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Wir sind doch eine Familie

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Familie / P12 / Gen
Azura Hinoka Kagero Ryoma Saizou Takumi
03.12.2017
03.12.2017
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03.12.2017 2.248
 
Wichtelprojekt: Offen für Neues?
Beitrag für Toushin Neko.
Uff deine Vorgaben haben es mir echt nicht einfach gemacht, mehrmals wollte ich schon aufgeben, doch ich habs dann doch irgendwie hingekriegt xD Ich hoffe dir gefällt die Geschichte.^^
Viel Spaß beim Lesen.

Lg Katty
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“Ich vermisse unser Geschwisterkind”, sagte Hinoka traurig und wischte sich über die Augen. Es waren schon Jahre vergangen seit es von den Nohren entführt worden war. Es war seltener geworden, dass Hinoka deshalb anfing zu weinen, doch manchmal kamen die Erinnerungen so stark zurück, dass sie nicht anders konnte.
Ryoma legte ihr seine Hand auf die Schulter. “Ich vermisse es auch, doch wir können nichts tun außer weiter gegen diese Verbrecher zu kämpfen. Irgendwann bekommen wir unser Geschwisterkind zurück.”
Sie schluchzte, setzte dann jedoch wieder ihr ernstes Gesicht auf. Ihr Bruder hatte recht, sie mussten einfach weiter trainieren und kämpfen bis zu dem Tag an dem sie alle wieder vereint sein würden.
Azura hatte von weitem gehört über was die beiden gesprochen hatten. Auch sie würde plötzlich traurig. Sie lebte schon solange hier, doch sie würde wohl niemals ihre richtige Schwester und ein guter Ersatz für ihren Verlust sein. Schließlich war sie selbst im Gegenzug entführt worden, sie passte nicht hierher.
“Hast du gelauscht?”, erklang eine harsche Stimme neben ihr. Erschrocken fuhr sie aus ihren Gedanken hoch.
“T-takumi, ich habe dich gar nicht bemerkt.”
“Spionierst du für den Feind? Ich wusste man kann dir nicht trauen. Dachtest du wirklich, du würdest jemals zu dieser Familie gehören?” Sein aggressiver und gehässiger Tonfall ließ sie zusammenzucken. Sie hatte schon öfters ähnliche Worte von ihm gehört und normalerweise ignorierte sie diese gekonnt, doch diesmal spürte sie die Worte wie eisige Splitter durch ihr Herz bohren. Sie hatte genug und er hatte Recht. Niemals würde sie zur hoshidischen Königsfamilie gehören sie kam aus Nohr, dem Land des Feindes. Man würde ihr immer misstrauen, auch wenn alle anderen außer Takumi es besser verbergen konnten, doch sie verabscheuten Azura bestimmt ebenso. Also wäre es wohl am besten wenn sie fortgehen würde, beschloss sie.
Ihre Tränen herunter schluckend, ging sie ohne ein weiteres Wort rasch an Takumi vorbei. Sollte er doch denken was er wollte, sie würde ihn nie überzeugen können, dass sie seiner Familie nichts böses wollte, eher im Gegenteil. Sie wurde freundlich aufgenommen, doch wie sie nun merkte, war es eben nur gespielt gewesen.
Als sie aus dem Palast ging und niemand mehr in der Nähe war, begann sie zu rennen. Sie wusste nicht wohin, nur dass sie fort musste, weit fort. Ihr Leben lang wurde sie bereits von Menschen verletzt, vielleicht war es am Besten sich einfach fernab von jeglicher Zivilisation niederzulassen und ein einsames aber ruhiges Leben zu führen. Sie rannte und rannte bis sie kaum mehr atmen konnte und ihre Füße schmerzten. Erschöpft wie sie war, ließ sie sich kurz darauf an einem See nieder. Da die Temperaturen noch angenehm waren, zog sie ihre Schuhe aus und ließ ihre wunden Füße in das kühlende Wasser gleiten. Sie war so überstürzt aufgebrochen, sie musste erst einmal ihre Gedanken sammeln um rational überlegen zu können, was sie als nächstes tun und wohin sie gehen könnte. Sie schaute auf das klare, ruhige Wasser, was sie beruhigte. Eine Weile saß sie da und dachte nach, doch als ihr immer noch nichts einfiel begann sie, um die Einsamkeit zu vertreiben, ein melancholisches Lied anzustimmen.

