Nur Eine Tote Hexe, Ist Eine Gute Hexe

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
Gretel Hänsel OC (Own Character)
06.12.2017
21.12.2017
2
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So, jetzt lade ich auch mal das zweite Kapitel hoch, bzw das Erste. Jetzt geht’s nämlich richtig los. Mit Hänsel und Gretel, die einen neuen Auftrag bekommen. Eigentlich hatte ich das Kapitel schon längst fertig, aber ich habe mir vor einer Woche ungefähr Hexenjäger auf DVD gekauft und wollte erst weiter schreiben, wenn ich es mir seid Jahren endlich mal wieder angeguckt habe, um Fehler zu vermeiden. War noch so gut, wie ich´s in Erinnerung gehabt habe^^. So, jetzt gehts aber mal endlich los, mit dem nächsten Kapitel :P.

LG Fuchs
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KALTBACH

Hänsel war schwach und hatte große Schmerzen. Er konnte sich nicht bewegen und lag mit der rechten Seite seines Gesichtes im Moos. Zwar hatte er die Augen geschlossen, war jedoch nicht bewusstlos, sodass er alles mitbekam. Er hörte seine Schwester rufen und schreien. Es war sein Name den sie da rief und er hätte ihr so gerne geantwortet, doch dafür fehlte ihm die Kraft und die Willensstärke. Das einzige was er gerade wollte, war schlafen. Den Drang nachzugeben, in die erlösende Schwarze hinab zu tauchen. Sollte er es zulassen? Nein! Er konnte Gretel nicht im Stich lassen.
Hänsel spürte, wie die Hexenjägerin sich neben ihm ins Gras fallen ließ und verzweifelt seine Tasche am Bein durchsuchte. Er wollte ihr sagen, dass sie dort nichts finden würde. Er wollte schreien, dass die Spritze, welche sich bis eben noch darin befunden hatte nun ein paar Meter weiter entfernt, versteckt zwischen den zwei Wurzeln eines Baumes lag. Doch kein Laut kam über seine Lippen.
Stumm lag er neben seiner Schwester und konnte nichts tun. Er musste mitanhören, wie Gretel immer und immer seinen Namen flüsterte, wie sie anfing zu weinen. Er spürte wie sie ihn an der Schulter berührte und anfing ihn zu schütteln. Doch es half nichts.
Nach einer gefühlten Ewigkeit, die sich eigentlich nur Sekunden waren, merkte Hänsel plötzlich, dass er wieder an Stärke gewann. Zuerst freute er sich darüber, doch dann fiel sein Herzschlag drastisch und seine Atmung wurde flacher, bevor sie ganz aufhörte und sein Herz, sein Herz hörte auf zu schlagen!

