Ein Moment der das Leben auf den Kopf stellt

GeschichteRomanze, Familie / P16
Abigail "Abby" Sciuto Anthony "Tony" DiNozzo Jennifer Shepard Leroy "Jethro" Gibbs Timothy "Tim" McGee Ziva David
03.12.2017
11.09.2019
6
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Ziva schloss die Wohnungstür hinter sich und verschloss sie. Sie seufzte und schloss kurz die Augen. „Jetzt mach ich mir schon Gedanken über Tony, so ein Unsinn, Tony und ich? Eine Beziehung? Nie im Leben“, sagte sie  und ging in die Küche wo sie sich einen Tee kochte.  Sie nahm sich die Kanne und einen Tasse mit ins Wohnzimmer und machte es sich mit einem Buch auf dem Sofa gemütlich, doch auf das Buch konzentrieren konnte sie sich nicht, sie dachte an die kleine Charlotte, sie war am Vortag zuletzt bei ihr gewesen, sie wollte sie doch täglich besuchen und der Besuch von der Jugendfürsorge ging ihr ebenfalls nicht aus dem Kopf. Sie würde dem Mädchen wirklich gern helfen, aber wenn sie erfahren würde, das Ziva, die Frau die sich um sie gekümmert hatte, als sie im Krankenhaus lag am Tod ihrer Familie nicht unschuldig war, würde ihr das den Boden unter den Füßen wegziehen, sie hoffte, das Tony etwas über die Familie herausfinden würde, damit jemand gefunden wird, der Charlotte vielleicht sogar bei sich aufnehmen könnte. Nach einer Weile gab Ziva auf lesen zu wollen und legte das Buch weg, sie schaltete stattdessen  den Fernsehr an, doch auch das war nicht das, was sie ablenken konnte.
Sie sah um kurz vor Vier auf die Uhr und beschloss noch zum Krankenhaus zu fahren, immerhin stand dort auch noch ihr Auto. Sie rief sich ein Taxi und machte sich fertig. Als sie gerade das Haus verließ und ins Taxi steigen wollte fuhr ein schwarzer SUV mit getönten Scheiben an ihr vorbei. Sie sah dem Wagen einen Moment nach und stieg dann ins Taxi. Sie wurde das Gefühl nicht los, das man sie beobachten ließ.  Diesen Gedanken schüttelte sie ab und fuhr dann zum Krankenhaus, wo sie dann gleich zu Charlottes Zimmer ging.

Dort angekommen, kam gerade Doktor Lane aus dem Zimmer. „Hallo Miss David, schön das Sie da sind. Ich wollte gerade bei der Jugendfürsorge anrufen, Charlotte ist vor Zwei Stunden aufgewacht“, sagte er lächelnd. „Wirklich?! Wie geht es ihr? Also nicht gut wahrscheinlich, aber so rein Körperlich, ist sie stabil?“ „Ja sie ist stabil, aber noch sehr schwach. Es wird wohl auch noch eine Weile dauern, bis sie ganz zu sich kommt“, sagte er. „Okay... dann geh ich zu ihr. Danke, Doktor, rufen Sie bei der Jugendfürsorge an?“ „Mach ich, bis später“, sagte der Arzt und ging, während Ziva nun in Charlottes Zimmer ging.
Das Mädchen lag wie die Tage zuvor in dem Bett, mit dem Unterschied, das sie ihre Augen öffnete als Ziva ins Zimmer kam. „Hallo Charlotte“, sagte Ziva lächelnd und setzte sich auf einen Stuhl neben ihr Bett.  „Hallo...“, sagte das Mädchen müde. „Schön das du wieder wach bist“, sagte Ziva und streichelte sanft über ihren Kopf. „Hmm... wer... bist du?“, fragte sie. „Ich bin Ziva, ich habe dich auch die letzten Tage schon besucht, aber da hast du viel geschlafen“, sagte Ziva. „Wo sind Mum und Dad?“  Ziva schluckte schwer und ein kalter Schauer lief über ihren Rücken. „Charlotte, weißt du noch, was passiert ist?An was kannst du dich erinnern?“, fragte Ziva sie und drückte sanft ihre Hand, während sie mit der anderen Hand über ihre Wange streichelte. „Da war... ein lauter knall... ich... ich hab geweint...“, erzählte sie und gähnte, „Und da waren viele... die geweint haben...Ich konnte mich nicht... bewegen.“  Ziva nickte. „Ja, es gab ein großes Fest, wo sehr sehr Böse Menschen... viel Ärger gemacht haben, es hat eine Explosion gegeben, da haben sich sehr viele Menschen ziemlich doll wehgetan“, erklärte Ziva ihr. Sie wusste nicht genau was sie sagen sollte um ihr das alles möglichst Kindgerecht zu erklären. Sie konnte ja schlecht sagen... Hey es gab einen Terroranschlag, dabei sind unter anderem deine Eltern ermordet wurde, ach ja und ich hab an der Bombe mitgebaut... Sie hatte einfach keine Erfahrung, mit Kindern zu sprechen, nach solchen Vorfällen. „Mummy und Daddy auch?“, fragte Charlotte.  Ziva nickte. „Hmm... hör mal... deine Mummy und dein Daddy... sie sind so schwer verletzt worden, das sie... gestorben sind, es tut mir... so unendlich leid, Charlotte...“, sagte Ziva mit Tränen in den Augen. „Mummy und Daddy … sind tot?“, fragte sie unsicher, Dem kleinen Mädchen liefen unaufhörlich Tränen über ihre Wangen.
Ziva nickte. „Es tut mir leid...“, hauchte sie und streichelte ihr unaufhörlich über ihren Kopf. Nach einer Weile hatte sie sich in den Schlaf geweint.

