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Die Liebe einer Mutter

von Rosalie18
Kurzbeschreibung
OneshotFamilie / P12 / Gen
Katherine Pierce / Katerina Petrova
09.12.2017
09.12.2017
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Mein dritter Ersatzbeitrag zum Wichteln Offen für Neues? von Sisi12


Disclaimer: Ich habe keinerlei Rechte an den vorkommenden Charakteren oder an sonst irgendwas, in Bezug auf das Original. Ich  verdiene mit meinem Geschriebenen auch kein Geld.


Liana-Medea,
ich habe als dein Ersatzwichtel fungiert. Ich hoffe der OS gefällt dir. Mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht mal etwas zu Katerina zu schreiben.
Viel Spaß beim Lesen.



Die Liebe einer Mutter

Katerina wusste, dass es gefährlich war, doch sie konnte nicht anders. Es war wie der innere Drang nach Blut. Sie konnte sich nicht dagegen wehren, also hatte sie dem Drang schlussendlich nachgegeben, auch wenn es ihr Todesurteil sein konnte. Klaus und sein Bruder Elijah trachteten ihr nach dem Leben, nachdem sie die beiden Urvampire bestohlen hatte und einem Mikaelson nahm nicht so einfach etwas weg, ohne das es Konsequenzen nach sich zog. Doch um ihre Tochter zu finden, nahm die Vampirin das alles gerne in Kauf. Sie musste ihre geliebte Nadia unbedingt finden. Es war ein großer Fehler gewesen einfach so zuzusehen, wie ihr das Kind weggenommen wurde. Doch was hätte sie denn tun sollen? Sie war doch noch so jung gewesen, außerdem unverheiratet. Mit ihrer Schwangerschaft, als ledige Frau hatte sie Schande über ihre Familie gebracht und ihre Eltern wollten mit aller Macht verhindern, dass etwas von ihrem Fehlverhalten an die Öffentlichkeit gelangen. Mit dieser Schmach wollte ihre Familie nicht leben. Ihr Ansehen wäre beschmutzt und dies galt es mit allen Mitteln zu verhindern, kostete es was es wohl. Daher wurde auch auf die Gefühle von Katerina keine Rücksicht genommen und ihr wurde das Neugeborene weggenommen. Natürlich war es grausam für eine Mutter, aber so wurde nun einmal mit unehelichen Kindern verfahren. Keine Familie wollte mit der Schande leben und so wurde Katerina nach England geschickt, um sicher zu gehen, dass nichts von der unliebsamen Schwangerschaft herauskommt.

Über den Verlust ihres kleinen Mädchens war die junge Frau niemals hinweggekommen. Er wirkte all die Jahre schwer und hatte ihr Herz brechen lassen. Die Mutterliebe war stärker als alles andere und überdauerte. Für Katerina stand niemals außer Frage irgendwann mit ihrer Tochter wieder vereint zu sein. Sie würde ihre Nadia suchen und erst ruhen, wenn sie sie auch gefunden hatte. Die Suche nach ihrer Tochter bestimmte ihr Leben.

Dennoch musste sie äußerst vorsichtig vorgehen, damit Klaus und sein Bruder Elijah ihr nicht auf die Schliche kamen. Die beiden Urvampire waren äußerst gefährlich, das hatte sie am eigenen Leib erfahren. Klaus hatte ihre gesamte Familie abgeschlachtet, weil sie geflohenen war, ihn zudem noch bestohlen hatte und für ihre Verwandlung in einen Vampir, denn so war sie nutzlos für sein Ritual, dass seine Werwolfseite auslöst. Sie war ganz alleine für den Tod ihrer Familie verantwortlich. Diese Schuld wog schwer, ihr war bewusst geworden, dass sie noch besser aufpassen und prüfen musste, wem sie vertraute.

Katerina hatte schnell festgestellt, dass das Vampirsein ihr das Leben und die Flucht vor Klaus ungemein erleichterte. Besonders die Manipulation von Menschen war ein äußerst praktischer Effekt ihres unsterblichen Daseins.

Die Vampirin betrat das schlichte Gebäude, in dem sich ein Waisenhaus befand, das wievielte es heute war, konnte sie gar nicht mehr sagen. Die Verzweiflung stand ihr ins Gesicht geschrieben. Eine Mitarbeiterin wurde auf sie aufmerksam.

