Back To The Start

von MonaGirl
GeschichteDrama, Romanze / P12
02.12.2017
28.01.2018
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Brooke

Tree Hill High, Cafeteria


“Ich werde durchfallen und muss dann endgültig die Highschool verlassen!”

“Zeige mal her! So schlimm wird es schon nicht sein.”

Ich schob meiner besten Freundin Haley meinen Mathetest zu, damit sie selber sehen konnte, was für ein Loser ich war. An ihrem Gesichtsausdruck konnte ich erkennen, dass sie genauso schockiert war über das Ergebnis wie ich.

“Wow, ein 'D'. Ich kann mich nicht erinnern, dass du schon jemals so schlecht gewesen bist.”

Sie hatte Recht. Ich konnte mich auch kein einziges Mal daran erinnern. Oder doch, Moment mal! Ich hatte schon einmal so schlechte Noten und wäre beinahe von der Schule geflogen. Doch das war schon eine paar Jahre her. Doch diesmal sah es ganz finster aus. Ich musste mir etwas einfallen lassen. Bloß was? Als ob Haley meine Gedanken lesen könnte, seufzte sie plötzlich neben mir auf.

“So geht das nicht weiter, Brooke Davis! Wir müssen etwas dagegen tun.”

Ich sag's ja. Wir waren nicht nur beste Freundinnen sondern auch Seelenverwandte.  “Ich will mal später eine berühmte Modedesignerin werden. Wozu brauche ich da Mathe?”

“Ich könnte dir eine ganze Reihe aufzählen mit Dingen, zu denen man Mathe braucht. Stell dir nur vor, du willst einen Kuchen backen und weißt nicht einmal, wie man die Mengenangaben richtig berechnet. Oder du gehst einkaufen und musst zum Beispiel nachrechnen, ob der Betrag, den die Kassiererin dir zurückgegeben hat auch stimmt.”

“Ist das dein Ernst? Du zählst das Geld wirklich nach?” platzte ich hervor und bereute es sofort. Natürlich tat sie es. Sie war super pingelig in solchen Dingen.

“Ich hab's!”

Sie sprang von ihrem Stuhl auf und ergriff meine Arme. An dem Leuchten in ihren Augen konnte ich erkennen, dass sie anscheinend wirklich gerade eine Lösung für mein Problem gefunden hatte.

“Brooke, das ist es! Du brauchst Nachhilfestunden!”

Ich hasste schon die Mathestunden im Unterricht, die sich immer wie ein Kaugummi hinzogen und kein Ende nehmen wollten. Jetzt sollte ich auch noch meine Freizeit für diese Quälerei opfern? Ich schüttelte entschlossen den Kopf. Ohne mich!

“Wieso denn nicht? Du weißt, wie wichtig eine gute Schulausbildung ist. Besonders, wenn du später auch mal einen guten Job haben willst.”

“Du klingst schon genauso wie meine Mutter”, hielt ich ihr vor. Doch insgeheim musste ich ihr Recht geben. Ich musste etwas tun, wenn ich dieses Jahr nicht durchfallen wollte. “Na schön”, gab ich seufzend nach. “Wann hast du Zeit, mir Nachhilfe in Mathe zu geben?”

“Ich?!”

Die Verblüffung in ihrem Gesicht war nicht gespielt. Das konnte ich erkennen. “Ja sicher du, wer denn sonst?”

“Ich würde dir liebend gerne helfen, aber ich habe schon fünf Schüler, denen ich Nachhilfeunterricht gebe. Ich habe deswegen schon kaum noch Freizeit. Nathan beschwert sich schon, dass ich gar keine Zeit mehr für ihn habe.”

Nathan war ihr fester Freund. Im Gegensatz zu Haley hatte ich eigentlich noch nie eine richtige Beziehung gehabt. Es fiel mir einfach schwer, mich nur auf einen Jungen zu fixieren. Außerdem war ich noch jung und wollte mein Leben genießen, was mir dann auch den Ruf der 'High School-Schlampe' eingebracht hatte. Doch es kümmerte mich nicht. Sollten sie doch reden. Es war eine Illusion zu glauben, dass man seine große Liebe schon mit 16 oder 17 finden konnte. Es sein denn man hieß Haley. Sie und Nathan waren unzertrennlich. Und witzigerweise waren sie sich auch beim Nachhilfeunterricht näher gekommen. Apropos Nachhilfeunterricht...

“Wieso hast du dann vorgeschlagen, dass ich Nachhilfeunterricht nehmen soll?”, nahm ich das Thema wieder auf. “Wenn nicht du, wer soll mir denn dann Unterricht geben?”

“Schau mal da hinten!”

Ich folgte ihrem Finger, als sie zu einem der Tische deutete, der sich ganz am anderen Ende der Cafeteria befand. Der Tisch, an dem die 'Nerds' saßen, wie wir sie nannten. Die Streber, Computerfreaks und Fachidioten. Sie hatten nur die besten Noten in den Fächern, dafür aber praktisch keine Freizeit. Vielleicht einer der Gründe, wieso sie sich praktisch nie an irgendwelchen sportlichen Aktivitäten beteiligten. Oder besser noch, an überhaupt keinen Aktivitäten außerhalb der Schule. Sie lebten praktisch wie ein Schatten neben uns normalen High School Schülern. Unauffällig, unsichtbar und in ihrer eigenen Welt.

