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Prisma x Liquefacere fines

von Tsubaki
GeschichteMystery, Freundschaft / P12 / Gen
01.12.2017
06.12.2018
95
91.211
6
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14.12.2017 793
 
Abschnitt 56 - wh


Das war Janes Chance. Das Licht blendete zwar auch ihre Altariaaugen, aber sie taumelte, immer der Sonne entgegen. Dabei prallte sie gegen das Turtok, was sie bisher noch gar nicht richtig kennen gelernt hatte. Wenn sie aber an das Palimpalim dachte, war es auch nicht sonderlich wünschenswert die Pokemon hier noch genauer kennen zu lernen. Wer wusste schon, was sie mit ihr anstellen würden? Vielleicht waren sie ja alle so creepy. Geradezu mordlustig.
Jane wollte es lieber nicht genauer herausfinden und ging daher immer näher an den Rand. Mittlerweile sah sie auch wieder einigermaßen gut und konnte den Anblick der sich ihr bot daher genießen. Eine weite, weiße Fläche, die auf den ersten Blick völlig unberührt vor ihr zu liegen schien. Auf den Zweiten waren da allerdings die Drahtzäune ein gutes Stück entfernt vom Glockenturm.
Als Jane ihnen flüchtig mit den Augen folgte, stellte sie fest, dass in jede Richtung ein Drahtzaun sie von dem restlichen Horizont trennte. So unberührt konnte die Landschaft also doch nicht sein. Aber was hatte sie erwarten können? Wofür hätte man denn hier einen Glockenturm errichten sollen, wenn niemand in der Umgebung wohnte. Ob diese Bewohner ihr friedlich gesinnt waren, konnte Jane zwar auch nicht wissen, aber sie beschloss es zu versuchen.
Ein Energieschub durchfuhr sie, als sie auf zur Sonne blickte. Sie fühlte sich auf einmal wie ein Adler und ihr Bewusstsein sagte ihr, sie konnte das. Sie konnte fliegen. Sie hatte Flügel und sie würde aufsteigen zur Sonne.
Jane vergaß die Pokemon um sie herum, schob aufkeimende Einwände der Logik, dass sie wohl eher ein Adlerjunges war, das seinen ersten Flug vor sich hatte und wenn man es ganz genau nahm, eigentlich sogar ein Mensch war, zur Seite und breitete die bauschigen Wolkenflügel aus. Wenn eine Substanz in der Lage war zu fliegen, dann ja wohl Wolken.
„Das würde ich nicht tun!“, erklang hinter Jane die besorgte Stimme des Kirlias.
„Sonnflora ging auch der Sonne entgegen und kam nie zurück“, rief nun auch das Efoserp ihr hinterher. Jane aber beachtete die Stimmen nicht.
Sie sprang! Und sie flog. Sie glitt durch die Luft wie eine Feder, die langsam zu Boden sank und immer weiter an Höhe verlor – aber sie flog! Und es war ein wunderbares Gefühl. Nicht entspannend, wie es wohl Leute beschrieben hätten, die sich vorstellten zu fliegen, ihrer Freiheitsliebe wegen. Nein, Janes Körper war durchflutet von Adrenalin und sie fühlte ein stärker werdendes Ziehen in der Brustgegend. Aber das Gefühl der Höhenluft war trotzdem geradezu berauschend. Es ließ einen alle Angst vergessen und ihr Altariakörper schien von ganz allein in der Lage zu sein zu fliegen. Er hatte es gelernt, er brauchte Janes Hilfe nicht dazu.
Für ihren Verstand war das eine unheimliche Erleichterung, während es dem Rest von Jane gerade einfach nur egal war. Es gab keinen Grund sich Sorgen zu machen, solange die Dinge so lagen. Sie schlug immer wieder kräftig mit den Flügeln und hatte dabei das Gefühl eine riesige Menge Schaum nach unten zu drücken. Immer wieder flogen auch kleine Wolkenfetzen in ihr Blickfeld, verloren sich aber dann neben ihr. Jane fragte sich, ob sie ihre Wolke doch auflösen konnte oder ob das normal so war. Aber es fühlte sich nicht falsch an, also flog sie einfach weiter.
Vor ihr erstreckte sich ein Spektrum an Möglichkeiten. Links ein Waldstück, in der Mitte die Hütte und ganz rechts das schillernde Meer aus Farben. Eisig, aber einladender als alles Andere.
Jane wandte sich dem Licht zu und flog ganz automatisch zu den verlockenden Farben. Unter ihr lag die beinahe unberührte Landschaft aus weißem Schnee. Und bald hätte der Horizont auch keine Drahtzaungrenze mehr zwischen ihr und dem Rest der Welt. Sie empfand ein Gefühl von Freiheit als sie über das Gestänge hinweg flog. Und sie war ja auch frei. Frei, wie ein Vogel. Ein mächtiges Altaria.
Von einem Moment auf den anderen verschwand dieser Eindruck allerdings. Ihr Körper wurde mit noch mehr Adrenalin zu gepumpt, aber diesmal ohne das Wissen, das alles gut war. Jane verlor nämlich urplötzlich an Höhe. Und nicht nur das. Sie verlor auch an Substanz. Ihr Körper löste sich auf.
Mit Entsetzen musste sie mit ansehen, wie ihre Wolke sich tatsächlich in Nichts auflöste. Wattebausch für Wattebausch stoben auseinander und verpufften in der Luft. Zurück blieben blaue, längliche Gebilde, die im nächsten Moment heranwuchsen zu Armen, die blitzschnell ihre Farbe verfärbten. Eine gesunde Hautfarbe zierte sie nun. Doch leider brachte sie die Botschaft mit sich, dass sie nicht gesund, sondern lebensmüde war. Es war eine menschliche Hautfarbe und Menschen konnten nicht fliegen.
Ohne Flügel und ohne Flugzeug stürzte Jane hinab in die Tiefe und konnte nichts dagegen tun.

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