„Guten Tag Miss. Was kann ich für sie tun?“, wurde Katerina freundlich begrüßt.

„Guten Tag. Ich bin auf der Suche nach einem kleinen Mädchen“, erklärte sie und bemühte sich um einen freundlichen Ton. Die Frau mittleren Alters verstand und legte ihr eine Hand auf ihren Arm.

„Ihre Tochter.“ Keine Frage, sondern eine Feststellung. „Kommen sie, wir gehen in mein Büro, dann können wir uns besser unterhalten.“ Katerina folgte ihr und wurde von einer seltsamen Unruhe befallen. Sollte sie in diesem Waisenhaus wirklich ihr kleines Mädchen wiederfinden? Das wäre zu schön, um wahr zu sein. Konnte es nicht eine Falle sein? – Nein, Klaus konnte nichts von ihrer Tochter wissen. Irgendetwas sagte ihr, dass es keine Falle war. Im Büro von Ivelina Asenov, wie der Name der Frau war, nahm sie ihr gegenüber Platz.

„Ihre Tochter wurde unehelich geboren und von ihrer Familie weggegeben?“ Die Vampirin nickte. „Wie ist ihr Name und wann wurde sie geboren?“

„Der Name meiner Tochter lautet Nadia und sie wurde am 22.05.1490 in Pernik geboren“, nannte sie der Mitarbeiterin des örtlichen Waisenhauses die gewünschten Daten. Katerina hoffte, dass hier endlich fündig wurde. Unzählige Dörfer und Städte hatte sie bereits durchkämmt, doch ihre Suche war einfach nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Es war wie verhext. Ihre Kleine konnte doch nicht vom Erdboden verschluckt worden sein! Den Gedanken, dass ihr Fleisch und Blut vielleicht gar nicht mehr lebte, verdrängte sie. Ihre Tochter lebte, das spürte ihr Mutterherz. Auch wenn sie ihr Kind nicht ein einziges Mal im Arm halten und einen Blick auf sie hatte werfen dürfen, existierte zwischen ihnen ein Band, das stärker war als ihre unfreiwillige Trennung.

Es entstand eine kurze Pause. Ivelina Asenov stand auf, ging zu einem Schrank, griff nach einer Akte und begann in ihr zu lesen. Die Anspannung im Raum war spürbar. Katerina wusste, dass sie am Ziel ihrer Suche angekommen war. Ihre Tochter war hier. Nicht mehr lange und sie würde ihr kleines Mädchen zum ersten Mal sehen. Vorfreude breitete sich in ihrem Körper aus. So musste sie sich beherrschen die Frau nicht anzuherrschen sie endlich zu ihrer Tochter zu bringen. Es kam ihr wie eine Ewigkeit bis die Frau vom Waisenhaus die Akte beiseitelegte und sich mit einem Lächeln wieder Katerina zuwandte.

„Ich habe gute Nachrichten für sie. Ihre Tochter befindet sich in unserem Waisenhaus“, teilte Ivelina Asenov ihr mit. Die Vampirin war für einen Moment, wie versteinert, als hätte ihr jemand einen Pflog mitten ins Herz gerammt.

„Kann ich sie sehen?“, fragte sie, nachdem sie sich wieder gefangen hatte. So ganz konnte die Unsterbliche nicht glauben, dass ihre Suche nun wirklich zu Ende sein sollte. Während der  letzten acht Jahre war kein Tag vergangen, wo sie nicht an ihre geliebte Tochter gedacht und vermisst hatte. All die Ängste und Qualen sollten vorüber sein. Irgendwie glaubte Katerina, dass womöglich die Mikaelson-Brüder auftauchen würden und ihre Tochter vor ihren Augen umbrachten. Aufgrund ihrer ausgeschalteten Menschlichkeit traute sie den beiden Urvampiren diese Gräueltat zu.

„Natürlich. Warten Sie hier. Ich hole Nadia.“ Gegen den Drang mitzukommen, blieb sie auf ihrem Stuhl sitzen und kämpfte mit ihrer Beherrschung.