Ziva saß noch eine lange Zeit bei ihr, es war schon abend als es an der Tür klopfte. „Ja?“, fragte Ziva leise. Die Tür ging auf und Misses Sanders von der Jugendfürsorge kam ins Zimmer. „Guten Abend, Misses Sanders“, flüsterte Ziva und stand leise auf, „Kommen Sie, wir reden draußen“, sagte sie und ging mit ihr vor die Tür.  „Miss David, ich wurde informiert, das Charlotte aufgewacht ist. Wie geht es ihr?“, fragte sie. „Naja... sie ist erschöpft und... ich habe ihr gesagt, das ihre Eltern tot sind... sie hat nach ihnen gefragt.... ich hätte sie nicht belügen können, ich weiß das ist nicht meine Aufgabe, aber... wie gesagt, ich hätte sie nicht belügen können“, erklärte Ziva. „Kann ich verstehen, das macht es nicht leichter, mir allerdings schon, so etwas ist immer schwer“, sagte die Dame von der Jugendfürsorge. „Hmm... das ist es, wenn Sie jetzt hier sind würde ich mich auf den Heimweg machen... ich habe morgen Früh einen Termin, aber danach komme ich auf jeden Fall her“, sagte Ziva.  „Ist gut. Weiß sie, was passiert ist?“  „Ja, so ungefähr, aber  sie weiß nicht das ich dabei war und das soll auch so bleiben, zumindest bis es ihr besser geht“  Misses Sanders nickte. „Natürlich, schönen Abend Ihnen noch“ „Danke, Ihnen auch“, sagte Ziva, „Sagen Sie ihr, das ich morgen wieder komme“, fügte sie noch hinzu und ging dann zum Aufzug. Sie machte sich auf den Weg zum Parkplatz und fuhr dann mit ihrem Auto nach Hause.
Unterwegs klingelte ihr Handy.  „Ja, David?!“, meldete sie sich. „Hey Ziva, wo bist du?“, fragte Tony sie. „Auf dem Weg nach Hause, ich war im Krankenhaus, Charlotte ist aufgewacht.“  „Ja? Das ist ja klasse! Ich bin bei dir Zuhause,  wir sprechen gleich, ja?“  „Warum bist du bei mir?“, fragte Ziva.  „Na eigentlich wollte ich dich zum Krankenhaus fahren damit du dein Auto holen kannst, aber das hat sich ja erledigt, bis gleich.“  „Okay, bis gleich“, meinte Ziva und legte auf, es dauerte nur noch wenige Minuten bis sie zuhause war.
Sie parkte den Mini und ging dann zu ihrer Wohnung, vor der Wohnungstür stand Tony und wartete.

