Snowflakes

von Cobra666
GeschichteRomanze / P12
03.12.2017
13.03.2020
60
100624
22
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Hallo euch, das ist meine erste Biathlon-FF, also falls irgendwas unlogisch oder schlicht falsch ist, lasst es mich bitte wissen! Gegebenenfalls wird der zeitliche Ablauf sowie die Ergebnisse der Weltcups teilweise ein bisschen durcheinander geworfen bzw. abgeändert und die Kaderbesetzung weicht evtl. auch ein bisschen ab.
Wer wer von den Offiziellen im Team Tschechien ist, hab ich leider noch nicht komplett herausfinden können und werde mir den Rest dann ausdenken.

Viel Spaß mit dem ersten Kapitel – Ich würde mich sehr über Reviews freuen und für Tipps und Hilfestellung von Experten bin ich offen! :-)

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„Oh mein Gott, ich bin so aufgeregt!“ Lena rutschte unruhig auf ihrem Sitz herum während der Bus des tschechischen Biathlonteams die restlichen Kilometer vom Flughafen nach Östersund zurücklegte. „Kann es kaum noch erwarten, dass es losgeht!“
Gabriela Soukalova, die neben ihr saß, lächelte nur nachsichtig und steckte sich dann die Ohrstöpsel ihres MP3-Players wieder ein und wählte neue Musik aus.
Sie und die ein Jahr jüngere Lena kannten sich von klein auf und hatten schon oft zusammen trainiert, als letztere noch beim Langlauf gewesen war.
Somit war bereits von vornherein klar, dass die beiden Zimmergenossinnen werden würden, zumal sie sich ganz gut verstanden und Gabi ja schon ein paar Jahre länger dabei war und Lena zumindest die erste Zeit ein wenig ‚an die Hand nehmen‘ konnte.

Vor dem Hotel herrschte bereits reges Treiben, als sie auf den Parkplatz vorfuhren, unter anderem die deutsche und die norwegische Mannschaft war wohl auch gerade eingetroffen und es wimmelte von Athleten, Betreuern, Koffern, Taschen, Skiern und sonstigem Equipment.
„Ist das immer so ein Trubel?“ fragte Lena, als sie ausstiegen und sie um ein Haar die Skier eines Norwegers gegen den Kopf bekommen hätte. Sie hatte sich gerade noch wegducken können. „Das kenn ich vom IBU-Cup so jedenfalls nicht!“
„Das ist auch nicht immer so, keine Sorge!“ antwortete Veronika Vitkova und reichte ihr die erste Gepäcktasche nach draußen. „Stell sie einfach erstmal ab.“
Man grüßte sich mehr oder weniger vorerst nur flüchtig, alle waren dabei, Sachen auszuladen und zu ordnen, von Lena, die noch immer mit Veronika beim Gepäckausladen war, nahm noch gar keiner Notiz.
Neben ihnen hatten die Deutschen geparkt und auch sie waren schwer mit dem Ausladen beschäftigt – deren Gepäck türmte sich regelrecht neben dem ihren auf.
„Hey, pass auf, dass da nichts durcheinander kommt!“ wandte sich ein großer Dunkelhaariger auf Englisch an Veronika, die gerade mit der letzten Tasche aus dem Bus kletterte.
„Keine Sorge, Arnd, war doch bisher noch nie so, oder?“ konterte sie fröhlich, während Lena ein wenig unbehaglich den Berg an dunklen Adidas-Taschen musterte. Es waren alles dieselben und sie jedenfalls konnte nicht mehr ausmachen, wo die ihren aufhörten und die anderen anfingen. Verdammt, da hätte sie wohl besser aufpassen müssen.
Sie fasste Veronika am Arm und zog sie außer Hörweite.
„Du, ich hab keine Ahnung, welche jetzt alle von uns sind“, raunte sie ihr zu, Veronika winkte jedoch nur ab.
„Na die hier bis dahin, siehst du nicht die Lücke dazwischen? Ganz einfach!“


In der Hotellobby war nochmals Gedränge und Hektik und schließlich schafften sie es in ihre Zimmer.
„Oh, Mann!“ Lena wuchtete ihre Tasche aufs Bett und zog den Reißverschluss auf. „Die kam mir unten noch viel leichter vor!“
Kurz darauf erkannte sie auch, warum.
„Hä? Was ist denn das hier?!“ Sie zog völlig verblüfft ein DSV-Mannschafts-Shirt heraus und einige Boxershorts und Muskelshirts. „Verdammt, Gabi, sieh dir das mal an!“
Gabriela, die bereits die Gelegenheit genutzt und ihre Kosmetiksachen im Bad ausgebreitet hatte, kam jetzt hinzu und brach in schallendes Gelächter aus, als sie die Bescherung auf Lenas Bett sah.
„Wie hast du denn das geschafft?“
„Ja, keine Ahnung, anscheinend hab ich in dem ganzen Getümmel doch die falsche Tasche erwischt.“ Lena schüttelte ratlos den Kopf. „Was mach ich denn jetzt? Ich weiß doch gar nicht, wem die gehört!“ Sie zog ein weiteres Reißverschlussfach auf, um irgendetwas zu finden, was auf die Identität des Besitzers schließen ließ. Ihr war nicht ganz wohl dabei, in diesen fremden Sachen herumzuwühlen aber was blieb ihr schon übrig?
„Hey, guck doch einfach auf dem Etikett von irgendeinem T-Shirt nach“, schlug Gabi schließlich amüsiert vor. „Wir kennzeichnen doch alle unser Zeug, dass nichts verwechselt wird, das solltest du doch wissen!“
„Ach ja! Dumm von mir!“ Lena fragte sich, warum sie nicht von selbst darauf gekommen war und griff nach dem erstbesten T-Shirt. „E. L. . Sagt dir das was?“
„Kann nur Erik Lesser sein.“
„Schön.“ Lena legte die Sachen zusammen, packte alles wieder ein und hievte die Tasche vom Bett. „Dann werde ich ihn mal suchen.“


