Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Heimkehr zum Herzen

von ToniLilo
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P12
Luna Seiya Kou / Sailor Star Fighter Taiki Kou / Sailor Star Maker Usagi "Bunny" Tsukino / Sailor Moon / Serenity II Yaten Kou / Sailor Star Healer
02.12.2017
22.11.2020
25
66.816
12
Alle Kapitel
67 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
22.11.2020 2.220
 
Meine Lieben,

so wende ich mich nun nach beinahe drei Jahren zum letzten Mal mit dieser Geschichte an Euch. Ja, heute ist der Tag gekommen, da ich das letzte Kapitel meiner Geschichte hier veröffentlichen möchte.
Viel ist geschehen in dieser langen Zeit, seitdem ich beschloss, diese Geschichte hier online zu stellen. Ich habe mich getraut, mit meiner Schreiberei geschützt an die Öffentlichkeit zu treten, und meine Geschichte hat mir die Möglichkeit gegeben, unheimlich gutartigen, einfühlsamen, fantasiebegabten und liebevollen Menschen zu begegnen, wofür ich von allem, was ich hier erlebt habe, am dankbarsten bin.
Deshalb bleibt mir an dieser Stelle nicht viel mehr, als Euch allen, die Ihr meine Geschichte so reizend begleitet und verfolgt habt, ein ganz großes und aus tiefstem Herzen empfundenes DANKE auszusprechen. Ohne Euch wäre ich niemals so weit gekommen und hätte ziemlich sicher auch nicht zu Ende geführt, was ich vor so langer Zeit begonnen habe. Ganz, ganz herzlich bedanken möchte ich mich bei Annie, , die mir den Glauben gab, ich könne etwas mit meinem Schreiben anfangen, und mich in diese wunderbare Welt hier auf fanfiktion.de eingeführt hat, bei Selly-chan, die mich in der Mitte meiner Veröffentlichungsphase mit ihren Reviews so eifrig unterstützt hat, bei Toran und Elisa, die auch so viele liebe Worte für mich übrig hatten, bei MISS KAEDE, die mittendrin eingestiegen ist und mich mit ihrer Zuverlässigkeit dazu gebracht hat, weiterzumachen, bei Spirit, die mir ein ganz besonderes Review dagelassen hat, das einer eigenen Veröffentlichung glich, sich die Mühe gemacht hat, meine ganze Geschichte noch einmal nachzulesen, und mir seitdem eine unvergleich liebevolle Treue gehalten hat, und bei Net Sparrow, die meine allertreueste Reviewschreiberin war, meine Geschichte von Anfang bis Ende verfolgt und sich die Mühe gemacht hat, sich in ein vollkommen fremdes Fandom einzudenken, alles wunderbar nachvollzogen hat, und immer wunderbare, unterstützende Worte gefunden hat. VIELEN, VIELEN DANK Euch allen, ohne die all das hier nicht möglich gewesen wäre! Ich habe Euch so lieb gewonnen, dass es mir fehlen wird, mich hier mit Euch auszutauschen.
Bevor ich in virtuellen Tränen zerfließe, möchte ich meinen Wortschwall nun aber beschließen und mich wenigstens hier von Euch verabschieden. Ob ich in das Sailor-Moon-Imperium zurückkehre, kann ich leider noch nicht sagen – ich will es hoffen, dass einmal die Zeit für meine beiden Fortsetzungen kommt, die ich zu dieser Geschichte begonnen habe, und ich mich wieder mit Euch hier austauschen kann.
Nun wünsche ich Euch aber viel Freude mit dem letzten Kapitel!

Alles, alles Liebe Euch von

Eurer Toni  

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Kapitel 24 – Auf einem neuen Weg nach Hause



