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What we're fighting for

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Catherine de' Medici Diane de Poitiers King Henry II of France Mary Stewart Nostradamus Sebastian "Bash" de Poitiers
02.12.2017
29.11.2020
28
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22.04.2018 2.558
 
So sehr sich Catherine auch bemühte, nach Henrys unerwarteten Geständnis war es ihr schlichtweg unmöglich, sich auf den Inhalt ihres Buches zu konzentrieren. Ihre Gedanken kreisten nach wie vor um die Dinge, die er ihr mit einer Selbstgefälligkeit gesagt hatte, die an Frechheit und Respektlosigkeit grenzte. Wie konnte er ihr sagen, dass er sie liebte - sie immer geliebt hatte - wo er doch zwei Tage zuvor noch ihren Kopf gefordert und nach ihrem Medici Blut gedürstet hatte?!
Ein verächtliches Schnauben entwich ihren Lippen und veranlasste ihren Mann, fragend in ihre Richtung zu blicken. Eine Reaktion, die sie dazu brachte, abermals zu schnauben und dann laut und mit einem unmissverständlich Schuld zuweisenden Blick in seine Richtung ihr Buch zu schließen.

„Emilia!“, rief sie, bevor Henry ein weiteres Wort an sie richten konnte und erhob sich. Als die junge Frau wenig später eintrat, deutete Catherine ihr an, ihr in den angrenzenden Raum zu folgen. Emilia eilte ihrer Königin hinterher. Vor dem Holzzuber blieb sie stehen und drehte ihrer Lady den Rücken zu. Als diese nicht gleich reagierte, warf sie ihr einen ungeduldigen Blick über ihre Schulter zu.
„Was ist, worauf wartest du? Ich möchte wenn möglich heute noch zu Bett gehen“, zischte sie übellaunig, was die junge Frau aus ihrer Starre riss.

Eifrig und mit geschickten Fingern machte sich Emilia an ihrem Kleid zu schaffen, bis der schwere Stoff langsam ihren Körper herab glitt.
„Hol mir Wasser und mein Nachthemd“, forderte Catherine, während sie vorsichtig über den teuren Stoff stieg und aus ihren Schuhen schlüpfte.
„Natürlich, Eurer Hoheit.“

Als Emilia wieder zurück kehrte, hatte Catherine bereits ihr Haar gelöst, das ihr nun in sanften Locken über die Schultern fiel. Auf die Frage ihrer Zofe, ob diese ihr das Haar für die Nachtruhe zusammenbinden sollte, nickte die Königin Frankreichs lediglich stumm und ließ sich dafür auf den Stuhl neben dem Zuber fallen.

Catherine fühlte sich nicht wirklich müde, vielmehr aufgewühlt, doch die Vorstellung, sich weiterhin von Henry anstarren zu lassen, behagte ihr noch viel weniger, als ein frühes Zubettgehen. Sie wusste, dass sie Henry, sollte er noch immer Gesprächsbedarf haben, nicht davon abbringen würde, weiterhin auf sie einzureden. Doch sie hoffte darauf, dass er sie in Ruhe lassen würde, sobald sie sich ins Bett zurück zog. Schließlich hatte er sie dazu angehalten, sich ausreichend zu schonen.

Während ihre Lady Catherines Haare zuerst bürstete und dann zu einem Zopf flocht, schloss sie für einen kurzen Augenblick ihre Augen und verlor sich in der sanften Fürsorge der jungen Frau.
„Fertig“, murmelte diese schließlich. Catherine nickte und erhob sich. Dann half Emilia ihr, sich das Unterkleid abzustreifen. Gerade als sie ein Tuch ins lauwarme Wasser tauchte um sich zu waschen, stieß Emila einen erschrockenen Laut aus und starrte in Richtung der Tür.