“Hast du den Verstand verloren?”, rutschte es mir heraus und ich sah, wie Haley schmollend den Mund verzog.

“Ich finde, das ist die Lösung für alle deine Probleme.”

“Dann falle ich lieber durch, bevor ich zu einem von denen gehe und mich zum Affen mache!” Ich schüttelte den Kopf so stark, dass meine braunen Locken um meinen Kopf flogen.  

“Sie sind wirklich ganz okay, wenn man sie näher kennen lernt.”

“Sagt wer?”, fragte ich misstrauisch.

“Peyton.”

Haley's Miene zeigte mir eindeutig, wie schwer es ihr fiel, das Gespräch auf meine ehemals beste Freundin zu bringen. Betonung auf 'ehemals', denn Peyton und ich waren wirklich sehr lange gute Freundinnen gewesen, bevor mir meine 'beste' Freundin dann meinen Freund weggeschnappt hatte, wofür ich sie bis in alle Ewigkeit hassen würde!

“Es tut mir leid, Brooke! Ich hätte Peyton nicht erwähnen dürfen.”

Ein bisschen tat sie mir schon leid, weil Haley quasi zwischen Peyton und mir stand und eigentlich mit uns beiden befreundet sein wollte. Doch manchmal waren die Dinge eben zu kompliziert, um einfach zu sein. Ich hatte die ganze Zeit den Tisch mit den 'Nerds' nicht aus den Augen gelassen und sah nun, wie sich einer nach dem anderen vom Stuhl erhob und dann die Cafeteria verließ. Alle, bis auf einen, der seine Nase tief in ein Buch getaucht hatte und mehr mechanisch als bewusst, sein Essen in sich hineinschaufelte.

“Okay, ich mach es!”

Ich weiß nicht, wieso ich meine Meinung plötzlich änderte, aber irgendetwas zog mich beinahe magnetisch zu dem Jungen mit dem Buch.

“Brooke, warte!”

Haley rannte hinter mir her, und ich drehte mich zu ihr. “Glaubst du, ich schaffe das nicht alleine?”

“Das hast du vergessen.”

Sie drückte mir den Mathetest in die Hand, den ich auf dem Tisch liegengelassen hatte.

“Das ist ein guter Anfang für ein Gespräch. Zeig ihm einfach deine Note.”

“Ja, vermutlich wird er mir dann vor lauter Mitleid Nachhilfe geben”, meinte ich und rollte mit den Augen.

“Du machst das schon. Wir treffen uns im Klassenraum.”

Sie lächelte mir aufmunternd zu, und ich setzte meinen Weg zum Tisch fort und bemerkte, wie ich immer nervöser wurde. Ich hatte den Tisch beinahe erreicht, als er den Kopf hob und sich unsere Blicke trafen. Mein erster Gedanke war, dass er wirklich wunderschöne dunkelbraune Augen hatte. Augen, die mich nun erschrocken und verunsichert ansahen. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und legte meine verunglückte Matheprobe direkt vor ihm auf den Tisch.

“Ich habe gehört, du bist so ein richtiges Mathegenie”, begann ich, während ich einzuornden versuchte, wieso er mich immer noch wie ein ängstliches Reh ansah. “Und da ich wirklich derzeit wirklich grottenschlecht bin und vielleicht sogar von der Schule fliege dachte ich, dass du mir vielleicht helfen könntest.”

“Ich... ähm...”

Ich bemerkte, wie seine Hand leicht zitterte, als er sich damit durch sein dichtes, braunes Haar fuhr. Nicht gerade die Reaktion, die ich erwartet hatte. Doch was hatte ich überhaupt erwartet? Ich wusste, dass die 'Nerds' allesamt lebensfremd waren und kaum Kontakt zu uns 'Normalen' hatten. Also vermutlich hatte meine direkte Art ihn einfach verschreckt und er wusste nicht, was er antworten sollte. Aber vielleicht hatte ich es auch einfach falsch angefangen. Ich setzte mein strahlendstes Lächeln auf und streckte ihm meine Hand entgegen.

“Brooke Davis.”

“Ja, ich weiß. Der Name steht oben auf deinem Test.”

Er lächelte mich an, und ich spürte, wie es plötzlich in meinem Magen zu kribbeln begann. Was für ein Lächeln! Ich konnte ihn nur anstarren und bemerkte kaum, wie er meine Hand nahm und drückte.

“Julian Norris.”

Ich drehte mich um und erkannte Haley, die mit einem breiten Lächeln einige Meter entfernt stand und das ganze wohl die ganze Zeit beobachtet hatte. Nachdem ich so weit gekommen war, musste ich auch den nächsten Schritt gehen. Ich rutschte auf den freien Stuhl neben Julian und tippte mit dem Finger auf meinen Test.

“Okay, da wir das nun geklärt haben. Kannst du mir helfen?”
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