Sofort hatte Bunny Seiyas Gestalt im Gegenlicht erkannt, worauf die ihr mittlerweile altbekannte, für sie Heimat bedeutende Wärme ihre Brust ganz auszufüllen begann. Langsam, beinahe schüchtern schob er die Tür noch ein wenig weiter auf und tat ein, zwei zögerliche Schritte in das Zimmer seines kleinen Bruders, bevor er unschlüssig stehen blieb.
Bunny schenkte ihm nochmals ein beruhigendes Lächeln, dann wandte sie sich wieder Yaten zu.
„Sieh mal, wer da ist“, sprach sie leise auf ihn ein, der kurz zuvor noch so bitterlich geweint hatte, dessen Tränen jedoch mit einem Schlag versiegten, dessen leise Schluchzer verstummten, als er erschreckt den Kopf von ihrer Schulter hob. Mit gerunzelter Stirn beobachtete Bunny, wie ein Ausdruck von Furcht und Schmerz auf sein vom Weinen leicht gerötetes Gesicht trat, als sein Blick auf Seiya fiel.
Wenn sie auch keine Antwort auf die in ihrem Kopf widerhallende Frage fand, was wohl in ihm vorgehen mochte, wandte sie sich von dem jüngsten der drei Sänger ab und streckte die Hand nach Seiya aus, der, man hätte es beinahe verlegen nennen können, reglos verharrt hatte und offenbar mit sich kämpfte.
„Komm her, Seiya, und sag es ihm einfach.“
Erst als Bunny ihm nochmals aufmunternd zugenickt hatte, fühlte sie ihre Hand so fest und bestimmt umfasst, wie sie es von Seiya kannte. Sehr behutsam ließ sie Yaten los, um den sie die ganze Zeit über noch einen Arm gelegt gehalten hatte. Warm lächelte sie ihn an, der fragend ihren Blick suchte, und hob die Hand, um seine Tränen fortzuwischen. Auch wenn Yaten vor ihrer Bewegung scheu zurückzuckte, als wolle er einer Ohrfeige entgehen, strichen ihre Finger gleich darauf über seine vom Fieber und von den Tränen glühenden Wangen, deren Haut, ganz anders als Seiyas männliche, etwas lederne Haut, weich und zart wie das erste Blütenblatt des Frühlings war.
Langsam stand sie dann auf, um Seiya Platz zu machen. Sie strich ihm aufmunternd über den kräftigen Rücken und trat zu Taiki, der plötzlich in der Tür stand.

Taiki nickte geistesabwesend der versonnen lächelnden Bunny zu, die sich leise neben ihn stellte, dann beobachtete er mit klopfendem Herzen, wie sich Seiya zögerlich, ganz so, als handele er gegen seine letzte Überzeugung, auf der Bettkante niederließ. Yaten beobachtete jede seiner Bewegungen, ohne sich zu rühren. Er schien wie erstarrt.

Was würde geschehen?      