Catherine ahnte, welches Bild sie erwarten würde, als sie sich umdrehte. Und in der Tat hatte sich Henry im Türrahmen aufgebaut und musterte völlig ungeniert ihren nackten, nun ihm zugewandten Körper, was ungewollt eine Gänsehaut bei ihr auslöste. Es war lange her, dass Henry ihr einen derart begehrlichen Blick zugeworfen hatte. Noch länger sogar, dass er überhaupt ihren Körper völlig nackt und bei Tageslicht zu Gesicht bekommen hatte.
„Du kannst nun gehen“, sagte sie zu ihrer Lady und ließ das Tuch unbenutzt wieder in die Schüssel fallen. Statt sich zu waschen griff sie nach ihrem Nachthemd und schlüpfte hinein. Dabei warf sie ihren Mann einen missbilligenden Blick zu.

„Was hast du hier zu suchen, Henry?“, fragte sie ungnädig und griff abermals nach dem Tuch, um sich damit das Gesicht und den Hals zu waschen. Ihren Mann bedachte sie absichtlich mit keinem weiteren Blick, obwohl der seine nach wie vor bohrend auf ihr ruhte.
„Nichts Besonderes“, antwortete er lapidar.
„Dann macht es dir sicherlich nichts aus, dem nebenan nachzugehen!“, wies sie ihn scharf zurecht.
„Die Aussicht hier gefällt mir besser.“ Diese Worte veranlassten sie, sich nun endlich umzudrehen. Mit in die Hüften gestemmten Händen sah Catherine zu ihrem Gatten hinüber und rollte entnervt mit ihren Augen.

Was ihr in diesem Moment entgegenblickte, war nicht nur sein Kleinjungencharm, den er auch nach all den Jahren nicht verloren hatte, nein, da war noch etwas anderes. Etwas Dunkleres, Leidenschaftliches.
„Verschwinde“, zischte sie aufgebracht, da sie weder die Kraft, noch die Energie aufbringen konnte, sich mit seinem veränderten Verhalten ihr gegenüber auseinander zu setzen. Sie war es nicht gewohnt, voll und ganz im Zentrum der Aufmerksamkeit ihres Gemahls zu stehen und diese neue Rolle behagte ihr ganz und gar nicht.
Um ihrer Frustration Ausdruck zu verleihen, tauchte sie ihr Tuch abermals ins Wasser und warf es mit einem klatschenden Geräusch einem überrascht aussehenden Henry gegen die Brust.

Anstatt Verärgerung über ihre Attacke zu zeigen, lachte Henry amüsiert auf. Er bückte sich, um das nasse Tuch wieder aufzuheben und durchschritt den Raum. Erst, als seine Nasenspitze schon fast die ihre berührte, blieb er stehen. Er hob seine Hand um ihr Kinn zu umfassen und hinderte sie mit sanfter Gewalt daran, ihren Blick abzuwenden.
„Sag mir, bin ich ein Glückspils oder doch nur ein bedauernswerter Tropf, ein solch temperamentvolles und eigensinniges Frauenzimmer mein eigen nennen zu können?“ Der Ton, mit dem er sprach, hatte etwas Manisches an sich.
„Es überrascht mich, dass du dich überhaupt von Zeit zu Zeit daran erinnerst, dass du eine Ehefrau hast. Henry, ich würde mich jetzt gerne weiter fertig machen.“ Nach einer kurzen Pause fügte sie ein resolutes „Allein!“ hinzu und befreite sich von seinem Griff.
„Mach das“, gab er zu ihrer Überraschung ohne weiteren Protest klein bei ließ ihr das tropfnasse Tuch zurück in die Hand fallen. „Ich warte auf dich in meinem Bett, meine Königin.“
Der sehnsüchtigen Blick, den er ihr dabei zuwarf, ließ keinen Zweifel an seinen Absichten.

Erst als ihr umtriebiger Mann den Raum wieder verlassen hatte, sackte Catherine in sich zusammen und stieß ein lautes Stöhnen aus.
Glaubte Henry wirklich, ein paar süß daher gesäuselte Liebesbeteuerungen und sein an anderen Frauen perfektionierter Schmachtblick würden sie die Geschehnisse der letzten Tage vergessen lassen? Vergessen, dass er Zeit seines Lebens seine Mätresse seiner Frau vorgezogen hatte? Oder dass er ihr vor nicht einmal 48 Stunden ernsthaft nach dem Leben getrachtet hatte? Nun, sie hatte das ganz bestimmt nicht vergessen!