Zeitgleich hatte sich ein Stockwerk höher im Zimmer von Erik Lesser und Simon Schempp nahezu die gleiche Szene abgespielt.
„Mach dich nicht wieder im Bad so breit“, mahnte Erik, während er den Reißverschluss seiner Tasche aufzog.
„Hey, Schönheit braucht Platz!“ scherzte Simon, ehe er im Bad verschwand.
Erik, dem zuerst eine blaue Trainingsjacke mit der Buchstabenkombination CZE auf dem Rücken in die Hände gefallen war, räumte verblüfft und sprachlos die Tasche weiter aus – erst recht, als er einiges an Unterwäsche entdeckte. Zum Großteil normale und Sport-Funktionssachen, es waren jedoch auch ein paar schöne Spitzen-Sets dabei.
„Das glaub ich ja jetzt nicht“, murmelte er und hielt kopfschüttelnd einen schwarzen Spitzen-BH in die Höhe, als Simon zurückkam.
„Aha! Erwischt!“ grinste der. „Jetzt weiß ich endlich, was dein Geheimnis ist! Was tun sich wohl noch für Abgründe auf?“
„Ha,ha!“ machte Erik trocken. „Guter Witz! Ich habe, wie auch immer, die Tasche einer Tschechin erwischt!“
Simon griff sich die Trainingsjacke. „L. H.. Keine Ahnung, wer das sein soll!“
„Ich auch nicht“, antwortete Erik. „Gib her!“
Er packte die Sachen wieder ein, während Simon sich, anerkennend nickend, die Spitzenunterwäsche näher ansah.
„Sehr schick! “
„Weißt du, auf welcher Etage die sind?“ fragte Erik, ohne auf Simons Kommentar einzugehen. „Ich glaube, unter uns, oder?“
„Ja, kann sein.“ Simon grinste erneut. „Ich bin echt gespannt, was das für eine ist!“
„Ich auch“, murmelte Erik, schulterte die Tasche und ging, um sie wo und bei wem auch immer auszutauschen.

Der Hotelflur war menschenleer, alle waren wohl gerade dabei, ihre Zimmer zu beziehen und auszupacken. Um ins Treppenhaus zu kommen, musste man um die Ecke und prompt rannte Lena in jemanden, der von oben gekommen war, hinein und ließ vor Schreck die Tasche fallen.
„Oh, sorry!“ entfuhr es ihr und redete Englisch weiter. „Ich hab dich nicht gesehen!“
„Ich dich auch nicht, also sorry auch von mir“, antwortete dieser Jemand, auch auf Englisch und Lena registrierte erst jetzt, dass er DSV-Klamotten trug und ebenfalls eine schwarze Adidas-Tasche bei sich hatte.
„Du bist Erik Lesser?“
„Genau“, lächelte er und musterte sie. „Und du bist wohl L.H.?“
„Ja. Lena Horakova, hallo!“  
Sie schüttelten einander kurz die Hände.
„Tut mir echt leid, das mit deiner Tasche“, fuhr Lena dann fort. „Ich hab keine Ahnung, wie das passieren konnte!“
„Na ja, bei dem Chaos auf dem Parkplatz und unten in der Halle …“, Erik zuckte die Achseln. „Was solls! Du bist zum ersten Mal hier dabei oder? Ich hab dich noch nie gesehen.“
Und du wärst mir sicher aufgefallen, fügte er in Gedanken hinzu.
Lena nickte. „Zum ersten Mal dabei und gleich eine Tasche vertauscht. Da hatten wir ja Glück, dass wir im selben Hotel wohnen!“
„Das stimmt!“
Die beiden sahen einander einen Moment lang an und wussten nicht mehr so recht, was sie sagen sollten. Er sieht gut aus, schoss es Lena durch den Kopf. So rein objektiv!
„Tja, also … Ich sollte mal zurückgehen und fertig auspacken“, sagte sie schließlich.
„Ich auch, wir haben gleich eine Mannschaftsbesprechung“, fiel es Erik ein und sie tauschten die Taschen aus.
„Wir sehen uns!“
„Ja. Ach, übrigens“, fügte er noch hinzu und schmunzelte. „Schöne Unterwäsche!“
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