“Takumi, hast du Azura gesehen?”, fragte Hinoka.
“Nein, wieso sollte ich die gesehen haben?”, antwortete er.
Misstrauisch wurde er von seiner Schwester beäugt. Wenn jemand ihn durchschauen konnte dann sie.
“Bist du dir sicher?”
Ihr Blick übte den nötigen Druck auf ihn aus, damit er die Wahrheit sagte.
“Ja ich habe sie gesehen. Ich habe sie dabei erwischt, wie sie Ryoma und dich belauscht hatte. Dann ist sie davon gelaufen. Das ist doch eindeutig der Beweis, dass sie eine Spionin ist, ich habe es euch doch schon immer gesagt!”
“Takumi, ich weiß das du sie noch nie leiden konntest, aber bitte reiß dich zusammen”, mischte sich Ryoma ein.
“Sie ist wie eine Schwester für uns geworden, warum sollte sie dann weglaufen?”, überlegte Hinoka laut und ein besorgter Ausdruck legte sich auf ihr Gesicht.
“Wir müssen sie finden, ich hab da ein ganz mieses Gefühl. Kommst du mit Ryoma?”
“Ja gut. Vermutlich hat unser Bruder mal wieder die Grenze überschritten und deshalb ist sie davon gerannt”, er blickte Takumi etwas ärgerlich an. Dieser sah nicht sehr begeistert aus.
“Deshalb kommst du auch mit, du musst dich bei ihr entschuldigen”, schloss Ryoma ab.
Takumi wollte etwas erwidern, aber Ryomas Blick schüchterte ihn leicht ein. Er folgte ihnen, aber fühlte sich beleidigt, dass sie diese Fremde in Schutz vor ihm nahmen und ihm nicht glaubten, dass sie eine Spionin des Feindes war.

Sie überlegten, dass sie sich aufteilen mussten, denn Azura konnte sonst wohin gelaufen sein. Deshalb suchten sie weitere Unterstützung von Kaze, Saizo und Kagero. Um Takumi im Blick zu behalten, ging Ryoma mit ihm. Hinoka und Kaze bildeten ein anderes Team, sowie Saizo und Kagero. Falls Azura etwas zugestoßen war holte jeder von ihnen vorsorglich seine bevorzugte Waffe, um auf jede Widrigkeit vorbereitet zu sein. Hinoka war mit ihrer Naginata ausgerüstet, Takumi wählte einen Yumi, Ryoma sein Katana, Kaze, sowie Saizo und Kagero rüsteten sich noch mit einigen zusätzlichen Shuriken aus. Damit waren sie gerüstet, für alles was kommen möge, um Azura zu finden. Keiner wusste wie weit sie gekommen und was ihr passiert sein konnte, da schon einige Stunden nach ihrem Verschwinden vergangen waren.
Hinoka und Kaze begannen ihre Suche in der Nähe des Palastes um dann, wenn sie Azura nicht fanden, in der Stadt weiter zu suchen. Schließlich könnte es ja auch sein, dass sie doch nicht so weit gegangen war. Ryoma und Takumi hielten sich eher nördlich in Richtung eines großen Waldes. Saizo und Kagero machten sich südlich östlich der Stadt auf den Weg. Vielleicht hatte Azura auch vor, sich bis nach Nohr durchzuschlagen.
Hinoka und Kaze liefen einige Zeit durch den Palast und die Stadt, konnten Azura aber nicht finden. Die beiden hatten jeden Ort durchsucht wo sie hätte sein können, doch sie war unauffindbar. Hinoka ließ sich davon nicht unterkriegen, denn vielleicht hatten die anderen mehr Glück. Trotzdem war sie enttäuscht. Zu gern hätte sie Azura selbst gefunden um ihr selbst zu sagen zu können, wie wichtig sie ihnen geworden war.