Das letzte Mal, da seine beiden Brüder engeren Kontakt zueinander gehabt hatten, hatte in einer heftigen Ohrfeige für Yaten geendet, was für diesen eine der ganz wenigen Berührungen über viele Jahre hinweg gewesen war, wie er es selbst für sich entschieden hatte. Noch jetzt las Taiki in Yatens Blick, den dieser unentwegt auf Seiya gerichtet hielt, Verletzung und Enttäuschung über den sich entladen habenden Zorn seines Bruders sowie Furcht vor einem möglichen Rückfall in alte Verhaltensmuster.
Seiya streckte mit einem Mal die Hand aus, wich dann jedoch noch einmal zögernd zurück, bevor er schließlich unbeholfen nach Yatens Hand fasste. Unter der für sie derart ungewohnten Berührung zuckten Taikis Brüder zusammen, als hätte es ihnen einen elektrischen Schlag versetzt. Beinahe hätten sich ihre Hände wieder voneinander getrennt, bevor sie sich wirklich aneinander gewöhnt hatten, doch hatte Seiya etwas fester zugepackt als ursprünglich vorgesehen, das spürte Taiki. Er sah Seiya zweimal tief ein- und ausatmen, dann umschloss sein jüngerer Bruder Yatens feingliedrige Hand mit seinen beiden größeren.
Er hielt den Blick darauf gesenkt, als er stirnrunzelnd, ein wenig heiser begann: „Yaten … ich … ich …“ Seiya musste kräftig schlucken, erst dann konnte er fortfahren. „Es … hör zu … es tut mir leid – alles, was in der letzten Zeit vorgefallen ist.“
Taiki bemerkte, wie Yaten bei Seiyas letzten Worten zitternd tief einatmete, doch Seiya hielt weiterhin beharrlich den Blick gesenkt, sodass er von all dem nichts mitbekam.
„Ich … oh, verflucht!“, rief Seiya plötzlich ungeduldig über seine eigene Ungeschicktheit aus, dass Yaten leicht zusammenzuckte. Er atmete einige Male tief durch, dann setzte er erneut an.
„Yaten, hör mir zu – es … tut mir leid, dass … ich … dass ich dich – geschlagen habe.“
Bei den letzten Worten war Seiyas Stimme so leise geworden, dass er kaum noch zu verstehen gewesen war. Dennoch sah Taiki aus dem Augenwinkel, wie Bunny den Kopf wandte und ihn entsetzt anblickte. Auch wenn eine leise Stimme in seinem Kopf mahnte, sich nur dieses eine Mal nicht für die Wahrheit zu verwenden, beobachtete er sich gleichsam von außen selbst dabei, wie er, als fälle er ein Urteil, einmal langsam nickte. Dazu, Bunny anzusehen, konnte er sich jedoch nicht überwinden.
„Das hätte niemals passieren dürfen, ich … ich weiß auch nicht.“
In einer zähen Bewegung, als laste die Schuld mit ihrem schweren Gewicht auf ihm, hob Seiya den Kopf und sah Yaten lange schweigend an. Anfangs war Taiki sich nicht sicher, ob er sich irrte, doch dann erkannte er sehr deutlich, wie Seiyas saphirene Augen unter einem Ausdruck tiefster Zuneigung zu glimmen, dann zu leuchten und schließlich zu strahlen begannen. Sein Gesicht entspannte sich unter einem liebevollen Lächeln, das zögerlich die Herrschaft über seine Züge übernahm.
„Yaten …“, begann er dann mit einer im Umgang mit dem Jüngsten ungewohnten Zärtlichkeit in der Stimme. Behutsam legte er eine Hand an Yatens Wange, doch dieser zuckte erschreckt vor der Berührung zurück. Auf Seiyas Gesicht breitete sich ein Ausdruck von Verletztheit und tiefstem Schmerz aus, bevor er resigniert den Kopf senkte.
„Ja, das habe ich wohl verdient“, konstatierte er mit einem bitteren, ehrlich schuldbewussten Lächeln.
Einen kurzen Augenblick schwieg er getroffen. „Yaten – es tut mir leid, dass ich dir immer ein so schlechter Bruder war“, platzte es dann unvermittelt aus ihm hervor. „Schon auf Euphe habe ich dich immer im Stich gelassen – und jetzt?“
Seiya seufzte und senkte den Blick wieder auf ihre Hände. Taiki spürte, wie schwer es ihm fiel, den Gefühlen in seinem Innersten in Worten Ausdruck zu verleihen.
„Ich … ich wünschte, ich könnte es vergessen machen“, begann er dann zögerlich wieder, „alles, was geschehen ist. Du weißt natürlich, dass ich das alles niemals so gemeint habe, Yaten, du bist doch klug. Ich stand einfach unter einem wahnsinnigen Druck wegen unserer letzten Konzerte, verstehst du? Ich weiß, dass uns das das Leben in den letzten drei Monaten zur Hölle gemacht hat, aber … ich kann mich in solchen Dingen nun einmal einfach nicht beherrschen – da habe ich von dir noch viel zu lernen.“
Taiki spürte, dass Seiya versuchte, sich herauszureden. War er nach anfänglichem Stocken in einen guten Redefluss verfallen, so hielt ihn nun irgendetwas davon ab, Yaten zu sagen, was er ihm zu sagen hatte. Taiki bedrängte ihn innerlich, sich endlich zu dem Schritt zu überwinden, der für sie alle doch eigentlich vorgesehen war, seitdem das Schicksal sie dazu auserkoren hatte, einander als Brüder verbunden zu sein.
