How to catch a snidget

OneshotFantasy, Freundschaft / P6
OC (Own Character) Ted "Teddy" Remus Lupin Victoire Weasley
02.12.2017
02.12.2017
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Dumpfe Klopfgeräusche kündigten Besuch im Gemeinschaftsraum an. Mehrere Hufflepuffs hatten es sich in den Sesseln bequem gemacht. Das Licht der Wintersonne fiel durch die kleinen, runden Fenster auf die noch ungeschmückte Tanne in der Mitte. Durch die gelben Wandbehänge und das flackernde Feuer wirkte das Zimmer freundlich und warm. In den rauchigen Geruch des Kamins mischte sich ein feiner Zimtduft. Die Vorfreude auf den kommenden Tag stieg mit jedem Wort über Essen und Dekoration, mit jeder Spekulation über ein Geschenk.
Die gemütliche Atmosphäre wurde unterbrochen durch Cahal Ivers, der mit zügigen Schritten eintrat. Den Besen noch in der Hand und den Mantel nass vom Schnee musterte der Sucher die Anwesenden. Alle richteten ihre Blicke auf ihn, doch statt etwas zu sagen, nieste er nur.
„Ihr trainiert zu viel“, fand Ted Lupin und widmete sich wieder seinem Buch.
„Ich komme nicht vom Training“, widersprach Cahal. „Ich bin hier, um euch um etwas zu bitten. Damit meine ich das ganze Haus.“
In diesem Moment betraten mehrere weitere Quidditchspieler den Raum, der sofort von einem penetranten Essiggeruch erfüllt wurde. Wütend gestikulierten sie mit den Besen in den Händen und schimpften.
„Verklopft?“ Ted grinste. Es war immer wieder amüsant, wenn jemand an das falsche Fass oder im falschen Rhythmus klopfte und mit Essig übergossen wurde, statt hereingelassen zu werden.
„Geschubst worden.“ Ein Treiber blickte finster in Richtung Eingang. „Ein paar Schüler aus anderen Häusern behaupten, dass Hufflepuff nichts drauf hat. Das konnten wir natürlich nicht auf uns sitzen lassen!“
„Cahal“, unterbrach ihn ein Jäger. „Was wollte Professor McGonagall eigentlich von dir, warum hat sie dich vom Training weggeholt?“
Ted schmunzelte. Also waren sie doch beim Training gewesen.
„Das wollte ich gerade sagen“, erwiderte Cahal. „Einer Schülerin ist ein Schnatzer weggeflogen. Die Schulleiterin hat uns Sucher gebeten, ihn wieder einzufangen. Ich habe langsam das Gefühl, dass wir es nicht schaffen. Wir brauchen eine große Gruppe, die zusammenhält. Wir brauchen Hufflepuff.“
Alle pflichteten ihm bei, dass er auf die Unterstützung von Hufflepuff zählen konnte. Sofort machten sie sich auf den Weg, um die Schüler möglichst schnell zusammenzutrommeln.
Nur Ted wandte sich im Gehen noch einmal um. „Habe ich das richtig verstanden – wir fangen nicht einen Schnatz, sondern einen Schnatzer? Diesen kleinen, dicken Vogel, dessen Einfangen und Verletzen unter strengen Strafen steht?“
Cahals Blick war Antwort genug.

Wenig später waren die Hufflepuffs im Schulhaus und auf dem umliegenden Gelände gleichmäßig verteilt. Viele hatten ihren Besen dabei und einige trugen einen Vogelkäfig oder ein anderes geeignetes Gefäß. Cahal hatte die strikte Anweisung gegeben, das Tier nicht mit der bloßen Hand zu fangen, um es nicht zu verletzen. „Und auch nicht mit dem Mund wie Harry den Schnatz damals“, hatte Ted mit einem Augenzwinkern ergänzt. „Bei einer vom Aussterben bedrohten und geschützten Tierart kommt das nicht so gut.“
Die Treppe, an deren Geländer Ted nun stand, setzte sich langsam in Bewegung. Dadurch gab sie den Blick frei auf die Erstklässlerin unter ihm, die in eine Diskussion mit Professor Longbottom verwickelt war. Er schien Hufflepuffs Plan nicht zu verstehen. Ted hätte ihr gerne geholfen, doch er durfte seinen Posten nicht verlassen.
Als die Treppe wieder zum Stillstand kam, hörte er eine Stimme hinter sich. „Hey Teddy! Was macht ihr da?“
Sofort fuhr er herum. „Victoire!“ Unbewusst fuhr sich der Metamorphmagus durch die Haare, die einen rötlichen Ton annahmen. Erst, als sie ihre Frage wiederholte, antwortete er. „Wir... Wir fangen einen Schnatzer.“
„Den Vogel?“, fragte Victoire interessiert und sah sich um. „Fliegt er hier herum?“
In diesem Moment rief ein Hufflepuff-Schüler im ersten Stockwerk: „Er ist hier! Er ist im Klassenzimmer für Muggelkunde!“
Die Nachricht verbreitete sich blitzartig, bis jemand zurückschrie: „Dann schließ sofort die Tür!“ Doch da war es schon zu spät, der Schnatzer war entwischt.
Der erste Sucher, der ihn entdeckte, war derjenige von Gryffindor. Er jagte den goldenen Vogel kreuz und quer durch den Flur im Erdgeschoss, doch dieser war ihm immer ein Stückchen voraus.
Bald darauf war der Sucher Slytherins bei ihm. „Avis!“, rief er und ließ zahlreiche kleine Vögel auf den Gryffindor zufliegen, um diesen zu verwirren. Geistesgegenwärtig zückte auch dieser seinen Zauberstab. „Oppugno!“, hielt er dagegen, woraufhin die Vögel den Slytherin attackierten.
Leider hatten dadurch beide den Schnatzer aus den Augen verloren.
Zum Glück kam nun der Sucher Ravenclaws dazu, der das glitzernde Vögelchen schnell wiederfand. Er hielt seinen Umhang bereit, um ihn im richtigen Moment darüberzuwerfen. Unter dem Jubel seiner Hausgenossen traf schließlich Cahal ein. Zu zweit versuchten sie, den Schnatzer in eine Ecke zu treiben, doch im letzten Moment entschied sich der Schnatzer für ein Wendemanöver und bewirkte damit, dass der überraschte Ravenclaw mit voller Wucht gegen die Wand flog.
Cahal konnte sich gerade noch auf seinem Besen halten und flog dem Vogel in das Treppenhaus nach, in dem nicht nur Ted und Victoire, sondern auch Professor Longbottom augenblicklich verstummten und ihre Zauberstäbe zückten. Einige Schüler Hufflepuffs, die sich in der Nähe aufgehalten hatten, stürmten herbei.
„Ivers!“, rief der Professor überrascht, als der Sucher dicht an seinem Kopf vorbeiflog. Der Vogel führte Cahal in Schlaufen um die Treppen herum. Im Vorbeifliegen schnappte sich der Sucher den Umhang eines Schülers, der ihn ihm hinhielt. Vorsichtig ließ er auch mit der anderen Hand den Besen los und warf den Umhang über den Schnatzer, als dieser sich gerade über Teds Treppe befand. Der Vogel wurde vom Gewicht kurz nach unten gezogen, konnte dann aber fliehen.
„Petrificus Totalus!“, kam es von Victoire. Augenblicklich erstarrte der Schnatzer und fiel herab, wo er von Ted aufgefangen wurde.
Cahal blieb in der Luft stehen und blickte überrascht auf seinen Mitschüler. „Haben wir ihn?“, fragte er.
„Wir haben ihn“, bestätigte dieser fröhlich.

Wie eine Trophäe hielt Ted den goldenen Schnatzer in die Höhe, während er mit Victoire und Cahal unter dem Jubel der anderen Schüler die Treppe herunterschritt. Von überall her kamen weitere Schüler, um sie zu beglückwünschen. Auch Professor Longbottom schüttelte den dreien die Hand. „Das hätte Ihr Patenonkel nicht besser gekonnt, Mister Lupin.“
Alle bewunderten das gelähmte Tier, das mit seinen goldenen Federn und den rubinfarbenen Augen wie ein kostbares Juwel wirkte.
„Ted hat ihn gefangen!“, rief jemand.
„Das war nicht mein Verdienst“, wandte dieser bescheiden ein. „Ganz Hufflepuff hat geholfen und Victoire hat ihn gelähmt.“ In Richtung einiger Schüler aus Gryffindor, Ravenclaw und Slytherin ergänzte er: „Wir sind nicht so blöd, wie wir aussehen.“ Da brachen alle in Gelächter aus, denn der Metamorphmagus hatte sich eine Schweineschnauze wachsen lassen.
Plötzlich kamen die drei zum Stehen. Vor ihnen war Professor McGonagall und sah sie mit ernstem Blick an. „Geben Sie mir den Vogel, Mister Lupin.“
Wortlos reichte dieser ihr den Schnatzer. Die Schulleiterin nahm ihn entgegen, nickte ihm kurz zu und ging.

Als sich am Abend alle in der Großen Halle versammelt hatten, stand Professor McGonagall auf. „Ich bin mir sicher, dass alle den heutigen Zwischenfall mitbekommen haben“, begann sie. „Ich möchte noch einmal betonen, dass die Nokturngasse kein geeigneter Ort ist, um Weihnachtsgeschenke zu besorgen, vor allem nicht, wenn es sich dabei um eine bedrohte Tierart handelt. Dreißig Punkte Abzug für Slytherin.“
Ein Raunen ging durch die Reihen.
„Außerdem möchte ich zu einem hervorragenden Schnatzerfang gratulieren“, fuhr sie fort. „Hufflepuff hat einmal mehr seinen Zusammenhalt bewiesen und auch Victoire hat genau im richtigen Moment reagiert. Zehn Punkte für Gryffindor – und fünfzig für Hufflepuff.“
Die beiden Häuser jubelten.

Als die Hufflepuffs am nächsten Morgen aus ihren Schlafsälen in den gemütlichen Gemeinschaftsraum kamen, war die Tanne über und über mit golden glitzernden Schnatzern mit rubinfarbenen Augen geschmückt. Sie sahen dem Schnatzer vom Vortag zum Verwechseln ähnlich, als wären sie echt. Der Weihnachtsbaum hatte noch nie so prächtig ausgesehen.
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