Saizo und Kagero hatten auch kein Glück. Sie liefen weit, sogar weiter als Azura vermutlich gekommen sein konnte, aber als Ninjas waren sie recht schnell zu Fuß unterwegs. Und zur Sicherheit war es besser ein weiteres Gebiet abzusuchen. Als sie eine Pause machten um zu rasten, setzten sie sich auf einen Baumstamm unter einem alten Kirschbaum. Kagero pflückte einige Kirschen und gab Saizo auch welche davon ab. Als sie sich neben ihm niederließ, wendete sich zu ihm und blickte ihn freundlich an. Sie liebte diesen vielleicht etwas schroffen Mann mit seinen Eigenarten und auch mit der großen Narbe die sein Gesicht zeichnete. Die beiden waren noch nicht lange ein Paar. Sie strich ihm über die Stelle an der sein Auge gewesen war und genoss den kurzen Augenblick der Ruhe und Zweisamkeit bevor sie wieder aufbrechen würden. Auf Saizos ernstem Gesicht zeichnete sich so etwas wie ein Lächeln ab. Doch war er trotzdem etwas besorgt. Zwar hatte er von Azura auch nicht die höchste Meinung, da sie aus Nohr kam, doch er wollte die Mitglieder der Königsfamilie nicht enttäuschen, denen er diente und denen viel an dem Mädchen zu liegen schien. Er beschloss nicht lange zu bleiben und auf dem Rückweg eine etwas andere Route zu wählen, vielleicht würden sie Azura dann finden.

Takumi schoss gerade einen Pfeil auf einem Angreifer, Ryoma streckte einen weiteren mit seinem Katana nieder. Sie hatten eine Weile im Wald nach Azura gesucht, als sie plötzlich von herumstreifenden Räubern angegriffen wurden. Diese waren dafür bekannt, dass sie sich an immer wechselnden Orten, in dem großen Wald aufhielten, weshalb es schwer zu sagen war wo man auf sie treffen konnte. Zum Glück waren sie keine starken Gegner und rasch wurden sie von den beiden Brüdern besiegt..
“Habt Ihr ein Mädchen mit langen, blauen Haaren gesehen?”, fragte Ryoma einen von ihnen mit einer einschüchternden Stimme.
“Nein, mein Herr”, antwortete der Räuber und zuckte zusammen, in Furcht vor noch mehr Schwerthieben.
Ryoma sah, dass der Räuber die Wahrheit sagte. Sie hatten jetzt schon solange nach Azura gesucht. Wo konnte sie nur sein? Ob die anderen mehr Erfolg gehabt hatten? Doch sie waren hier noch nicht fertig. Es gab noch Plätze wo sie nicht gesucht hatten. Zwar waren schon einige Stunden vergangen, aber sie konnten nicht aufgeben solange es noch hell war.
Takumi hingegen, schien von Minute zu Minute, doch langsam das schlechte Gewissen zu plagen. Aber nur weil alle ihn dafür schuldig machen würde, wenn Azura etwas passiert wäre. Dabei war er sich immer noch absolut sicher, dass er Recht hatte. Irgendwann würde er die anderen überzeugen können, dass Azura eine Spionin der Nohren war. Doch bis dahin musste er seinem Bruder weiterhelfen.
Da die Räuber ihnen wohl auch nicht weiterhelfen konnten, brachen die beiden wieder auf um ihre Suche fortzuführen.
Gerade als sie einige Schritte gegangen waren, wurde Ryoma von jemanden von hinten angesprochen. Der Räuber hatte eine ziemliche Verletzung am Bein abbekommen und humpelte stark.
“Ich hab zwar kein Mädchen gesehen, was zu Eurer Beschreibung passt, aber als ich hier in der Nähe am Weg lauerte, hörte ich eine weibliche, singende Stimme. Mir war das etwas unheimlich, weshalb ich nicht nachgesehen hatte. Außerdem klang dieser Gesang so lieblich und traurig, dass ich ihn nicht durch mein Stören unterbrechen wollte. Müsste nicht weit von hier gewesen sein. Vermutlich vom See aus, den Ihr in dieser Richtung findet.”
Sein Gesicht war schmerzverzerrt, das schnelle Humpeln hatte ihm viel Kraft gekostet. Er zeigte zwischen zwei großen Bäumen hindurch.
Ryomas Gesicht hellte sich auf. Er kannte nur eine Person mit einer so denkwürdigen Singstimme.
“Das muss Azura sein”, sagte er und bedankte sich bei dem Räuber, dieser sich daraufhin erleichtert ins Gras fallen ließ.
Ryoma und Takumi folgten der Richtung die ihnen gezeigt wurde und nach einer kurzen Zeit fanden sie einen See vor sich. Das rötliche Licht der langsam untergehenden Sonne spiegelte sich wunderschön in der Wasseroberfläche. Hohes Schilf umsäumte eine Hälfte des Sees, an der anderen wuchs saftiges Gras einer Waldlichtung. Auf diesem Gras lag Azura und schlief. Sie sah sehr erschöpft aus. Ihre Schuhe lagen neben ihr im Gras, ihr Gesicht war unter ihren blauen Haaren verborgen, doch es war eindeutig sie.
Ryoma trat an sie heran, Takumi folgte zögerlich. Sanft weckte Ryoma Azura.
Verschlafen und etwas verwirrt öffnete sie ihre Augen. Sie sah Takumi und rückte ein Stück ab. Doch sein älterer Bruder legte ihr beruhigend seine Hand auf die Schulter.
“Azura, wir sind froh dich endlich gefunden zu haben. Wir haben uns Sorgen gemacht und den ganzen Tag nach dir gesucht.”
“W-was? Wieso? Ihr haltet mich doch für eine Spionin, wollt ihr mich einsperren lassen?”, fragte sie immer noch schläfrig.
“Nein nicht doch. Takumi hat dir bestimmt wieder irgendeinen Unsinn erzählt aber das stimmt nicht. Vermutlich hast du nur Hinoka gehört wie sie von unserem Geschwisterkind sprach. Natürlich vermissen wir es, aber du bist uns so ans Herz gewachsen. Du bist zwar nicht unsere leibliche Schwester, aber wir haben dich ebenfalls so ins Herz geschlossen als wärst du unsere richtige Schwester. Vielleicht ausgenommen von Takumi hier, aber er ist halt ein wenig paranoid. Nimms ihm nicht übel. Komm mit, Hinoka wird dir das ebenfalls bestätigen. Du gehörst doch jetzt zu unserer Familie.”
Azura konnte kaum glauben was sie gerade hörte. Takumi schien wohl etwas mit den Zähnen zu knirschen, aber er überwand sich und konnte sich eine kurze Entschuldigung abringen.
Azura stand auf und zog sich ihre Schuhe wieder an.
“Danke, Ryoma”, sagte sie und er lächelte.