„Dabei habe ich dir noch nicht einmal gedankt“, erklärte Seiya stattdessen leise, „dafür, dass du in unserem allerletzten Konzert so großartig warst. Aber … ich habe es nicht erkannt, einfach nicht erkannt, dass du nicht mehr konntest, sondern … dich auch noch geschlagen. Und – die Kraft, die du danach bewiesen hast …“
Taiki hörte Seiyas Stimme brechen, er sah ihn mutlos den Kopf schütteln, einige Male schwer ein- und ausatmen. Auch Taiki war es mit einem Mal, als risse jemand an seiner Seele, da die Bilder wieder in ihm aufstiegen, die ihn vor Schmerz beinahe vergehen lassen hatten: der Anblick Healers, wie Galaxia sie gequält hatte, wie sie reglos liegen geblieben war und zuletzt, mit blutverschmiertem Haar, in einem stummen Verlöschen mit stumpfen Augen zu ihnen aufgeblickt hatte.
Seiyas Stimme riss Taiki wieder in die Gegenwart zurück.
„Jedenfalls erwarte ich nicht, dass du mir jemals verzeihen kannst“, schloss er seine Rede zu Taikis Erstaunen da plötzlich mit der tiefsten Resignation. „Es tut mir leid, Yaten.“
Die letzten Worte hatte Seiya nur erstickt hervorbringen können. Betroffen, doch unfähig, einzuschreiten, beobachtete Taiki, wie Seiya in einer zähen Bewegung aufstand und sich mit einem verzweifelten Gesichtsausdruck von Yaten abwandte. Hielt er eine Aussöhnung mit ihrem Jüngsten wirklich für ausgeschlossen? Tatsächlich reagierte er nicht, als Yaten kaum hörbar seinen Namen sagte, sondern tat einen unsicheren Schritt in Richtung der Tür. Mit großen, runden Augen, in denen ein kindlicher Schmerz geschrieben stand, blickte Yaten seinem älteren Bruder in dessen Rücken entsetzt nach.
„Seiya!!“
Auf Yatens verzweifelten Ausruf hin warf sich Seiya herum und erschrak, als er sah, dass dem Jüngsten, den er die ganze Zeit über nicht mehr angesehen hatte, die Tränen nur so über das Gesicht liefen.
„Seiya … bitte …“ Yatens Stimme versagte einen kurzen Augenblick unter seinen Worten. „Bitte entschuldige dich nicht bei mir – niemals!“, platzte es dann unvermittelt aus ihm hervor. Er umschlang sich langsam, und doch begann sein zierlicher Körper zu beben und zu zittern, dass er seine Worte nur abgehackt ausstoßen konnte. „Es … es tut mir nur alles so leid, so unfassbar leid – dass ich nie der Bruder war, den du … den du und Taiki … den ihr … eigentlich – verdient hättet.“
Bei seinen letzten Worten brach Yatens Stimme, dass sie beinahe gierig von seiner Verzweiflung verschlungen worden wären, doch waren sie als kaum hörbarer Hauch an Seiyas Ohr gedrungen.
Mit einem Mal kehrte in dessen Körper die Bewegung zurück.
„Aber Yaten – was redest du denn da für einen Unfug?“
Seiya konnte nur unentwegt den Kopf schütteln und stürzte zu seinem jüngeren Bruder, den er in einer plötzlich aufwallenden Regung bei den Schultern fasste, dass dieser abermals zusammenschrak, jedoch ohne den noch immer zwischen zwei Bewusstseinsebenen hin- und herspringenden Blick von seinem älteren Bruder abzuwenden.
„Du bist ganz genau der Bruder, den ich immer haben wollte. Yaten – was ich schon die ganze Zeit über zu sagen versuchte: Du bist für mich einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben. Ich … ich liebe dich sehr, Yaten, und ich hoffe, dass du mir in dieser Frage eines Tages Glauben schenken können wirst!“
Als Seiya in Yatens nun im reinsten Hellgrün erstrahlenden, großen Augen las, wie sehr dieser einer solchen Zuwendung all die Jahre über bedurft hätte, zog er ihn behutsam in seine Arme und hielt ihn ganz fest. Nur mit der Rechten, mit der er ihm noch bei ihrem letzten intensiveren Kontakt eine heftige Ohrfeige zugefügt hatte, streichelte er sanft Yatens Haar.
Der Jüngste verharrte einen Moment vollkommen reglos, dann legte er langsam die Arme um Seiya und klammerte sich vertrauensvoll an ihn, als plötzlich die Schluchzer aus ihm hervorbrachen, dass es seinen zarten Körper schüttelte. Taiki ging auf seine beiden Brüder zu und setzte sich ebenfalls auf die Bettkante, neben Seiya. Als er die Arme um die beiden legte, spürte er, wie sich Yaten unter seiner sich Bahn brechenden Verzweiflung zum ersten Mal in vollem Bewusstsein ihrer Umarmung hingab.

Taiki strich Seiya über das Haar und gab Yaten einen Kuss auf die Stirn.
„Es wird alles gut“, flüsterte er nah am Gesicht seines kleinen Bruders, der weiterhin unter seinen Schluchzern bebte.

Die Prinzessin würde recht behalten, wie dies stets der Fall gewesen war.
Es würde alles gut werden.
Dieses Mal wirklich.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast