Erinnere dich!

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
06.12.2017
07.04.2018
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19.Kapitel

In den nächsten zwei Wochen machte Draco unglaublich gute Fortschritte, bei denen er wirklich stolz auf sich selbst war, auch wenn es nicht sein Verdienst war. Den, denen er seine Fortschritte zu verdanken hatte waren seine Therapeutin, die wirklich bei jedem Gespräch genau wußte, was sie sagen musste und Draco das Gefühl gab, dass es etwas völlig normales war, nach solchen Ereignissen in Therapie zu sein, seine Mutter, die ihn sehr oft besuchte und ihm Kraft gab und manchmal auch einfach nur tröstete, Hermine und Ron, die ihn ebenfalls besuchten und durch Gespräche über alltägliche Themen, Draco ein bisschen Normalität gaben, Rookwood, der jedesmal, wenn Draco fragen hatte, mit ihm redete, ihm alles beantwortete und ihm half mit den wiederkommenden Erinnerungen klar zu kommen und allen voran natürlich Harry.

Ohne Harry würde Draco noch immer nicht ohne Schlaftrunk normal schlafen können oder sich freiwillig eine Erinnerung eines Todessers anschauen können, ohne danach zu weinen. Harry war sein Felsen im Meer an den er sich klammern konnte und der Draco eine Chance auf Rettung gab.

Harry war einfach...Draco konnte es nicht wirklich beschreiben, er wußte nur, dass Harry ihn gar nicht groß berühren, sondern einfach in seiner Nähe sein musste, um Draco zu trösten, zu stützen und für ihn da zu sein.

In den zwei Wochen sah Draco sich viele Erinnerungen, denn er wollte lieber geplant so eine Erinnerungen sehen, als wenn sie plötzlich in seinem Kopf auftauchte oder er davon träumte. Es waren immer seine Therapeutin und Harry dabei, die danach mit ihm Gespräche führten und da Penelope immer die richtigen Worte fand, hatte Draco danach immer das Gefühl, dass er über die Misshandlungen wirklich drüber hinweg kam.

Da das ganz gut klappte, hatten sie beschlossen, dass Draco sich jeden dritten Tag eine neue Erinnerung ansah, bis er zu jedem Tag eine Erinnerung hatte, denn der Rest würde sich dann von selbst zusammenfügen. Allerdings brauchte Draco ein paar Tage Pause dazwischen, da er in den Tagen mit Penelopes Hilfe, die Erinnerung verarbeitete.

Dadurch konnten sie den Schwerpunkt jetzt verändern und ihn auf ein anderes Thema legen, was Draco freute, denn er wollte sich endlich um das Problem mit Harry kümmern. Er wollte endlich mit ihm von vorne anfangen und sich nochmal kennenlernen und eben langsam eine Beziehung aufbauen, auch wenn Harry sofort gesagt hatte, dass er damit erst anfangen würde, wenn Draco mit seiner Therapie fertig war, denn davor würde ein Neuanfang keinen Sinn machen, was natürlich stimmte.

Also wollte Draco seine Therapie so schnell wie möglich hinter sich haben, auch wenn er wußte, dass er noch mindestens ein paar Monate in Therapie sein müsste, doch Penelope hatte ihm erklärt, dass er vielleicht nach einem Monat schon hier raus dürfte und dann eben zu seinen Stunden mit Penelope immer hier hin kommen würde. Es kam drauf an, wie weit Draco bis dahin war und Harry hatte gesagt, dass Draco, wenn er denn dann schon so weit war, auch gerne wieder bei ihm einziehen könnte.

Das alleine, gab Draco genug Motivation, seinen Willen zu nutzen, um die falschen Erinnerungen aus seinem Kopf zu verdrängen.

Heute, besser gesagt jetzt gleich, würde das erste Gespräch mit Harry und Penelope sein, wo es nur um seine unterbewusste Angst vor Harry ging. Bis jetzt waren kleine Berührungen von Harry in Ordnung und auch längere, aber so etwas, wie Draco in den Arm nehmen ging noch nicht.


„Bist du auch nervös?“, fragte Harry, als sie zu dritt wieder im bekannten Behandlungszimmer waren und Draco lächelte leicht, verspürte sofort, wie er sich in Harrys Nähe entspannte.

„Ja...ich hab Angst, dass ich dabei keine Fortschritte mache...dass es nicht klappt und wir nie...du weißt schon...“, murmelte Draco und Harry legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter, meinte:„Hey, es ist alles gut. Selbst wenn es länger dauert...wir haben alle Zeit der Welt. Du bist so stark, irgendwann wird es funktionieren.“

Penelope, die gegenüber von ihnen saß, nickte.„Harry hat Recht. Sie brauchen sich keinen Druck machen, Draco. Sie sind eine sehr starke Person, glauben Sie mir, das kann ich gut beurteilen und ich mache mir wirklich wenig Sorgen, dass sie diesen Schritt nicht schaffen.“

Draco seufzte. Warum konnte er denn nicht so sicher sein? Warum musste er solche Zweifel haben?

„Gut, dann lassen Sie uns anfangen. Ich hab mir überlegt, was als ersten Schritt am sinnvollsten wäre. Ich würde ihnen vorschlagen, dass wir uns heute damit beschäftigen, dass Sie, Harry, Draco umarmen können.“

Das wäre aber schon ein ganz schöner Schritt. Draco war sich nicht sicher, ob er er das schaffen würde...sollten sie es trotzdem mal versuchen?

Während Draco überlegte, meinte Harry neben ihm:„Ja, das hört sich gut an. Wenn Draco damit einverstanden ist, können wir es gerne versuchen.“

Harry glaubte also auch daran, dass sie es schaffen könnten...wenn Harry so zuversichtlich war, könnten sie es ja mal versuchen...
Draco überlegte noch einen Moment, doch nickte dann:„Das hört sich wirklich gut an. Lass es uns versuchen.“

„In Ordnung“, meinte Penelope und lächelte, schien sich auch darüber zu freuen, dass Draco es versuchen wollte.

Naja...Ein Versuch schadete nicht.

„Dann versuchen Sie mal bitte, Draco in den Arm zu nehmen und dann sagen Sie mir, Draco, wieso es nicht funktioniert“, bat Penelope sie und Harry stand sofort aus, während Draco kurz zögerte, doch letztendlich auch stand und unsicher zu Harry sah. Sollten sie es wirklich versuchen?

Harry ging langsam auf ihn zu, breitete die Arme aus, doch kaum hatte Harry ihn eine Sekunde lang richtig im Arm, fing Draco an sich zu verkrampfen und er spürte, wie die Panik seinen Körper durchfloss. Es flammten Bilder vor Dracos innerem Auge auf, wie Harry mit seinem Gürtel in der Hand über ihm stand und auf ihn einschlug, während Draco nackt und flehend vor ihm auf dem Boden lag.

Hastig wandte Draco sich aus Harrys Arm und sah ihn mit traurigem Blick an, senkte den Kopf. Wie sollte das jemals ohne diese Erinnerungen gehen?

„Ich...es geht nicht, weil ich immer wieder Bilder im Kopf hab von Harry...wie...wie er mich schlägt und alles...Ich kann es einfach nicht abstellen“, erklärte Draco mit leiser Stimme und schämte sich, das er es nicht hinbekam, die Bilder aus seinem Kopf zu verbannen.

„Das ist so, weil das in ihrem Kopf fest verankert ist. Sie verbinden Harrys Umarmung mit Schmerzen. Wenn Sie mit ihm Händchen halten, woran denken Sie dann?“ Penelope sah ihn an, während sie sich schon etwas notierte.

Draco lächelte, als er an die Bilder dachte, die beim Händchen halten in ihm aufflammten...Sie waren so schön...„Ich sehe uns beide, wie wir Händchen haltend Spazierengehen.“

„Okay, gut. Dann möchte ich jetzt, dass sobald Harry Sie umarmt, sie sofort an den Spaziergang denken und sich vorstellen, wie Harry Sie bei dem Spaziergang umarmt, ja?“

Draco nickte und atmete einmal durch, drehte sich dann wieder zu Harry und war jetzt festentschlossen, es zu schaffen. Einfach immer an den Spaziergang denken...

Erneut trat Harry auf ihn zu, lächelte ihn dabei sanft an und schloss ihn in seine Arme und Draco spürte sofort, wie er wieder verkrampfte, sah die Bilder vor seinem Inneren Auge und versuchte mit ganzer Willenskraft die Bilder zu verdrängen und stattdessen die schönen vor sein Auge zu zerren.

Natürlich klappte es nicht beim ersten Mal, doch natürlich gab Draco danach nicht auf. Sie machten bestimmt eine Stunde weiter, bis Draco es schließlich schaffte, schöne Erinnerungen vor seinem Auge hatte und schlagartig entspannte er sich und spürte, wie angenehme Gefühle durch seinen Körper flossen.

Harrys Umarmung fühlte sich tatsächlich schön für ihn an! Draco konnte es gar nicht fassen und war so erleichtert, dass er zu schluchzen begann und Harry ihn an sich drückte, ihm ins Ohr flüsterte:„Ich bin so stolz auf dich, Draco.“
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