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Schneeballschlacht

GeschichteHumor / P12 / Gen
Hanamaki Takahiro Iwaizumi Hajime Matsukawa Issei Oikawa Tooru
05.12.2017
05.12.2017
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05: Schneeballschlacht




„Iwa-chan~!“
Die Stimme seines Kindheitsfreundes ließ ihn aufhorchen und sich umdrehen.

Unter anderen Umständen wäre er misstrauisch gewesen. Bei dieser Tonlage hätte er es wohl sein sollen, da sie doch bisher selten etwas Gutes bedeutet hatte, sondern in den meisten Fällen irgendeine Albernheit hinter sich herzog.
Doch in den letzten Wochen war sein bester Freund ruhiger geworden. Etwas zumindest. Andere Dinge forderten nun ihre Aufmerksamkeit. Lernen – in erster Linie für die Abschlussprüfungen, College-Bewerbungen, Pläne für die Zukunft und vieles mehr, das mit ihrem Abschluss zutun hatte, der kein Viertel Jahr mehr entfernt lag.
Nach ihrer Niederlage gegen Karasuno und dem daraus resultierenden Ausscheiden aus dem Turnier hatten die Drittklässler den Volleyball Club der Aoba Johsai High School quittiert. Es gab keine Wettkämpfe mehr für sie zu gewinnen und so gaben sie den Jahrgängen unter ihnen die Möglichkeit, ein neues Team für das kommende Jahr zu bilden, nun, da sie vier ihrer besten Spieler verloren hatten. Zudem konnten sie nun auch längst nicht mehr dasselbe Maß an Zeit für ihren Lieblingssport aufbringen wie zuvor.
Es fiel ihnen nicht leicht, besonders nicht ihrem ehemaligen Captain – niemand hatte auch nur annähernd so viel Zeit hineingesteckt wie er – doch es blieb ihnen nichts anderes übrig. Natürlich verzichteten sie nicht komplett auf Volleyball, aber es war einfach nicht vergleichbar. Während sie zuvor fünf Tage in der Woche zum Training gegangen waren, blieb ihnen jetzt nur noch einer. Montags war im Club stets ihr Ruhetag gewesen. Dieser Umstand kam ihnen nun zu Gute, da sie diese Gelegenheit ergriffen und an diesem Tag die Sporthalle nutzten. Es war nicht dasselbe, wie mit ihrem Team zu trainieren, allerdings war es besser als nichts, und sie würden sich diese Chance sicher nicht entgehen lassen.
So auch nicht diesen Montag. Nachdem ihr Unterricht und ihre Lerngruppen beendet waren hatten die vier Drittklässler sich augenblicklich auf den Weg gemacht und die Turnhalle in Beschlag genommen.
Inzwischen war es sieben Uhr abends und sie hatten gerade erst die Halle nach dem Aufräumen verlassen. Nur noch die Laternen und ein paar vereinzelte Sterne erhellten die Welt. Doch während sie in der Halle Volleyball gespielt hatten, waren draußen dicke weiße Flocken gefallen und eine dichte Decke über alles gelegt. Knöcheltief standen sie nun vor der Halle im Schnee und warteten darauf, dass Iwaizumi die Halle abschloss, damit sie den Schlüssel abgeben und nach Hause gehen konnten.

Es war genau in dem Moment, als der den Schlüssel abgezogen hatte, als Oikawa ihn gerufen und er sich, ausnahmsweise nichts Böses ahnend, umgedreht hatte.

Ein böser Fehler.
Für den er sich am liebsten selbst geohrfeigt hätte.
Denn kaum, dass er den Kopf gedreht hatte, traf ihn auch schon eine Ladung Schnee mitten im Gesicht.

„WAS ZUR HÖLLE?! SHITTYKAWA!“
Oikawa lächelte unschuldig, und hinter ihm versuchten Matsukawa und Hanamaki vergeblich, ihr Lachen zu unterdrücken.
„Wo brennt’s denn, Iwa-chan~?“

