin zur Schule gegangen, ganz normal, und auf einmal war ich hier! Ich... verstehe das irgendwie gar nicht. Ich meine, ich hab nicht mal irgendeine Ahnung hiervon! Ich kenne mich mit Pokémon zwar ziemlich gut aus, aber ich habe keine Ahnung, was das hier für ein Ort ist!“
Ihr Schweif schlug mir ganz leicht auf den Rücken.
„Beruhige dich erst mal. Alles nicht schlimm. Wir hatten hier schon relativ oft Menschen. Also, nicht hier, aber in dieser Welt. Hauptsächlich wegen irgendwelchen Problemen. Hast du vom Zeitturm gehört? Dafür war ein Mensch mal hier. Oder wegen dem Kometen (ich finde psmd und gti immer noch nicht gut gomen)?“
Ich wurde hellhörig. Jaja, PMD1 und 2. Immerhin etwas, was ich kannte? Das heißt, das war hier dieselbe Welt? Wow, ok, dann kannte ich wenigstens etwas.
„Ja, ja, das kenne ich! Kennen sie einen Bidiza aus der Gilde?“
„Ach, mein großer Bruder. Er ist mittlerweile kurz vor der Abschlusprüfung. Lang genug hat's ja gedauert.“
Sie fragte nicht mal woher ich ihn kannte.
Alles klar, ich liebte meine Muddi.
Ok, vielleicht war sie auch nur so drauf, weil sie ein Spottel war.
„Dann kenne ich zumindest ein bisschen... wo sind wir hier genau?“
„Ich zeig dir das gleich auf der Karte, ist aber eine relativ große Insel im Süden, deswegen ist es hier auch so kalt. Das war der letzte Ort, den noch keiner irgendwie erkundet hat (da gibt es echt keinen Dungeon, hab die nicht erfunden xDD), aber wir haben das Gebiet erschlossen. Ein paar Dungeons hier und da, aber sobald man nicht allzu schwach ist, haben selbst die Kinder keine Probleme damit.“
Wir erreichten eine Lichtung, dann führte ein kleiner Weg zwischen zwei Hügeln entlang und da war eine Stadt.
Es war nichts großes, aber es sah so wunderschön aus.
Da waren überall Hütten, aus Holz, mit ein paar Stoffen davor, wahrscheinlich, um das Wasser möglichst heraus zu halten.
In der Mitte des... wahrscheinlich Dorfplatzes stand ein Lagerfeuer, ein Miltank und ein Siberio standen dort und hielten einen Plausch, was wegen dem großen Bär extremst seltsam aussah.
Häuser erstreckten sich bis tatsächlich relativ weit und etwas außerhalb stand eine kleine Häusergruppe mit einem Größeren.
Das war wahrscheinlich die Schule, oder?
Aber es war echt schön hier. Beschweren konnte man sich auf jeden Fall nicht.
„Ich kann nachher mal irgendwie einen Schüler organisieren, der dich hier mal ein bisschen rumführt. Du kannst ja sonst nirgends hin, oder?“
Ich schüttelte den Kopf, was sie ja spüren musste. Wir liefen also durch die ganze Stadt, wurden angestarrt, was ich aber gewöhnt war, also nichts schlimmes.
Ich musste nur irgendwie wieder hier weg kommen. Ich wollte wieder mein altes Leben haben. Irgendeinen Weg musste es ja geben.
Irgendeinen.
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