Ziva schmunzelte. „Sag mal warum wartest du nicht drinnen? Du hast einen Schlüssel.“  „Meine Liebe Ziva, der Schlüssel den du mir gegeben hast ist für Notfälle, das ist ja kein Notfall, da wollte ich nicht einfach in deine Wohnung, zumal du auch nicht zuhause warst, warum sollte ich dann rein gehen?“  „Na ganz einfach, weil du einen Schlüssel hast“, sagte sie und schloss ihr Wohnungstür nun auf. Sie trat ein und Tony folgte ihr. Tony wollte noch etwas sagen, sparte sich dies aber, da er wusste, das es ohnehin keinen Sinn hatte mit Ziva zu diskutieren. Stattdessen beschloss er sich nach Charlotte zu erkundigen. „Nun erzähl mal, wie geht es der kleinen?“ „Sie ist noch sehr schwach und sie weiß das ihre Eltern tot sind... ich hab es ihr gesagt, als sie nach ihnen gefragt hat... Tony, es ist ja schon schwer Angehörigen von Mordopfern zu sagen das ein geliebter Mensch tot ist, aber einem kleinen Mädchen zu sagen das ihre Eltern tot sind... das war schrecklich“, erzählte Ziva. „Ja, das ist immer besonders schwer... weiß sie auch... von der Bombe?“ „Du meinst ob sie weiß, das ich schuld daran habe?“, fragte Ziva ihn.  „Ziva, du hast keine Schuld an dem was passiert ist, hör doch bitte endlich auf das zu denken...“  „Ach Tony“, seufzte Ziva. „Hey, du konntest doch nichts tun, mach dir keine Vorwürfe“, sagte Tony. Ziva sah ihn einen Moment nur an und ging dann an ihm vorbei ins Wohnzimmer. Tony folgte ihr. „Soll ich uns was kochen?“, bot er an.
Seine Kollegin sah ihn lächelnd an. „Sag mal DiNozzo hast du kein Zuhause? Was machst du eigentlich hier? Also ich meinte was machst du immer noch hier? Du wolltest mich zum Krankenhaus fahren, das musst du ja nun nicht mehr, also, warum bist du hier?“ Soll ich gehen?“

Ziva seufzte. Am liebsten hätte sie gesagt, das  er bleiben soll, aber sie dachte an Jeanne und an das was sie gesagt hatte. Zwar hatte Ziva keine Angst vor Jeanne, warum auch, immerhin war nichts zwischen Tony und ihr, außerdem die Tatsache, das Ziva wohl eher ihr etwas antun konnte.  „Vielleicht ist es besser, wenn du gehst, Jeanne wartet doch bestimmt auf dich.“   „Sie hat Nachtschicht, wir können uns noch einen Film ansehen wenn du magst und ich koche uns was, na komm Ziva Ablenkung wird dir gut tun, du hast doch morgen Früh den Termin bei dem Psychologen.“  „Ja hab ich und ich bin dir sehr dankbar, das du mich begleiten willst, aber  jetzt solltest du nicht hier sein sondern bei deiner Freundin.“  Tony seufzte. Er legte eine Hand auf ihre Schulter und drückte sie sanft. „Ganz wie du meinst, aber wenn etwas ist, melde dich, ja?“, meinte er lächelnd. „Danke, wir sehen uns morgen, ja?“  „Ja, bis morgen“, sagte Tony und machte sich dann auf den Heimweg.

Als er dort ankam und seine Wohnungstür öffnete roch es nach frisch gekochtem Essen. „Hallo Schatz“, sagte er lächelnd. „Hey, ich habe Auflauf gemacht, kommst du direkt von der Arbeit?“, fragte Jeanne ihn neugierig. „Nein, ich war noch kurz bei Ziva, ich...“, fing er an, wurde dann aber gleich von Jeanne unterbrochen. „Bei Ziva, war ja klar. Tony ich habe im Moment Nachtschicht, wenn du von der Arbeit kommst  haben wir noch Zeit in der wir zusammen sein können und wo bist du? Bei deiner Kollegin“, sagte sie wütend. Tony zog die Augenbraue hoch. „Jeanne, was soll denn das jetzt? Wenn du mich nicht unterbrochen hättest, dann hätte ich dir auch noch gesagt warum ich bei ihr war, Ziva hatte ihr Auto noch am Krankenhaus und ich wollte sie dort hin bringen“, erklärte Tony ruhig. Er wusste nicht was Jeannes Problem war, sie war doch sonst nie Eifersüchtig, klang jetzt aber sehr danach. „Tony! Wofür gibt es Taxis?! „Du solltest bei mir sein wollen, nicht bei ihr!“, sagte sie aufgebracht.  „Jeanne, was ist denn jetzt los? Unterstellst du mir jetzt eine Affäre?“ „Und hast du eine Affäre mit ihr?!“  Tony schüttelte den Kopf. „Jeanne, das ist dich Unsinn und das weißt du auch“, seufzte  er und ging nun in die Küche, er hatte Hunger und wollte nicht weiter diskutieren. Eine Affäre mit Ziva, wie kam Jeanne denn bloß darauf, dachte er.

Jeanne folgte ihm. „Was wird denn das jetzt? Wir reden doch gerade“, sagte Jeanne.  „Nein, du unterstellst mir eine Affäre, ich würde jetzt gern essen und dann duschen gehen. Achja, bevor du es irgendwie durch wen anderes erfährst, morgen Früh hat Ziva einen Termin bei einem Psychologen, zur Feststellung ob sie bereit ist wieder zu arbeiten, ich werde sie begleiten“, berichtete Tony, während er sich einen Teller Auflauf nahm.  „Tony...“  
Er stellte den Teller ab und sah Jeanne an. „Weißt du, das mit Ziva... es geht ihr nicht gut, ich bin ein Freund und unterstütze sie. Sie hat es im Moment nicht leicht und dann kommst du noch und unterstellst mir eine Affäre. Selbst wenn... und ich sage wenn ich was mit ihr haben wollen würde, sie ist doch im Moment überhaupt nicht interessiert an irgendwelchen Affären oder sonst etwas,  sie hat andere Dinge im Kopf“, erklärte Tony ihr. Er wollte sich nicht mit Jeanne streiten, aber sich eine Affäre unterstellen lassen wollte er auch nicht.  Jeanne seufzte. „Schon gut...ich bin müde, ich hab im Moment einfach zu viel gearbeitet, ich brauche dringend Urlaub.“  Tony nickte und umarmte sie.  „Jeanne, ich verstehe dich ja.“  „Hmm... Ich denke morgen sollte ich mich bei deiner Kollegin entschuldigen“, seufzte Jeanne. „Was meinst du?“, fragte Tony während er auch Jeanne einen Teller Auflauf auf den Tisch stellte. „Tony... ich war bei ihr... heute Nachmittag. Ich... ich hatte einfach das Gefühl das mal aussprechen zu müssen... ich hab ihr gedroht, ihr gesagt, das sie es bereuen würde, wenn sie sich zwischen uns stellt...“  Tony sah sie erschrocken an. „Bitte was? Du hast Ziva gedroht? Geht es dir gut?“, sagte er und konnte es sich nicht verkneifen ein bisschen zu grinsen.
„Wie meinst du das denn?“, fragte Jeanne ihn verwirrt. Tony seufzte. „Ziva David zu drohen ist niemals eine gute Idee, sie kann dich ohne weiteres Umbringen, wenn sie das wollen würde und müsste sich dabei nicht mal groß anstrengen. Was hat sie gesagt?“ „Nichts, ich bin dann gleich gegangen“, sagte Jeanne und sah ihn entschuldigend an. Tony sah seine Freundin lächelnd an. „Ach Jeanne...“  „Es tut mir leid... aber ich war einfach wütend und dann bin ich zu ihr gefahren. Hat sie es dir nicht gesagt, als du bei ihr warst?“, fragte Jeanne. Tony schüttelte den Kopf. „Nein hat sie nicht“, antwortete er ihr. „Okay... lass uns das Thema wechseln. Essen wir zu ende und dann machen wir es uns noch ein bisschen gemütlich, bevor ich zum Nachtdienst muss“, schlug Jeanne vor.  Tony nickte zustimmend und aß weiter, anschließend räumten sie gemeinsam die Küche auf und setzten sich aufs Sofa. Sie unterhielten sich noch eine Weile und um halb acht musste Jeanne zur Arbeit.  Tony ging, nachdem seine Freundin gegangen war, duschen und legte sich anschließend ins Bett, am nächsten morgen wollte er schon früh zu Ziva fahren und mit ihr Frühstücken, bevor sie zu ihrem Termin beim Psychologen muss, er wollte sie so gut es ging ablenken, er war sich sicher, das sie sich sonst vorher völlig verrückt machen würde.  
Es dauerte einige Zeit, bis Tony einschlief. Er dachte noch lange darüber nach was Jeanne gesagt hatte, sie hatte ihm tatsächlich eine Affäre mit Ziva zugetraut. So ein Unsinn, sagte er sich selbst, aber war das wirklich Unsinn? Hatte er wirklich nur Freundschaftliche Gefühle für seine Kollegin?
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