Schon von weitern hörte sie das kleine Herz ihrer Kleinen schlagen, ihre weiche Seite, die sie erfolgreich unterdrückte hatte, kämpfte sich an die Oberfläche und gewann die Oberhand. Die Tür öffnete sich und Nadia betrat an der Hand der Mitarbeiterin des Waisenhauses das Büro. Das kleine Mädchen blickte Katerina mit großen, neugierigen Augen an. Augenblicklich wurde ihr warm um ihr Herz, dieses kleine unschuldige Mädchen hatte sie in ihren Bann gezogen und sie wusste, dass sie alles tun würde, um sie zu beschützen.

Die Mitarbeiterin ging die Hocke und sprach mit Nadia. „Meine Kleine, das ist deine Mutter. Sie hat dich schon ganz lange gesucht.“ Es dauerte einen Moment, bis Nadia in ihrem kleinen Kopf begriffen hatte, was ihr da gerade gesagt worden war.

„Du bist wirklich meine Mutter?“, fragte sie mit zittriger Stimme. Noch immer stand sie in der Tür und blickte Katerina an. Diese nickte.

„Ja, ich bin wirklich deine Mutter. Es tut mir sehr leid, dass ich die letzten acht Jahre nicht für dich da sein konnte. Aber du musst wissen, dass ich dich nicht freiwillig weggegeben habe“, sagte sie mit ruhiger, sanfter Stimme. In Gedanken fügte sie hinzu, dass sie gezwungen worden war. Doch das würde sie Nadia irgendwann erzählen. Das war jetzt viel zu früh. Sie hatten sich ja gerade erst wiedergefunden.





„Mama, schau mal“, rief Nadia fröhlich und rannte auf ihre Mutter zu. In ihrer rechten Hand hielt sie einen bunten Blumenstrauß fest.

„Der ist aber schön. Ist der für mich?“ Sie nahm ihre Tochter in den Arm. In ihrer Nähe fühlte sie sich sicher und geborgen. Es gelang der Vampirin erstaunlich gut ihren Blutdurst in der Gegenwart ihrer Tochter zu unterdrücken. Sie wollte Nadia unter keinen Umständen verletzen oder im schlimmsten Fall töten. Das würde sie sich niemals verzeihen können.

„Ja, natürlich. Für wenn den sonst?“, wollte Nadia mit einem ernsten Gesichtsausdruck wissen. Katerina konnte sich nur mit Mühe und Not ein Lachen verkneifen, denn sie wollte ihre Tochter keineswegs auslachen. Ihre Kleine würde es ihr übelnehmen.

„Die sind wunderschön.“ Katerina nahm den kunterbunten Strauß Wiesenblumen entgegen und roch daran, die Blumen verströmen einen wundervollen Duft. Die Vampirin zog ihre Tochter auf ihren Schoss und streichelte ihr durch die braunen Locken. Das kleine Mädchen kuschelte sich an die Brust ihrer Mutter. Diese hauchte der acht Jährigen einen Kuss auf die Haare. „Ich habe dich lieb, mein Schatz und ich bin so froh dich gefunden zu haben.“ Den letzten Satz sagte sie viel mehr zu sich, als zu Nadia.

„Ich habe dich auch lieb, Mama.“ Diese Worte aus dem Mund ihrer Tochter ließen Katerina alle Entbehrungen, Ängste und Sorgen vergessen. Dafür hatte es sich gelohnt all die Jahre nach ihr zu suchen und niemals die Hoffnung auf ein Leben mit ihr aufzugeben.  Für Nadia lohnte es sich jeden Tag aufs Neue zu kämpfen. Die Unsterbliche würde für ihr Kind alles tun, wenn es sein musste auch sterben. Es gab nichts Wichtigeres als sie. Die Liebe einer Mutter war stärker als andere auf der Welt.



***






Vorgaben von Liana-Medea:
Fandom: Vampire Diaries
Charaktere: Katerina Petrova, Nadia Petrova (natürlich auf keinen Fall als Pairing, es sollte eine normale Mutter- Tochter- Beziehung bleiben)
Genre: auf keinen Fall eine Tragödie, mir wäre so etwas wie Familie ganz recht
Gewünschtes Format: am liebsten wäre mir ein One-Shot
Rating: bis P16 kann gerne gegangen werden, aber müsste nicht unbedingt höher sein
Schlagworte, die irgendwie eingebracht werden sollen: Menschlichkeit, Verlust, Suche
Sonstige Anmerkungen für den Wichtel: Wie wär´s mit Katerinas Suche 1498? Wie wär´s mit einem Erfolg dabei im Gegensatz zur Serie?
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