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Entgegen aller Grundsätze

von tasto777
Kurzbeschreibung
OneshotAllgemein / P12 / Het
03.12.2017
03.12.2017
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1.405
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03.12.2017 1.405
 
mein Ersatzbeitrag zum Offfen für Neues?- Wichteln für die liebe Blechfeder



Entgegen aller Grundsätze

„Major Kira, der Captain schickt mich auf eine medizinische Außenmission nach Bajor und bittet um Ihre Unterstützung. Ich weiß nicht, inwieweit er Ihnen schon davon berichtet hat.“
„Ich bin schon informiert, Doktor. Wir werden in einer halben Stunde starten. Außer Ihnen reicht das nicht?“

Julian schüttelt nur den Kopf und verschwindet dann auf die Krankenstation, um seine Ausrüstung zu holen. Dann begibt er sich auch schon zur Shuttlerampe. Dort wartet auch schon die Bajoranerin und sie machen sich auf den Weg. Während des Flugs reden sie nicht viel. Sie gehen nur noch einmal ihre Informationen durch. Er soll in einem neu errichteten Krankenhaus helfen und die Ärzte weiterbilden, während Kira ihm in Fragen bajoranischer Kultur und Ähnlichem zur Seite stehen soll. Sie sind beide nicht besonders froh über diese Zusammenstellung, doch sie wissen auch, dass sie helfen müssen.

Schließlich auf Bajor angekommen, übernimmt Kira die Führung und leitet sie durch das ihr vertraute Terrain. Dabei macht er schon einige Untersuchungen mit verschiedenen Pflanzen, der Umgebung. Bestimmt gibt es hier Dinge, die zu Medikamenten verarbeitet werden können.

Irgendwann erreichen sie ein Gebäude. „Hier müsste es sein.“ Das ist alles, was Major Kira sagt und doch ist es genug, um ihre Zweifel auszudrücken. Das Haus ist weder neu, noch sieht es wie ein Krankenhaus aus. Vorsichtig, mit gezückten Tricorder und Phaser, gehen sie über die Pforte und durchqueren die Flure. „Hier sind um die zwanzig weitere Lebensformen. Alle Bajoranisch. Doch davon ist niemand krank oder verletzt. Es kann aber auch sein, dass ich das einfach noch nicht erfassen kann.“

„Seien Sie ruhig, Doktor.“

Die Angespanntheit, die durch ihre Worte klingt, überträgt sich nun auch auf Julian und er schluckt jegliche weiteren Fragen herunter. Die Gänge sind dunkel und dreckig. Dielen lösen sich und Flechten bedecken die Wände. Das hier kann kein Krankenhaus sein.

„Kira an Deep Space Nine.“ Einige Sekunden verstreichen. „Deep Space Nine, bitte kommen.“
Noch immer keine Antwort. „Die Com-Verbindung ist abgebrochen. Wir sind auf uns allein gestellt.“ „Vielen Dank für diese Großartige Erkenntnis. Aber Sie haben recht. Wir müssen Sisko kontaktieren und herausfinden, was hier lo-“ Weiter kommt sie nicht, dann legt sich eine Hand auf ihren Mund und auch für Julian wird alles schwarz.

„Guten Morgen, Doktor Bashir.“ Er ist an einen Stuhl gefesselt. Hinter ihm ertönt eine schmierige Stimme, der sogleich das entstellte Gesicht eines jungen Bajoraners folgt.
„Sie kennen mich bestimmt nicht, doch das müssen Sie auch nicht. Alles, was Sie wissen müssen, werden Sie zu gegebener Zeit erfahren. Für den Moment reicht die Tatsache, dass Sie im Hauptquartier der Neuen Invasion sind. Wir werden unsere Vorfahren rächen und gegen Cardassia kämpfen. Und Sie werden uns dabei helfen.“

Sprachlosigkeit legt sich über Julian. Gleich gefolgt von Entsetzen und Schock. „Nein.“ Mehr kann er nicht antworten, bevor er eine Tür ins Schloss fallen hört und Stille einkehrt. „Was soll das?“ Sein Ruf verklingt dumpf an den bröckeligen Wänden und so scheint eine Antwort eher aussichtslos. So schaltet sich der Selbsterhaltungstrieb des Arztes ein. Also Julian, du bist an einen Stuhl gefesselt. Deine Füße reichen bis auf den Boden. Er rutscht ein wenig umher, kann das gewünschte Objekt aber nicht spüren. Dein Tricorder und Phaser wurden dir abgenommen. Dann gleitet sein Blick durch den Raum, während er versucht im Dämmerlicht das die kleinen Lampen erzeugen, etwas Hilfreiches zu erkennen. Kurz unter der Decke ist ein Fenster. Draußen ist es schon dunkel geworden, er ist also schon mindestens sechs Stunden hier. Eher mehr. Die Wand zum Fenster ist bröckelig, keine guten Vorrausetzungen, sie zu erklimmen. In einer Ecke liegt eine Art Matratze und eine dünne Decke neben einer Schüssel Getreidebrei. Sonst scheint der Raum leer zu sein.

Er versucht die Seile zu lockern, doch die Knoten sind zu fest. Sie schneiden nur immer weiter in seine Handgelenke, weshalb er schnell aufgibt. Er wird wiederkommen, da ist er sich sicher. Und bis dahin muss er wohl warten. Die Frage ist nur, wo ist Major Kira? Sie wird doch nicht in diese Sache verwickelt sein?
Mit der Zeit werden seine Lider schwer und die Grenze zwischen Traum und Realität verschwimmt. Ist das dunkle Haus real? Nur ein Traum, den er sich einbildet? Er kann es gar nicht mehr sagen.