Catherine kehrte zwanzig Minuten später in Henrys Schlafzimmer zurück. Sowohl innerlich als auch äußerlich mit einem grimmigen Blick gewappnet, durchschritt sie den mittlerweile abgedunkelten Raum. Ihr Mann hatte bereits die dunklen Vorhänge zugezogen und alle Kerzen gelöscht bis auf einen einzigen Kerzenständer neben dem Bett. Als er sie erblickte, ließ er die Familienbibel, in der er las in seinen Schoß sinken.
Zu ihrem Missfallen hatte er es sich in der Mitte des Bettes bequem gemacht und empfing sie mit einem süffisanten Lächeln. Ganz offensichtlich hatte seine scheinbar neu gefundene Liebe ihren Gatten amourös gestimmt. Und seinem Blick nach zu urteilen hatte er beschlossen, seinen ganz eigenen Nutzen aus der Tatsache zu ziehen, dass sie von nun an sein Bett teilen würde.

„Rutsch gefälligst rüber“, wies sie ihn schroff an, nicht gewillt, ihn auch nur eine Sekunde in dem Glauben zu lassen, dass er bei ihr diese Nacht oder überhaupt in irgendeiner Nacht jemals wieder eine Chance haben würde.
Die schwangere Königin schlüpfte aus ihrem Morgenrock und kroch unter die Decke, sobald Henry seine Position verlagert hatte. Seine Wärme jedoch war geblieben und hüllte sie sogleich ein.

Um ein deutlich verständliches Signal zu setzten, drehte sie ihm sogleich ihren Rücken zu und rutschte zur äußersten Kante der Matratze. Als Catherine ihre Augen schloss, spürte sie seine Augen brennend auf ihrem Hinterkopf ruhen und ahnte, dass ihr eine lange und sehr wahrscheinlich schlaflose Nacht bevorstand.

Es dauerte keine zehn Minuten, ehe ein Rascheln des Bettzeugs hinter ihr zu hören war und sich eine Hand auf ihre Taille legte, die langsam hinauf zu ihren Brüsten zu wandern begann. Mit einem tiefen Knurren schlug sie seine Hand weg, die sich jedoch mit schlafwandlerischer Sicherheit wieder ihren Weg zurück zu ihrem Körper bahnte.
„Nein, Henry!“, zischte sie mahnend und pflückte nun seine Hand von ihrem Hintern.
„Hmhm, Catherine, du riechst so gut“, raunte er und wirkte alles andere als entmutigt, sondern strich ungeachtet ihres Protests abermals über ihr Hinterteil.

„Nimm deine Hände von mir.“ Dieses Mal haftete ihren Worten ein gefährlicher Unterton bei, den ihr Mann jedoch geflissentlich überhörte.
„Ich könnte auch meine Zähne benutzen, mein Liebling.“ Henry rückte noch näher an sie heran und presste seine Erektion gegen ihren Po, während seine Zähne an ihrem Hals zu knabbern begannen.
Catherine fuhr ruckartig herum, wobei sie keinerlei Rücksicht darauf nahm, dass ihr Knie dabei mit seinem Schritt kollidiert, was Henry dazu brachte, schmerzerfüllt aufzustöhnen.„Nicht, wenn du keine Zähne mehr hast!“ Ihr drohender Kommentar entlockte ihrem Mann ein glucksendes Geräusch, gefolgt von einem erneuten Stöhnen. Doch er brachte ihn nicht dazu, von ihr abzurücken.