Nach einiger Zeit, es war bereits dunkel geworden, erreichten sie die Stadt. Sie fanden Hinoka und Kaze, die an dem Ort standen, an denen die drei Suchtrupps wieder aufeinandertreffen sollten. Als Hinoka Azura sah breitete sich ein strahlendes, erleichtertes Lächeln auf ihrem Gesicht aus. Etwas peinlich berührt ließ Azura eine stürmische Umarmung über sich ergehen. Eigentlich war Hinoka selbst nicht so der Typ für überschwängliche Umarmungen, doch sie war so unglaublich froh, dass Azura nichts passiert und sie endlich wieder zurück war.
“Bitte lauf nie wieder weg und glaube dem da am besten gar nicht mehr”, sagte sie mit einem bösen Blick auf Takumi. Dieser verdrehte die Augen, den ganzen Tag schon musste er als Sündenbock herhalten, langsam aber sicher ging ihm das auf die Nerven.
Wenig später trafen auch Saizo und Kagero ein, diese schienen auch froh zu sein, dass die Suche erfolgreich ausgegangen war.
Azura war immer noch etwas verwirrt durch die ganze Zuneigung die ihr zuteil wurde. Niemals hätte sie gedacht, dass sie ihnen so wichtig war. Das konnte nicht gespielt sein, sie war wirklich wichtig für sie.
Hinoka bestätigte auch noch einmal, was ihr Bruder Ryoma bereits zu Azura gesagt hatte. Hinoka tat ihr leid, dass Azura es so falsch verstanden hatte. Sie war sich auch sicher, dass ihr verlorenes Geschwisterkind Azura ebenfalls mögen würde. Azura war glücklich, sie wusste dass sie sich von Takumi in Zukunft bestimmt noch mehrmals verschiedene Anschuldigungen anhören durften, aber solange die anderen Geschwister zu ihr halten und sie verteidigen würden, konnte sie sich glücklich schätzen und hier bleiben. Sie musste nicht alleine in einem Wald leben und eines Tages würde sie ihnen helfen das entführte Geschwisterkind ebenfalls wiederzufinden.
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