Schweißgebadet schreckte Hänsel aus seinem Albtraum hoch. Es dauerte einen Moment, bis er seine Atmung wieder unter Kontrolle hatte. Natürlich war ihm dieser Traum nicht fremd. Er hatte ihn in letzter Zeit öfter. Es war immer das Gleiche. Er hatte seine Spritze verloren und starb und Gretel konnte nichts dagegen tun.
Langsam erhob er sich und setzte sich gerade in seinem Bett auf. Sonne schien durch die dünnen Vorhänge und draußen vor dem Fenster zwitscherte lautstark ein Vogel. Er sah auf seine Uhr, die er wie immer an seinem Handgelenk trug. In den letzten Monaten hatte sich sein Zustand enorm gebessert. Er brauchte immer seltener die Spritzen und fühlte sich wie neu geboren. Seine Ausdauer, seine Energie war immer da und er war im Top-Zustand. Zwar sorgte sich Gretel immer noch um ihn, doch selbst sie hatte begriffen, dass seine Krankheit zurück gegangen war. Oder sogar mehr als nur in Ordnung.
Vielleicht würde seine Krankheit ja vielleicht auch irgendwann ganz verschwinden! Obwohl er nicht glaubte, dass das passieren würde. Ging das überhaupt?
Es war ihm im Moment recht egal. Aber auch wenn er sich gut fühlte und in einem guten Zustand war, hatte er trotzdem jede Nacht diesen Albtraum.
Hänsel verdrängte die Erinnerungen an die Nacht und den Traum und schwang sich aus dem Bett. Das Zimmer, welches er sich mit seiner Schwester gemietet hatte, lief bald ab und sie mussten hier bis morgen draußen sein.
Er war alleine. Das Bett gegenüber von ihm war leer. Gretel musste schon beim Frühstück sein. Schnell zog er sich an und ging ebenfalls runter. Wie erwartet fand er dort Gretel vor, die sich gerade über eine Karte beugte. Als sie ihn bemerkte, blickte sie auf und deutete auf den Stuhl gegenüber von ihr. „Und? Gut geschlafen?“, fragte sie ihn.
„Ja“, log er und nahm Platz. Gierig griff er sich das Brot und begann zu essen. Er hatte Hunger und sein Magen knurrte schon. Nachdem er den größten Hunger gestillt hatte, meinte er: „Wir müssen bis morgen aus dem Zimmer raus.“
„Ich weiß“, entgegnete die Hexenjägerin und studierte weiter hin die Karte. Dabei fuhr sie fort: „Wir müssen sowieso weg. Der Bürgermeister von Kaltbach hat uns gebeten, mal nach dem rechten zu sehen. Seid den letzten Tagen
verschwinden immer wieder Kinder aus dem Dorf.“

Hänsel nickte: „Wann brechen wir auf?“
„Das Dorf ist ungefähr zwei Stunden von hier entfernt. Wenn wir jetzt gleich aufbrechen, sind wir gegen Mittag da.

Gesagt getan. Nachdem sie ihre Sachen gepackt hatten, ging die Reise los. Sie nahmen sich zwei Pferde, die sie dem Wirt einer Schankstube billig abgeschwatzt hatten. Gretel hatte recht. Gegen Mittag, als die Sonne gerade den höchsten Punkt erreicht hatte, kamen sie im kleinen Dorf Kaltbach an. Gretel schlug vor, als erstes beim Rathaus vorbei zu gucken und sich mit dem Bürgermeister zu unterhalten. Hänsel war einverstanden und so steuerten sie auf das Amtshaus zu. Vor dem Gebäude, banden sie die Pferde an und traten dann ein. Wärme schlug ihnen entgegen. Es war schön angenehm warm hier drinnen, im Gegensatz der Kälte, die sich allmählich im Herbst breitmachte.
Der Bürgermeister war schnell gefunden. Er stand in der Eingangshalle und wandte sich zu ihnen um, als Hänsel die Tür hinter sich schloss.
„Herr Bürgermeister?“, wollte Gretel wissen und musterte den Mann vor ihr. Dieser nickte. Der Bürgermeister war ein um die Fünfzig Jahre alter Mann, der seine grauen, langen Haare hinten, zu einem Zopf gebunden hatte. Seine Miene hellte sich auf, als Gretel sich und ihren Bruder verstellte.
„Hänsel und Gretel! Es ist mir eine Ehre Sie zutreffen. Ich habe schon viel von Ihnen gehört!“ Eifrig schüttelte er ihre Hände, wobei Hänsel ihn skeptisch ansah. „Ich habe gleich eine Rede auf dem Marktplatz. Begleiten Sie mich doch und stellen sich vor. Dann können wir dort auch gleich berichten, warum sie hier sind und die verängstigten Bürger beruhigen.“
„Natürlich doch“, sagte Gretel und stieß Hänsel den Ellbogen in die Rippen, als der nicht antwortete, sondern einfach nur starr gerade aus blickte. Erst sah der Hexenjäger seine Schwester empört an, dann begriff er jedoch und entgegnete: „Aber klar.“
Zufrieden nickte der Bürgermeister und bat sie ihm zu folgen. Er führte sie aus dem
Rathaus hinaus auf eine große, freie Fläche. Überall kreuzten Bauern oder Mäkte ihren Weg. Vor einem Podium blieb der Mann stehen und drehte sich zu den Geschwistern um. „Bleibt bitte hier, bis ich euch rauf bete!“
Hänsel und Gretel
stimmten zu und der Bürgermeister schreitete auf das Podium. Mittlerweile hatten sich viele Leute um dieses herum versammelt und blickten den Bürgermeister mit einer Mischung aus Neugierde und Spannung an.

„Liebe Bürger und Bürgerinnen“, fing er an zu sprechen und plötzlich herrschte vollkommene Stille. Alle Blicke hingen an seinen Lippen. „Wie Sie sicher schon mitbekommen haben, sind in letzter Zeit viele Kinder aus diesem Dorf spurlos verschwunden“ Hänsel beobachtete die Menge, die zustimmend nickte. „Jedoch“, sprach der Bürgermeister weiter. „konnten wir nichts dagegen tun.“ Schon wieder nickten ein paar Leute. „Doch, es gibt wieder Hoffnung. Eben sind zwei Hexenjäger angekommen, die ich um Hilfe gebeten habe. Sie werden versuchen unsere Kinder zurück zu bekommen.“
Ein Raunen ging durch die Menge, als der Bürgermeister die Hexenjäger auf die Bühne bat. Einige Menschen applaudierten, manche fingen an zu weinen, da es wieder Hoffnung gab, die Kinder zu finden. Nur eine Frau, Hänsel schätzte sie in seinem Alter ein (vielleicht etwas jünger), war anscheinend sehr kritisch Gretel und Hänsel gegenüber und sie rief über die Leute hinweg: „Versuchen? Und wie wollen Sie das machen?“
Hänsel und Gretel tauschten ein paar Blicke. Das war nicht das erste Mal, das jemand ihre Fähigkeiten in Frage stellte. „Tja“, erklärte Gretel. „Wir werden dorthin gehen, wo die Kinder zuletzt gesehen wurden und dann machen wir uns auf die Suche nach der Hexe. Wenn wir sie gefunden haben, dann besiegen wir sie und befreien die Kinder!“
„Und was, wenn ihr die Hexe nicht findet?“ Die Frau ließ echt nicht locker, dachte Hänsel genervt. Seine Schwester blieb aber ruhig und antwortete auch auf diese Frage: „Bis jetzt haben wir eigentlich jede Hexe gefunden!“
„Eigentlich?“, die Frau hob skeptisch die Augenbraue und sah sie herausfordernd an. Gretel seufzte. „Dann lass das ´eigentlich´einfach weg. Vertraue uns einfach!“, entgegnete Gretel mit einem leisen seufzten, dass nur Hänsel mitbekam. Mit diesen Worten drehte sich die Hexenjägerin um und ging gefolgt von Hänsel von der Menge weg. Nach einigen Minuten traf auch der Bürgermeister vor dem Rathaus ein, wo sie auf ihn gewartet hatten.

Mann stellt ihnen ein Zimmer im besten Gasthaus weit und breit und alle Waffen zur Verfügung die unser Dorf besitzt.“
Hänsel schüttelte den Kopf und lehnte dankend ab: „Nein danke. Wir haben selber Waffen.“
„Aber danke für das Zimmer“, fügte Gretel Augen verdrehend hinzu und trat Hänsel auf den Fuß. Dieser unterdrückte ein
en Aufschrei. Was hatte seine Schwester denn jetzt schon wieder. Gretel warf ihm einen warnenden Blick zu, nahm dann die Zügel ihres Pferdes in die Hand, dass immer noch vorm Gebäude stand und ging in Richtung Gasthaus, dass sie auch schon beim Eintreffen in das Dorf gesehen hatten.