Nach scheinbaren Stunden des Wartens öffnet sich langsam eine Tür.
„Doktor Bashi-!“ Die Stimme des Majors schallt durch den Raum, um kurz darauf erstickten Lauten zu weichen. „Halten Sie den Mund!“ Dann wird sie in sein Blickfeld gezerrt. Ihr Gesicht ist zerschunden und auch ihre Kleidung sieht mitgenommen aus. Ihr scheint es deutlich schlechter ergangen zu sein als ihm. Kurz darauf taucht auch der schmierige Bajoraner auf.

„Ich hoffe, Sie erkennen sie noch.“ Abschätzig sieht er auf den Major herab und dann wieder Julian in die Augen. „Eigentlich ist es ganz einfach. Sie machen, was wir verlangen und dafür lassen wir sie im Stück. Ist das nicht ein faires Angebot?“ Von sich selbst vollkommen überzeugt, lacht der Mann auf und schickt dann seine Männer mitsamt ihrer Geisel wieder fort. Jetzt sind sie wieder allein.
„Hören Sie zu, Doktor. Wir sind der neue Bajoranische Widerstand. Wir werden Cardassia unterwerfen und sie alle spüren lassen, was sie unserem Volk angetan haben. Dazu benötigen wir Ihre Fähigkeiten. Sie müssen unsere Physiologie so verändern, dass wir uns unerkannt unter echte Cardassianer mischen können. Über den Rest müssen Sie sich keine Gedanken machen.“

Julian nimmt diese Informationen schweigend zur Kenntnis, während er in Gedanken versucht einen Ausweg zu finden. Er kann nicht gegen diese Terrorgruppe ankämpfen. Er kann keine Hilfe rufen. Also muss er einen schlaueren Weg finden, um all diese Dinge doch zu können. Erstmal heißt es Zeit schinden. Überleben.

„Woher weiß ich, dass Sie Major Kira nicht trotzdem ermorden?“
„Gar nicht. Darin besteht wohl der Reiz ihrer Unternehmung. Sie haben nur unser Versprechen. Es liegt an Ihnen das zu beurteilen.“ Ein schiefes Lächeln erscheint auf dem narbigen Gesicht. Für einen Moment sieht er vor seinem inneren Auge wirklich einen Cardassianer vor sich. Er stellt sich vor, welche Änderungen notwendig wären. Es wäre nicht schwer. Er weiß, wie es geht. Doch- nein. Er kann nicht einfach eine Terrorgruppe unterstützen. Er kann nicht verantworten, was das für Folgen haben könnte.
„Binden Sie mich los. Sonst kann ich wohl gar nichts tun.“
Wortlos geht der Bajoraner um den Stuhl und schneidet den Strick durch, der ihn seit Stunden fesselt. Sobald er frei ist, steht er auf und schüttelt seine Gliedmaßen aus. Sie sind von der starren Haltung ganz steif und schwach geworden. Dabei gleitet sein Blick unauffällig auf den Raum hinter dem Stuhl. Dorthin, wo er vorher nicht hinsehen konnte. Er erkennt eine Art Operationstisch und eine Ablage mit einigen improvisierten medizinischen Werkzeugen. Ein Plan nimmt langsam Gestalt an. Aber er würde gegen sämtliche ärztlichen Prinzipien verstoßen. Kurz zögert er, bevor er doch den Entschluss fasst, ihn umzusetzen.

„Wo ist meine Ausrüstung?“
„Das kann ich Ihnen nicht sagen.“
„Dann kann ich Ihnen auch nicht helfen. Mit diesen Gerätschaften kann ich niemanden um operieren. Nicht ohne enorme Gefahren. Ich brauche meine Ausrüstung.“
„In Ordnung. Sie bekommen sie. Die erste Umwandlung findet in einer Stunde statt. Bis dahin sollten Sie alles vorbereitet haben.“
Damit verschwindet er wieder und Julian murmelt nur noch: „Das werde ich…“

Einige Minuten später taucht ein anderer Bajoraner mit seinen Geräten und auch seinen gesammelten pflanzen auf. Er stellt es auf die Ablage und geht ebenso still wieder, wie er gekommen ist.
Daraufhin macht sich der Arzt an seine Vorbereitungen. Er mischt Kräuter mit Chemikalien, fügt Bakterien hinzu und lässt es Ruhen.

Schließlich bleibt ihm noch eine viertel Stunde, bis der erste Terrorist eintreffen wird, und somit genug Zeit, um den Plan zu perfektionieren. Er füllt sein Präparat in eine Spritze und setzt noch einige weitere Kulturen an. Sein Patient erscheint, legt sich hin und erhält die spritze. Dann macht er einige Oberflächliche Veränderungen und ruft den nächsten zu sich. Natürlich kommen nicht alle in dieser Sitzung, doch der Virus wird sich ausbreiten und wenn alles funktioniert, wie geplant, ist er in ein paar Stunden frei.


Die Veränderung macht sich rückgängig und der Virus wirkt. Die Bajoraner werden schläfrig und starr. Kurz drauf kann er aus dem Raum fliehen und sich auf die Suche nach Major Kira machen. Mit seinem Tricorder nimmt er die Lebenszeichen war und findet sie so schließlich.
„Kommen Sie, Major. Wir müssen hier weg und Kontakt zu DS9 aufnehmen.“


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