„Du kleiner-!“, begann der Schwarzhaarige zu fluchen, brachte den Satz jedoch nicht zu Ende. Stattdessen hechtete er auf seinen Freund zu, der sich ebenso blitzschnell aus dem Staub machte.
Während des Rennens quer über den Schulhof griff er sich zwei Hände voll Schnee, die er behände formte und dem anderen, als dieser gerade beim Umrunden einer Bank auf dem glatten Untergrund strauchelte, etwas härter als beabsichtigt den Schneeball an den Kopf warf.
Mit einem schrillen Schrei landete der brünette Zuspieler mit dem Gesicht voran in einem Schneehaufen und blieb dort länger liegen, als man sorgenfrei hätte vertreten können. Stirnrunzelnd und aus einem Anflug von Schuldgefühlen zähneknirschend lief Iwaizumi zu ihm hinüber.
„Oi, alles klar, Crappykawa?“, fragte er und hockte sich neben ihn auf den Boden.
Einige Sekunden lang blieb es still, doch dann konnte er das leise Kichern seines Kindheitsfreundes vernehmen. Und die nächste Ladung „Weiß, kalt und nass“ landete in seinem Gesicht.
„STIRB; TRASHYKAWA!!“
Die Hetzjagd begann von neuem.

Von den beiden Wetteifernden unbeachtet, hatten die anderen zwei Drittklässler im Bunde nicht untätig dagestanden, während sie ihren Freunden zusahen, wie sie sich gegenseitig jagten und bewarfen. Ganz im Gegenteil.
Sie hatten einen Wall aus Schnee auf einer nahen Bank errichtet, gerade hoch genug, dass sie dahinter bequem hocken und in Deckung gehen konnten, und neben ihnen auf dem Boden waren feinsäuberlich Schneebälle aufgetürmt. Sie waren bereit für die Schlacht und warteten nur noch den richtigen Moment ab.

„Iwa-chan~ Du bekommst mich ja doch nicht~!“

Hanamaki und Matsukawa nickten einander zu, mit breiten, beinahe schadenfrohen Grinsen auf den Gesichtern. Nur noch ein paar Meter, und ihre Opfer standen perfekt in der Schusslinie.

„Jetzt!“, gab der kleinere von beiden das Signal – und sie warfen.

Ein Ball traf Oikawas Schulter, zerschellte an ihr und das kalte, weiße Pulver verteilte sich auf seinem Gesicht, in seinen Haaren und rutschte unter seinen Schal, ließ ihn erschaudern und erschrocken quieken.
Der andere erwischte Iwaizumi am Bein und ließ ihn einen Augenblick lang straucheln. Grunzend, vor Anstrengung und Ärger, fand er sein Gleichgewicht wieder und tat das erste, was ihm in den Sinn kam: einen Gegenangriff starten, der den beiden Schuldigen schnell das Lachen vergehen ließ.

„Ja! Zeig’s ihnen, Iwa-chan!“
„Schnauze! Du bist auch noch dran!“
„Aber Iwa-chan! Wenn Makki und Matssun ein Team bilden, dann lass uns auch eins bilden!“
„Vergiss es!“
„Ab- uagh!“

Iwaizumi fackelte nicht lange, als Oikawa sich mit Welpenblick an seinen Arm an seinen Arm hing. Ohne zu zögern schob er ihm eine Hand voll Schnee am Rücken unter die Kleidung.
„Iwa-chan! Gemein!“, quengelte der Brünette und verzog das Gesicht, während er umständlich versuchte, den Schnee los zu werden. Zeit hatte er dafür jedoch nicht, da auch Matsukawa und Hanamaki ihren Angriff wiederaufnahmen.



„Sieht aus, als hätten wir uns in der Adresse geirrt.“, sagte Kunimi trocken.
Seit geschlagenen fünf Minuten standen er und Kindaichi am Eingang des Schulgeländes und sahen den Drittklässlern bei ihrer Schneeballschlacht zu.
Er hatte sich auf einen ruhigen Tag ohne Training gefreut, doch dann hatte Kindaichi bei ihm vor der Tür gestanden. Er hatte zur Schule gewollt, wohl wissend, dass die Drittklässler an diesem Tag in der Halle waren, um noch eine Chance zu nutzen, mit ihnen trainieren und von ihnen lernen zu können. Doch allein hatte er dort nicht aufschlagen wollen, und wer käme besser in Frage, ihn zu begleiten, als sein bester Freund, mit dem er bereits seit der Mittelschule zusammen Volleyball spielte. Bis Kindaichi diesen jedoch überzeugt hatte, war eine halbe Stunde vergangen, dennoch hatte er die Hoffnung, ihre ehemaligen Teammitglieder noch zu erwischen, nicht aufgegeben.
Der Anblick, der sie jedoch bei ihrer Ankunft erwartet hatte, war definitiv nicht das, was sie erwartet hatten. Wenngleich sie, wenn sie ehrlich waren, aber auch nicht sonderlich überrascht waren.

„Das sieht nicht nach High School, sondern nach Grundschule aus.“
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