Ihr Zimmer war groß und mit Blick auf den düsteren Wald, der sich hinter dem Dorf erstreckte. Diesen musterte Hänsel kurz, ehe er sich vom Fenster abwandte. „Es wird schon dunkel“, meinte er. Das war das schlechte am Herbst. Es wurde immer früh dunkel und spät hell. „Dann fangen wir Morgen an. Jetzt raus zugehen ist der Tot“, entgegnete Gretel ihm tonlos und beugte sich wieder über die Karte, die sie schon heute morgen sich angeguckt hatte. Hänsel nickte und ging zu ihr rüber. „Ich hab mit einem Bürger gesprochen“, sagte Gretel nach einer Weile, in der beide geschwiegen hatten. „Alle Kinder sind in der Nähe des Waldes gesehen worden, bevor sie verschwanden.“
„Also wohnt die Hexe im Wald“, murmelte Hänsel und warf noch mal einen Blick aus dem Fenster. „Wo sonst!“
„Mhm“, bestätigte
Gretel und senkte ihren Kopf und einen bestimmten Teil der Karte zu begutachten. „Was machst du da eigentlich?“, wollte Hänsel nun wissen und versuchte nun auch einen Blick auf die Karte zu erhaschen. „Das ist eine Karte von Kaltbach. Inklusive Wald. Da gibt es diese eine Lichtung. Da möchte ich mich morgen mal umsehen.“
„Dann machen wir das“, sagte Hänsel und strich sich eine Strähne aus der Stirn.
Er starte einige Sekunden auf den Tisch vor ihm, dann richtete er sich im Stuhl auf. „Denkst du, dass das Verschwinden mit dem Blutmond zusammen hängt?“

Gretel blickte auf, dann zuckte sie mit den Schultern. „Ich meine“, sprach Hänsel weiter. „Es sind wieder viele Kinder auf einmal verschwunden.“
Gretel überlegte einen Moment und runzelte die Stirn. „Daran habe ich gar nicht gedacht. Wie viele Kinder sind denn bereits verschwunden.“
Hänsel verteilte die Zettel auf dem Holztisch, auf denen Bilder der Kinder zusehen waren.
„Drei Jungen, fünf Mädchen“, stellte er fest.
„Aber!“ Entgegnete Gretel und deutete auf die Geburtsdaten. „da sind zwei die im gleichen Monat geboren wurden.“
„Da auch“, stellte Hänsel fest.

„Also kein Blutmond?“
„Also kein Blutmond!“
Eine Stille breitete sich aus, in der Hänsel leise vor sich hin döste und Gretel den Wald aus dem Fenster heraus beobachtete. Ein Klicken ließ beide aufschrecken.
Hänsel warf einen Blick auf die Uhr und holte die Spritze hervor, bevor ihm schwindelig werden konnte. Diese rammte er sich nun in den Oberschenkel. Gretel, die bei diesem Vorgang wortlos zugesehen hatte, erhob nun die Stimme. „Die wievielte Spritze ist das nun für heute?“
Hänsel überlegte kurz. Die zweite. Hab sie mir vor dem Aufbruch heute morgen gegeben.“
„Also...“, Gretel sah kurz auf die Uhr. „Also vor knapp sieben Stunden?“ Hänsel nickte. Gretel lehnte sich zufrieden zurück. „Du besserst dich Bruderherz“, sagte sie mit einem lächeln auf dem Mund.
„Bin jetzt trotzdem müde“, meinte Hänsel und gähnte kraftvoll. Schnell zog er die Schuhe aus und ließ sich dann auf sein Kissen nieder.

Als Gretel eine halbe Stunde später ebenfalls aufstand, sich fertig machte und dann aus dem Bad trat, konnte sie sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Leise löschte sie die Lichter und ging zu ihren Bruder hinüber. Die Decke war verrutscht und die Hexenjägerin deckte ihn sanft wieder ganz zu. Hänsel schlief bereits und sah friedlich und ein bisschen verletzlich aus.
Nach einigen Sekunden, in denen Gretel ihren Bruder beobachtet hatte, ging sie auch zu Bett. Draußen war es mittlerweile stockdunkel und irgendwo war der Schrei einer Eule zuhören.
Zufrieden schloss Gretel die Augen und war kurz darauf eingeschlafen.
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