Also richtete sie sich auf und kletterte mit entschlossenem Gesichtsausdruck über ihn hinweg, um auf die andere Seite seines Bettes zu gelangen. Die Bibel, die er achtlos dort abgelegt hatte, platzierte sie auf seinem Beistelltisch.
„Gute Nacht, Henry“, sagte sie, nachdem sie die zahlreichen Kissen zurecht gerückt und die Decke über sich ausgebreitet hatte.
Sie wusste, dass sie mit dem Feuer spielte. Henry war es nicht gewohnt, dass sich ihm jemand verweigerte, erst recht keine Frau. Es war also höchste Zeit, dass er lernte, dass ein NEIN tatsächlich auch NEIN bedeutete. Wie er diese Lektion auffassen würde, war fraglich, sie hoffte aber darauf, dass ihr gegenwärtiger Zustand ihn von einer allzu harschen Reaktion abhalten würde. Denn bis zum heutigen Tage hatte sie sich ihrem Ehemann noch nie verweigert.

Aber sie fürchte nicht länger seine Repressalien. Im Verlauf ihrer Ehe hatte der treulose Hurenbock sie bereits die Hölle auf Erden durchleben lassen. Henry hatte sie betrogen, jahrelang komplett ignoriert, sie lächerlich gemacht, ihr vor seinem gesamten Beraterstab den Mund verboten, sie eingekerkert und zum Tode verurteilt. Was also sollte er ihr noch androhen können?

„Wie sehr mir dein unbezähmbares Temperament und deine spitze Zunge auch gefallen mögen, aber Catherine muss ich dich daran erinnern, dass du noch immer meine Frau bist und ich somit gewisse Privilegien genieße?“ Bei dieser Aussage fuhr Catherine herum und richtete sich wieder im Bett auf.
„Nicht nötig, Gemahl. In den letzten Stunden hast du keine Gelegenheit ausgelassen mich wissen zu lassen, wo deiner Meinung nach mein Platz in dieser Ehe ist. Aber lass dir gesagt sein, dass er diese Nacht ganz gewiss nicht unter dir sein wird. Zudem möchte ich DICH daran erinnern, dass ich meinen Verpflichtungen dir gegenüber mehr als genug nachkomme, indem ich ein weiteres deiner Kinder austrage! Denn genau das ist doch meine Aufgabe, nicht wahr? Dir Erben zu schenken. Also tue uns beiden einen Gefallen und lass es gut sein.“

Catherine verspürte ein Gefühl von Macht, ihrem Gatten in dieser Sache die Stirn zu bieten. Sie wusste, dass sie ein großes Wagnis einging, dennoch verspürte sie ein Gefühl der Sicherheit. Sie wusste, dass Henry nicht der Typ Mann war, der Frauen gegen ihren Willen nahm. Er liebte es zwar, wenn sie sich zuerst ein wenig zierten, aber er war kein Vergewaltiger. Auf diese Einschätzung verließ sich sich nun und konnte nur hoffen, dass sie sich nicht irrte.

„Warum musst du alles immer gleich verkomplizieren? Du wolltest meine Liebe – du hast sie doch jetzt!“ Seinen Worten war seine Verwirrung ganz deutlich anzuhören und Henrys Ahnungslosigkeit und Ignoranz schürte eine Wut in ihr, die mit aller Macht an die Oberfläche wollte.
„Du denkst, ein dahin gesäuseltes Liebesgeständnis und ein hemmungsloses Herumbalgen in den Laken ist alles was es braucht, um die letzten Jahre – was sage ich, Jahrzehnte – unvergessen zu machen? Henry, vor zwei Tagen noch hast du nach meinem Kopf verlangt! Alles, was ich für dich jemals gewesen bin ist die Frau, von der erwartet wird, dass sie dir einen Thronfolger gebärt. Du hattest kein freundliches Wort, keine liebevolle Geste übrig für mich. Es gab Zeiten, da habe ich mir nichts sehnsüchtiger von dir gewünscht. Aber dafür ist es nun zu spät, ich habe mich mit dieser Rolle abgefunden. Lass es also gut sein und bemühe dich nicht weiter.“

Sie war keines seiner Flittchen, das vor Verzückung in die Knie sank, wenn er ihr über das Hinterteil strich und ihn die Lust packte. Zudem war sie auch nicht freiwillig in seinem Bett. Genau genommen war dies der letzte Ort auf der Welt, an dem sie gerade sein wollte. Nein, für Henry und sie gab es keine weitere Chance mehr. Der letzte Funke Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft war in dem Moment gestorben, indem der Henker sie auf sein Geheiß hin auf das Schafott gedrückt und sich über ihr in Position gebracht hatte.
Sie wusste, dass sie ihn vermutlich bis zu dem Moment, an dem sie ihren letzten Atemzug tat lieben würde, auch wenn sie ihr dummes und rührseliges Herz dafür verfluchte. Dies bedeutete aber nicht, dass sie ihn bis zur Selbstaufgabe lieben und ihm ein weiteres Mal verzeihen würde, nur weil er ihr gerade mal wieder seine reu- und sanftmütige Seite zeigte.

„Wie kannst du das sagen? Da war doch mal mehr zwischen uns, sehr viel mehr. Erinnerst du dich nicht, wie glücklich wir einst waren?“ Henry klang nicht mehr so selbstgefällig wie noch Minuten zuvor. Er wirkte vielmehr entmutigt und seine Stimme hatte an Festigkeit verloren.  Die Verletzlichkeit, die er an den Tag legte, war für sie völlig überraschend. Sie hatte mit einem Zornausbruch, mit bösen Worten und einer Schimpftirade gerechnet. Nicht jedoch mit dieser an Verzweiflung grenzenden Hilflosigkeit. Doch sie konnte und durfte auf seine Sentimentalitäten keine Rücksicht nehmen.
„Vielleicht war da mal mehr. Aber du hast es zerstört, Henry.“ Ihre Worte hatten die Wucht eines Hammerschlags.
„Catherine...“, setzte Henry an, doch kein weiteres Wort verließ seine Lippen.

Um ihrem Gatten zu signalisieren, dass für sie das Thema beendet war, vergrub sie sich nun gänzlich unter der Bettdecke. Sie wusste nicht, ob er an dieser Stelle keine weiteren Worte mehr fand, um sie umzustimmen oder ob Henry schlicht und ergreifend resignierte. Sein Schweigen löste ein Gefühl der Erleichterung aber auch der Traurigkeit in ihr aus.
Catherine schloss ihr Augen und lauschte in die Stille hinein. Sie konzentrierte sich auf das sanfte und gleichmäßige Pochen ihres eigenen Herzschlags, der sie langsam in den Schlaf lullte.

Ein lautes Stöhnen mitten in der Nacht riss die Königin unsanft aus ihrem Schlaf. Desorientiert lugte sie unter dem Laken hervor, doch die Kerze war zwischenzeitlich niedergebrannt und das Schlafgemach somit in Dunkelheit gehüllt.
„Argggh“,ertönte es erneut neben ihr und sie fragte sich, ob Henry es tatsächlich wagte, in ihrer unmittelbaren Gegenwart seinen niederen Instinkten nachzugehen.

Catherine hatte bereits ihren Mund geöffnet, um ihren Gemahl rüde zurecht zu weisen, als ein  Plätschern ertönte, das von einem weiteren Stöhnen begleitet wurde.
„Henry?“, fragte sie leise und konnte die Besorgnis in ihrer Stimme nicht unterdrücken.
„Schlaf weiter, Catherine!“, war seine brummige Antwort.
„Hast du Schmerzen?“, fragte sie trotzdem und entgegen ihres besseren Wissens. Denn ganz offensichtlich hatte er Probleme beim Wasserlassen.
„Nein, nichts, was dich beunruhigen muss. Schlaf.“ Obwohl er nach wie vor gequält wirkte, klang seine Stimme fest und resolut. Was sie in ihrer Ahnung bekräftigte, dass ernstlich etwas nicht in Ordnung mit ihm war. Henry war von jeher kein einfacher Zeitgenosse, wenn es um Fragen zu seiner Gesundheit ging.
Aber sie kannte ihn gut genug um zu wissen, dass es unratsam war, ihn jetzt weiter zu bedrängen. Nichtsdestotrotz nahm sie sich vor, Nostradamus diesbezüglich zu Rate zu ziehen.
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